Schmausepost vom 24. Mai

Schman­kerl der Woche

Lese­schmaus: Im Leip­zi­ger Haus der Geschichte ist eine neue Aus­stel­lung zum Thema „Is(s) was?! — Essen und Trin­ken in Deutsch­land“ eröff­net wor­den. Dazu gibt es ein äußerst lesens­wer­tes Muse­ums­ma­ga­zin mit etli­chen Bei­trä­gen zu dem Thema. Hier eine Auswahl:

Muse­ums­ma­ga­zin (Über­sicht aller Beiträge)


Anzeige

Kuli­na­ri­sche Lesung: Patrik Stäbler ist drei Monate lang per Anhal­ter durch Deutsch­land gereist und hat sich auf die Suche gemacht nach lan­des­ty­pi­schen, regio­na­len Gerich­ten. Über seine kuli­na­ri­schen und kul­tu­rel­len Erleb­nisse hat der Jour­na­list ein Buch geschrie­ben: „Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten“. Nun lädt er am 2. Juni zur öffent­li­chen Pre­mie­ren­le­sung nach Mün­chen ein. (Dis­clai­mer: Patrik Stäbler ist Her­aus­ge­ber der Schmau­s­epost)
Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten (Lesung)Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten (Buch)


Zahl der Woche

300 Frei­wil­lige, 2 DJs und ein Hau­fen Gemüse — damit fing vor einem Jahr alles an, erin­nert sich Hen­drik vom Wurstsack-Blog an die erste Schnip­pel­disko in Ber­lin. Die Idee: Bei Elek­tro­mu­sik wurde aus 1,5 Ton­nen angeb­lich nicht mehr markt­fä­hi­gem Gemüse eine Suppe gekocht. Inzwi­schen fin­det die Schnip­pel­disko welt­weit Nach­ah­mer.
Wurstsack-Blog

Nach­rich­ten

Unter Druck: Kön­nen Piz­zadi­enste bald ein­pa­cken? Und in der Folge auch Super­märkte? Die US-Weltraumagentur Nasa hat bekannt­ge­ge­ben, dass sie an einem 3D-Drucker für Lebens­mit­tel forscht. Dem­nach kann ein Pro­to­typ bereits einen Keks mit Scho­ko­lade bedru­cken — der erste Schritt zum Pizza-Drucker für Zuhause?
Stan­dardBasic Thin­kingFuturezone.at (mit Video)

Über Streit­hähne: Inmit­ten des Medi­en­rum­mels rund um die Ver­lei­hung des Gol­de­nen Wind­beu­tels schießt die „Welt“ gegen die Ver­brau­cher­or­ga­ni­sa­tion Food­watch. Diese insze­niere sich als David im Kampf gegen eine mäch­tige Indus­trie — nutze dabei aber „umstrit­tene Metho­den“. Food­watch frei­lich wehrt sich gegen die Kri­tik.
WeltFood­watch (Stel­lung­nahme)Tellerrand-Blog (Kom­men­tar)

Unter Beschuss: Da mag die­ses Fracking uner­forscht sein und womög­lich die Umwelt zer­stö­ren — doch weil wir mit die­ser Methode noch mehr Erd­gas aus dem Boden bud­deln, ist uns das egal. Dachte man. Doch nun ist das Aller­hei­ligste bedroht: Braue­reien befürch­ten, dass Fracking das Rein­heits­ge­bot des Bie­res gefähr­den könnte — und die Medien schla­gen Alarm.
Spiegel-OnlineWelt

Über Erd­bee­ren: Wegen des mauen Früh­lings star­tet die Erd­beer­sai­son mit leich­ter Ver­spä­tung. Food-monitor erklärt, wie man fri­sche Erd­bee­ren erkennt und sie rich­tig lagert. Und bei Pro­planta gibt es einen inter­es­san­ten Über­blick zur Erd­beer­ernte in Deutsch­land — sowie eine Karte mit Erd­beer­fel­der zum Sel­ber­pflü­cken.
food-monitorPro­planta (Bericht)Pro­planta (Karte)

Lese­ge­schich­ten

Beweg­tes Essen: Von Okto­pus über Maden bis Fisch: Viele Tiere kom­men in ande­ren Regio­nen der Welt lebend auf den Tel­ler. Katja Heise erklärt in der „Welt“, wie das zap­pelnde und zuckende Essen schmeckt — und in wel­chen Fäl­len der Tier­schutz den Ver­zehr von leben­den Tie­ren ver­bie­tet.
Welt

Wert­vol­ler Müll: Kar­tof­fel­scha­len, Tei­gab­fälle, Press­rück­stände beim Wein: Bei der Her­stel­lung zahl­rei­cher Lebens­mit­tel fal­len große Men­gen orga­ni­scher Abfälle an. Bis­her wer­den sie für viel Geld ent­sorgt. Nun aber machen sich Wis­sen­schaft­ler daran, die­sen Müll zu nut­zen — etwa, um Lebens­mit­tel gesün­der zu machen.
Süd­deut­sche

Aus­ge­zeich­ne­ter Bäcker: Seit 1994 kürt Paris jedes Jahr den bes­ten Bäcker der Stadt. Gewin­ner in die­sem Jahr ist Ridha Khad­her, der nun den Prä­si­den­ten mit Baguettes belie­fern darf. Auto­rin Karin Fin­ken­zel­ler hat den Ausnahme-Bäcker besucht und unter ande­rem her­aus­ge­fun­den, warum der Präsidenten-Auftrag auch einen Haken hat.
Tages­spie­gel

Umstrit­te­nes Fleisch: Zwei Geschich­ten, zwei Mei­nun­gen zum Thema Fleisch: Auf der einen Seite beschwert sich Frau Fried in ihrer Cicero-Kolumne, dass sie heut­zu­tage kaum mehr die erfor­der­li­che Ver­drän­gungs­leis­tung auf­brin­gen könne, um ihr gelieb­tes Fleisch zu essen („Wäh­rend frü­her Vegetarier-Bashing Main­stream war“). Der Tages­spie­gel indes glaubt eine neue Lust auf Fleisch in der Bevöl­ke­rung zu erken­nen.
CiceroTages­spie­gel

Blog­schau

Alles Abfall: Der Film „Taste the Waste“ über die Ver­schwen­dung von Lebens­mit­teln hat vor zwei Jah­ren auf­ge­rüt­telt. Der Doku folgte ein Koch­buch, das Regis­seur Valen­tin von Thurn gemein­sam mit Gun­dula Oer­tel ver­fasst hat. Der Titel: „Rezepte und Ideen für Essens­ret­ter“. Katha­rina von Valen­ti­nas Koch­buch hat die Auto­rin inter­viewt und meh­rere Rezepte aus dem Buch nach­ge­kocht.
Valen­ti­nas Koch­buch (Inter­view), Rezepte: Apfel­t­arteSo gut wie Alba­trüf­felZer­sto­ßene Wiese

Char­man­tes China: Bohnen-Reisschleim-Suppe zum Früh­stück, Schimmel-Tofu als Mit­tags­snack und ein Peking-Enten-Bausatz abends im Restau­rant: Ulrike Pager berich­tet bei Tra­vel on Toast über ihre kuli­na­ri­schen Erleb­nisse in China. Ihr Fazit: „Bei all den Expe­ri­men­ten […] kann ich das Essen in China und vor allem das Street­food nur emp­feh­len“.
Tra­vel on Toast

Acht­bare Alter­na­ti­ven: Das gibt’s nur im Super­markt? Nein!, ruft die Web­seite Uto­pia und stellt zehn regio­nale Alter­na­ti­ven für gute Lebens­mit­tel in einer Bil­der­ga­le­rie vor — von Öko-Kiste über soli­da­ri­sche Land­wirt­schaft bis hin zum Con­tai­nern.
Uto­pia

Fri­sche Film­tipps: Der Früh­ling spielt wei­ter Win­ter — und pas­send dazu lis­tet Sarah von Vegan Gue­rilla eine Reihe von sehens­wer­ten Doku­men­ta­tio­nen auf, die sich um Ernäh­rung und Umwelt­schutz dre­hen. Die Filme sind auf Eng­lisch, teils äußerst sehens­wert und brin­gen einen durch so man­chen grau­tris­ten Möch­te­gern­früh­lings­tag.
Vegan Gue­rilla

Buch der Woche

„Das große Buch der Gewürze“: Neue Bücher über Gewürze gab es zuletzt häu­fi­ger als Trä­nen­aus­brü­che bei Germany’s Next Top­mo­del. „Und dann […] erscheint noch ein Buch dar­über“, seufzt Clau­dia von Din­ner um Acht zu Beginn ihrer Rezen­sion über Bet­tina Matt­ha­eis „Das große Buch der Gewürze“. Doch schon zwei Absätze spä­ter lobt sie das Werk in den höchs­ten Tönen — „weil es die Sinne anspricht wie kaum ein ande­res Buch. Weil es anders ist“.
Din­ner um Acht

App der Woche

Toca Kit­chen: Kin­der lie­ben kochen und backen — egal ob im Sand­kas­ten oder in der Kin­der­kü­che. Oder auf dem Bild­schirm. Das macht sich die „Toca Kit­chen“ (1,79 Euro/Universal) zu nutze: Hier kön­nen die Klei­nen mit­tels Schnei­de­brett, Topf und Pfanne Gerichte zube­rei­ten und ler­nen dabei den (digi­ta­len) Umgang mit Nah­rungs­mit­teln. Jana von Guten APPe­tit lobt die lie­be­volle Gra­fik und den Ver­zicht auf Wer­bung.
Guten APPe­tit

Blog der Woche

Fein­kost­punks: Food-Nerd — die­sen Spitz­na­men hat Danja bei ihren Freun­den, denn Essen spielt eine große Rolle im Leben der 31-Jährigen. Den­noch ist ihre Web­seite Fein­kost­punks kein gewöhn­li­cher Food­blog, son­dern rich­tet sich vor allem auch an Koch-Anfänger, wie die Köl­ne­rin im Inter­view mit der Schmau­s­epost erzählt.
Schmau­s­epost (Por­trät & Inter­view)Fein­kost­punks

Rezepte der Woche

Schwä­bi­sche Lasa­gne: Als Schmankerl-Königin ist Andrea Joas-Schwegler vom Baye­ri­schen Rund­funk aus­ge­zeich­net wor­den. Als bei ihr ein­mal Pfann­ku­chen und Hack­fleisch­soße vom letz­ten Essen übrig blie­ben, kre­ierte die Metz­ge­rin dar­aus eine Schwä­bi­sche Lasa­gne — und über­zeugte mit dem Rezept Spit­zen­koch Ste­fan Fors­ter.
BR

Rha­bar­ber satt (vege­ta­risch): Wenn das Wet­ter schon nicht mit­spielt, sollte wenigs­tens in der Küche Früh­lings­stim­mung herr­schen — mit Rha­bar­ber. Fool for Food lie­fert das Rezept für einen Streu­sel­ku­chen mit Rha­bar­ber und Mar­zi­pan. Und Wol­ken­fees Küchen­werk­statt erklärt, wie man Rha­bar­ber­si­rup, Rha­bar­be­r­eis und Rhabarber-Cupcakes macht. Außer­dem bei Chili & Scho­ko­lade: eine Rha­bar­bert­arte mit Eischnee­haube.
Fool for FoodWol­ken­fees Küchen­werk­stattChili & Schokolade

Nach­schlag

Bis(s) vor Gericht An einem Haribo-Colafläschchen hat sich ein 44-Jähriger aus Bie­le­feld zwei Zähne zer­split­tert. Der Grund: In dem Frucht­gummi befan­den sich harte Putz­par­ti­kel von einer Wand oder einer Decke. Dar­auf­hin ver­klagte der Mann Haribo und bekam nun Schmer­zens­geld und Scha­dens­er­satz zuge­spro­chen.
Spiegel-Online

Blog der Woche: Feinkostpunks

feinkost

Fein­kost für Punks: Dan­jas Food­blog schließt auch Koch-Anfänger nicht aus.

Typisch für einen Punk, das weiß Wiki­pe­dia, sind sein pro­vo­zie­ren­des Aus­se­hen, die rebel­li­sche Hal­tung und sein non­kon­for­mis­ti­sches Ver­hal­ten. Von den Ernäh­rungs­ge­wohn­hei­ten des gemei­nen Punks schreibt das Inter­net­le­xi­kon frei­lich nichts — und doch gilt als gesi­chert, dass Otto-Normal-Irokese eher auf die rich­ti­gen Sprin­ger­stie­fel Wert legt denn auf die rich­tige Spa­ghet­ti­soße, dass ihm das Nie­ten­hals­band näher ist als Nier­chen süß-sauer, und dass das er über das pas­sende Pier­cing leb­haf­ter dis­ku­tie­ren kann als über den pas­sen­den Pud­ding zum Dessert.

Umso mehr über­rascht es auf den ers­ten Blick, dass Danja ihren Food­blog auf den Namen Fein­kostpunks getauft hat — denn so recht mag das nicht zu den zucker­sü­ßen Cup­cakes, den Gemü­se­schät­zen und den vie­len fri­schen und gesun­den Gerich­ten pas­sen. Eigent­lich. Und doch steht Danja in man­cher­lei Hin­sicht den non­kon­for­mis­ti­schen Punks nahe, denn auch sie will mit ihrem Food­blog bis zu einem gewis­sen Grad anders sein als der Rest (der Food­blogs). „Ich möchte auf die­ser Seite gerne zei­gen, dass es weder unglaub­lich viel Zeit noch extra­teure Zuta­ten braucht, um etwas Fei­nes zu kre­ie­ren“, schreibt Danja. Und im Inter­view mit der Schmau­s­epost ver­weist sie in die­sem Zusam­men­hang auf die Kate­go­rie „fix ohne Fix“, die sie als eine der ers­ten auf ihrem Blog ein­ge­führt hat: „Hier kann jeder, der Lust hat, mir ver­ra­ten, was seine liebste Fix­tüte aus dem Super­markt ist, die er (bis­her) nicht erset­zen konnte oder wollte — und ich ver­su­che dann nach und nach, diese Lieb­lingstüt­chen frisch nachzukochen.“

Eine wei­tere eher unge­wöhn­li­che Kate­go­rie sind die Gemü­se­schätze. „Hier ver­su­che ich Gemü­se­sor­ten vor­zu­stel­len, mit denen viele noch nicht gekocht haben“, erklärt die 31-jährige Danja, die Bio­lo­gie stu­diert hat und inzwi­schen als Pro­jekt­ma­na­ge­rin arbei­tet. „Auch hier­für habe ich bei mei­nen Lesern und mei­nen Freun­den her­um­ge­fragt — und ganz tol­les Feed­back bekom­men. Das geht von eher aus­ge­fal­le­ne­ren Sachen wie Roma­nesco oder Wild­kräu­tern bis hin zu eher ver­brei­te­ten Sor­ten wie Auber­gi­nen und Rha­bar­ber.“ Schließ­lich seien viele ihrer Leser „eher Koch-Anfänger“, sagt Danja, und bis­lang an sol­chen Gemü­se­sor­ten im Super­markt oft vorbeigegangen.

Zum Thema Essen und Ernäh­rung hat Danja übri­gens eine spe­zi­elle Bezie­hung, wie sie im Gespräch mit der Schmau­s­epost erläu­tert. So sei sie als Kind und Jugend­li­che sehr dick gewe­sen, ehe sie — „lang­sam und ohne Stress“ — 40 Kilo abnahm. Den­noch betont sie bis heute: Das Wich­tigste beim Essen ist, dass es schmeckt!“   

Inter­view — 5 Fra­gen an… Danja von den Feinkostpunks

1. Was ist dein per­sön­li­ches Lieb­lings­ge­richt in dei­nem Blog?

Danja: Das ist gar nicht so ein­fach. Ich glaube für mich selbst ist die selbst­ge­machte Gemü­se­brü­hen­würze am wich­tigs­ten, weil ich damit so häu­fig koche. Für den Haus­frie­den ist aber wahr­schein­lich die Mairübchen-Suppe das tollste Rezept, das ist näm­lich das Lieb­lings­ge­richt von mei­nem Freund auf mei­nem Blog. Da er mich immer unter­stützt — egal ob beim Schnip­peln, Ein­kau­fen, ton­nen­weise Gemüse in den drit­ten Stock Schlep­pen oder als kuli­na­ri­sches Ver­suchs­ka­nin­chen — ist die­ses Rezept viel­leicht sogar noch wichtiger…

2. Wel­che Rolle spielt Essen in dei­nem Leben?

Danja: Man­che mei­ner Freunde bezeich­nen mich als Food-Geek oder Food-Nerd, wenn sie mich ärgern wol­len. Also wie ein Com­pu­ter­freak, nur eben mit Essen. Ich weiß aber, dass das lie­be­voll gemeint ist, und irgend­wie haben sie ja auch Recht: Ich beschäf­tige mich wirk­lich gerne damit. So ganz von selbst kam das übri­gens nicht. Ich war als Kind und Jugend­lich sehr dick (also wirk­lich sehr — nicht nur ein biss­chen Baby­speck). Als ich das mit Anfang 20 ändern wollte, habe ich begon­nen, mich wirk­lich inten­siv mit dem, was ich esse, zu beschäf­ti­gen. Das Ergeb­nis ist nun eine Küche, die viel Gesun­des ent­hält. Aber auch Genuss ist mir extrem wich­tig. Ich habe damals 40 Kilo abge­nom­men — lang­sam und ohne Stress — das hätte ich ohne Genuss nie­mals durch­ge­hal­ten. Jetzt ver­su­che ich immer die rich­tige Balance zu fin­den, des­halb gibt es zwi­schen viel Gemüse auf mei­nem Blog auch immer wie­der sün­dige Rezepte, bei denen man mit dem Kalo­ri­en­zäh­len nie­mals anfan­gen sollte.

3. Wor­auf soll­ten mehr Men­schen beim Essen achten?

Danja: In ers­ter Linie dar­auf, was Ihnen schmeckt. Das klingt viel­leicht blöd und ein­fach — das soll näm­lich kein Frei­fahrt­schein sein, alles belie­big in sich hin­ein­zu­schau­feln. Aber ich glaube ein­fach, dass Genuss sehr wich­tig ist. Nie­mand kann auf Dauer eine Ernäh­rung durch­hal­ten, bei der er stän­dig auf Dinge ver­zich­tet, die ihm eigent­lich super schme­cken und nach denen er dann einen rich­ti­gen Heiß­hun­ger entwickelt.

Was ich aber jedem wirk­lich nur ans Herz legen kann, ist mal über Wochen­märkte oder in kleine Lebens­mit­tel­ge­schäfte zu gehen. Klar gibt es vie­les im Super­markt, aber auf dem Wochen­markt hat man ein ganz ande­res Erleb­nis: Man kann rie­chen und anfas­sen, was man kau­fen möchte — im Super­markt ist hin­ge­gen vie­les ein­ge­schweißt. Und man kann den Ver­käu­fer fra­gen, wie man die Sachen zube­rei­tet, wie reif die ein­zel­nen Sor­ten sind, und man bekommt Ware sai­so­nal. Wie oft höre ich im Super­markt Leute stöh­nen, wie teuer Paprika oder Him­bee­ren gerade sind — dabei ist tiefs­ter Win­ter! Sai­so­nal ein­zu­kau­fen schont das Porte­mon­naie und ist ein ganz ande­res Geschmackserlebnis.

4. Was war die schönste Erfah­rung mit dei­nem Blog?

Danja: Als mir mal jemand geschrie­ben hat, dass er vor­her nie gekocht hat, und sich jetzt extra für eines mei­ner Rezepte einen Pürier­stab und eine Auf­lauf­form gekauft hat — das hat mich total glück­lich gemacht. Und wenn jemand schreibt, dass das Familien-Lieblings-Tütengericht nun nur noch frisch gekocht wird, ohne dass Mann oder Kin­der anfan­gen zu meckern, dann geht mir auch das Herz auf.

5. Wel­che drei Web­sei­ten zum Thema Essen kannst du empfehlen?

Danja: Ich stö­bere gerne auf der Web­seite Love from the Oven - etwas amerikanisch-überladen und manch­mal zu süß, aber super­schöne Ideen für Zucker­bä­cke­rin­nen wie mich. Außer­dem mag ich den Blog Ohhh Mhhh - aber da geht es nur zum Teil um Essen, aber auch um andere hüb­sche Dinge. Ich bin halt ein Mäd­chen… Gerne stö­bere ich aber auch mal auf Eat Smar­ter: Die Rezepte dort sind alle eher leich­ter, fett­arm und trotz­dem lecker.

Mehr über Danja und ihren Food­blog steht auf www.feinkostpunks.de.

Schmausepost vom 17. Mai

Schman­kerl der Woche

Feu­ern statt füt­tern: Sie sind Vege­ta­rier im Geiste, kau­fen regio­nal und bio, lesen Jona­than Safran Foer oder Michael Pol­lan — und sie jagen ihr eige­nes Fleisch, auch im New Yor­ker Cen­tral Park. NZZ-Autorin Carole Koch hat die „Jäger des ver­lo­re­nen Spat­zes“ auf ihrer Jagd nach Tau­ben, Enten und Eich­hörn­chen beglei­tet. Ihre Repor­tage ist ebenso lang wie lesens­wert (Lese­zeit ca. 10 Minu­ten).
NZZ

Zahl der Woche

9 Pro­zent aller in Deutsch­land gekauf­ter Eier sind bio, aber nur 0,5 Pro­zent des Geflü­gel­fleischs. In sei­ner Reihe „Statistik-Schnäppchen“ nimmt der Super­markt­blog die Bio-Liebe der Deut­schen unter die Lupe — und nennt erstaun­li­che Zah­len.
Super­markt­blog


Anzeige

Kuli­na­ri­sche Lesung: Patrik Stäbler ist drei Monate lang per Anhal­ter durch Deutsch­land gereist und hat sich auf die Suche gemacht nach lan­des­ty­pi­schen, regio­na­len Gerich­ten. Über seine kuli­na­ri­schen und kul­tu­rel­len Erleb­nisse hat der Jour­na­list ein Buch geschrie­ben: „Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten“. Nun lädt er am 2. Juni zur öffent­li­chen Pre­mie­ren­le­sung nach Mün­chen ein. (Dis­clai­mer: Patrik Stäbler ist Her­aus­ge­ber der Schmau­s­epost)
Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten (Lesung)Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten (Buch)


Nach­rich­ten

Krab­bel­kost: Bis­her tau­gen sie in Europa nur für Mut­pro­ben oder als Snack im Dschun­gel­camp, doch das soll sich ändern: Die Ver­ein­ten Natio­nen emp­feh­len Insek­ten als Nah­rungs­mit­tel. Der Grund: Die Krab­bel­tiere ver­brau­chen weni­ger Fut­ter, scho­nen das Klima und lie­fern wert­volle Pro­te­ine und Mine­ral­stoffe.
Spiegel-OnlineBRSüd­deut­sche

Schum­mel­kost: Durch ille­gale Preis­ab­spra­chen sol­len Kartoffel-Großhändler die Ver­brau­cher um mehr als 100 Mil­lio­nen Euro geprellt haben. Das Wort vom Kartoffel-Kartell macht die Runde — und das erzürnt die Deut­schen nach­hal­tig, schließ­lich geht es um ihr liebs­tes Gemüse.
SZ (Hin­ter­grund)SZ (Video)taz (Kom­men­tar)Tel­ler­rand (Kom­men­tar)Pro­planta (Fak­ten zur Kartoffel)

Mogel­kost: And the win­ner is… die Capri-Sonne. Sie ist von Food­watch mit dem Gol­de­nen Wind­beu­tel aus­ge­zeich­net wor­den — für die „dreis­teste Wer­be­ma­sche bei einem Kin­der­pro­dukt“. Der Her­stel­ler frei­lich ver­zich­tet dar­auf, den Preis anzu­neh­men, und ver­weist auf die „natür­li­chen Zuta­ten“.
Food­watchtazSpiegel-OnlineSWR (Video)

Kühl­kost: Das Eis am Stiel fei­ert Geburts­tag: Vor 90. Jah­ren ließ ein US-Amerikaner ein an einem Stöck­chen fest­ge­fro­re­nes Vanil­le­eis mit Scho­ko­la­den­über­zug paten­tie­ren. Heute wer­den allein in Deutsch­land rund eine Mil­li­arde Eis am Stiel pro Jahr gelutscht — immer­hin zwölf pro Bun­des­bür­ger.
Welt

Lese­ge­schich­ten

Essen auf Rädern: Ein Jahr lang ist John T. Edge durch die USA gereist, um die Kul­tur der Food Trucks zu unter­su­chen, also der mobi­len Imbiss­wa­gen. Im Inter­view mit der FAZ lobt der Ame­ri­ka­ner die hohe Qua­li­tät des Stra­ßen­es­sens und ver­rät, wie viele Kilos er auf sei­ner Reise zuge­nom­men hat.
FAZ (Inter­view)FAZ (Bil­der­ga­le­rie Food Trucks)

Mana­ger unter Auf­sicht: Mana­ger müs­sen täg­lich zu Geschäfts­es­sen, stop­fen bei Kon­fe­ren­zen Kekse in sich hin­ein, ehe abends das üppige Buf­fet lockt. Damit sie sich trotz­dem gesund ernäh­ren, gibt es Men­schen wie Anna Fied­ler. Sie ist Ernäh­rungs­be­ra­te­rin für Füh­rungs­kräfte und streicht dafür knapp 500 Euro pro Monat und Mana­ger ein.
Spiegel-Online

Flei­scher auf Abwe­gen: Die Steaks sind aus Blät­tern und Stän­geln, der Döner aus Soja­schnit­zel: Paul Bom aus Den Haag ist laut eige­ner Aus­sage „der erste vege­ta­ri­sche Metz­ger der Welt“. Samira Küg­ler hat ihn für DRa­dio Wis­sen besucht — und einige Pro­bier­hap­pen mit ins Stu­dio gebracht.
DRa­dio Wis­sen (mit Audio)

Ersatz unter Lupe: Einst wurde sie als bil­li­ger Butter-Ersatz für fran­zö­si­sche Sol­da­ten erfun­den — heute gilt Mar­ga­rine vie­len Men­schen als leichte und gesunde Alter­na­tive zum fet­ti­gen Brot­auf­strich. Zu Recht? Die­ser Frage nähert sich die Süd­deut­sche und gibt außer­dem Tipps für den Ein­kauf.
Süd­deut­sche

Blog­schau

Stan­gen­sla­lom: Für Valentinas-Kochbuch gibt Patrick Zbin­den einen Ein­blick in sein Buch „298 cle­vere Küchen­tipps“ — und zwar zum Thema Spar­gel. So erklärt der Autor, wor­auf man beim Ein­kauf ach­ten sollte, wie man Spar­gel rich­tig auf­be­wahrt, und was für Tricks es bei der Zube­rei­tung gibt.
Valen­ti­nas Kochbuch

Saure Sache: Rha­bar­ber ist das erste Gemüse der Sai­son — auch wenn er oft irr­tüm­lich dem Obst zuge­ord­net wird, schreibt Clau­dia von Fool for Food. Pas­send dazu stellt sie ihre liebs­ten Rha­bar­ber­re­zepte vor: von Rha­bar­ber­chips bis zum Gugl­hupf mit Rha­bar­ber und wei­ßer Scho­ko­lade.
Fool for Food

Wieso liegt dort der Hase? Pfef­fer ist men­gen­mä­ßig das am meis­ten gebrauchte Gewürz der Welt, schreibt Eva von Food Vege­ta­risch in ihren zehn Fak­ten zum Thema Pfef­fer. Der Bei­trag ist wie immer zwei­spra­chig, und dazu gibt’s ein Rezept für Knob­lauch­but­ter mit Pfef­fer.
Food Vege­ta­risch

Gärt­ner und Samm­ler: Früh­lings­zeit ist Wild­kräu­ter­zeit: Sowohl Sandy von Con­fi­ture de vivre als auch Mela­nie & Sönke vom Vollwert-Blog strei­fen durch ihre Gär­ten und sam­meln aller­lei Ess­ba­res. Das Ergeb­nis in bei­den Fäl­len ist ein far­ben­fro­her Gar­ten­sa­lat. Dazu gibt’s viele Tipps für ange­hende Samm­ler.
Con­fi­ture de vivreVollwert-Blog

Buch der Woche

Gemischte Gefühle: „Coun­try Basics“ heißt ein neues Koch­buch im GU-Verlag, das sich um sai­so­nale und regio­nale Küche dreht. Julia von Ger­man Abend­brot hat sich das Werk ange­se­hen und Rezepte dar­aus nach­ge­kocht. Ihr Fazit: Für Ein­stei­ger und als Geschenk für junge Leute ist das Buch geeig­net; jedoch stellt sie auch einige Män­gel fest.
Ger­man Abendbrot

App der Woche

Vegan Kochen: Immer mehr Men­schen ver­zich­ten aus mora­li­schen oder gesund­heit­li­chen Grün­den auf tie­ri­sche Pro­dukte. An sie rich­tet sich die App „Vegan Kochen“ (0,89 Euro, Uni­ver­sal), die mit 65 Rezep­ten daher­kommt — von der pflanz­li­chen Suppe als Vor­speise bis zur vega­nen Tira­misu als Des­sert. Zwar bemän­gelt Jana von Guten APPe­tit die Optik der App — den­noch biete sie „alles, was man für Ein­stieg in die vegane Welt braucht“.
Guten APPe­tit

Blog der Woche

bush­cooks kit­chen: Ohne große Will­kom­mens­worte hat Doro­thée vor zwei Jah­ren ihren Food­blog bush­cooks kit­chen ins Leben geru­fen — und ist direkt mit einem exqui­si­ten, ara­bi­schen Menü gestar­tet. Bis heute liegt ihr Fokus vor allem auf Rezep­ten, Rezep­ten und Rezep­ten. „Mein Blog ist für mich auch ein Nach­schla­ge­werk“, sagt die Münch­ne­rin im Inter­view mit der Schmau­s­epost.
Schmau­s­epost (Por­trät & Inter­view)bush­cooks kitchen

Rezepte der Woche

Über­ba­cke­ner Leber­käse: Baye­ri­scher Leber­käse wird in der Regel mit Senf und Kar­tof­fel­sa­lat oder ange­bra­ten mit Spie­ge­lei ser­viert. Eine inter­es­sante Alter­na­tive zeigt nun Petra von Der Mut ande­rer auf: mit Emmen­ta­ler über­ba­cke­ner Leber­käse mit Tomate und Spie­ge­lei. Nicht nur ein opti­scher Hoch­ge­nuss.
Der Mut anderer

Zucchini-Rezepte (vege­ta­risch): Bald beginnt wie­der die Zucchini-Zeit, und hier­für lie­fern gleich zwei Blogs schmack­hafte Rezepte. Bei Genial-Lecker gibt es Zuc­chini mit Camem­bert als vege­ta­ri­sche Grill-Alternative, und Eat This rät zu gefüll­ten Zuc­chini mit Cous­cous und Bärlauch-Pesto.
Genial-Lecker (mit Camem­bert)Eat This (gefüllte Zucchini)

Nach­schlag

Gestört Food­blog­ger auf­ge­passt: Wer sein Essen foto­gra­fiert und im Netz mit ande­ren teilt, der ist anfäl­li­ger für Ess­stö­run­gen. Das behaup­tet zumin­dest eine kana­di­sche Psych­ia­te­rin. Nun ist eine Debatte um mög­li­che nega­tive Aus­wir­kun­gen von soge­nann­tem Food Porn ent­brannt.
Jetzt.deStan­dard

Blog der Woche: bushcooks kitchen

Bushcook

Food­blog eines Münch­ner Kindls: bush­cooks kitchen.

 Über mich? Na ja, ich koche halt sehr gerne.

Mit die­sem Satz beginnt Doro­thée die Rubrik Über mich auf bush­cooks kit­chen. Wo andere Food­blog­ger oft sei­ten­lang über ihre Lebens­ge­schichte, ihre Fami­li­en­si­tua­tion, ihre Küche, ihre kuli­na­ri­schen Vor­lie­ben, ihre gusta­to­ri­schen Abnei­gun­gen, ihre Aus­zeich­nun­gen und die Farbe ihrer Wohn­zim­mer­gar­di­nen schwa­dro­nie­ren, beschränkt sich die Münch­ne­rin auf einen knap­pen Absatz. In gewis­ser Weise ist das auch typisch für ihren Food­blog. Denn bei bush­cooks kit­chen steht nicht die Per­son, son­dern es ste­hen die Rezepte im Vor­der­punkt. Danach fol­gen die Rezepte, gefolgt von den Rezep­ten – gerne auch als kom­plette Menüs oder im Zuge von Kochbuch-Rezensionen.

Pas­send dazu hat Doro­thée vor zwei Jah­ren ihren Blog auch nicht mit gro­ßen Ankün­di­gun­gen oder einem lang­at­mi­gen Will­kom­mens­gruß eröff­net — son­dern ist direkt mit einem exqui­si­ten ara­bi­schen Menü durch­ge­star­tet, unter ande­rem aus Jakobs­mu­schel auf Bul­gur­sa­lat, Kanin­chen in Kar­da­mom­soße und Man­da­ri­nen­sor­bet. „Mein Blog ist für mich auch ein Nach­schla­ge­werk“, sagt Doro­thée im Inter­view mit der Schmau­s­epost. „Des­halb gibt es bei mir eine bunte Mischung rund um das Thema Kochen und Essen.“ Wobei ihr eines wich­tig ist: „Ich lege gro­ßen Wert auf Qua­li­tät, dies gilt für die Lebens­mit­tel und das hand­werk­li­che Arbei­ten in der Küche.“

Gele­gent­lich lässt Doro­thée dann aber doch mal einen Blick über den Koch­topf­rand zu — so etwa in einem Gespräch mit Valen­ti­nas Koch­buch. Da berich­tet die „begeis­terte Hob­by­kö­chin“ (Doro­thée über sich selbst) von nicht weni­ger als 2000 Koch­bü­chern, die stolze 32 Meter Regal­länge fül­len. Ein beson­dere Vor­liebe hat sie dabei für die regio­nale Küche, und hier hat es ihr vor allem ihr Hei­mat­land Bay­ern ange­tan. So sagt sie in dem Interview:

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich jetzt unbe­liebt mache. Ich habe wirk­lich sehr viele unter­schied­li­che Bücher aus Deutsch­land, aus den Bun­des­län­dern, sogar von ein­zel­nen Städ­ten. Die Viel­falt der Baye­ri­schen Küche beein­druckt mich am meis­ten. In die­ser Aus­prä­gung kann ich das bei ande­ren Bun­des­län­dern nicht so feststellen.

Ent­spre­chend fin­det der Frei­staat auch bei einem Schman­kerl auf bush­cooks kit­chen beson­dere Berück­sich­ti­gung — näm­lich bei Doro­thées Genuss­re­gio­nen. Hier­für hat die Münch­ne­rin auf Google-Maps Emp­feh­lun­gen für ver­schie­dene Gegen­den ver­öf­fent­licht: Fran­ken, Mün­chen oder das All­gäu, aber auch Baden-Württemberg, die Pfalz oder Österreich.

Inter­view — 5 Fra­gen an… Doro­thée von bush­cooks kitchen:

1. Was ist dein per­sön­li­ches Lieb­lings­ge­richt in dei­nem Blog?

Doro­thée: Mein Lieb­lings­ge­richt ist ein Lieb­lings­menü. Das habe ich vor zwei Jah­ren für meine Freun­din gekocht und damit mei­nen Blog gestar­tet. Ich liebe die ara­bi­sche Küche sehr, und es hat mir damals sehr große Freude gemacht ein gan­zes Menü mit die­sen wun­der­ba­ren Aro­men zu zau­bern. Die Rezepte sind immer noch aktu­ell und nach­koch­wür­dig. Anhand der Fotos sieht man die Ent­wick­lung mei­nes Blogs und das freut mich.

2. Wel­che Rolle spielt Essen in dei­nem Leben?

Doro­thée: Essen spielt eine sehr große Rolle in mei­nem Leben. Essen ist die Lebens­grund­lage und die kann jeder selbst gestal­ten. Für mich bedeu­tet es, neben der gesun­den Ernäh­rung, auch Spaß, Krea­ti­vi­tät, Selb­stän­dig­keit und Geselligkeit.

3. Wor­auf soll­ten mehr Men­schen beim Essen achten?

Doro­thée: Auf das Essen. Jetzt könnte ich die gan­zen Schlag­wör­ter auf­zäh­len: bio, regio­nal, sai­so­nal, mehr Gemüse – weni­ger Fleisch, selbst­ge­kocht, keine indus­tri­el­len Lebens­mit­tel, fair gehandelt… Ich beob­achte schon län­ger das Kauf­ver­hal­ten von jun­gen Men­schen im Super­markt zur Mit­tags­zeit. Das erschreckt mich. Da ste­hen lange Schlan­gen an der Kasse und jeder hat ein Plas­tik­ge­tränk und ein Plas­tik­ge­richt in der Hand. Und das machen sie jeden Tag. So lang­wei­lige Dinge wie Pla­nung, Vor­rats­hal­tung, Kochen, Hin­set­zen, gemein­sam Essen zu fes­ten Zei­ten, ken­nen sie ver­mut­lich nicht. Das ist sehr schade, denn es gäbe Halt und för­dert mei­ner Mei­nung nach auch das Miteinander.

4. Was war die schönste Erfah­rung mit dei­nem Blog?

Doro­thée: Vor kur­zem hatte mein Blog den zwei­ten Jah­res­tag. Zu die­sem Anlass konnte ich einen tol­len Blog-Event durch­füh­ren. Zuerst war ich total über­rascht, dass sich so viele Freunde und nette Kon­takte mit gestif­te­ten Prei­sen betei­ligt haben, und dann hat mich die Viel­zahl der oft sehr per­sön­li­chen und lie­be­vol­len Teilnahme-Beiträge total umgehauen.

5. Wel­che drei Web­sei­ten zum Thema Essen kannst du empfehlen?

Doro­thée: Drei Food­blogs zu emp­feh­len, ist unmög­lich für mich. Des­halb möchte ich auf die tolle Samm­lung der deutsch­spra­chi­gen Food­blogs bei Köst­lich und Kon­sor­ten hinweisen. Viele inter­es­sante Infor­ma­tio­nen finde ich regel­mä­ßig bei Slow Food.

Mehr über Doro­thée und ihr Food­blog steht auf bushcooks-kitchen.blogspot.de.

Schmausepost vom 10. Mai

Schman­kerl der Woche

Unhalt­ba­rer Unsinn: Der Name ist ebenso lang wie ein­schüch­ternd — Min­dest­halt­bar­keits­da­tum. Ist es abge­lau­fen, wan­dern Lebens­mit­tel oft in den Müll. Doch wie lange sind Salat, Fleisch, Joghurt und Co. wirk­lich ess­bar? Eine Schwei­zer Zei­tung hat den Test gemacht — und Erstaun­li­ches fest­ge­stellt. Zum Bericht gibt’s Videos und eine prima Info­gra­fik.
20 Minu­ten

Zahl der Woche

24 Län­der hat der Foto­graf Peter Men­zel für sein Buch „Hungry Pla­net“ besucht und Durch­schnitts­fa­mi­lien gefragt, was bei ihnen in einer Woche auf den Tisch kommt — und wie viel sie dafür bezah­len. Eine Bil­der­ga­le­rie beim Guar­dian gibt einen Über­blick —  von Sudan bis Deutsch­land.
Guar­dian

Nach­rich­ten

Zwangs­im­port: Die gute Nach­richt: Bio-Lebensmittel boo­men — im Schnitt gibt jeder Deut­sche 73 Euro pro Jahr dafür aus. Die schlechte Nach­richt: Deut­sche Bau­ern pro­fi­tie­ren davon nur bedingt. So wird ein Groß­teil vie­ler Bio-Produkte impor­tiert, obwohl der Anbau hier­zu­lande mög­lich wäre.
Spiegel-OnlineTages­schau

Streit gesät: Der Streit um die Neu­re­ge­lung der Saat­gut­ver­ord­nung durch die EU geht in eine neue Runde. Nach­dem der zustän­dige Kom­mis­sar einen Ent­wurf vor­ge­legt hat, fürch­ten Bio­land­wirte und Hob­by­gärt­ner, dass sie gegen­über Kon­zer­nen wie Mons­anto benach­tei­ligt wer­den.
tazSüd­deut­scheNaturkost.de (Kri­tik)Kar­tof­fel­kom­bi­nat (Kri­tik)Save Our Seeds (Petition)

McLeh­rer: Wer­bung in Schu­len ist ver­bo­ten. Eigent­lich. Doch etli­che Kon­zerne umge­hen die Rege­lung, indem sie Unter­richts­ma­te­rial zur Ver­fü­gung stel­len oder Sport­ver­an­stal­tun­gen unter­stüt­zen. Das pran­gert die Orga­ni­sa­tion Food­watch an, die der­zeit über die dreis­teste Wer­be­ma­sche für Kin­der­pro­dukte abstim­men lässt.
Spiegel-Online (Schul­wer­bung)Food­watch (Gol­de­ner Windbeutel)

Hung­rige Händ­ler: „Spe­ku­lan­ten des Todes“: So wer­den oft­mals Fonds gebrand­markt, die mit Agrar­roh­stof­fen spe­ku­lie­ren. Doch laut einer neuen Stu­die kön­nen sie nicht für Hun­ger­kri­sen ver­ant­wort­lich gemacht wer­den, so die Auto­ren in einem Gast­bei­trag in der SZ. Der­weil übt die Hilfs­or­ga­ni­sa­tion Oxfam wei­ter Kri­tik.
Süd­deut­scheWelt (Oxfam)

Lese­ge­schich­ten

Krabbeltier-Kost: Knusp­rige Gril­len zu Gän­se­le­ber oder gerös­te­tes Wür­mer­mehl an Kabel­jau: Ein fran­zö­si­scher Ster­ne­koch hat jah­re­lang Rezepte kre­iert und nach Lie­fe­ran­ten gesucht. Nun kom­men die Insek­ten­me­nüs auf die Karte sei­nes Restau­rants — obwohl er damit den Ver­lust des Michelin-Sterns ris­kiert.
Spiegel-Online

Spargel-Spitze: Gerade wenn man denkt, nun wirk­lich alles über Spar­gel gese­hen und gele­sen zu haben, stellt die NZZ den mit dem Abstand bes­ten Rund­um­schlag zu dem Thema ins Netz. In Text, Fil­men und Kar­ten gibt es aller­lei Wis­sens­wer­tes rund um das Gemüse — inklu­sive einer Video-Kochanleitung.
Neue Zür­cher Zeitung

Brot-Blogger: Es gibt Wein­con­nais­seure, Käse­gour­mets und Gewürz­fe­ti­schis­ten. Aber Brot? Lutz Geiß­ler hat vor fünf Jah­ren sein ers­tes Brot geba­cken und war sofort ange­fixt. Sein Plötz­blog war „Blog der Woche“ in der Schmau­s­epost; nun wid­met sich der Tages­spie­gel dem Blog­ger in einem unter­halt­sa­men Por­trät.
Tages­spie­gelPlötz­blogSchmau­s­epost (Plötzblog)

Lebensmittel-Lügen: Von Schummel-Smoothies über Gummi-Camembert bis zu Aro­men und Farb­stof­fen: Autor Jörg Zipprick nimmt sich im Inter­view die Tricks der Kon­zerne vor. Sein Appell: Gehen Sie zu Bäcker, Metz­ger und Co. Ohne kuli­na­ri­sche Hand­wer­ker bliebe uns nur noch das Industrie-Essen.
TLZ.de

Blog­schau

Alles düs­ter: Die Food­figh­ters sind eine Gruppe von Koch­pro­fis, die gegen Essens­ver­schwen­dung und für einen nach­hal­ti­gen Umgang mit Res­sour­cen kämp­fen. Einer von ihnen ist Michael Schie­fer­stein. Im Inter­view zeich­net er ein düs­te­res Bild von der heu­ti­gen Lebens­mit­tel­pro­duk­tion — und gibt Tipps, was jeder Ein­zelne tun kann.
nach­hal­tigle­ben (Teil 1)nach­hal­tigle­ben (Teil 2)

Alles ver­ges­sen: Pfer­de­fleisch in der Lasa­gne — war da was? Vier Monate nach dem Skan­dal hat der Super­markt­blog bei den Lebens­mit­tel­ket­ten nach­ge­fragt, was seit­dem pas­siert ist. Zudem wirft der Bericht einen Blick auf die Ver­brau­cher: Hat sich ihr Ein­kaufs­ver­hal­ten ver­än­dert?
Super­markt­blog

Alles anders: Das Noma in Kopen­ha­gen hat unlängst den Titel als „Bes­tes Restau­rant der Welt“ ver­lo­ren — aber nicht sei­nen legen­dä­ren Ruf. Peter von „Aus mei­nem Koch­topf“ lie­fert ein Por­trät des etwas ande­ren Lokals und stellt zudem das Buch von Noma-Chefkoch René Red­zepi vor.
Aus mei­nem Kochtopf

Alles erklärt: Um Gril­len, Kochen und Fleisch geht es im Youtube-Kanal „Dis­tur­bed Coo­king“ von Sven Rim­mel­spa­cher. Nun ist ein Video des Karls­ru­hers für den Web­vi­deo­preis nomi­niert wor­den. Darin zeigt er, wie man ein 1,2 Kilo schwe­res Port­er­house Steak würzt, grillt und gart.
Web­vi­deo­preisDis­tur­bed Cooking

Buch der Woche

Ret­te­rin des Geschmacks: „Zukunfts­menü“ heißt das neue Buch von Sarah Wie­ner. Darin nimmt sich die Star-Köchin keine Rezepte vor, son­dern plä­diert für einen neuen Umgang mit unse­rer Nah­rung. Mela­nie und Sönke vom Vollwert-Blog haben sich das Werk ange­se­hen und eine lesens­werte Kri­tik ver­fasst.
Vollwert-Blog

App der Woche

Spar­gel: Der schlichte Name „Spar­gel“ dürfe nicht dar­über hin­weg­täu­schen, dass dahin­ter eine der bes­se­ren Apps zum Thema Spar­gel ste­cke, urteilt Nicki in ihrer Rezen­sion für Guten APPe­tit. Die kos­ten­lose iPhone– App bie­tet nicht nur eine kleine Samm­lung von Rezep­ten, son­dern auch viel Wis­sens­wer­tes rund um das Gemüse.
Guten APPe­tit

Blog der Woche

Der Mut ande­rer: Von Hirn bis Hoden, von Schwei­ne­füße bis Schafs­ma­gen: Petra von „Der Mut ande­rer“ schreckt vor kaum einem Gericht zurück — und doku­men­tiert die kuli­na­ri­schen Aben­teuer in ihrem Food­blog. Woher ihre Vor­liebe für Inne­reien kommt, und was es mit dem Namen der Web­seite auf sich hat — das ver­rät Petra im Inter­view mit der Schmau­s­epost.
Schmau­s­epost (Por­trät & Inter­view)Der Mut anderer

Rezepte der Woche

Lasa­gne mit Lachs und Spar­gel: Auch wenn wir in den letz­ten Wochen gefühlt mehr Spar­gel­re­zepte gele­sen haben als Uli Hoeneß in sei­nem Leben Würste ver­drückt hat — an die­ser Krea­tion des Schwei­zer Blogs Trüf­fel­schwein kom­men wir nicht vor­bei: Spar­gel­la­sa­gne mit Lachs — ein opti­scher und gusta­to­ri­scher Hoch­ge­nuss.
Trüf­fel­schwein

Kai­ser­schmarrn (vege­ta­risch): Über die Her­kunft des Begriffs Kai­ser­schmarrn ran­ken sich zahl­lose Legen­den — mal ist die figur­be­wusste Sissi der Namens­ge­ber, mal ein miss­glück­ter Pala­tschin­ken. Drei popu­läre Anek­do­ten hat Toni von „Because You Are Hungry“ aus­ge­gra­ben, und lie­fert zudem ein Rezept für den öster­rei­chi­schen Klas­si­ker.
Because You Are Hungry

Nach­schlag

Fruch­ti­ges Rät­sel­ra­ten Tama­rillo oder Tama­r­inde? Und wie sieht noch ein­mal eine Guave aus? Beim Video-Quiz des Süd­deut­schen geht es um exo­ti­sche Früchte. Hier kön­nen Nut­zer ihr Obst­wis­sen unter Beweis stel­len.
Süd­deut­sche