Kategorie-Archiv: Foodblogs

Schmausepost vom 21. Juni

Schman­kerl der Woche

Klops statt „Bear­lee­ner“: Deutsch­land erliegt der Oba­ma­nia — auch kuli­na­risch. So ver­rät Ster­ne­koch Tim Raue, was er für den US-Präsidenten bei des­sen Berlin-Besuch gekocht hat: unter ande­rem Spar­gel, Kabel­jau und Königs­ber­ger Klopse. Und der Münch­ner Mer­kur blickt zurück auf die Menüs, die Oba­mas Vor­gän­gern bei ihren Deutsch­land­vi­si­ten ser­viert wur­den.
Ber­li­ner Mor­gen­post (Tim Raues Obama-Menü — mit allen Rezep­ten)Münch­ner Merkur/dpa

Zahl der Woche

1.000 Lebens­mit­tel mit­samt ihrer Nähr­wer­t­in­for­ma­tio­nen hat Google neu in seine Daten­ban­ken auf­ge­nom­men. Sucht man auf google.com (bis­her nur Eng­lisch) bei­spiels­weise nach „banana“ oder „cup­cake“, spuckt die Such­ma­schine sofort eine Liste mit „Nut­ri­tion Facts“ aus — von Kalo­rien über Fett bis zu Vit­ami­nen.
mobilegeeks.deGoogle Blog

Nach­rich­ten

Fal­scher Rat­ge­ber: Was darf mein Baby essen? Wel­che Diät hilft wirk­lich? Bei sol­chen Fra­gen infor­mie­ren sich viele Men­schen im Inter­net — nicht sel­ten bei Ernäh­rung­spor­ta­len. Doch diese sind oft nicht objek­tiv und unab­hän­gig, mahnt nun die Ver­brau­cher­zen­trale. Viel­mehr ste­cken in vie­len Fäl­len Werbe– oder Ver­kauf­s­in­ter­es­sen von Lebens­mit­tel­kon­zer­nen dahin­ter.
Ver­brau­cher­zen­traleSpie­gelFocus

Düs­tere Aus­sich­ten: US-Wissenschaftler schla­gen Alarm: Die glo­ba­len Ern­te­er­träge stei­gen zu lang­sam für die wach­sende Welt­be­völ­ke­rung. Dazu werde der Kli­ma­wan­del die Lage dras­tisch ver­schär­fen, pro­phe­zeit die Welt­bank. Betrof­fen seien in ers­ter Linie Län­der in Afrika und Süd­ost­asien.
Welt (Ernte)Spie­gel (Klimawandel)

Täto­wierte Oran­gen: Droht den Kle­bee­ti­ket­ten auf Obst und Gemüse das Aus? Laut einer neuen EU-Verordnung dür­fen die Sti­cker zumin­dest bei Zitrus­früch­ten, Melo­nen und Gra­na­täp­feln ab dem 23. Juni durch Laser-Tattoos ersetzt wer­den. Die Tech­no­lo­gie könnte den Her­stel­lern zudem neue Wer­be­for­men ermög­li­chen.
Kronebbc (Eng­lisch) 

Tie­ri­sches Dau­er­do­ping: Die Ver­gabe von Anti­bio­tika in der Hüh­ner– und Schwei­ne­mast ist nicht die Aus­nahme, son­dern die Regel. Laut einer neuen Unter­su­chung bekom­men 83 Pro­zent aller Hüh­ner und 76 Pro­zent der Schweine Anti­bio­tika ver­ab­reicht. Dem­nach erhal­ten Mast­hüh­ner durch­schnitt­lich ein Vier­tel ihres Lebens Anti­bio­tika.
Ökotest

Lese­ge­schich­ten

Genuss mit Sti(e)l: Pünkt­lich zur ers­ten Hit­ze­welle kürt der Ver­band der ita­lie­ni­schen Eis­her­stel­ler in Deutsch­land sein Eis des Jah­res: Zitrone mit Basi­li­kum. n-tv stellt in einem Video wei­tere aus­ge­fal­lene Sor­ten vor. Und der SWR blickt in einer lie­be­voll gemach­ten und infor­ma­ti­ven Bil­der­ga­le­rie auf 90 Jahre Eis am Stiel zurück.
Augs­bur­ger Allgemeine/dpa (Eis des Jah­res)n-tv (Video)SWR (Eis am Stiel)

Weichei am Grill: Wo sind nur die Kohle-Feuer-Fleisch-Kerle hin?, fragt Kolum­nis­tin Silke Bur­mes­ter bei Spie­gel Online. Statt­des­sen beob­achte sie immer mehr „Weich­gril­ler“, die sich eine Schürze umbin­den, Grill­bü­cher stu­die­ren und mit Echt­haar­pin­sel die Mari­nade auf­strei­chen. Kaum gefal­len dürf­ten Bur­mes­ter da die Ant­wor­ten des Vize-Grillweltmeisters im SZ-Interview.
Spie­gel (Burmester-Kolumne)Süd­deut­sche (Inter­view mit Grillmeister)

Bio im Test: Wie gut ist Billig-Bio? Die FAZ macht den Test und kauft beim Dis­coun­ter elf Lebens­mit­tel — jeweils ein­mal kon­ven­tio­nell und ein­mal bio. Danach nimmt sich Ster­ne­koch Chris­toph Rai­ner die Pro­dukte vor. Sein Fazit: Bio heißt nicht auto­ma­tisch bes­ser.
FAZ (Bericht)FAZ (Bil­der­ga­le­rie der Produkte)

Zeit­geist in Bil­dern: „Ich helf dir kochen“ hieß 1955 das erste Koch­buch von Hed­wig Maria Stu­ber mit Rezep­ten für Hirn und Euter. Der­lei Gerichte sucht man heute — 3,5 Mil­lio­nen ver­kaufte Exem­plare spä­ter — in der 43. Auf­lage ver­ge­bens. Denn die 89-Jährige hat ihr Werk kon­ti­nu­ier­lich über­ar­bei­tet, sodass die ver­schie­de­nen Aus­ga­ben zugleich die Ent­wick­lung der deut­schen Geschmacks­mo­den nach­zeich­nen.
Spie­gel Online

Blog­schau

Jen­seits des Com­pu­ters: Ihre Ess­lei­den­schaft nicht nur am Com­pu­ter, son­dern auch am Ess­tisch mit ande­ren tei­len: Das wol­len zwei Food­blog­ger, die dazu neue Aktio­nen ins Leben rufen. Beim „Secret Din­ner Club“ lädt Anna von „Anna packt’s an“ Fremde, Freunde und Bekannte ein und bekocht sie. Ste­fa­nie von „Genuss Sucht“ sucht hin­ge­gen fremde Gast­ge­ber, mit denen sie gemein­sam kocht.
Anna packt’s anGenuss sucht

Jen­seits der Grenze: Susi von Prost­mahl­zeit hat beim koch­topf einen Blog-Event aus­ge­ru­fen — und die Reso­nanz ist über­wäl­ti­gend. Denn zum Thema „Öster­reich kuli­na­risch“ scheint jeder Food­blog­ger sein eige­nes Lieb­lings­re­zept zu haben. Mit dabei sind u.a. Blun­zen­gröstl, Fritat­ten­suppe, Sacher-Mousse, Germknö­del, Buch­teln, über­ba­ckene Para­dei­ser und vie­les mehr.
koch­topf (Auf­ruf), Prost­mahl­zeit (Auf­ruf)Män­ner unter sich (Blun­zen­gröstl)Katha kocht (Fritat­ten­suppe)S-Küche (Sacher-Mousse)Himm­li­sche Süßigk. (Germknö­del)Pim­pi­mella (Buch­teln)Bon­jour Alsace (Para­dei­ser)koch­topf (Zusam­men­fas­sung)

Jen­seits des Met­ti­gels: Was haben George W. Bush, der FC Bay­ern und Mett gemein­sam? Rich­tig, an allen spal­ten sich die Gemü­ter. Für Mett-Liebhaber hat Mel von Gour­met Gue­rilla nun einen Tipp: das Museum of modern Mett. Dort zei­gen Künst­ler wie Mett Gyver oder Cap­tain Mett­tal flei­schige Kunst­werke jen­seits des schnö­den Met­ti­gels.
Gour­met Gue­rillaMuseum of modern Mett

Jen­seits des Food­blogs: Die Stutt­gar­ter Zei­tung stat­tet Food­blog­gern aus ihrer Region einen Besuch ab. Mit dabei sind Chef Han­sen, Flowers on my Plate, Stutt­gart Coo­king und Coco­nut & Vanilla. In sehr per­sön­li­chen Geschich­ten wird erzählt, wie das Quar­tett zum Kochen gekom­men ist — und warum es dar­über im Web berich­tet.
Stutt­gar­ter Zei­tungChef Han­senFlowers on my PlateStutt­gart Coo­kingCoco­nut & Vanilla

Buch der Woche

Koch­buch von Land und Meer: Liebe auf den zwei­ten Blick ist für Wolf­gang von kaquu „Das Koch­buch von Land und Meer“ von Ster­ne­koch Johan­nes King gewe­sen. Erst nach und nach habe er das Werk für sich ent­deckt, schreibt er in sei­ner Rezen­sion, „und inzwi­schen bin ich begeis­tert“. Beson­ders ange­tan haben es ihm das Kanin­chen­ra­gout mit schwar­zen Cham­pi­gnons und ein Apfel­des­sert.
kaquus Haus­manns­kost

App der Woche

Vege­ta­risch für Anfän­ger: 50 vege­ta­ri­sche und vegane Rezepte beinhal­tet die App „Vege­ta­risch für Anfän­ger“ (iPhone, 1,79 Euro) — von Sala­ten über Pizza und Pasta bis hin „Brot mit was drauf“. Jana lobt in ihrer Rezen­sion bei Guten APPe­tit die All­tags­taug­lich­keit der Gerichte, das Design und die Extras wie eine Ein­kaufs­liste und die Ein­la­de­funk­tion.
Guten APPe­tit

Blog der Woche

Grain de Sel — Salz­korn: In fast schon inves­ti­ga­ti­ver Manier spürt die Schmau­s­epost dem Blog „Grain de Sel — Salz­korn“ nach. Denn dort fin­det man in der Rubrik „Über mich“ kei­ner­lei Anga­ben zum Autor — durch­aus unge­wöhn­lich für einen Food­blog. Warum das so ist, erklärt die Wahl­fran­zö­sin Michaela im Inter­view. Außer­dem blickt sie auf zwei Jahre Blog­gen mit fast 500 Bei­trä­gen zurück.
Schmau­s­epost (Por­trät & Inter­view)Grain de Sel — Salzkorn

Rezepte der Woche

Knusp­ri­ger Schwei­ne­bauch mit Mais und Erd­nus­screme: 508 Rezepte und Bei­träge hat Peter auf „Aus mei­nem Koch­topf“ ver­öf­fent­licht, und kein ein­zi­ges Mal stößt man dabei auf eine Zutat: Mais. Bis jetzt. Denn im Koch­buch eines Nürn­ber­ger Ster­ne­kochs ent­deckt er end­lich ein Gericht mit Mais, das ihm schmeckt: Knusp­ri­ger Schwei­ne­bauch mit Mai­spü­ree, Erd­nus­screme und Zitro­nen­ge­lee. Klingt auf­wän­dig — ist es aber nicht.
Aus mei­nem Kochtopf

Gur­ken­sa­lat & Erd­beer­sor­bet (vege­ta­risch): Zwei kin­der­leichte Rezepte für heiße Tage gibt es bei Genial-Lecker und der Salat­werk­statt — wobei das „kin­der­leicht“ wört­lich zu neh­men ist. Denn Rike berei­tet das Erd­beer­sor­bet (ohne Eis­ma­schine) mit ihren Töch­tern zu, und Marek beweist mit­tels einer net­ten Audios­li­de­show, dass Jonna (5) und Hedda (3) den Gur­ken­sa­lat mit Minze im Allein­gang zube­rei­ten.
Salat­werk­statt (Gur­ken­sa­lat mit Minze)Genial-Lecker (Erd­beer­sor­bet ohne Eismaschine)

Nach­schlag

Alles Wurst Pas­send zum Obama-Besuch inter­viewt die taz den Poli­to­lo­gen Con­stan­tin Alex­an­der. Er sam­melt Bil­der von Poli­ti­kern, die gerade eine Brat­wurst essen. Denn: „Von nahezu jedem deut­schen Volks­po­li­ti­ker gibt es ein Bild, wie er in eine Brat­wurst beißt.“ Nicht feh­len darf da natür­lich die zuge­hö­rige Bil­der­ga­le­rie.
taz (Inter­view)taz (Bil­der­ga­le­rie)

Blog der Woche: Grain de Sel — Salzkorn

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Ein Blick in die Küche von Michaela bei „Grain de Sel — Salzkorn“.

Aus­ge­rech­net die Rubrik, die Food­blog­ger für gewöhn­lich als Aller­ers­tes aus­fül­len, ist bei „Grain de Sel — Salz­korn“ noch weit­ge­hend ver­waist: Klickt der Besu­cher auf die Seite Über mich, emp­fängt ihn ein Bild von Michae­las Küche und sonst — nichts. Oder genauer gesagt: das Satz­frag­ment „… ist noch Baustelle…“

Dabei ist der Blog selbst alles andere als eine Bau­stelle: Seit fast genau zwei Jah­ren schreibt Michaela dort über die Aben­teuer in ihrer Küche. Anstoß war ihr Umzug nach Frank­reich. „In der Stadt lebend, habe ich bild­haue­risch gear­bei­tet — zuerst am Badi­schen Staats­thea­ter als Thea­ter­plas­ti­ke­rin, dann als Stu­den­tin der Aka­de­mie“, erzählt Michaela im Inter­view mit der Schmau­s­epost. „Bis die Liebe kam und mich nach Frank­reich in die wirk­lich wun­der­schöne Drôme ent­führte. Und tout un coup war die Natur stär­ker als die Kultur.“

Denn im Süd­os­ten von Frank­reich erwar­tete sie ein gro­ßer Gar­ten und eine statt­li­che Küche — „beides wurde zu mei­nem neuen Spiel­platz“, sagt Michaela. „Es hört nicht auf, mir Freude zu berei­ten. Kochen ist sinn­lich, Essen ist sinn­lich, alles geht wie frü­her in der Bild­haue­rei durch die Hände, aber nun genießt man am Tisch das Hier und Jetzt zu zweit. Und es riecht und duf­tet und schmeckt.“

Erst die­ser Tage hat Michaela den zwei­ten Geburts­tag ihres Food­blogs gefei­ert — und dabei eine beein­dru­ckende Bilanz gezo­gen: Fast 500 Gerichte habe sie in der Zeit vor­ge­stellt. Ihr Ziel: „euch Frank­reich ein wenig näher zu brin­gen — vor allem die male­ri­sche Drôme — und wie schön es ist, aus eige­nem Gar­ten  zu kochen.“ Auf die Kos­ten kom­men dabei laut den Tags ihrer Ein­träge allen voran  Vege­ta­rierEigen­bröt­ler, Pasta-ManiacsSalatstup­fer und Süß­schnä­bel sowie Toma­ten­lieb­ha­ber und Wert­schät­zer für Zie­gen­frisch­käse. Unter den Arti­keln mit den größ­ten Zugriffs­zah­len befin­den sich unter ande­rem ein Avocado-Pfirsich-Salat, kara­mel­li­sier­tes Ofen-Apfelmus und das schwä­bi­sche Kar­tof­fel­brot.

Ich bin der tie­fen Über­zeu­gung, dass man sich das Leben schö­ner kochen kann – und wenn es nur ein win­zig biss­chen ist: ca suf­fit“, sagt Michaela, die im Som­mer auch rustikal-romantische Feri­en­woh­nun­gen ver­mie­tet. „Da Essen exis­ten­ti­ell ist, darf man sich dar­über ruhig einen Gedan­ken mehr machen – aber diese Auf­gabe hat jeder für sich selbst.“

Bleibt eigent­lich nur eine Frage: Was ist denn nun mit der Rubrik Über mich? „Der Text ist bereits geschrie­ben, aber ich werde und werde mir dar­über nicht schlüs­sig, ob ich tat­säch­lich ein Bild von mir dazu­stel­len möchte“, erklärt Michaela. „Will ich das Phan­ta­sie­bild, das sich Leser gemacht haben, wirk­lich von der Rea­li­tät ablö­sen las­sen? Man denke an die Ver­fil­mung eines mei­ner Lieb­lings­bü­cher Die Unend­li­che Geschichte.  Mein And­reu sah ganz anders aus, völ­lig. Hey, oder das Pferd von And­reu,  geschweige denn das Mon­den­kind… Die Ver­fil­mung war ein Phantasie-Massaker. Na, ich brüte noch etwas darüber…“

INTERVIEW: 5 Fra­gen an… Michaela von „Grain de Sel — Salzkorn“ 

1. Was ist dein per­sön­li­ches Lieb­lings­ge­richt in dei­nem Blog?

Michaela: Beim Essen liebe ich die Viel­falt und die Abwechs­lung: Brot, Pasta, Gemüse…. à la „Wenn ich jetzt grad hier Treue schwöre, wird wie­der ein and­res ganz unglück­lich sein.“

2. Wel­che Rolle spielt Essen in dei­nem Leben?

Michaela: Essen ist existentiell.

3. Wor­auf soll­ten mehr Men­schen beim Essen achten?

Michaela: Dass sie beim Essen im Hier und Jetzt sind, ihre Sinne ein­schal­ten und sich dazu an einen Tisch set­zen – gerne in Gesell­schaft. Dann würde sich vie­les von selbst in eine gute Rich­tung bewegen…

4. Was war die schönste Erfah­rung mit dei­nem Blog?

Michaela: Da ich mit mei­nem Blog zum Kochen anspit­zen will, ist das schönste Feed­back, wenn jemand nach­ge­kocht oder nach­ge­ba­cken hat. Beson­ders freu­dig fand ich zuletzt den Aus­tausch mit Gün­ther Weber, des­sen Buch „Gut Brot will Weile haben“ ich rezen­siert habe. Ich fand/ finde es aber auch sehr span­nend, über den Blog Men­schen im „ech­ten Leben“ kennenzulernen.

5. Wel­che drei Web­sei­ten zum Thema Essen kannst du empfehlen?

Michaela: Petra von Chili und Cia­batta und Robert von Lamia­cu­cina sind für mich Säu­len­fi­gu­ren – ohne diese bei­den kann ich mir die deutsch­spra­chige Food­blog­szene nicht vorstellen. Christina von New Kitch on the Blog und Alex von foto e for­nelli finde ich total sym­pa­thisch, und die bei­den machen mir schlicht immer Appe­tit. Und von Valen­ti­nas Koch­buch lasse ich mich gerne inspi­rie­ren. Oder vom Profi Ralf von Only Food oder oder… Es gibt so viele deutsch­spra­chige und anre­gende Food­blogs, daher ist mein Blo­groll auch mit einer drei­stel­li­gen Liste bestückt. Prinzipiell habe ich einen Hang zu Food­blogs, in denen der Tel­ler wich­ti­ger als die Ser­vi­ette ist, also die Rezepte mehr Gewicht haben als die Deko.

Mehr über Michaela und ihr Food­blog „Grain de Sel — Salz­korn“ steht auf www.salzkorn.blogspot.de.

Blog der Woche: Chili und Ciabatta

Chili und Ciabatta

Ein Urge­stein der deut­schen Food­blo­go­sphäre: Chili und Ciabatta

Petra Holz­ap­fel ist die Mut­ter der deut­schen Food­blo­go­sphäre — und das in dop­pel­ter Hin­sicht. Denn zum einen ist sie Vor­bild gewe­sen für ihre Toch­ter Kathi, die seit 2006 das Food­blog Koch­frosch betreibt. Und zum ande­ren dürfte Petra noch zig wei­tere Essens­lieb­ha­ber dazu ermun­tert haben, ihre Rezepte über das Inter­net zu tei­len. Denn ihr Blog Chili & Cia­batta war eines der ers­ten deutsch­spra­chi­gen Food­blogs über­haupt. Der erste Ein­trag im April 2004 lautete:

Durch Zufall bin ich letzte Woche auf einen wirk­lich inter­es­san­ten Food-Blog gesto­ßen - Il Forno. Von da aus dann immer mehr Blogs gele­sen und immer mehr und neue Anre­gun­gen erhal­ten, fas­zi­nie­rend. Nun pro­bier ich das selbst auch mal :-)

Als ers­tes Rezept folgte kurz dar­auf eine scharf-saure Gemüse-Nudelsuppe — und doch waren diese anfäng­li­chen Geh­ver­su­che weder Petras erste Erfah­run­gen in Sachen Kochen noch in Sachen Inter­net. Denn bereits im Jahr 1996 las die Nie­der­baye­rin in einem Buch über die Exis­tenz von News­grup­pen, und bald stand für sie fest: „Ein Modem musste her.“ Mit ihm erkun­dete sie die Wei­ten der digi­ta­len Welt, nahm an Dis­kus­si­ons­run­den teil und tauschte Rezepte aus, denn Kochen und Essen sind seit jeher Petras große Lei­den­schaft. „Alles, was mit gutem Essen und Trin­ken zu tun hat, fas­zi­niert mich“, sagt sie im Inter­view mit der Schmau­s­epost. „Kochen, Backen, das Stö­bern in Koch­bü­chern, die Küchen­kul­tur frem­der Län­der, fei­nes Essen in net­ter Gesell­schaft, gute Restaurants.“

Zwi­schen 1997 und 2004 stellt Petra für den Gar­ten­bau­ver­ein ihrer Hei­mat­ge­meinde Gei­ers­thal jeden Monat ein neues Menü zusam­men — noch heute kann man diese beein­dru­ckende Rezep­te­samm­lung in ihrem Archiv durch­stö­bern. Ab 2004 ver­la­gert Petra ihre Küchen­ex­pe­ri­mente dann auf das Blog Chili und Cia­batta. „Der Name des Blogs ver­rät zwei mei­ner Vor­lie­ben: schar­fes Essen und gutes Brot“, ver­rät sie und betont: „Das gesamte Brot im Hause Chili und Cia­batta kommt aus dem eige­nen Backofen.“

Dar­über hin­aus pro­biert sich die stu­dierte Lebens­mit­tel­che­mi­ke­rin an Rezep­ten aus aller Her­ren Län­der, wobei die pas­sen­den Zuta­ten in der nie­der­baye­ri­schen Pro­vinz nicht immer ganz ein­fach zu fin­den seien, sagt Petra, die auf zwei Dinge beson­de­ren Wert legt: „Wich­tig ist mir, dass die Rezepte im Blog gelingsi­cher sind und aus­führ­lich beschrie­ben werden.“

Und so will Petra auch noch die kom­men­den Jahre flei­ßig wei­ter blog­gen — ganz im Gegen­satz zu ihrer Inspi­ra­ti­ons­quelle. Denn jener Food­blog Il Forno, der sie damals zu Chili und Cia­batta inspi­riert hat, bewies deut­lich weni­ger Durch­hal­te­ver­mö­gen: Der letzte Ein­trag der Seite stammt vom 8. Okto­ber 2006.

INTERVIEW: 5 Fra­gen an… Petra von Chili und Ciabatta

1. Was ist dein per­sön­li­ches Lieb­lings­ge­richt in deinem Blog?

Petra: Ein Lieb­lings­ge­richt aus dem Blog kann ich beim bes­ten Wil­len nicht benen­nen — das schwankt je nach Jah­res­zeit, Lust und Laune.

2. Wel­che Rolle spielt Essen in deinem Leben?

Petra: Essen hat schon immer eine wich­tige Rolle in mei­nem Leben gespielt. Meine Eltern haben gerne gut geges­sen, schon als Kin­der haben wir auch so Exo­ti­sches wie Schne­cken oder See­spinne vor­ge­setzt bekom­men. Die Liebe zu Nah­rungs­mit­teln hat mich übri­gens auch bei der Berufs­wahl beein­flusst: Ich habe Lebens­mit­tel­che­mie studiert.

3. Wor­auf soll­ten mehr Men­schen beim Essen achten?

Petra: Ich würde mich freuen, wenn die Leute beim Ein­kauf wie­der auf qua­li­ta­tiv gute Grund­nah­rungs­mit­tel set­zen und die gan­zen Fer­tig– und Halb­fer­tig­pro­dukte links lie­gen las­sen. Fürs Kochen und Essen sollte man sich Zeit neh­men, es mit allen Sin­nen genießen.

4. Was war die schönste Erfah­rung mit deinem Blog?

Petra: Ich freue mich über jeden Kom­men­tar, beson­ders natür­lich über Erfolgs­mel­dun­gen zu nach­ge­koch­ten Gerich­ten. Kürz­lich hat mir eine Blog­le­se­rin als Dank ein lie­be­voll zusam­men­ge­stell­tes Paket mit lau­ter beson­de­ren Zuta­ten geschickt, das war natür­lich eine ganz beson­dere Beloh­nung! Dar­un­ter waren auch korea­ni­sche Zuta­ten, was gleich Anlass gab, etwas Korea­ni­sches zu kochen.  Beson­ders nett finde ich aber auch, dass ich durchs Blog­gen eine ganze Reihe Leute per­sön­lich ken­nen­ler­nen durfte, dar­aus sind echte Freund­schaf­ten entstanden.

5. Wel­che drei Web­sei­ten zum Thema Essen kannst du empfehlen?

Petra: Inzwi­schen ist die Anzahl der Food­blogs fast unüber­schau­bar groß gewor­den, um hier auf dem Lau­fen­den sein, müsste man den gan­zen Tag lesend am PC ver­brin­gen. Ein Blick in die Food­blog­liste unter Köst­lich und Kon­sor­ten lohnt sich aber immer!

Her­aus­grei­fen möchte ich den­noch zwei Blogs:

Mehr über Petra und ihren Food­blog steht bei Chili & Cia­batta.

Blog der Woche: Vollwert-Blog

Vollwert-Blog

Unse­ren Blog zu star­ten, war eine unse­rer bes­ten Ent­schei­dun­gen“, sagen Mela­nie und Sönke.

Wie wert­voll ist Voll­wert? Diese Frage ist unter Ernäh­rungs­ex­per­ten umstrit­ten. Unum­strit­ten sind hin­ge­gen die erfreu­li­chen Aus­wir­kun­gen, die die Umstel­lung auf eine voll­wer­tige Ernäh­rung im Fall von Mela­nie und Sönke hatte — auch wenn ihr eine lange Lei­dens­ge­schichte vorausging.

So kämpfte Mela­nie seit ihrer Kind­heit mit Gelenk­schmer­zen; Sönke litt bereits als Baby an Neu­ro­der­mi­tis, ehe sich auch noch Heu­schnup­fen und All­er­gien dazu­ge­sell­ten. „Lange Zeit kamen wir nicht auf die Idee, unsere gesund­heit­li­chen Beschwer­den mit unse­rer Ernäh­rung in Ver­bin­dung zu brin­gen“, schrei­ben die bei­den in ihrem Vollwert-Blog. „Erst nach und nach began­nen wir zu erah­nen, wie groß der Zusam­men­hang zwi­schen weit­ver­brei­te­ten Erkran­kun­gen und gän­gi­ger Ernäh­rung tat­säch­lich ist.“

Stein des Ansto­ßes waren dabei die Über­le­gun­gen des Arz­tes Dr. Max Otto Bru­ker (1909–2001), der zahl­rei­che ernäh­rungs­be­dingte Zivi­li­sa­ti­ons­krank­hei­ten wie All­er­gien, Dia­be­tes, Herz­in­farkte und Schlag­an­fälle auf Vital­stoff­man­gel zurück­führte. Und für die­sen machte er wie­derum die heute gän­gi­gen indus­tri­ell hoch­ver­ar­bei­te­ten Nah­rungs­mit­tel verantwortlich.

In einem ers­ten Schritt hiel­ten sich Mela­nie und Sönke fortan an die vier gol­de­nen Bruker-Regeln:

  • kei­nen Fabrikzucker
  • kein Aus­zugs­mehl
  • keine raf­fi­nier­ten Fette
  • keine Säfte und gekoch­tes Obst

Statt­des­sen gibt es täglich:

  • ein Frisch­korn­ge­richt aus 3 Ess­löf­feln uner­hitz­tem Getreide
  • Frisch­kost aus rohem Gemüse und Obst
  • Voll­korn­brot und Voll­korn­pro­dukte aus frisch­ge­mah­le­nem Getreide
  • natur­be­las­sene Fette

Die Umstel­lung zeigte bei dem Ehe­paar aus Osna­brück als­bald erste Erfolge. Doch sprung­haft bes­ser wurde es erst, als sie auch noch kom­plett auf tie­ri­sches Eiweiß ver­zich­te­ten, also Fleisch, Milch­pro­dukte, Eier und Co. Danach habe Mela­nie kaum mehr Gelenk­schmer­zen gehabt. Und Sönke konnte nicht nur wie­der nach Her­zens­lust Obst essen, son­dern auch sein Heu­schnup­fen ver­schwand. „Zu unse­rem Erstau­nen gelang es uns, mit die­ser Ernäh­rung unsere gesund­heit­li­chen Pro­bleme in den Griff zu bekom­men“, sagt das Ehe­paar im Inter­view mit der Schmau­s­epost. „Das funk­tio­niert so gut, dass Sönke als Multi-Allergiker die­ses Früh­jahr zum Bei­spiel über­haupt keine Pro­bleme mit dem star­ken Pol­len­flug hatte.“

Um ande­ren Men­schen von ihren Erfah­run­gen zu berich­ten und als Moti­va­ti­ons­hilfe, damit sie die voll­wer­tige, eiweiß­lose Ernäh­rung durch­hal­ten, rie­fen die bei­den Infor­ma­ti­ker im Februar 2012 ihren Vollwert-Blog ins Leben. Darin berich­ten sie von ihren Küch­er­leb­nis­sen und ihren Erfah­run­gen aus der Roh­kost– und Voll­wert­welt. „Wir sind der Mei­nung, dass Essen schme­cken muss — auch wenn es gesund ist“, sagen Mela­nie und Sönke. „Des­halb lau­tet unser Blog­motto: Lecker Essen — gesund Leben.“

INTERVIEW — 5 Fra­gen an… Mela­nie & Sönke:

1. Was ist euer per­sön­li­ches Lieb­lings­ge­richt in eurem Blog?

Mela­nie & Sönke: Schwie­rige Frage. Eigent­lich mögen wir alle unsere Blog-Rezepte sehr gerne, denn in unse­ren Blog kom­men nur erprobte Lieb­lings­re­zepte. Mela­nie mag beson­ders unsere (roh­köst­li­chen) Brow­nies. Aus nur vier Zuta­ten sind sie eine süch­tig­ma­chende, voll­wer­tige, glu­ten­freie und vegane Nasche­rei, die sich ohne Backen zube­rei­ten lässt. Einer von Sön­kes Favo­ri­ten sind die Nudeln mit Kür­bissauce. Das Rezept ist super schnell zube­rei­tet und sehr varia­ti­ons­reich. Außer­dem ver­bin­den wir beson­dere Erin­ne­run­gen mit die­sem Gericht (mehr dazu auf unse­rem Blog).

2. Wel­che Rolle spielt Essen in eurem Leben?

Mela­nie & Sönke: Essen spielt eine sehr große Rolle in unse­rem Leben. Nach einem anstren­gen­den Arbeits­tag im Büro gibt es nichts Schö­ne­res als in der Küche zu ste­hen und neue Rezepte aus­zu­pro­bie­ren. Kochen ist für uns Ent­span­nung. Wir kochen zwar gerne selbst, fin­den es aber auch immer super span­nend, in frem­den Städ­ten nach außer­ge­wöhn­li­chen Cafés und Restau­rants Aus­schau zu hal­ten. Mitt­ler­weile ist es schon zu einer Tra­di­tion gewor­den, dass wir uns an unse­ren Geburts­ta­gen frei neh­men und auf kuli­na­ri­sche Städ­te­tour gehen.

3. Wor­auf soll­ten mehr Men­schen beim Essen achten?

Mela­nie & Sönke: Es wäre schön, wenn sich mehr Men­schen über die Her­kunft und die Pro­duk­ti­ons­um­stände ihrer Nah­rung infor­mie­ren wür­den. Denn viele große Pro­bleme die­ser Welt hän­gen mit unse­rer Ernäh­rung zusam­men. Ein biss­chen trau­rig ist es bei­spiels­weise schon, dass kon­ven­tio­nel­ler Anbau der Nor­mal­zu­stand in unse­rer heu­ti­gen Welt ist. Die gan­zen Kos­ten und Neben­wir­kun­gen, die im kon­ven­tio­nel­len Anbau ent­ste­hen, wie mas­sive Sub­ven­tio­nen, inten­si­ver Ener­gie­ein­satz (Erdöl für Maschi­nen, Spritz­mit­tel– und Dün­ger­her­stel­lung), Zer­stö­rung der Boden­frucht­bar­keit, Was­ser­ver­schwen­dung, Ver­lust der Arten­viel­falt durch Mono­kul­tu­ren, Umwelt­zer­stö­rung und gesund­heit­li­che Gefah­ren durch Pes­ti­zide, Her­bi­zide, Fun­gi­zide usw. müss­ten eigent­lich auch bedacht wer­den, wenn ökolo­gi­scher und kon­ven­tio­nel­ler Anbau mit­ein­an­der ver­gli­chen wer­den. Wir sind davon über­zeugt, dass ökolo­gi­scher Anbau dem­ge­gen­über sehr viel nach­hal­ti­ger ist.

Auch die heu­tige Mas­sen­tier­hal­tung ist ein rie­si­ger Skan­dal. Sie bedeu­tet eine unend­li­che Qual für die Tiere und erzeugt gra­vie­rende Umwelt­pro­bleme. Außer­dem ist der mas­sive Ein­satz von Anti­bio­tika und dar­aus ent­ste­hende mul­ti­re­sis­tente Keime eine Gefahr für unsere Gesund­heit. Wir ver­su­chen mög­lichst sai­so­nal und lokal ein­zu­kau­fen. Der Haupt­be­stand­teil unse­rer Ernäh­rung sind natur­be­las­sene Pflan­zen aus bio­lo­gi­schem Anbau. So tun wir nicht nur unse­rer Gesund­heit, son­dern auch der Umwelt etwas Gutes. Opti­mal ist es, zu jeder Mahl­zeit etwas Fri­sches zu essen. Bei­spiels­weise ist ein fri­scher Apfel immer gesün­der als Apfel­saft oder Apfelkompott.

4. Was war die schönste Erfah­rung mit eurem Blog?

Mela­nie & Sönke: Unse­ren Blog zu star­ten, war eine unse­rer bes­ten Ent­schei­dun­gen. Durch unse­ren Blog haben wir viele nette Men­schen ken­nen­ge­lernt. Wir freuen uns immer rie­sig über alle Kom­men­tare und E-Mails. Beson­ders süß fan­den wir den Kom­men­tar von einer Lese­rin, die berich­tete dass ihr zwölf Monate alter Sohn lie­ber unsere Voll­korn­bröt­chen müm­melt als Brei zu essen.

5) Wel­che drei Web­sei­ten zum Thema Essen könnt ihr empfehlen?

Mela­nie & Sönke:

  • Gerne stö­bern wir im Blog My New Roots von Sarah nach Rezep­tin­spi­ra­tio­nen. Von ihren humor­vol­len und infor­ma­ti­ven Tex­ten, den wun­der­schö­nen Fotos und ihren unge­wöhn­li­chen Rezep­ten sind wir immer wie­der total begeis­tert. Sarah ist unser gro­ßes Vorbild.
  • Im Blog Food Vege­ta­risch von Eva gibt es nicht nur leckere, vege­ta­ri­sche Rezepte, son­dern auch hilf­rei­che Fotografie-Tutorials und inter­es­sante Buch­vor­stel­lun­gen. Eva haben wir letz­tes Jahr bei einem Food Pho­to­gra­phy Semi­nar ken­nen­ge­lernt. Gemein­sam mit Eva haben wir schon bei uns zu Hause Indisch gekocht und foto­gra­fiert. Von ihren umwer­fen­den Bil­dern kön­nen wir noch viel lernen.
  • Sehr gut gefällt uns auch der Blog Eat Train Love von Kris­tin. Auf ihrem Blog prä­sen­tiert Kris­tin einen gelun­ge­nen Mix aus gesun­der Ernäh­rung, kör­per­li­cher Fit­ness und see­li­schem Wohl­be­fin­den. Durch ihre freund­li­che Art und ihre anste­ckende Begeis­te­rung hat sie uns dazu ani­miert mehr Sport in unser Leben zu integrieren.

 Mehr über Mela­nie & Sönke und ihren Blog steht auf der Web­seite www.vollwert-blog.de.

Blog der Woche: The Stepford Husband

Stepford

Kevin sagt über sei­nen Blog: „Die Gerichte schauen nach viel aus, sind aber ein­fach zuzubereiten.“

Der Name lässt viel Raum für Spe­ku­la­tio­nen: The Ste­pford Hus­band hat Kevin Ilse sei­nen Food­blog getauft — offen­bar nach dem Best­sel­ler Die Frauen von Ste­pford (The Ste­pford Wives), der 1972 von Ira Levin geschrie­ben und zuletzt 2004 mit Nicole Kid­man ver­filmt wurde. Kurz gesagt, geht es darin um eine Gruppe von benach­bar­ten Män­nern, die ihren Frauen Mikro­chips ins Gehirn ein­ge­pflanzt haben, sodass diese als will­fäh­rige Haus­frauen klag­los ihren Dienst in Heim und Küche tun. Der Begriff Stepford-Frau hat sich seit­dem im eng­li­schen Sprach­raum laut Wiki­pe­dia zum Syn­onym für die per­fekte, immer gut gelaunte Haus­frau entwickelt.

Food­blog­ger Kevin Ilse bezeich­net sich indes als Ste­pford Hus­band, also als Stepford-Mann. Weil seine Gerichte immer immer so per­fekt wie die Roboter-Frauen und beson­ders auf­wän­dig sind? Wohl eher nicht, wie er in einem Inter­view selbst sagt: „Meine Art zu kochen ist boden­stän­dig und ein­fach. Jeder soll meine Rezept nach­ko­chen kön­nen. Denn Essen soll zwar auch schön aus­se­hen, aber in ers­ter Linie ein­fach schme­cken und nicht vier Tage Vor­be­rei­tung brau­chen.“ Viel­mehr habe er im Jahr 2011 schlicht nach einem Namen für sei­nen Blog gesucht, der lus­tig ist — und da lan­dete er bei The Ste­pford Hus­band.

Dort fin­det man seit­dem jene Krea­tio­nen, die der Ober­ös­ter­rei­cher in sei­ner hei­mi­schen Küche kre­iert: boden­stän­dig, aber gewitzt; ein­fach, aber ohne Fer­tig­pro­dukte — und stets in einem unterhaltsam-augenzwinkernden Duk­tus und mit hoch­wer­ti­gen Fotos präsentiert. „Viele Men­schen set­zen bei Autos, Klei­dung und Urlau­ben auf Qua­li­tät und inves­tie­ren dabei viel Geld“, sagt Kevin, der im Beruf Mode­re­dak­teur bei einem öster­rei­chi­schen Maga­zin ist. „Geht es aber ums Essen, stop­fen sie billigst-produziertes Zeug in sich hin­ein. Dabei sollte man gerade hier auf Qua­li­tät achten.“

Die Band­breite der Gerichte auf The Ste­pford Hus­band ist dabei ganz und gar nicht ein­tö­nig à la Stepford-Frau: Von Süß­spei­sen (Polen­ta­schmar­ren) springt Kevin zu Sup­pen (Cre­mige Schwam­merl­suppe mit Sco­nes); Haus­manns­kost (Speck­knö­deln von Oma) steht neben Vege­ta­ri­schem (Spi­natsa­lat mit war­men Bir­nen); und von Fast Food (Kraut­fle­ckerln) geht es zu Tar­tes und Quiches (Erbsen-Tarte mit Minze). Oder wie es die Jury eines Food-Blog-Awards for­mu­liert hat:

Der Ste­pford Hus­band kocht mit einer Locker­heit Klei­nes und Gro­ßes, Süßes und Sau­res, Cle­ve­res und Schlaues, wie aus dem Ärmel geschüt­telt. Beim Lesen sei­nes Blogs fühlt man sich selbst wie ein Gast in sei­ner Küche.

INTERVIEW: 5 Fra­gen an… — Kevin von The Ste­pford Husband

1. Was ist dein per­sön­li­ches Lieb­lings­ge­richt in dei­nem Blog?

Kevin: Ganz ehr­lich? Eigent­lich immer genau das Neu­este! Da habe ich noch den Geschmack auf der Zunge und die Bil­der im Kopf.

2. Wel­che Rolle spielt Essen in dei­nem Leben?

Kevin: Mir war gutes Essen und auch das Zube­rei­ten von Essen immer schon sehr wich­tig. Denn ich bin nicht nur ein Genuss­mensch, son­dern für mich ist Essen auch eine Spra­che, die jeder ver­steht. Eine leckere Mahl­zeit bringt Men­schen an einen Tisch und bringt sie zum Reden und Schwär­men. Ich finde es gibt fast nichts Bes­se­res als ein paar Stun­den mit net­ten Men­schen ein lecke­res Essen zu genie­ßen und sich ange­regt zu unterhalten.

3. Wor­auf soll­ten mehr Men­schen beim Essen achten?

Kevin: Ich finde, gerade Fami­lien soll­ten das Essen wie­der mehr zum Ritual machen. Mit offe­nen Augen ein­kau­fen gehen, gemein­sam — gerade mit Kin­dern — kochen und zusam­men an einem Tisch essen. Und dabei auch immer wie­der gemein­sam Neues ausprobieren

4. Was war die schönste Erfah­rung mit dei­nem Blog?

Kevin: Mich freut es immer, wenn Leser auf mich zukom­men und mir erzäh­len, dass sie etwas nach­ge­kocht haben und es ihnen geschmeckt hat oder sie auch etwas abge­än­dert haben.

5. Wel­che drei Web­sei­ten zum Thema Essen kannst du empfehlen?

Kevin: Ich bin selbst eigent­lich ein recht schlech­ter Foodblog-Leser, wenn ich mal ehr­lich sein darf. Des­halb habe ich keine fixe Liste an Blogs, die ich ver­folge. Im Moment lese ich aber immer mal wie­der gern in diese rein:

  • mimithorisson.com — Ihre wun­der­schö­nen Bil­der erzäh­len von einer Lan­d­idylle von der ich immer träume.
  • www.whatkatieate.com — Von der erfolg­rei­chen US-Bloggerin habe ich mir vor kur­zem das Koch­buch gekauft und erkunde auch immer noch gerne ihren Blog. Tolle Bil­der, tolle Rezepte!
  • complimenttothechef.com — Leckere Rezepte, schöne Bilder, sympathische Blog­ge­rin. Mehr kann man sich von einem Food­blog nicht wünschen.

Mehr über Kevin und sei­nen Food­blog steht auf www.thestepfordhusband.blogspot.de.