Archiv für den Monat: Februar 2013

Blog der Woche: Food Vegetarisch

Eva Gründemann schreibt auf Food Vegetarisch über ihre zwei Leidenschaft: fleischloses Essen und fotografieren.

Eva Grün­de­mann schreibt auf Food Vege­ta­risch über fleisch­lo­ses Essen und Fotografie.

Eine „expe­ri­men­tier­freu­dige Genuss­ve­ge­ta­rier“ — so bezeich­net sich Eva Grün­de­mann selbst. Zwar isst sie gele­gent­lich Fleisch, „aber irgend­wie mag ich alles, was mit Gemüse zu tun hat, deut­lich lie­ber“. Neben Essen ist die Foto­gra­fie die zweite große Lei­den­schaft der Desi­gne­rin für Funk­ti­ons– und Motor­rad­be­klei­dung, und so ist es eigent­lich nur fol­ge­rich­tig, dass Eva im April 2012 ihren Blog „Food Vege­ta­risch“ ins Leben rief.

Auf ihrer Seite, die mit einer auf­ge­räum­ten Optik und opu­len­ten Fotos glänzt, berich­tet Eva von ihren vege­ta­ri­schen Koch­aben­teu­ern. Die meis­ten Rezepte gibt es dabei zwei­spra­chig — auf Eng­lisch wie auf Deutsch. In ihnen spie­gelt sich nicht nur Evas Vor­liebe für Süßes, Sup­pen und Snacks wider, son­dern auch ihr Hang zu mög­lichst ein­fa­chen Gerich­ten. „Ich bin noch am Her­aus­fin­den, wie mein opti­ma­ler Zutaten-Fundus aus­se­hen müsste, um damit mög­lichst viele ver­schie­dene Rezepte kochen zu kön­nen“, sagt Eva. „Was ich mir davon erhoffe, ist, dass ich zukünf­tig so gut wie gar keine Lebens­mit­tel mehr weg­wer­fen muss, da es mir viel­leicht nicht mehr pas­siert, dass ich zu viele ver­schie­dene Zuta­ten und Vor­räte in mei­ner Küche rum ste­hen habe, die ich manch­mal erst wie­der neu ent­de­cke, wenn sie das Ver­falls­da­tum schon lange über­schrit­ten haben.“

Doch Food Vege­ta­risch ist weit mehr als nur eine Rezep­te­samm­lung. In ihrem Blog gibt Eva auch Tipps für Foto­gra­fen, lis­tet ihre liebs­ten WordPress-Plugins, schreibt Buch­re­zen­sio­nen, berich­tet von Food-Styling-Workshops oder Youtube-Kanälen und macht sich Gedan­ken zu aller­lei The­men — etwa zu But­ter.

INTERVIEW — 5 Fra­gen an… Eva von Food Vegetarisch

1. Was ist dein per­sön­li­ches Lieb­lings­ge­richt in dei­nem Blog?

Eva: Eines mei­ner Lieb­lings­ge­richte ist sicher­lich die Zuc­chi­ni­suppe mit Paprika, auch weil sie sich prima immer wie­der abwan­deln lässt.

2. Wel­che Rolle spielt Essen in dei­nem Leben?

Eva: Der Spruch „Stell dich nicht zwi­schen eine Frau und ihr Essen“ trifft auf mich sicher­lich zu. Nicht nur, dass ich den Ein­druck habe, dass ich schnell unter­zu­ckere, wenn ich nicht regel­mä­ßig esse, ich habe auch sehr viel Spaß am Essen und am Zube­rei­ten, wobei das sowohl für das Sel­ber­ko­chen als auch für das Bekochtwer­den gilt. Und schön gestal­tete Koch­bü­cher kann ich mir stun­den­lang anschauen.

3. Wor­auf soll­ten mehr Men­schen beim Essen achten?

Eva: Sie soll­ten wie­der mehr auf ihren Bauch hören und sich inso­weit wich­tig neh­men, dass sie sich mehr Gedan­ken dar­über machen, was sie sich und ihrem Kör­per als „Treib­stoff“ zufü­gen. Hier kommt es ja schon vor, dass man beim Öl, Treib­stoff etc. fürs eigene Auto auf deut­lich mehr Qua­li­tät ach­tet als bei sei­nem eige­nen Essen und den dafür ver­wen­de­ten Zuta­ten. Und sie soll­ten auch ver­stärkt ver­su­chen, Lebens­mit­tel aus der eige­nen Region zu ver­wen­den. Mir gelingt das zwar auch nicht immer, aber immer­hin immer öfter.

4. Was war die schönste Erfah­rung mit dei­nem Blog?

Eva: Wenn es um meine Food­fo­to­gra­fie geht, freue ich mich beson­ders, wenn ich posi­tive Reso­nan­zen von Per­so­nen bekomme, deren Arbeit ich sel­ber sehr bewun­dere. In mei­ner Anfangs­phase habe ich vor allem durch die Food­fo­to­gra­fie Work­shops auf dem Foto­blog Fotopraxis.net viel gelernt. Und vori­ges Jahr nun fand sich Food Vege­ta­risch bei den dor­ti­gen Link­tipps wie­der. Das fand ich schon sehr cool. Und wenn es ums Kochen geht, da freue ich mich beson­ders über das Feed­back, wenn meine Leser Rezepte erfolg­reich aus­pro­biert haben. Das ist dann ein sehr schö­nes Gefühl.

5. Wel­che drei Web­sei­ten zum Thema Essen kannst du empfehlen?

Eva: Gerne pro­biere ich vege­ta­ri­sche Rezepte von ande­ren Food­blogs aus. Dafür habe ich mir inzwi­schen bei Pin­te­rest sowohl eine „To-Cook-List“ ange­legt als auch eine „Having-Cooked-List“.

Aktu­ell koche ich beson­ders oft Rezepte von fol­gen­den drei Blogs nach:

  • The Vege­ta­rian Dia­ries: Arne bie­tet eine unglaub­li­che Viel­falt an vege­ta­ri­schen Rezep­ten auf sei­nem Blog an. Beson­ders die Nudel­ge­richte gefal­len mir sehr und bis­her sind auch alle prima gelungen.
  • Vollwert-Blog: Bei Mela­nie und Sönke gefal­len mir neben den vege­ta­ri­schen, voll­wer­ti­gen Rezep­ten vor allem auch die zusätz­li­chen Hin­ter­grund­in­fos zur Voll­wert­kü­che. Seit­dem ich deren Blog lese, habe ich schon eini­ges gelernt.
  • Reine Topf­sa­che: Gesche ist eine Koch­be­geis­terte, die es span­nend fin­det, immer wie­der Neues aus­zu­pro­bie­ren, sodass ihr Blog, auf dem es auch viele vege­ta­ri­sche Rezepte gibt, für mich eine wun­der­bare Fund­grube ist.

 Mehr über Eva und ihren Blog fin­det ihr auf Food Vege­ta­risch.

Schmausepost vom 1. Februar 2013

Schman­kerl der Woche

Kuli­na­ri­scher Kampf: Zeit-Online hat die Koch­welt­meis­ter­schaft Bocuse d’Or in Lyon besucht und 94 Pro­fi­kö­chen aus 24 Län­dern über die Schul­ter geblickt. Ein Fest für Gour­mets und ihre Fans, die mit Pau­ken, Trom­pe­ten und Vuvu­zelas anrei­sen. Par­al­lel dazu fin­det auch die Welt­meis­ter­schaft der Pâtis­siers statt, wo die Wett­strei­ter mit Skulp­tu­ren aus Scho­ko­lade und Eis gegen­ein­an­der antre­ten.
Zeit (Bericht)Zeit (Fotos)Bocuse d’OrMünch­ner Mer­kurWashing­ton Post

Zahl der Woche

60.000.000 Euro Strafe hat das Bun­des­kar­tell­amt gegen elf Süß­wa­ren­her­stel­ler ver­hängt, dar­un­ter Rit­ter Sport, Nestle und Haribo. Der Grund: ille­gale Preis­ab­spra­chen. So sol­len sich die Fir­men unter­ein­an­der über Preis­er­hö­hun­gen infor­miert haben, wor­auf­hin die Ver­brau­cher plötz­lich 10 bis 15 Cent mehr für eine 100-Gramm-Schokoladentafel zah­len muss­ten. Die Unter­neh­men wei­sen die Vor­würfe zurück.
Spiegel-OnlineFocusBild.de

Nach­rich­ten

Weni­ger Geschmack: Wer­be­slo­gans wie „Haus­ma­cher­kost“ täu­schen oft dar­über hin­weg, dass Her­stel­ler ihre Pro­dukte den­noch mit Geschmacks­ver­stär­kern auf­pep­pen. Das zeigt eine Öko-Test-Studie mit 115 Lebens­mit­teln. Die Tes­ter kri­ti­sie­ren vor allem Glut­amat, das nur dazu da sei, um „Geschmack an Geschmack­lo­ses zu brin­gen“. Anders sieht das die Zeit­schrift Effi­lee, die sich gegen eine Ver­teu­fe­lung des Glut­amats wehrt.
Öko-TestBild.deNaturkost.deFocusEffi­lee

Weni­ger Bier­durst: Die Deut­schen trin­ken immer weni­ger Bier. 2012 sank der Ver­brauch auf den nied­rigs­ten Wert seit der Wie­der­ver­ei­ni­gung. Den­noch bleibt der Bier­markt in Deutsch­land so viel­fäl­tig wie nir­gendwo sonst, mel­det die dpa und bie­tet eine kleine Sor­ten­kunde. Und die „Welt“ sieht Bier gar auf dem Weg „vom Knei­pen­ge­söff zum edlen Acces­soire“.
Ber­li­ner Mor­gen­post (Bier­kon­sum)HAZ/dpa (Sor­ten­kunde)Welt (Image­wan­del)WDR „Der Vor­kos­ter“ (Thema Bier)

Weni­ger Herz­in­farkte: Vege­ta­rier haben sel­te­ner Herz­krank­hei­ten — so lau­tet das Fazit einer aktu­el­len bri­ti­schen Stu­die. Unge­klärt bleibt indes die Frage: Liegt das an der fleisch­lo­sen Ernäh­rung oder leben Vege­ta­rier gene­rell gesün­der? Für Yahoo wid­met sich Ange­lika Barth belieb­ten Vegetarier-Mythen.
Spiegel-OnlineSüd­deut­scheYahoo (Mythen)

Weni­ger Fleisch: Die Dänen haben es mit ihrer Fett­steuer vor­ge­macht, nun zieht Schwe­den nach: Von dort kommt der Vor­schlag einer EU-weiten Fleisch­steuer, die pro Kilo Rind­fleisch etwa 1,50 Euro betra­gen soll. Hin­ter­grund ist im Gegen­satz zur däni­schen Steuer aber nicht der Gesund­heits­as­pekt. Viel­mehr geht es um den Umwelt­schutz, da durch die Tier­hal­tung enorme Men­gen Kli­ma­gase ent­ste­hen.
tazDeut­sche Hand­werks Zei­tungRTL.deWiki­pe­dia (däni­sche Fettsteuer)

Lese­ge­schich­ten

Schmack­hafte Spie­le­rei: Ein Scho­ko­h­erz­chen aus dem hei­mi­schen Dru­cker — die­ser Traum ist längst Rea­li­tät. Food Prin­ting heißt das Zau­ber­wort, bei dem soge­nannte 3D-Drucker Scho­ko­lade, Teig oder Zucker Schicht für Schicht in die gewünschte Form brin­gen. Nur eine Spie­le­rei? Oder eine Revo­lu­tion in der Welt der Ernäh­rung?
WeltTrends der ZukunftFocus (Steak aus dem Drucker)

Zor­ni­ger Kämp­fer: „85 Pro­zent aller auf der Welt gehan­del­ten Grund­nah­rungs­mit­tel wer­den von zehn mul­ti­na­tio­na­len Gesell­schaf­ten kon­trol­liert“, schreibt Jean Zieg­ler in sei­nem Buch „Wir las­sen sie ver­hun­gern“. Im Inter­view mit Schrot & Korn kämpft der eins­tige UN-Sonderberichterstatter wort­ge­wal­tig für das Recht auf Nah­rung.
Schrot & Korn

Fal­scher Fies­ling: Fett schmeckt — und hat den­noch einen schlech­ten Ruf. Das nutzt die Lebens­mit­tel­in­dus­trie und wirbt mit fett­ar­men Pro­duk­ten. Dabei braucht unser Kör­per Fette zum Über­le­ben. Die Frage ist nur: Wie viel? Und wel­che? Die­sem Thema geht die NDR-Sendung „45 Min“ nach. Titel: „Die Wahr­heit über Fett“.
NDR „45 Min“ (Video)

Tra­di­tio­nel­ler Moder­nist: Fleisch mit Asche­kruste oder Veil­chen­eis auf Sah­ne­ba­sis: Der chi­le­ni­sche Koch Rudolfo Guz­man ist in der Küche ein radi­ka­ler Moder­nist — und will den­noch süd­ame­ri­ka­ni­sche Tra­di­tio­nen bewah­ren. Nun war der Koch in Deutsch­land, und Zeit-Online hat ihn beglei­tet.
Zeit

Blog­schau

Euro­päi­sches A bis Z: In alpha­be­ti­scher Rei­hen­folge will sich Kirs­ten von „Sugar and Spice“ der Küche und den Rezep­ten aller euro­päi­schen Län­der wid­men. Den Auf­takt macht Alba­nien mit den lan­des­ty­pi­schen Gerich­ten Tara­tor und Fer­gese Tirane. Ein tol­les Europa-Kochprojekt, das hof­fent­lich seine Fort­set­zung bis Zypern fin­det.
Sugar and Spice

Belieb­ter Vor­ko­cher: Ver­gan­gene Woche hat die Schmau­s­epost über den neuen Youtube-Kanal von Jamie Oli­ver berich­tet, und auch in den Food­blogs wird das Thema eif­rig dis­ku­tiert. Der Test­schme­cker fin­det: „Bes­ser als TV“, Nut­ri­cu­li­nary schreibt vom „(Koch-)Fernsehen der Zukunft“ und Food-Vegetarisch stellt noch einen wei­te­ren Food-Kanal vor.
Jamie Oliver’s Food TubeTest­schme­ckerNut­ri­cu­li­naryFood-VegetarischSchmau­s­epost

Fens­ter­blick: Bun­des­ver­brau­cher­mi­nis­te­rin Aigner hat auf der Grü­nen Woche das Regio­nal­fens­ter vor­ge­stellt. Das Sie­gel soll es Ver­brau­chern erleich­tern, die Her­kunft von Nah­rungs­mit­teln zu erken­nen. Aktu­ell wird das Regio­nal­fens­ter in 20 Märk­ten getes­tet. Peer Scha­der vom Super­markt­blog hat sich die Kenn­zeich­nung genauer ange­se­hen und fragt: „Wie durch­sich­tig ist Ilse Aigners Regio­nal­fens­ter?“
Super­markt­blogMinis­te­rium zum Regio­nal­fens­ter,

Klei­nes Hel­fer­lein: Ein hilf­rei­ches Pro­gramm für Hob­by­kü­che stellt der Kleine Kurio­si­tä­ten­la­den vor: Ever­note läuft auf Smart­phone, Tablet und PC und ist eine Soft­ware zum Orga­ni­sie­ren von Noti­zen. Blog­ge­rin Steph nutzt das Pro­gramm für Ein­kaufs­zet­tel und Koch­pläne und arbei­tet damit Koch­bü­cher sowie Koch­zeit­schrif­ten durch.
Klei­ner Kurio­si­tä­ten­la­denEver­noteEver­note Food

Buch der Woche

Kuli­na­ri­sche Welt­reise: Fünf von fünf Ster­nen ver­gibt Chris­tiane Schwert von Valentinas-Kochbuch für David Loftus‘ „In 80 Gerich­ten um die Welt“. Der Foto­graf, der für die Bil­der fast aller Jamie-Oliver-Bücher ver­ant­wort­lich ist, hat 80 Rezepte von befreun­de­ten Ster­ne­kö­chen zusam­men­ge­tra­gen und stellt sie nun ent­lang der Reise von Jules Ver­nes Roman­held Phi­leas Fogg vor.
Valen­ti­nas Koch­buch (Rezen­sion)Rezept Gefüll­ter Camem­bertRezept Ägyp­ti­sche Linsensuppe

App der Woche

iVeg­gie: Wer bei vege­ta­ri­schen Rezep­ten nur an Tofu und Soja­gra­nu­lat denkt, der irrt, schreibt Jana von Guten-App-etit in ihrer Rezen­sion von iVeg­gie (iPhone, 2,69€). Viel­mehr biete die neue App eine Viel­zahl abwechs­lungs­rei­cher Gerichte — von der geeis­ten Gur­ken­suppe als Vor­speise bis zum rus­ti­ka­len Käs­te­tört­chen als Des­sert. Janas Fazit: „Auch für Nicht-Vegetarier zu emp­feh­len.“
Guten-App-etit.de

Blog der Woche

Die Küchen­chao­tin: In ihrer win­zi­gen Cha­os­kü­che schwingt Mirja den fleisch­lo­sen Koch­löf­fel. Und was sie dort so ver­bricht, doku­men­tiert die Foto­gra­fin aus Kiel in ihrem Blog Küchen­chao­tin. Im Inter­view mit der Schmau­s­epost ver­rät sie, warum gegen eine TK-Pizza hin und wie­der nichts ein­zu­wen­den ist, und gesteht: „Ich esse so wahn­sin­nig gerne! Da nehme ich auch die Hürde auf mich, toll kochen zu ler­nen.“
Küchen­chao­tinSchmau­s­epost (mit Interview)

Rezepte der Woche

Zwie­bel­rost­bra­ten mit Kro­ket­ten und Boh­nen im Speck­man­tel: Am 21.12.2012, also am Welt­un­ter­gangs­tag, hat Ina von „Essen aus Engel­chens Küche“ sozu­sa­gen als Hen­kers­mahl­zeit einen schwä­bi­schen Zwie­bel­rost­bra­ten zube­rei­tet — und sich spon­tan in ihn ver­liebt. Nun lie­fert sie das Rezept dazu — für ein „stun­den­lan­ges, glück­li­ches Grin­sen“.
Essen aus Engel­chens Küche

Birnen-Crostini mit Zie­gen­käse und Pini­en­ker­nen (vege­ta­risch): Mini­ma­ler Auf­wand, maxi­ma­ler Geschmack: So beschreibt Tina von „We love Pasta“ ihr Rezept für Birnen-Crostini. Ideal als Vor­speise oder Snack für Zwi­schen­durch.
We love Pasta

Nach­schlag

Keks-Klau Der Dieb­stahl des ver­gol­de­ten Leibnitz-Kekses hält die Medi­en­welt wei­ter in Atem. In einem Erpres­ser­schrei­ben for­derte eine als Krü­mel­mons­ter ver­klei­dete Per­son das Unter­neh­men Bahl­sen auf, ein Kin­der­kran­ken­haus mit Kek­sen zu ver­sor­gen — erst dann werde es das Fir­men­sym­bol wie­der her­aus­rü­cken. Nun wird spe­ku­liert, ob das ganze nur ein PR-Coup von Bahl­sen ist.
FocusSternWeltSüd­deut­sche

Blog der Woche: Küchenchaotin

In der Chaosküche regiert die Küchenchaotin.

In der Cha­os­kü­che regiert die Küchenchaotin.

Mirja liebt Foto­gra­fie­ren und Kochen, zieht Chips der Scho­ko­lade vor und lebt mit ihrer Katze und einer Pas­sion für alles Buttrig-Zuckrig-Fettige im hohen Nor­den in Kiel. Seit etwa einem Jahr schreibt sie als Küchen­chao­tin vor allem über Süßes und Herz­haf­tes — und manch­mal auch über die Eska­pa­den aus ihrer win­zi­gen Chaosküche.

Mirja, die als Vege­ta­rie­rin nur fleisch­lose Rezepte kocht, bean­sprucht aus­drück­lich nicht, eine per­fekte Köchin zu sein. „Aber ich pro­biere gerne neue Dinge aus, von denen ich in mei­nem Blog berichte. Manch­mal ist das Ergeb­nis nicht genieß­bar und/oder ansehn­lich, doch auch davon will ich gerne mit einem Augen­zwin­kern schreiben.“

Ach ja, Freunde dür­fen Mirja auch Mia nen­nen. Doch nicht nur für sie hat die 23-Jährige einen Rat­schlag: „Das Leben ist zu kurz für Knäckebrot!“

INTERVIEW — 5 Fra­gen an… Mia, die Küchenchaotin

1. Was ist dein per­sön­li­ches Lieb­lings­ge­richt in dei­nem Blog?

Mia: Dadurch, dass ich stän­dig neue Rezepte und Kom­bi­na­tio­nen aus­pro­biere, vari­ie­ren meine Lieb­lings­ge­richte immer wie­der pha­sen­weise und wer­den sel­ten gleich zube­rei­tet. Da wird etwas weg­ge­las­sen, hin­zu­ge­fügt, anders gemacht. Abwechs­lung muss sein!

Ein Rezept kann ich jedoch her­vor­he­ben: Die rote Linsen-Bolognese. Jah­re­lang habe ich ver­zwei­felt nach einer akzep­ta­blen vege­ta­ri­schen Vari­ante von „Spa­ghetti Bolo“ gesucht, und seit ich das Rezept ent­deckt habe, habe ich kein ande­res häu­fi­ger gekocht. Für mei­nen Geschmack ist es ein­fach per­fekt. (Link zum Rezept)

2. Wel­che Rolle spielt Essen in dei­nem Leben?

Mia: Essen ist wich­tig. Und Essen ist Liebe. Ganz im Ernst: Ich esse so wahn­sin­nig gerne! Da nehme ich auch die Hürde auf mich, toll kochen zu ler­nen. Außer­dem ver­binde ich mit vie­len Gerich­ten bestimmte Situa­tio­nen und Ereig­nisse — da braucht es nur einen bestimm­ten Geruch aus der Küche und ich bin wie­der klein.

3. Wor­auf soll­ten mehr Men­schen beim Essen achten?

Mia: Wo kommt mein Essen her? Und was ist da eigent­lich drin? Das meiste Essen muss nicht um die halbe Welt gereist und mit Zusatz­stof­fen voll­ge­pumpt sein — ist es aber doch. Viel, was wir Con­ve­ni­ence kau­fen, ist ein­fach und blitz­schnell selbst­ge­macht. Man muss nur wis­sen, wie. Gegen eine TK-Pizza hin und wie­der ist defi­ni­tiv nichts ein­zu­wen­den. Aber gegen eine frisch zube­rei­tete Mahl­zeit aus regio­na­len Zuta­ten auch nicht.

4. Was war die schönste Erfah­rung mit dei­nem Blog?

Mia: Ich freue mich über jeden Kom­men­tar, jede Nach­richt, jede Mail. Aber hin und wie­der errei­chen mich ganz beson­ders ver­zü­ckende: Von Kin­dern, die eines mei­ner Rezepte zu ihrem Lieb­lings­es­sen erko­ren haben oder von einem jun­gen Mann, der mit mei­nem Essen seine Ange­be­tete bezirzt hat. So kleine Geschich­ten ver­sü­ßen mir nicht nur den Tag, son­dern gleich die ganze Woche!

5. Wel­che drei Web­sei­ten zum Thema Essen kannst du empfehlen?

Mia: Die ganz gro­ßen kennt inzwi­schen jeder — aber es gibt auch ganz viele klei­nere Blogs, die ich unheim­lich inspi­rie­rend finde.

  • The Vege­ta­rian Dia­ries — ein Blog, der regel­mä­ßig neue Lieblingsgericht-Anwärter her­vor­bringt und die unglaub­li­che Facet­ten­reich­heit der vege­ta­ri­schen Küche zeigt. Die rote Linsen-Bolognese ist übri­gens auch von Arne abgekupfert! 
  • Con­fi­ture de Vivre — hier komme ich regel­mä­ßig ins Schwär­men. Eine mei­ner größ­ten Inspi­ra­ti­ons­quel­len, als ich mei­nen eige­nen Blog auf­ge­setzt habe.
  • Flowers on my Plate — bei die­sem Blo­gna­men konnte ich ein­fach nicht wider­ste­hen — ich musste kli­cken! Und ich wurde nicht ent­täuscht, denn die Rezepte sind ein Knal­ler und das Design wunderschön.
  • fin­fint — Mit der Blog­ge­rin hin­ter fin­fint. ver­bin­det mich die gemein­same Vor­liebe für alles Nor­di­sche, Leila Lind­holm und But­ter. Über­aus sympathisch!
  • Wo geht’s zum Gemü­se­re­gal — Die­ser Blog hat grad einen Umzug erlebt und ist des­we­gen noch nicht so gefüllt. Aber: Aus den alten Bei­trä­gen, die ich im letz­ten Jahr ver­folgt habe, weiss ich, dass es hier bald sehr viele sehr tolle Rezepte geben wird!

Mehr über Mia und ihren Blog fin­det ihr bei der Küchen­chao­tin.