Archiv für den Monat: März 2013

Schmausepost vom 29. März

Schman­kerl der Woche

Essen in Zah­len: Im Lau­fen sei­nes Lebens ver­speist jeder Deut­scher 945 Hüh­ner. Welt­weit leben etwa 1,3 Mil­li­ar­den Men­schen von der Vieh­zucht. In Rumä­nien geben die Men­schen 27 Pro­zent ihres Ein­kom­mens für Lebens­mit­tel aus, in Deutsch­land sind es nur zehn Pro­zent. All diese Zah­len — und noch viele, viele mehr — fasst der Stan­dard in einer groß­ar­ti­gen Info­gra­fik zum Thema Essen zusam­men.
Stan­dard

Zahl der Woche

190.000.000 Schoko-Osterhasen wer­den in Deutsch­land zum Oster­fest her­ge­stellt — 46 Pro­zent davon gehen ins Aus­land. Inter­es­sant: Es gibt Steh– und Sitz-Osterhasen, wobei Ste­hende stets beklei­det sind, sit­zende indes nicht. Wei­tere Zah­len und Fak­ten zu Hasen und Scho­ko­lade hat die Bild gesam­melt.
Pro­plantaBild.de (Zah­len & Fakten)

Nach­rich­ten

Weiße Weste: Ab April will die Lebens­mit­tel­firma Frosta die Her­kunft sämt­li­cher Zuta­ten ihrer Tief­kühl­ge­richte offen­le­gen — „bis zum letz­ten Pfef­fer­korn“, wie ein Vor­stands­mit­glied ankün­digt. Frosta könnte damit Vor­rei­ter in der Bran­che wer­den, und das nicht zum ers­ten Mal.
FRBer­li­ner Zei­tung (Kommentar)

Grüne Lüge: In Deutsch­land gibt es nur glück­li­che Kühe, die auf saf­ti­gen Wie­sen gra­sen. Die­ser Ein­druck ent­steht, wenn man die Ver­pa­ckun­gen von Milch, Käse und Co. betrach­tet. Mit der Rea­li­tät hat das jedoch wenig zu tun, mahnt nun Öko-Test. Viel­mehr waren 20 von 28 getes­te­ten Pro­duk­ten „wie­sen­fern“, obwohl auf der Ver­pa­ckung grüne Wiese zu sehen ist und oft sogar mit Namen wie „Wei­de­glück“ gewor­ben wurde.
Öko-Test (pdf)food-monitor

Wei­ßes Gift: Welt­weit essen die Men­schen zu viel Salz. Laut einer neuen Stu­die führt das zu mas­sen­haft Herz-Kreislauf-Erkrankungen und mehr als zwei Mil­lio­nen Toten im Jahr. Auch die Deut­schen neh­men weit mehr Spei­se­salz zu sich, als es braucht. Haupt­ver­ant­wort­lich hier­für sind jedoch nicht etwa Fer­tig­pizza oder Chips, son­dern: unser täg­lich Brot.
tazSpie­gel

Schwarze Medi­zin: Kaf­fee galt einst als unge­sunde Quasi-Droge. Doch dank meh­re­rer Stu­dien hat das Getränk, von dem der Durch­schnitts­deut­sche immer­hin 160 Liter pro Jahr trinkt, sein schlech­tes Image abge­schüt­telt. Nun zeigt eine neue Unter­su­chung, dass Kaf­fee sogar die Leber vor eini­gen Fol­gen des Alko­hol­miss­brauchs schüt­zen könnte.
Spiegel-Online

Lese­ge­schich­ten

Schum­mel im Super­markt: Gefärbte Oli­ven, gestreck­ter Kaf­fee und Apfel­rot­kohl prak­tisch ohne Äpfel: Mogel­pa­ckun­gen sind in der Lebens­mit­tel­in­dus­trie gang und gäbe. Einige krasse Ernäh­rungs­lü­gen ent­larvt nun eine NDR-Reportage; den Text dazu lie­fert die Süd­deut­sche. Und auch die Wirt­schafts­wo­che beschäf­tigt sich mit dem Thema Lebens­mit­tel­be­trug — in einer Bil­der­ga­le­rie.
NDR (Sen­dung)Süd­deut­scheWirt­schafts­wo­che (Bilder)

Brot im Meer: Für die einen ist es Abfall, für die ande­ren eine Deli­ka­tesse: See­tang spielt in der euro­päi­schen Küche bis­lang eine unter­ge­ord­nete Rolle. Dabei sind Algen äußerst nähr­stoff­reich und könn­ten ein ent­schei­den­der Fak­tor im Kampf gegen den welt­wei­ten Hun­ger sein. Effilee-Autor Stuart Freed­man hat die Küste von Wales besucht, wo See­tang schon seit Lan­gem auf den Tisch kommt — sogar beim Früh­stück.
Effi­lee

Irr­glaube im Kühl­re­gal: Lak­to­se­freie Milch­pro­dukte haben einen gigan­ti­schen Boom erlebt. Viele Ver­brau­cher mei­nen, ihrem Kör­per damit etwas Gesun­des zu tun — und die Lebens­mit­tel­bran­che nutzt die­sen Irr­glau­ben nur zu gerne aus. Dabei kann die große Mehr­heit der Deut­schen Milch­zu­cker in den übli­chen Men­gen ohne Pro­bleme ver­dauen.
Spiegel-Online (Kampf dem Milch­zu­cker)Spiegel-Online (Da steckt Lak­tose drin)

Eier im Nest: 217 Eier isst jeder Deut­sche durch­schnitt­lich im Jahr — und gerade zu Ostern steigt der Kon­sum sprung­haft an. Doch wo kom­men eigent­lich all die Eier her? Jutta Schil­cher hat sich für den BR auf Spu­ren­su­che bege­ben.
BR

Blog­schau

Küchen­kampf: Anna besucht in Köln ein Guerilla-Restaurant, also ein Lokal ohne Geneh­mi­gung, an wech­seln­den Orten. In ihrem Blog berich­tet sie, wel­che kuli­na­ri­schen Köst­lich­kei­ten dabei auf den Tisch kom­men. Außer­dem gibt’s ein Inter­view mit dem Macher des Events, dem Guerilla-Koch Mari­nos.
Anna Packt’s anKöl­ni­sche Rund­schau (über Guerilla-Restaurants)

Preis­kampf: Kauf­land betreibt in Deutsch­land rund 620 Filia­len — vor allem in Süd– und Ost­deutsch­land. Dort hat die kleine Schwes­ter von Lidl vor allem von Son­der­ab­schrei­bun­gen pro­fi­tiert, also von Steu­er­gel­dern. Warum Kauf­land ein „Groß­flä­chen­dis­coun­ter“ ist, und wie der Kon­zern die Preise drückt — das erklärt der Super­markt­blog in sei­nem lesens­wer­ten Text „Kauf­land ver­ste­hen — in nur 3 Minu­ten“.
Super­markt­blog

Fleisch­kampf: 30 Tage als Vege­ta­rier: Die­sen Selbst­ver­such unter­nimmt Schlaraffenwelt-Autor Danny Mar­ques Mar­calo — und führt par­al­lel dazu das „Tage­buch eines Fleisch-Entzugs“. Ein Aus­zug an Tag 24: „Hab‘ heute in der U-Bahn einen Vater gese­hen, der sei­nen bei­den klei­nen Kin­dern Bifi gege­ben hat. Mir wurde schlecht“.
Schla­raf­fen­welt

Rezept­kampf: We ♥ Pizza: Unter die­sem Motto bit­tet Luna’s Phi­lo­so­phy der­zeit die Food­blog­welt um ihre Lieb­lings­re­zepte. Rock the Kit­chen rät in dem Zusam­men­hang, den Piz­za­t­eig 24 Stun­den im Kühl­schrank ruhen zu las­sen — „unge­wöhn­lich, aber sehr effek­tiv“. Und Fein­schme­ckerle lie­fert dazu ihr „Alltime-Forever-Tomatensoßenrezept“.
Luna’s Phi­lo­so­phyKoch­topf (We love Pizza)Rock the Kit­chen (Piz­za­t­eig)Fein­schme­ckerle (Soße)

Buch der Woche

Süßer Lese­stoff: „Sweets — Himm­li­sche Ver­füh­run­gen für den gan­zen Tag“ heißt das neue Buch der Food­blog­ge­rin Nicole Stich (Deli­cious Days). Die Rezepte rei­chen von Früh­stück bis Bett­hup­ferl und seien ideal für alle, „die einen süßen Zahn haben und kei­nen gestei­ger­ten Wert aufs Kalo­ri­en­zäh­len legen“, fin­det Juliane von „Schö­ner Tag noch!“. Sie hat drei Gerichte aus­pro­biert, dar­un­ter ihr Favo­rit: Ziegenkäse-Parfait in Cantuccini-Brösel mit Cas­sis­früch­ten.
Schö­ner Tag noch! (Rezen­sion)Deli­cious Days

App der Woche

Foto-Kochbuch — Tapas: Hoch­auf­lö­sende Fotos — und das für jeden Arbeits­schritt: Damit glän­zen die Apps der Foto-Kochbuch-Serie, die nach „Schnell & Ein­fach“ und „Vege­ta­risch“ nun eine dritte Samm­lung vor­stellt: Tapas (€3,59, uni­ver­sal). Ins­ge­samt 60 Rezepte gibt es, und Nicki von Guten APPe­tit lobt: „Klasse Rezepte, hoch­qua­li­ta­tive Fotos und ein­fach zu fol­gende Zube­rei­tungs­hin­weise erleich­tern den Ein­stieg in die Tapas-Welt unge­mein“.
Guten APPe­tit (Rezension)

Blog der Woche

Food­freak: Ein Freak ist wört­lich über­setzt ein „Krüp­pel, Ver­rück­ter, Unnor­ma­ler“, kann aber laut Wiki­pe­dia auch einen Men­schen mei­nen, der eine Sache „über ein nor­ma­les Maß hin­aus“ betreibt. Das trifft zwei­fel­los auf Petra zu, die sich auf ihrem Blog Foodfreak.de bereits seit fast acht Jah­ren inten­siv mit dem Thema Essen beschäf­tigt. Oder wie es die Ham­bur­ge­rin im Inter­view mit der Schmau­s­epost for­mu­liert: „Wir essen um zu leben, ich lebe um zu essen“.
Schmau­s­epost (mit Inter­view)Foodfreak.de

Rezepte der Woche

Klau­sen­bur­ger Kraut: Marie von „Ech­tes Essen“ singt ein Lob­lied aufs Sau­er­kraut — „auch, wenn der Geruch heute nicht mehr so ganz in die (Designer-) Küchen zu pas­sen scheint“. In ihrem Blog lie­fert sie drei Rezepte für Klau­sen­bur­ger Kraut, ein Auf­lauf der sie­ben­bür­gi­schen Küche. Die Palette reicht von der tra­di­tio­nell def­ti­gen Vari­ante mit Hack­fleisch und Schmand bis zur vega­nen Ver­sion mit kara­mel­li­sier­ten Pekan­nüs­sen.
Ech­tes Essen

Har­ira (vege­ta­risch): Was tun, wenn’s zu Ostern immer noch bib­bernd kalt drau­ßen ist? Ein­fach eine wär­mende und sät­ti­gende Suppe kochen, emp­fiehlt Kirs­ten von „Sugar & Spice“. Sie lie­fert dazu ein Rezept für Har­ira, eine marok­ka­ni­sche Suppe mit Lin­sen, Kicher­erb­sen und aller­lei Gewür­zen.
Sugar & Spice

Nach­schlag

Etwas ein­sei­tig Pani­sche Angst vor allen Gerich­ten außer Ofen­kar­tof­feln soll die 23-jährige Bri­tin Claire Jones haben. Das mel­det das für ihre Serio­si­tät berühmte eng­li­sche Revol­ver­blatt Daily Mail. Die Folge: Jones isst aus­schließ­lich Ofen­kar­tof­feln mit Käse und Kraut­sa­lat — und hat davon 13.000 Por­tio­nen in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ver­drückt.
Daily MailShortnews.deParadisi.de

Blog der Woche: Foodfreak

Foodfrek

Als Asien-Liebhaberin sind für Petra auch Schwei­ne­füße nicht tabu.

Am 18. April 2005 trot­ten nicht weni­ger als 115 Kar­di­näle aus aller Welt in die Six­ti­ni­sche Kapelle zu Rom. Zusam­men­ge­bracht hat sie der Tod von Papst Johan­nes Paul II; als sie sich wenige Tage spä­ter tren­nen, heißt sein Nach­fol­ger Bene­dikt XVI. Seit­dem sind wir erst Papst gewe­sen, dann Ex-Papst und haben gar ein neu­er­li­ches Kon­klave erlebt — wie­der die Kar­di­näle, wie­der wei­ßer Rauch und wie­der ein weiß­haa­ri­ger Mann auf dem Bal­kon, der sich von Tau­sen­den fei­ern lässt, als habe er soeben das Rezept für die per­fek­ten Spa­ghetti Bolo­gnese entdeckt.

Doch darum soll’s an die­ser Stelle gar nicht gehen. Viel­mehr führt die Erin­ne­rung an jene his­to­ri­schen Stun­den vor Augen, dass die­ser 18. April 2005 schon ver­dammt lange her ist. Wes­halb man Petra Hil­de­brandt getrost als eine Food­blog­ge­rin der ers­ten Stunde bezeich­nen darf. Denn just als damals die Köpfe der Kar­di­näle in der Kapelle rau­chen, ver­öf­fent­licht die Ham­bur­ge­rin ihren ers­ten Ein­trag auf Foodfreak.de unter dem Titel „Zwi­schen Aal und Zuc­chini“. Und wäh­rend in Rom erst­mals schwar­zer Qualm aus dem Kamin auf­steigt, zitiert Petra in ihrem Food­blog einen der renom­mier­tes­ten Phi­lo­so­phen der Neu­zeit, näm­lich Kater Garfield:

Life is too short for a diet, sagte schon Gar­field. Wer würde der wohl­be­leib­ten Comi­cmieze da wider­spre­chen. In die­sem Sinne, guten Appetit.

Seit­dem hat Petra Hun­derte von Arti­keln auf ihrem Food­blog fol­gen las­sen — wobei ihr der Begriff Food­blog eigent­lich wider­strebt. Viel­mehr ver­steht sie Foodfreak.de als ein per­sön­li­ches Food-Magazin, „ein Abbild mei­ner eige­nen Inter­es­sen im Bereich Food“, wie sie es im Inter­view mit der Schmau­s­epost umschreibt.

Und diese Inter­es­sen gehen weit über das Hob­by­da­sein hin­aus, denn Petra ist nicht nur Food­blog­ge­rin, son­dern auch Auto­rin und Über­set­ze­rin im Bereich Food. So ist Foodfreak.de seit Beginn an zwei­spra­chig — Deutsch und Eng­lisch —, auch weil das Rei­sen neben dem Essen Petras zweite große Lei­den­schaft dar­stellt. Beson­ders Asien und die asia­ti­sche Küche haben es der Ham­bur­ge­rin ange­tan: „Die japa­ni­sche Ess­kul­tur und japa­ni­sche Rezepte sowie Bento-Boxen fas­zi­nie­ren mich“, sagt Petra, die gerade eben erst von einer neun­wö­chi­gen Süd­ost­asi­en­tour heim­ge­kehrt ist.

Was die Blog­ge­rin hin­ge­gen weni­ger mag, sind übereif­rige Essens­apos­tel. Denn: „Bes­ser­wis­ser und Mis­sio­nie­rer gibt es schon viel zu viele, und mit Ver­laub: Sie gehen mir auf den Keks.“ Viel lie­ber geht sie mit einem entspannt-augenzwinkernden Blick an das Thema Essen heran — so auch in ihrem Koch­buch für Geeks (2007) und dem LARP-Kochbuch (2006) für Live-Rollenspieler.

INTERVIEW — 5 Fra­gen an… Petra von foodfreak.de

1. Was ist dein per­sön­li­ches Lieb­lings­ge­richt in dei­nem Blog?

Petra: Ich kann wirk­lich nicht ein Rezept zum Lieb­lings­ge­richt küren — nicht mal eines pro Jah­res­zeit. Das wäre ja so, als müsste man ein Lieb­lings­kind auswählen. Was ich momen­tan jedoch sehr gern noch mal kochen möchte, ist das japa­ni­sche Rind­fleisch mit Mandarinen-Soja-Sauce und Shi­chimi. Aber es gibt noch soo viele schöne Rezepte die aufs Aus­pro­bie­ren warten…

2. Wel­che Rolle spielt Essen in dei­nem Leben?

Petra: Wir essen um zu leben, ich lebe um zu essen. Spaß bei­seite: natür­lich steht bei einer Food­blog­ge­rin und Über­set­ze­rin (auch) im Bereich Food, Ernäh­rung, Gesund­heit das Thema Essen sehr weit oben auf der Liste der rele­van­ten Dinge; unser Essen ist ein so span­nen­des, viel­sei­ti­ges und inter­es­san­tes (köst­li­ches) Thema, dass ich mich damit dau­er­haft pri­vat und beruf­lich befasse. Und ich bin sehr froh dass ich das kann. Ich koche so gut wie täg­lich selbst, und die nach unten offene Nach­koch­liste an auf­re­gen­den Rezep­ten aus aller Welt wird täg­lich länger.

3. Wor­auf soll­ten mehr Men­schen beim Essen achten?

Petra: Ich halte gar nichts davon, Leu­ten irgend­wel­che Vor­schrif­ten oder Emp­feh­lun­gen zum Thema Essen zu geben. Bes­ser­wis­ser und Mis­sio­nie­rer gibt es schon viel zu viele, und mit Ver­laub: Sie gehen mir auf den Keks. Das ein­zige, was mei­ner Mei­nung nach wirk­lich wich­tig ist, und womit viele Leute ein Pro­blem haben, ist ihr Essen bewusst zu genie­ßen. Ja, wir müs­sen alle essen, um am Leben zu blei­ben, aber Essen kann und sollte mehr sein: etwas, das uns Freude macht, sinn­li­che Erfah­run­gen ver­mit­telt. Sich dar­auf ein­zu­las­sen, das finde ich wichtig.

4) Was war die schönste Erfah­rung mit dei­nem Blog?

Petra: Ich freue mich immer, wenn Leser etwas nach­ko­chen und damit glück­lich sind.  Die schönste Reak­tion ist für mich, dass Men­schen, die ich nicht per­sön­lich kenne, mir sagen: Hey, du hast mich ermu­tigt, selbst was zu kochen, das ist toll gewor­den, danke. Das erlebe ich öfter. Es macht mich glück­lich, die Freude am guten Essen und am Genuss zu tei­len und wei­ter­ge­ben zu können.

5. Wel­che drei Web­sei­ten zum Thema Essen kannst du empfehlen?

Petra: Die Num­mer eins auf der Liste ist Chili & Cia­batta, die Web­site von Petra aus dem Bay­ri­schen Wald. Sie kocht einen Stil, der mei­nem nahe­kommt, hat immer köst­li­che und wun­der­schön bebil­derte Rezepte in ihrem Blog, und backt die tolls­ten Brote, die man sich vor­stel­len kann. Sehr gern lese ich The Blen­der, das Cor­po­rate Blog des US-Haushaltswarenkonzerns Williams-Sonoma, sie bie­ten eine schöne Mischung aus anspre­chende Rezep­ten und span­nen­den Chef-Interviews. Als Kon­trast dazu nenne ich noch Con­su­med Gour­met, ein Blog, das sich mit moder­nist cui­sine beschäf­tigt, und des­sen sehr abge­fah­rene Ideen ich höchst inspi­rie­rend finde.

Mehr über Petra und ihre Web­seite steht auf www.foodfreak.de.

Schmausepost vom 22. März

Schman­kerl der Woche

Im Hun­ger­streik: Für Rob Rhi­ne­hart ist Essen eine Ver­schwen­dung von Zeit, Geld und Ener­gie. Des­halb hat der 24-Jährige ein Pul­ver­ge­misch ent­wi­ckelt, das alle nöti­gen Nähr­stoffe ent­hält. Inzwi­schen isst Rob nur noch zwei­mal die Woche feste Nah­rung. Im Inter­view mit dem vice-Magazin sagt er: „Ich ver­misse das nor­male Essen nicht, genauso wenig wie ich den Schwarz-Weiß-Fernseher ver­misse“.
vice (mit Inter­view)Spiegel-OnlineRobs Blog, Zusam­men­set­zung des Pulvers

Zahl der Woche

42 Liter Cola trinkt der Durch­schnitts­deut­sche pro Jahr. Zum 127. Geburts­tag des Getränks beant­wor­tet die Stif­tung Waren­test alle Fra­gen rund um die braune Brause — dar­un­ter auch den Klas­si­ker: Zer­setzt Cola wirk­lich Fleisch?
test.de

Nach­rich­ten

Und täg­lich grüßt…: Um die Chro­nis­ten­pflicht zu erfül­len, hier die Skan­dale der Woche: Anti­bio­tika im Puten­fleisch, ver­wäs­serte Fische und ver­bo­te­nes Schafs­fleisch. Lesens­wert in dem Zusam­men­hang: In der Wirt­schafts­wo­che erklärt ein Pres­se­spre­cher, der anonym blei­ben will, warum die Lebens­mit­tel­bran­che so beharr­lich zu allen Skan­da­len schweigt.
Wiwo (anony­mer Spre­cher)taz (Puten­fleisch)NDR (Wasser-Fische)taz (Schafs­fleisch)

Obers­ter Tes­ter: Allen Skan­da­len zum Trotz: „Lebens­mit­tel waren noch nie so sicher wie heute“, behaup­tet Huber­tus Pri­mus, Vor­stand der Stif­tung Waren­test. Im Inter­view anläss­lich des Welt­ver­brau­cher­tags ver­rät er, wor­auf Kun­den beim Lebens­mit­tel­kauf ach­ten soll­ten. Und er betont: „Bio­fleisch schmeckt nicht bes­ser“.
Stif­tung Warentest

Um die Wurst: Zwi­schen Aal­rauch­mett­wurst im Nor­den und Münch­ner Weiß­wurst im Süden gibt es mehr als 1500 Wurst­sor­ten in Deutsch­land — und sie könn­ten bald ein Fall für das Unesco-Kulturerbe wer­den. Denn die deut­sche Wurst­viel­falt steht weit oben auf der Liste der lan­des­ty­pi­schen Bräu­che, die unter beson­de­ren Schutz gestellt wer­den sol­len.
Welt

Trink­feste Mon­ar­chin: Sie­ben fesche Frauen strei­ten sich um den Titel der Baye­ri­schen Bier­kö­ni­gin. Bis zum 8. April kann man im Web abstim­men, ob eher Maria („Hob­bys: Bier-Degustation, Bay­ern“) oder doch Cla­rissa („Hob­bys: Frei­wil­lige Feu­er­wehr, baye­ri­sche Thea­ter­büh­nen“) diese Ehre gebührt.
Baye­ri­sche Bier­kö­ni­gin (Infos)Baye­ri­sche Bier­kö­ni­gin (Vor­stel­lung Kandidatinnen)

Lese­ge­schich­ten

Der Müll­schlu­cker: Seit drei Jah­ren lebt Raphael Fell­mer ohne Geld. Sein Essen holt er sich aus dem Abfall der Super­märkte — „Lebens­mit­tel ret­ten“, nennt er das. Inzwi­schen berät der 30-Jährige Bio­lä­den in Nach­hal­tig­keits­fra­gen und hat ein Tausch­netz­werk für Nah­rung gegrün­det. Im 40-minütigen Radio­in­ter­view erzählt Fell­mer, warum er sich dem Kon­sum ver­wei­gert.
Bay­ern 2 (Arti­kel)Bay­ern 2 (Interview)

Luft­los lecker: Sous-vide heißt über­setzt „unter Vakuum“ und meint das Garen von Fleisch, Fisch und Gemüse in Vaku­um­beu­teln bei nied­ri­gen Tem­pe­ra­tu­ren. Nach Mei­nung von Tagesspiegel-Autor Bernd Matthies ist diese Gar­me­thode nicht weni­ger als eine Revo­lu­tion. Bushcook’s Kit­chen nimmt sich in ihrem Blog das Stan­dard­werk zu Sous-vide vor und unter­nimmt erste Geh­ver­su­che.
Tages­spie­gelBushcook’s Kit­chen

Auf Diät: Wenn der Mensch schon nicht aufs Tiere essen ver­zich­tet, dann sol­len es eben die Tiere tun: Um die Aus­beu­tung der Meere zu brem­sen, erzie­hen nor­we­gi­sche For­scher Fische zu Vege­ta­ri­ern. Lachse und Bar­sche sol­len künf­tig Raps und Soja essen. Oder noch bes­ser: Fich­ten­holz und Methan­gas. Doch die Umstel­lung birgt auch Gefah­ren.
Süd­deut­sche

Wider der Täu­schung: Wurst mit auf­ge­sprüh­tem Raucha­roma, Auf­back­bröt­chen ohne Geschmack und fri­sche Milch, die drei Wochen lang hält: Nun macht sich sogar die ehr­wür­dige FAZ Sor­gen um unsere Ernäh­rung. In ihrem „Auf­ruf zum Wider­stand“ rät sie: „Wer­be­be­griffe der Nah­rungs­mit­tel­bran­che hin­ter­fra­gen und selbst schme­cken“.
FAZ

Blog­schau

Nah­rung im Netz: Wenn der Rewe-Mann zwei­mal klin­gelt: Im Super­markt­blog berich­tet Peer Scha­der über seine Erfah­run­gen mit dem Lebensmittel-Lieferdienst von Rewe Online. In den Kom­men­ta­ren erzäh­len Nut­zer von wei­te­ren Ein­kaufs­mög­lich­kei­ten im Web.
Super­markt­blog (Text)Super­markt­blog (Kommentare)

Grüne Liste: Von Zara­thus­tra bis Dr. Spock — Chris­tof vom Blog „Ein­fach Bewusst“ hat eine Liste mit 100 pro­mi­nen­ten Vege­ta­ri­ern zusam­men­ge­stellt. Darin fin­den sich erwart­bare Figu­ren wie Hans Söll­ner und Cem Özde­mir — aber auch Über­ra­schun­gen à la Boris Becker oder der Jesus-Jünger Mat­thäus.
Ein­fach Bewusst

Stern­gu­cker: „Entre les Bras — 3 Sterne, 2 Gene­ra­tio­nen, 1 Küche“ heißt ein neuer Doku­men­tar­film über den legen­dä­ren Koch Michel Bras und sei­nen Sohn. Ste­van Paul von Nut­ri­Cu­li­nary hat sich das Werk ange­se­hen und fin­det: „ein sehr nahes Por­trait zweier Män­ner, die eine Küchen­phi­lo­so­phie tei­len, in einer Küche, die zu groß gewor­den ist für zwei Meis­ter“.
Nut­ri­Cu­li­nary (Rezen­sion)Entre les Bars (Film)

Beste Reste: Fräu­lein Moonstruck macht sich Gedan­ken über Lebens­mit­tel­ver­schwen­dung und stellt Pro­jekte vor, die sich mit dem Thema beschäf­ti­gen — von Food­sha­ring über den Film „We love Food“ bis zur Web­seite Was­te­coo­king. Außer­dem gibt die Blog­ge­rin Tipps, was man in der eige­nen Küche mit Lebens­mit­tel­res­ten anstel­len kann.
Fräu­lein Moonstruck

Buch der Woche

Runde Sache: Ein Koch­buch nur mit Piz­za­re­zep­ten? Das erscheint Ela von „trans­glo­bal pan party“ zunächst über­trie­ben — doch spä­tes­tens bei der Frühstücks-Pizza (mit Ei, Avo­cado, Chi­lis und Crème fraîche) ist sie über­zeugt: „Pizza“ von Pete Evans „könnte sogar mein Lieb­lings­koch­buch 2013 wer­den“. Die Palette reicht von Pizza mit Brat­pfir­sich, Ricotta und Honig bis süßer Schwarz­wald­pizza mit Scho­ko­lade, Kir­schen und Sahne.
trans­glo­bal pan party

App der Woche

Metro­Le­cker: Die Apps der gro­ßen Lebens­mit­tel­ket­ten sind meist Ein­kaufs­hel­fer mit Kata­lo­gen, Gut­schei­nen und eini­gen Rezep­ten. Nicht so Metro­Le­cker der Metro-Gruppe: Bei dem kos­ten­lo­sen Pro­gramm han­delt es sich um eine klas­si­sche Koch-App (iPhone). Zwar bemän­gelt Nicki von Guten APPe­tit das „sehr ver­hal­tene“ Design, doch mit den Bild-für-Bild-Kochanleitungen und den Erklär­vi­deos für Anfän­ger sam­melt Metro­Le­cker Punkte.
Guten APPe­tit (Rezension)

Blog der Woche

Die Küchen­schabe: Ein trau­ri­ger Anlass, ein irri­tie­ren­der Name — aber ein wun­der­vol­ler Food­blog: Die Küchen­schabe star­tete einst ihre Web­seite, weil Rücken­schmer­zen sie plag­ten. Heute gibt’s dort öster­rei­chi­sche Schman­kerl sowie inter­na­tio­nale Spe­zia­li­tä­ten. Im Inter­view mit der Schmau­s­epost sagt die Blog­ge­rin: „Natür­lich spielt Essen eine wich­tige Rolle in mei­nem Leben. Vor allem aber die Beschäf­ti­gung mit Lebens­mit­teln und ihrer Her­kunft“.
Die Küchen­schabeSchmau­s­epost (mit Interview)

Rezepte der Woche

Rin­der­bein­schei­ben mit Lin­sen und Polenta: Pas­send zum Blick aus dem Fens­ter hat Juliane von „Schö­ner Tag noch!“ in das Koch­buch „Win­ter. Home made“ geblickt und ein beein­dru­cken­des Gericht her­vor­ge­zau­bert: Geschmorte Rind­bein­schei­ben mit Belugalin­sen und cre­mi­ger Polenta. Ihr Tipp: Schnell nach­ko­chen, bevor’s vor­bei ist mit dem Win­ter.
Schö­ner Tag noch!

Vanille-Schoko-Ostereier (vege­ta­risch): Oster­ku­chen mal anders: Dine & Fine stellt ein Rezept für Vanille-Schoko-Küchlein vor, die in Eier­scha­len geba­cken und ser­viert wer­den. Ideal als Oster­ge­schenk oder Mit­bring­sel.
Dine & Fine

Nach­schlag

Frisch geschlüpft Jahr­zehn­te­lang machte das Überraschungs-Ei sei­nem Namen bei USA-Reisen alle Ehre. Denn die Ein­fuhr der Süßig­keit in das Land der unbe­grenz­ten Regeln war ver­bo­ten; nicht sel­ten ver­hängte der Zoll hun­derte Dol­lar Strafe. Der Grund: In den USA gibt es ein Gesetz, das die Ver­bin­dung von Spiel­zeug und Nah­rung ver­bie­tet. Nun hat eine Firma ein amerika-taugliches Ü-Ei ent­wi­ckelt, und die taz jubelt: „Die Pro­hi­bi­tion hat ein Ende“.
taz (Ei-Freiheit)Wiki­pe­dia (Verbot)

Blog der Woche: Die Küchenschabe

Küchenschabe

Ihrem Blog sieht man an, dass die Küchen­schabe im Brot­be­ruf Gra­fi­ke­rin ist.

Blatta ori­en­ta­lis, die Gemeine Küchen­schabe, ist ein licht­scheuer, eher gars­tig aus­se­hen­der Geselle — und gilt als Vor­rats­schäd­ling, der laut Wiki­pe­dia „an ein­ge­la­ger­ten Nah­rungs­mit­teln des Men­schen schma­rotzt“. Kurzum: kein Gast, den Otto-Normalesser gerne in sei­ner Küche begrüßt.

Allein eine pas­sio­nierte Hob­by­kö­chin aus dem öster­rei­chi­schen Linz hat offen­bar ein beson­de­res Fai­ble für das Insekt, der sogar so weit geht, dass sie ihren Food­blog unter dem Pseud­onym Die Küchen­schabe betreibt. Ob’s an der Ent­ste­hungs­ge­schichte liegt? Denn wie Frau Küchen­schabe im Inter­view mit der Schmau­s­epost berich­tet, war es ein eher unschö­nes Erleb­nis, das sie zur Food­blog­ge­rin wer­den ließ. Von den Band­schei­ben gepei­nigt, musste sie im Som­mer 2011 drei Wochen lang zu Hause blei­ben — und durfte nicht sit­zen. Die Folge: Neben aus­ge­dehn­ten Spa­zier­gän­gen stand oft stun­den­lan­ges Kochen auf dem Pro­gramm. „Die Ergeb­nisse habe ich foto­gra­fiert“, erzählt sie. „Und so ist die Idee ent­stan­den, mit der Menge an Fotos auch einen Blog zu begin­nen — als ich dann wie­der sit­zen durfte.“

Dort fin­den sich heute allen voran öster­rei­chi­sche Spe­zia­li­tä­ten — von Eier­schwam­merl mit Ser­vi­et­ten­knö­del über süße Brand­teig­krap­ferl bis zu Haschee­knö­del mit Sau­er­kraut. Doch wie es sich für ein welt­weit ver­brei­te­tes (aus­ge­nom­men Ark­tis und Ant­ark­tis) Insek­ten gehört, krab­belt auch die kochende Küchen­schabe auch über den Tel­ler­rand der Alpen­re­pu­blik und ent­deckt dabei so ver­lo­ckende Gerichte wie Okto­pus in Rot­wein mit Blu­to­r­ange und Fen­chel oder Spar­gel thai­län­disch mit Lamm­filet und knusp­ri­ger Kokos­po­lenta. „Ich inter­es­siere mich sehr für die medi­ter­ra­nen und asia­ti­schen Küchen“, sagt die Küchen­schabe. „Gleich­be­rech­tigt ste­hen Fleisch­spei­sen neben Sup­pen und Kuchenkreationen.“

Doch auf ihrem Blog geht es nicht nur um Rezepte: So hart­nä­ckig wie Küchen­scha­ben, die selbst selbst die Atom­bom­ben­tests auf dem Bikini-Atoll unbe­scha­det über­stan­den haben, so beharr­lich äußert auch die schrei­bende Schabe ihre prin­zi­pi­el­len und kri­ti­schen Über­le­gun­gen zum Thema Lebens­mit­tel. Des Wei­te­ren gibt es Buch­re­zen­sio­nenEin­kaufs­tipps und eine Liste mit besu­chens­wer­ten Restau­rants.  

INTERVIEW — 5 Fra­gen an… die Küchenschabe:

1. Was ist dein Lieb­lings­ge­richt in deinem Blog?

Küchen­schabe: Mein (der­zei­ti­ges) Lieb­lings­re­zept ist gefüllte Hüh­ner­brust mit Sau­er­kraut und Kräu­tern - ein Gericht, das trotz der unge­wöhn­li­chen und über­ra­schen­den Zuta­ten­kom­bi­na­tion her­vor­ra­gend schmeckt. Die Ursprünge des leicht nach­zu­ko­chen­den Rezepts stam­men von den Brü­dern Obauer.

2. Wel­che Rolle spielt Essen in deinem Leben?

Küchen­schabe: Natür­lich spielt Essen eine wich­tige Rolle in mei­nem Leben. Vor allem aber die Beschäf­ti­gung mit Lebens­mit­teln und ihrer Her­kunft. Ich bemühe mich sehr, immer Fleisch von Tie­ren zu ver­ar­bei­ten, die art­ge­recht gehal­ten wur­den (siehe hier), habe ein Gemüse-Bio-Kistl abon­niert und baue auch selbst im Gar­ten Kräu­ter und ver­schie­de­nes Gemüse an – am liebs­ten sel­tene Sor­ten, die man kaum zu kau­fen bekommt.

3. Wor­auf soll­ten mehr Men­schen beim Essen achten?

Küchen­schabe: Men­schen soll­ten beim Ein­kau­fen der Nah­rungs­mit­tel dar­auf ach­ten, woher die Lebens­mit­tel kom­men. Äpfel aus Neu­see­land oder Brom­bee­ren aus Afrika müss­ten nicht sein. Auf Bana­nen würde ich aller­dings nicht verzichten…

4. Was war die schönste Erfah­rung mit deinem Blog?

Küchen­schabe: Die Reak­tio­nen auf mei­nem Blog, die mich am meis­ten freuen, sind Rück­mel­dun­gen von Lesern, die etwas nach­ge­kocht haben und denen es geschmeckt hat.

5. Wel­che Web­sei­ten zum Thema Essen kannst du empfehlen?

Küchen­schabe: Unbe­dingt emp­feh­len möchte ich die Web­seite von Herr Kat­zer. Dort erfährt man wirk­lich alles über alle Kräu­ter und Gewürze – eine unent­behr­li­che Seite für jeden, der sich fürs Kochen interessiert. Bei den Blogs muss ich auch nicht lange über­le­gen, es sind dies die Blogs von Petra (Chili und Cia­batta), Katha (Ess­kul­tur — kuli­na­ri­sche Noti­zen) und Eline (Küchen­tanz):

  • Petra hat ein immen­ses Reper­toire an Rezep­ten jeg­li­cher Kate­go­rie. Und jedes Rezept gelingt, ich habe schon eine Menge nachgekocht.
  • Katha ist eine beses­sene Köchin, die in epi­scher Breite und enorm unter­halt­sam über das Essen schreibt. Ihre Mis­sion: bedin­gungs­lose Qualität.
  • Wer etwas über die feine Küche erfah­ren will, ist bei Eline rich­tig. Seit einer hal­ben Ewig­keit bloggt sie abso­lut hau­ben­taug­li­che Menü­fol­gen. Da kann auch der Profi nachschlagen.

Mehr über die Küchen­schabe, ihre Rezepte und ihren Blog steht auf www.diekuechenschabe.blogspot.de.

Schmausepost vom 15. März

Schman­kerl der Woche

Kuli­na­ri­sches Kino: Zwei Filme zum Thema Essen, die unter­schied­li­cher kaum sein könn­ten, haben nun ihre Trai­ler vorgestellt.

  • We Love Food: Im Rah­men ihrer Mas­ter­ar­beit dre­hen Tübin­ger Stu­den­ten einen Film über Lebens­mit­tel­ver­schwen­dung. Gab’s das nicht schon? Ja, doch im Gegen­satz zu „Taste the Waste“ betrach­ten die jun­gen Macher das Thema nicht glo­bal, son­dern auf einer per­sön­li­chen Ebene — und wol­len nicht nur auf­rüt­teln, son­dern Alter­na­ti­ven im Umgang mit Lebens­mit­teln auf­zei­gen. Der Trai­ler macht Lust auf mehr. (Web­seiteTrai­ler)
  • Gue­rilla Köche: Die Ber­li­ner Max und Felix haben einen Traum: ein eige­nes Spit­zen­re­stau­rant. Zuvor jedoch gehen die bei­den sozu­sa­gen auf die Walz, das heißt bei Köchen: acht Monate Asien, acht Län­der, 25 Städte — immer auf der Suche nach neuen Gerich­ten und inspi­rie­ren­den Köchen. Ihr Weg führt sie dabei von frit­tier­ter Taran­tel zu fang­fri­schem Wal und von Gar­kü­che zu Mole­ku­lar­kü­che. (Web­seiteTrai­ler)

Zahl der Woche

49.300.000.000 Euro Umsatz hat die Edeka-Gruppe laut einem Ran­king der Lebens­mit­tel Zei­tung im ver­gan­ge­nen Jahr erwirt­schaf­tet — und ist damit unan­ge­foch­tene Num­mer eins in Deutsch­land. Auf den Rän­gen fol­gen: Rewe, Metro, Schwarz (Lidl) und Aldi. Bei den Sys­tem­gas­tro­no­men liegt McDonald’s weit vor Bur­ger King, der Luft­hansa, T&R Rast­stät­ten und Nord­see.
Lebens­mit­tel Zei­tung (Lebens­mit­tel­han­del)Lebens­mit­tel Zei­tung (Sys­tem­gas­tro­no­mie)Pres­se­mit­tei­lung

Nach­rich­ten

Weni­ger im Meer: Wel­cher Fisch darf mit ruhi­gem Gewis­sen auf dem Tel­ler lan­den? Green­peace hat sei­nen neuen Ein­kaufs­rat­ge­ber ver­öf­fent­licht. Dem­nach ste­hen Makrele, Aal und Rot­barsch auf der Roten Liste; bei Lachs und Dorade kommt es auf die Her­kunft an. Doch viele Wis­sen­schaft­ler kri­ti­sie­ren die Emp­feh­lun­gen der Orga­ni­sa­tion.
Green­peace (mit Falt­blatt)Süd­deut­sche (mit Kritik)

Gro­ßer Streit: Die Riesen-Becher waren eine Num­mer zu groß für New Yorks Bür­ger­meis­ter Bloom­berg. Der wollte XXL-Cola und Co. aus sei­ner Stadt ver­ban­nen — und schei­terte vor Gericht. Der SWR hat dazu ein Dos­sier über den „neuen Böse­wicht Zucker“ erstellt, und in der Zeit fin­det US-Autor Tuvia Teven­bom das geplante Ver­bot gräss­lich und schwärmt von frü­her, „als wir noch süße Sachen tran­ken und mehr Würde hat­ten“.
Süd­deut­sche (Ver­bot)SWR (Dos­sier)Zeit (Tenen­bom)

McSchule? Das „Bünd­nis für Ver­brau­cher­bil­dung“ soll Schü­ler zum ver­ant­wor­tungs­vol­len Kon­sum erzie­hen: Daten­schutz im Inter­net, nach­hal­ti­ges Ein­kau­fen — und gesunde Ernäh­rung. Doch in die­sem Punkt empört sich die Orga­ni­sa­tion Food­watch. Denn: Zu den Part­ner des Bünd­nis­ses gehö­ren nicht nur Land­frauen und Cari­tas, son­dern auch Edeka, Rewe und McDonald’s.
Tages­schau (mit Audio-Kommentar)Süd­deut­scheFood­watchMinis­te­rium

Mas­sen­hafte Moge­lei: Um ein Haar wäre die Schmau­s­epost diese Woche ohne Lebens­mit­tel­skan­dal aus­ge­kom­men. Doch dann erreich­ten und Nach­rich­ten von  Gam­mel­fleisch in pol­ni­schen Würs­ten und vor Anti­bio­tika strot­zende Puten­brust. Pas­send dazu lie­fert der Focus inter­es­san­ten Lese­stoff: zehn bit­tere Wahr­hei­ten über unser Essen.
Focus (bit­tere Wahr­hei­ten)Spiegel-Online (Würste)Radio Bre­men (Antibiotika-Pute)

Lese­ge­schich­ten

Wehrt euch! Ein Mensch ver­bringt im Schnitt sechs Jahre sei­nes Lebens mit Essen — da könnte er sich ruhig etwas mehr Gedan­ken machen, was er Tag für Tag in sich hin­ein­schlingt, fin­det Man­fred Krie­ner in sei­nem lesens­wer­ten Essay für die taz. Im Zuge der jüngs­ten Lebens­mit­tel­skan­dale for­dert er bewusste Ver­brau­cher und Bür­ger, die sich ein­mi­schen — gegen die Agrar­in­dus­trie.
taz

Grün ist die Hoff­nung: In Nie­der­sach­sen arbei­ten mehr Men­schen in der Land­wirt­schaft als in der Auto­in­dus­trie. Jedes zweite deut­sche Huhn kommt von hier, jedes dritte Schwein. Aus­ge­rech­net in jenem Bun­des­land hat nun seit kur­zem ein Grü­ner als Agrar­mi­nis­ter das Sagen: Chris­tian Meyer sieht die kon­ven­tio­nelle Land­wirt­schaft kri­tisch und legt sich mit der Bau­ern­lobby an.
Zeit

Lukul­li­sche Reise: Ein Jahr lang will sich Bianca Gusen­bauer ihren drei Pas­sio­nen hin­ge­ben: Essen, Kochen und Rei­sen. Von ihren Erleb­nis­sen berich­tet die Öster­rei­che­rin für die Zei­tung Stan­dard und auf ihrem Blog „Gib Bianca Fut­ter“. Erste Sta­tion der kuli­na­ri­schen Reise ist Bra­tis­lava, wo sie sich durch Märkte, Cafés und „gepimpte“ Liptauer schlemmt.
Stan­dard (Bra­tis­lava)Stan­dard (Bian­cas lukul­li­sche Reise)Gib Bianca Fut­ter

Tausch ist Trumpf: Die taz stellt zwei Inter­net­pro­jekte vor, die sich dem Kampf gegen Lebens­mit­tel­ver­schwen­dung ver­schrie­ben haben. Über Food­sha­ring kann man Nah­rung ver­schen­ken, bevor sie ver­gam­melt; und auf Meals­ha­ring laden sich Fremde gegen­sei­tig zum Essen ein.
tazfoodsharing.demealsharing.org

Blog­schau

Befrag­ter Nach­wuchs: Die Ber­li­ner Spei­se­meis­te­rei hat den auf­stre­ben­den Jung­koch Ben­ja­min Pei­fer aus der Pfalz getrof­fen. Der 26-jährige  Küchen­chef ver­rät im Inter­view seine liebs­ten Koch­bü­cher — und erzählt von sei­nem letz­ten Mahl, das typisch pfäl­zisch lau­tet: Sushi und Sashimi mit fri­schem Wasabi und Holzfassgeist-Sojasoße.
Ber­li­ner Speisemeisterei

Zum Gemüse, Genos­sen! on3, die Jugend­welle des BR, stellt das Münch­ner Kar­tof­fel­kom­bi­nat vor. Dabei han­delt es sich um eine soli­da­ri­sche Land­wirt­schaft, die jede Woche eine Gemü­se­kiste an die Mit­glie­der aus­lie­fert. Inzwi­schen sind bereits mehr als 200 Münch­ner der Genos­sen­schaft beige­tre­ten.
on3 (mit Radio­bei­trag)Kar­tof­fel­kom­bi­nat

Wut­probe: Regina von MucVeg hat sich das Buch „Tiere essen“ (2010) von Jona­than Safran Foer vor­ge­nom­men. Oder viel­mehr: Das Buch hat sie mit­ge­nom­men: „Ich wollte den Mann mit dem Dackel in der U-Bahn fra­gen, warum er sei­nen Dackel strei­chelt, aber das Fleisch eines ande­ren Tie­res isst?“ Ähnlich ging es einer Freun­din, die Regina für ihren Blog­ein­trag inter­viewt.
MucVeg

Mäch­tige Man­del: Eine Süßig­keit mit dem klin­gen­den Namen Tur­ron Crema de Almen­d­ras nimmt sich der Sweet­sche­cker in sei­nem neuen Video vor. Fazit des Nasch­kram­spe­zia­lis­ten: Der Tur­ron schmeckt wie kon­zen­trier­ter Man­delex­trakt, ist sehr mäch­tig — und oben­drein „eine große Saue­rei“.
Sweetschecker.tv

Buch der Woche

Auf Herz und Nie­ren: Ein Koch­buch über Fleisch — und trotz­dem poli­tisch kor­rekt: Das sei „Inne­reien“ von Sté­phane Reyn­aud, urteilt FAZ-Kolumnist Jür­gen Dol­lase, denn darin gehe es um die umfas­sende Ver­wer­tung eines Tie­res. Oder, wie es der Unter­ti­tel aus­drückt: „Feine Küche mit Leber, Herz und Nie­ren.“ Die Rezepte rei­chen von klas­si­schen Kalb­snie­ren bis zu moder­nen Adap­tio­nen wie Kut­teln aus der Pfanne mit Löwen­zahn.
FAZ (Ess­pa­pier)

App der Woche

Ein Koch­buch: Rezepte in Form eines Ablauf­dia­gramms — das ist der Clou einer neuen App mit dem schlich­ten Namen „Ein Koch­boch“ (iPad/5 Rezepte gra­tis, danach 2,69 Euro für 32 Rezepte). Die ein­zel­nen Zuta­ten flim­mern hier als bunte Zeich­nun­gen über den schwar­zen Bild­schirm. Alles eher unge­wöhn­lich, und doch lobt Nicki von Guten APPe­tit das inno­va­tive Kon­zept und rät: Unbe­dingt aus­pro­bie­ren!
Guten APPe­tit (Rezension)

Blog der Woche

Gour­met Gue­rilla: Ein­fach bes­ser essen — das ist das Motto von Mel, und das will die Ham­bur­ge­rin mit­tels ihres Blogs Gour­met Gue­rilla auch unter die Leute brin­gen. Im Inter­view mit der Schmau­s­epost nennt sie die drei Eck­pfei­ler ihrer Küchen­phi­lo­so­phie: (a) dass es Spaß macht, (b) dass es gut schmeckt und © dass es gut tut — dem eige­nen Kör­per, der Region und der Welt.
Schmau­s­epost (mit Inter­view)Gour­met Guerilla

Rezepte der Woche

Gefüllte Hüh­ner­brust: Bei soge­nann­ten Blog-Events gibt ein Food­blog­ger das Thema vor — und die Kol­le­gen lie­fern die dazu pas­sen­den Krea­tio­nen. Der koch­topf hat nun um Ideen aus „Sul­tans Küchen“ gebe­ten — und Bush­cooks Kit­chen war­tet mit einem wahr­lich majes­tä­ti­schen Rezept auf: Gefüllte Hüh­ner­brust mit Mirabellen-Rosmarin-Soße und Pistazien-Couscous. Zum lan­gen Namen ein kur­zer Kom­men­tar: umwer­fend!
Bush­cooks Kit­chen (Rezept)koch­topf (Aus Sul­tans Küchen)

Kara­mel­li­sier­ter Fen­chel mit Zie­gen­quark: Die Foodblogger-Welt liegt im Ottolenghi-Fieber — so auch Petra von Brot & Rosen. Sie stellt auf ihrem Blog nun ein ebenso sim­ples wie schmack­haf­tes Rezept vor: fei­ner Fen­chel­ge­schmack, umhüllt von Zucker­süße, dazu zie­gen­fri­scher Quark oder Käse.
Brot & RosenOtto­lenghi

Nach­schlag

Geschmacks­ex­plo­sion Mit dem Essen spielt man nicht — außer man heißt Alan Sai­ler. Der US-Künstler zer­fetzt Lebens­mit­tel und hält die Momente dann mit einer Hoch­ge­schwin­dig­keits­ka­mera fest. Eine Bil­der­ga­le­rie zeigt nun zehn von Sai­lers Auf­nah­men — von der bers­ten­den Melone bis zur zer­schos­se­nen Lit­schi.
Web.de