Archiv für den Monat: März 2013

Blog der Woche: Gourmet Guerilla

UNetrschrift

Ein Ham­bur­ger Küchen­mäd­chen mit Geschmack: Mel von Gour­met Guerilla.

Gue­rilla, das ver­rät uns die Wiki­pe­dia, ist wört­lich genom­men die Ver­nied­li­chung des Spa­ni­schen guerra und heißt über­setzt: klei­ner Kampf. Inso­fern ist der Titel von Mels Blog auf den ers­ten Blick etwas irre­füh­rend, denn bei Gour­met Gue­rilla steht sie kei­nes­wegs auf Kriegs­fuß mit der Kuli­na­rik — im Gegen­teil: Dort beschäf­tigt sich die Ham­bur­ge­rin mit den schö­nen Sei­ten des Essens.

Oder wie sie es kürz­lich im Radio­in­ter­view beim NDR for­mu­liert hat: „Mein Motto heißt: Ein­fach bes­ser essen — wobei das ‚ein­fach‘ eine wich­tige Kom­po­nente ist, die man nicht ver­ges­sen darf. Bes­ser essen bedeu­tet für mich, dass das Essen schmeckt, dass es rela­tiv leicht zuzu­be­rei­ten ist, dass es aus fri­schen Zuta­ten her­ge­stellt wird, und dass man viel­leicht sogar noch etwas Spaß hat beim Kochen.“ Klingt nicht wirk­lich kriegs­lüs­tern, oder?

Abseits der Küche führt Mel übri­gens laut eige­ner Aus­sage „ein (halb­wegs) seriö­ses Leben“ als Bera­te­rin in einer Wer­be­agen­tur. Die Abende und Wochen­en­den ver­bringt sie dann vor­zugs­weise mit Mann, Kind und Freun­den — und in ihrer win­zi­gen Küche. Dort kre­denzt sie jene Krea­tio­nen, deren Zube­rei­tung sie seit 2011 bild– und wort­ge­wal­tig auf Gour­met Gue­rilla doku­men­tiert — nie im tro­cke­nen Koch­buch­duk­tus, son­dern gerne mit einem Augenzwinkern.

Wel­che Gerichte bei Mel auf dem Tisch und im Blog lan­den? Das lässt sich unge­fähr so leicht vor­her­sa­gen wie das Wet­ter in Eng­land — im Som­mer 2021. Denn als Gour­met Gue­rilla kämpft sie sich von Ayur­ve­di­scher Zitronen-Reis-Suppe über die 90-Sekunden Scho­ko­creme „Death by Cho­co­late” und ofen­ge­rös­te­ten Würst­chen mit Herbst­ge­müse bis hin zu Zitro­nen­pasta mit Lachs, Zuc­chi­ni­soße und Tan­doo­riz­wie­beln. Mel: „Bei uns ste­hen leckere Rezepte im Mit­tel­punkt, die auch Koch­an­fän­ger zu Hause unkom­pli­ziert und mit Spaß umset­zen kön­nen. Wenig indus­tri­ell ver­än­derte, fri­sche Zuta­ten sind dabei immer die Grund­lage. Wir ver­mei­den zu viele ein­fa­che, leere Koh­len­hy­drate, essen hin und wie­der Fleisch, lie­ben vege­ta­ri­sche oder vegane Gerichte und pro­bie­ren sehr gern neue Zuta­ten aus. Natür­lich muss dann und wann mal etwas Süßes auf den Tisch.“

Oder, wie Mel es im Inter­view mit der Schmau­s­epost zusam­men­fasst: „Es muss Spaß machen — beim Kochen, beim Essen und danach.“

INTERVIEW — 5 Fra­gen an… Mel von Gour­met Guerilla

1. Was ist dein Lieb­lings­ge­richt in dei­nem Blog?

Mel: Diese Frage finde ich immer ganz beson­ders schwie­rig. Ehr­lich. Ich finde so viele Gerichte aus den unter­schied­lichs­ten Grün­den toll und nach­ko­chens­wert. Daher habe ich ganz, ganz viele Lieb­linge, die auch immer wie­der bei uns zu Hause auf den Tisch kom­men. Es gibt natür­lich auch Gerichte, die mir aus einem ganz bestimm­ten Grund sehr posi­tiv in Erin­ne­rung geblie­ben sind. Zum Bei­spiel die­ses Paksoi mit Schalotten-Erdnuss-Crunch und Sesam-Kokos-Tofu. An die­sem Tag hatte ich näm­lich tat­säch­lich einen gan­zen Tag für mich (das kommt nicht so häu­fig vor) und konnte ganz ent­spannt ein­fach drauf­los kochen. Das Kochen selbst und das Ergeb­nis haben mich sehr glück­lich gemacht – die Erin­ne­rung daran macht mir immer sofort gut Laune.

2. Wel­che Rolle spielt Essen in dei­nem Leben?

Mel: Essen spielt eine große Rolle in mei­nem Leben. Das ist so, seit ich den­ken kann. Ganz viele Erin­ne­run­gen von frü­her sind fest mit bestimm­ten Spei­sen und Düf­ten ver­bun­den. Essen ist eine groß­ar­tige Genuss– und Inspi­ra­ti­ons­quelle, Kochen ent­spannt mich und ist zu mei­nem liebs­ten Hobby gewor­den. Wenn ich mich nicht ange­mes­sen um meine Ernäh­rung küm­mere (oder nicht küm­mern kann), geht es mit nicht beson­ders gut. Meine Begeis­te­rung für Essen und den Spaß daran möchte ich auch so gerne an andere Men­schen weitergeben.

3. Wor­auf soll­ten mehr Men­schen beim Essen achten?

Mel: Ganz ein­fach auf drei Dinge:

  • dass es Spaß macht – beim Kochen, Essen und danach
  • dass es gut schmeckt – und nicht nur so tut, als ob
  • und dass es gut tut – dem eige­nen Kör­per, der Region, der Welt

4. Was war die schönste Erfah­rung mit dei­nem Blog?

Mel: Ich freue mich jedes Mal sehr, wenn wild­fremde Men­schen sich die Zeit neh­men, mir ein­fach nur mal so zu mai­len um mir zu sagen, dass sich über meine Rezepte und Fotos freuen. Das finde ich groß­ar­tig und da geht mir ein­fach immer das Herz auf. Das moti­viert auch unglaub­lich, wenn es mit dem Blog­gen pha­sen­weise mal etwas inspi­ra­ti­ons­los und stau­big läuft. An die­ser Stelle: Danke Leute, das bedeu­tet mit wirk­lich viel!

5. Wel­che Web­sei­ten zum Thema Essen kannst du empfehlen?

Mel: 

  • Die Home­page von Food­watch, weil wir alle eine erwach­sene Sicht auf die Dinge (und Nah­rungs­mit­tel) brau­chen. Unbedingt!
  • Hungry Ghost — food & tra­vel: tolle, redu­zierte und sehr eigen­stän­dige Bild­spra­che gepaart mit schö­nen Rezepte. Ich wollte ich könnte sol­che Fotos machen. Seltenheitswert!
  • Den Roost­blog – ein impo­san­ter, bild­ge­wal­ti­ger Blog, der sich in Bild und Ton mit getreide– und zucker­freier Ernäh­rung beschäf­tigt. Und das im ame­ri­ka­ni­schen Nir­gendwo. Bewundernswert!

Mehr über Mel und ihren Blog steht bei der Gour­met Gue­rilla.

Schmausepost vom 8. März 2013

 Schman­kerl der Woche

Viel Feder­le­sen: „Wenn ich ein­mal groß bin… werde ich Bio­mast­hähn­chen“ lau­tet der Titel der lesens­wer­ten Repor­tage von chrismon-Redakteurin Mareike Fal­let. Darin beschreibt sie das strikt durch­ge­tak­tete Leben der Hüh­ner in einem moder­nen Betrieb — von der Geburt im Schlüpf­ap­pa­rat bis zum Tod exakt zwölf Wochen spä­ter.
chris­mon

Zahl der Woche

101 Jahre alt wird das Oreo Coo­kie. Zum Geburts­tag war­tet die Huf­fing­ton Post mit 13 erstaun­li­chen Fak­ten über den berühm­tes­ten Keks der Welt auf. Zum Bei­spiel: In China gibt es Oreo Coo­kies mit Grüntee-Eiscreme-Geschmack.
Huf­fing­ton Post (auf Englisch)

Nach­rich­ten

Fal­scher Alarm? Neue Woche, neue Skan­dale: Dies­mal sind’s Schim­mel­gifte im Tier­fut­ter und ver­seuchte Milch. Doch was steckt wirk­lich hin­ter der Auf­re­gung? Die FAZ meint: „Alles ist halb so wild“. Etwas anders sieht das ein Bericht der ARD, die ein umfang­rei­ches Dos­sier zu den jüngs­ten Lebens­mit­tel­skan­da­len zusam­men­ge­stellt hat.
FAZ (kein Skan­dal)ARD (Dos­sier)

Rosen­kohl statt Rose: Egal ob Gar­ten, Bal­kon, Urban Gar­de­ning oder gemie­tete Par­zelle: Immer mehr Men­schen bauen ihr Obst und Gemüse selbst an. Das ZDF berich­tet in einem Arti­kel sowie meh­re­ren Videos über den Trend, und der kuli­na­ri­sche Salon stellt das pas­sende Buch dazu vor: „Selbst ange­baut“.
ZDFKuli­na­ri­scher Salon

Fut­ter für die Mafia: Die Nach­richt von Pferd im Hack hat für Auf­re­gung gesorgt — doch Betrug gibt es nicht nur beim Fleisch. So ent­de­cken immer mehr kri­mi­nel­len Ban­den das Geschäft mit Lebens­mit­teln für sich, warnt die Frank­fur­ter Rund­schau. Das Ergeb­nis seien Billig-Äpfel, gepansch­ter Wien und Möchtegern-Bioprodukte.
Frank­fur­ter Rundschau

Zank­bio­ap­fel: Im Zuge immer neuer Lebens­mit­tel­skan­dale ist eine Debatte ent­brannt, ob Bio­pro­dukte zwangs­läu­fig bes­ser und bil­lig auto­ma­tisch min­der­wer­tig ist. Mit der­lei Behaup­tun­gen mache man es sich zu leicht, mah­nen nun zwei Zei­tungs­ar­ti­kel. Für die Zeit schreibt Urs Wid­mann: „Bil­lig ist nicht immer schlecht“. Und der Tages­spie­gel mahnt: „Öko ist nicht immer bes­ser“.
Zeit (bil­lig)Tages­spie­gel (Bio)

Lese­ge­schich­ten

Hin­ter den Kulis­sen: Was ist ein ESGE-Zauberstab? Und wozu brau­chen Köche einen Sala­man­der? Die FAZ wirft einen Blick in die Küche des Ster­ne­re­stau­rants „Lorenz Adlon Ess­zim­mer“ in Ber­lin und ver­rät, wie ein ein­ge­spiel­tes Team dort Abend für Abend Höchst­leis­tun­gen erbringt. Unbe­dingt anse­hen: die inter­ak­tive Küchen-Karte.
FAZ

Teu­rer Spaß: Sie sind das kuli­na­ri­sche Rundum-Sorglos-Paket für die betuchte Gesell­schaft: Pri­vat­kö­che kom­men ins eigene Heim, berei­ten ein Gourmet-Gericht zu, ser­vie­ren, räu­men auf und gehen dann wie­der. Effilee-Autor Oli­ver Schu­bert hat sich mit einem Ver­tre­ter die­ser ver­schwie­ge­nen Zunft getrof­fen.
Mana­ger Maga­zin

Bit­te­rer Beige­schmack: Die süd­ame­ri­ka­ni­sche Pflanze Stevia galt lange als neues Wun­der­mit­tel, und inzwi­schen gibt es den Zucker-Ersatz in nahezu jedem Super­markt. Doch die Begeis­te­rung ist bei vie­len Ernüch­te­rung gewi­chen. Denn: Der Süß­stoff, der bis zu 300 Mal süßer als Zucker sein soll, hat auch seine Schat­ten­sei­ten.
Süd­deut­sche

Schand­kar­ten: Wo in Deutsch­land leben eigent­lich all die Lege­hen­nen, Mast­schweine und Milch­kühe? Die Zeit zeigt auf vier Land­kar­ten, wo die Mas­sen­tier­hal­tung zwi­schen Flens­burg und Füs­sen beson­ders ver­brei­tet ist.
Zeit

Blog­schau

Lese­schmaus: Koch­de­mons­tra­tio­nen, Vor­träge, Dis­kus­sio­nen und vor allem Koch­bü­cher ohne Ende gibt es auf der Cook­book Fair in Paris zu bestau­nen. Clau­dia von Fool for Food hat die Messe besucht und ihre Ein­drü­cke im Blog nie­der­ge­schrie­ben — von neuen Koch­buch­t­rends über gespon­serte Koch­bü­cher bis hin zu teils aben­teu­er­li­chen Koch­shows.
Fool for FoodCook­book Fair

Sojaschmaus: Dirk von Cucina e Pas­sione hat weder einen Fai­ble für Asia­kü­che, noch ist er Vege­ta­rier — und den­noch nimmt er sich Tofu vor. Denn: „Tofu selbst machen ist ein rie­sen Spaß.“ Und oben­drein sim­pel, wenn man sich an seine Anlei­tung hält. Ein pas­sen­des Tofu-Rezept sowie viele inter­es­san­ten Fak­ten zum Thema Tofu lie­fert der Hob­by­koch in sei­nem neuen Pod­cast.
Cucina e Pas­sioneHob­by­kochEat Smar­ter (Tofu)

Ohren­schmaus: Mel von Gour­met Gue­rilla hat den Radio­sen­der Eins Live besucht. Thema der Sen­dung: „Wie wich­tig ist Euch Essen?“ Fast noch unter­halt­sa­mer als der Mit­schnitt ist jedoch die Vor­ge­schichte, die die Food­blog­ge­rin auf ihrem Blog erzählt.
Gour­met Gue­rilla (inkl. Mitschnitt)

Sin­nes­schmaus: Was bedeu­tet Essen mit Freun­den für Sie? Ant­wort Wolf­ram Sie­beck: „Arbeit, Tratsch, Alko­hol, Reue.“ Noch mehr fein­sin­nige Repli­ken des Gastro-Kritikers ste­hen im Tartuffel-Fragebogen. Außer­dem stellt die Web­seite das neue Feinschmecker-Bookazine „Man spricht Deutsch!“ vor, das in Zusam­men­ar­beit mit Sie­beck ent­stan­den ist.
Tartuf­fel (Fra­ge­bo­gen)Tartuf­fel (Man spricht Deutsch!)

Buch der Woche

Schla­raf­fen­land: 15 Geschich­ten zum Essen — nicht eine davon lang­wei­lig, statt­des­sen viel Fein­sinn und Liebe zu Detail: So lobt das Gastro-Magazin Tartuf­fel das Buch „Schla­raf­fen­land“ von Ste­van Paul. Und wei­ter: Der Koch, Autor und Food­blog­ger habe ein klei­nes lite­ra­tur­ku­li­na­ri­sches Meis­ter­werk vor­ge­legt — mit Rezep­ten zum immer wie­der Nach­ko­chen und Kurz­ge­schich­ten zum immer wie­der Nach­le­sen.
Tartuf­fel (Rezen­sion)Nut­ri­Cu­li­narySchmausepost-Interview mit Paul

App der Woche

Coo­king App: Der schlichte Name darf nicht dar­über hin­weg­täu­schen, dass Coo­king App (gra­tis, Uni­ver­sal) eine tolle Rezepte-App mit prak­ti­schen Funk­tio­nen ist, schreibt Jana von Guten APPe­tit. Das Pro­gramm war­tet mit zahl­lo­sen Gerich­ten aller Art auf — unter ande­rem von bekann­ten Ster­ne­kö­chen. Hilf­reich seien die Schwie­rig­keits­an­gabe, die Schritt-für-Schritt-Anleitung und die Ein­kaufs­liste, lobt Jana.
Guten APPe­tit (Rezension)

Blog der Woche

Because You Are Hungry: Aus ihrer Lei­den­schaft für gutes Essen sei zunächst eine Idee ent­stan­den, dann ein Pro­jekt und schließ­lich sogar ein Koch­buch, sagt die Wahl-Wienerin Toni, die mit ihrem Freund Bene den Food­blog Because You Are Hungry betreibt. Im Inter­view mit der Schmau­s­epost mahnt sie: „Nehmt euch wie­der Zeit für euch selbst, Zeit in der Küche, wagt etwas Neues, macht euch Gedan­ken, ent­deckt neue Genuss­quel­len in eurer Umge­bung und erlebt das Essen an sich wie­der bewuss­ter — und nicht nur als Not­wen­dig­keit.
Because You Are HungrySchmau­s­epost (mit Interview)

Rezepte der Woche

Skrei mit Nerone-Reis und Kerbel-Sabayon: Wort­spiele mit dem Trend-Fisch Skrei sind bei Food­blog­gern gerade groß in Mode… par­don: der letzte Skrei. Uwe von High Foo­da­lity lis­tet dazu seine Top-10-Songs der aktu­el­len Skrei-Charts und packt oben­drauf noch ein köst­lich klin­gen­des Rezept: Loins vom Skrei auf Nerone-Reis mit Kerbel-Sabayon.
High Foo­da­lity

Blu­men­kohl­sa­lat mit Gra­nat­ap­fel und Hasel­nüs­sen B (vege­ta­risch): Inspi­riert von Yotam Otto­leng­his „Jeru­sa­lem: Das Koch­buch“ kre­denzt Regine von Pinch of Spice einen Salat aus geba­cke­nem Blu­men­kohl mit Gra­nat­ap­fel. Für „den rich­ti­gen Crunch“ sor­gen dabei die Hasel­nüsse, für die sich Regina etwas Beson­de­res aus­ge­dacht hat.
Pinch of Spice

Nach­schlag

Geschmack­los rot-weiß: Bei all dem Tru­bel um Bio­eier und Pfer­de­fleisch ist die Ein­füh­rung der McCur­ry­wurst fast ein wenig unter­ge­gan­gen. Im Netz jedoch fin­den sich aller­lei Häme und Spott — über den Geschmack, über die Optik und über Mario Barth, der die Wurst bewirbt. Focus hat einige Per­len her­aus­ge­sucht — ebenso wie msn.com und Theo von Gumia.
Focusmsn.comGumia

Blog der Woche: Because You Are Hungry

Zwei Bayern schlemmen sich

Baye­ri­sche Kochfreu(n)de in Wien: Toni und Bene von Because You Are Hungry.

Zwei Bay­ern, eine kleine Küche in ihrer Wahl­hei­mat Wien, eine Fla­sche Wein — so begann das kuli­na­ri­sche Aben­teuer von Toni und Bene. Dazu viele Kochi­deen und ein Plan: ein Jahr lang an min­des­tens drei Aben­den in der Woche zusam­men kochen. „Das beu­te­tet, Neues zu wagen“, sagt Toni im Inter­view mit der Schmau­s­epost, „sich Gedan­ken zu machen, Zuta­ten gezielt aus­zu­wäh­len, neue Orte zum Ein­kau­fen zu ent­de­cken und dem Kochen an sich wie­der bewusst Zeit zu widmen.“

Die Rol­len sind dabei klar ver­teilt: Toni ent­wi­ckelt die Rezepte und über­nimmt einen Groß­teil des Kochens, Bene hin­ge­gen gibt den Test­es­ser — und ent­schei­det anschlie­ßend, ob das Gericht einen Ein­trag in ihrem Blog „Because You Are Hungry“ ver­dient. Die Web­seite pfle­gen die bei­den seit Anfang des Jah­res mit einer beein­dru­cken­den Hin­gabe und Pro­fes­sio­na­li­tät — auch, um Wer­bung zu machen für ihr Koch­buch: Because You Are Hungry — the Book.

In dem Werk stel­len die bei­den Bay­ern, die seit vier Jah­ren in Wien leben, 72 Rezepte vor — von Blunzen-Apfel-Muffins über Rata­touille an Zitro­nen­fisch bis hin zu dop­pelt gebra­te­nem Bauch­fleisch mit Udon-Nudeln. Da geht es quer­feld­ein durch ver­schie­dene Län­der, mal vege­ta­risch, mal fleisch­las­tig, hier eine Vor­speise, dort ein Nach­tisch — kun­ter­bunt und doch geeint von einem Wunsch, wie Toni sagt: „Wir woll­ten ein ehr­li­ches Koch­buch. Ein Buch, das die ein­fa­che, ehr­li­che und gute Küche zeigt.“

Toni und Bene ver­ste­hen sich als „junge Leute mit einer Lei­den­schaft für gutes Essen. Wir sind keine Food Desi­gner und auch keine Foto­gra­fen.“ Viel­mehr seien die Abbil­dun­gen für das Buch am hei­mi­schen Ess­tisch ent­stan­den, ser­viert auf All­tags­ge­schirr. Dies jedoch tut der Optik des Wer­kes kei­nen Abbruch — im Gegen­teil: Allen voran das auf­ge­räumte Lay­out, die kräf­ti­gen Fotos und das schmu­cke Design machen das Werk auch optisch zu einem Lecker­bis­sen (hier geht’s zur Lese­probe).

Ihr Buch, das auch über den Blog erhält­lich ist, haben Toni und Bene übri­gens im Allein­gang gestemmt — ohne gro­ßen Ver­lag im Rücken. Dafür steckt darin reich­lich Neu­gier, denn sie ist „eine sehr inter­es­sante und wich­tige Zutat“, wie es Toni in einem Inter­view mit bloggerszene.de for­mu­liert hat. Glei­ches gilt für ihren Blog: „Wir möch­ten damit Inspi­ra­tion schen­ken und die Freude am guten Essen in die Welt hin­aus­tra­gen. Nehmt euch wie­der Zeit in der Küche, expe­ri­men­tiert, wagt etwas Neues, macht euch Gedan­ken und ent­deckt neue Genuss­quel­len in eurer Nähe.“

INTERVIEW — 5 Fra­gen an…Toni von Because You Are Hungry

1. Was ist euer Lieb­lings­ge­richt in eurem Blog?

Toni: Ich bin seit eini­ger Zeit gro­ßer Fan von Verrine-Gerichten. Ver­ri­nes kom­men ursprüng­lich aus Frank­reich, das Wort setzt sich aus „verre“ (Glas) und „ter­rine“ (Pas­tete) zusam­men, und ich liebe sie ein­fach! Diese Viel­zahl an gut abge­schmeck­ten und auf­ein­an­der abge­stimm­ten Kom­po­nen­ten ver­eint sich erst, wenn man herz­haft den Löf­fel in das Glas taucht. Des­we­gen kann ich zur­zeit „A Glas of Spring“ jedem emp­feh­len, der schon ein biss­chen Früh­jahrs­fee­ling daheim haben möchte. Ein­fach mal das Grau-in-Grau und die War­te­zeit bis zu den ers­ten Son­nen­strah­len hier­mit ver­trei­ben. (zum Rezept)

Bei Bene ist es immer sehr schwan­kend – ich glaube er mag ein­fach immer genau das am liebs­ten, was wir gerade kochen. Zur­zeit ist auf jeden Fall unser neues Rezept bei ihm ganz groß ange­sagt – ich glaube, das wird es auch diese Woche noch mal geben: Honighuhn mit grü­nem Spar­gel und Cho­rizo.

2. Wel­che Rolle spielt Essen in eurem Leben?

Toni: Essen und Trin­ken, die Lei­den­schaft für das Kochen an sich, für gute Pro­dukte und Expe­ri­mente in der Küche, das alles ist unsere Lei­den­schaft, mehr als ein Hobby, und füllt fast die gesamte Frei­zeit bei uns aus. Es ist der unbe­dingt benö­tigte Aus­gleich zum hek­ti­schen All­tag in einer sich so schnell ver­än­dern­den Umge­bung und bie­tet uns einen Ort der Krea­ti­vi­tät und Ent­span­nung. Und genau das möch­ten wir auch an all die ande­ren oft gestress­ten Leute wei­ter­ge­ben. Nehmt euch wie­der Zeit für euch selbst, Zeit in der Küche, wagt etwas Neues, macht euch Gedan­ken, ent­deckt neue Genuss­quel­len in eurer Umge­bung und erlebt das Essen an sich wie­der bewuss­ter — und nicht nur als Notwendigkeit.

3. Wor­auf soll­ten mehr Men­schen beim Essen achten?

Toni: Auf das Pro­dukt an sich. Es ist erschre­ckend, wie sehr sich die Men­ta­li­tät von vie­len Men­schen weg von fri­schen, tol­len Pro­duk­ten hin zu der Ein­stel­lung „es muss bil­lig sein“ bewegt. Nie­mand denkt mehr dar­über nach, dass ein Pro­dukt guter Qua­li­tät sei­nen Preis hat, und immer mehr Leute spa­ren, indem sie die güns­ti­gen Discount-Artikel ver­wen­det. Aber man spart an der fal­schen Stelle, weiß oft gar nicht, wo die Pro­dukte her­kom­men, denn der Gemü­se­la­den um die Ecke ist heut­zu­tage kaum noch zu fin­den. Ich würde mir wün­schen, dass die Nach­frage nach Billig-Angeboten nach­lässt, denn wo keine Nach­frage, da kein Anbie­ter, und etwas teu­rere Pro­dukte mit bes­se­rer Qua­li­tät würde sich wie­der durch­setz­ten. Auch die gan­zen Lebens­mit­tel­skan­dale, wel­che oft die Nach­rich­ten beherr­schen, erwach­sen aus der fal­schen Wahr­neh­mung, dass Preis wich­ti­ger als Qua­li­tät ist.

4. Was war die schönste Erfah­rung mit eurem Blog?

Toni: Oh, wir haben in den letz­ten Wochen schon so viele tolle Sachen erlebt, so viel tol­les Feed­back bekom­men und jeder Facebook-Freund mehr, jeder Kom­men­tar auf unse­rem Blog freut uns unglaub­lich. Am meis­ten freut es uns aber, wenn Leser unse­res Blogs rea­gie­ren, uns ein klei­nes State­ment hin­ter­las­sen und so eine Inter­ak­tion zu Stande kommt.

5. Wel­che drei Web­sei­ten zum Thema Essen könnt ihr empfehlen?

Toni:

  • Zucker, Zimt und Liebe von Jeanny ist einer der schöns­ten Blogs rund um aller­hand süße Dinge, Kuchen und Muf­fins und was sonst noch so dazu gehört
  • Valen­ti­nas Koch­buch, weil es eine tolle Über­sicht für alle Koch­be­geis­terte bie­tet, viel Arbeit und Mühe dahin­ter steckt, und ich regel­mä­ßig die aktu­el­len Rezen­sio­nen auf der Suche nach neuen Emp­feh­lun­gen durchstöbere
  • What Katie Ate ist ein wun­der­hüb­scher Food­blog, wobei man hier dazu sagen muss, dass dies ein hoch pro­fes­sio­nel­ler Blog ist, denn Katie Quinn Davies ist Foto­gra­fin, auf Food spe­zia­li­siert und arbei­tet für viele renom­mierte Food Magazine

Mehr über Toni, Bene ihr Koch­buch und ihren Blog steht auf Because You Are Hungry.

Schmausepost vom 1. März 2013

Schman­kerl der Woche

Mr. Ent­schleu­ni­gung: Er hat die Ess­ge­wohn­hei­ten von zig­tau­sen­den Men­schen ver­än­dert: Carlo Petrini grün­dete 1986 im Pie­mont einen klei­nen Ver­ein für Genuss­men­schen, aus dem sich spä­ter die welt­weite „Slow Food“-Bewegung ent­wi­ckelte. Im Inter­view erklärt der 63-Jährige, warum Slow Food mehr ist als lang­sa­men Essen — und wel­che Rolle McDonald’s in der Grün­dungs­ge­schichte spielte.
Welt

Zahl der Woche

110 Jahre vor dem aktu­el­len Skan­dal war Pfer­de­fleisch schon ein­mal in aller Munde. Damals ver­such­ten Tier­schüt­zer der Bevöl­ke­rung den Ekel vor Pfer­de­fleisch zu neh­men — unter ande­rem mit Fest­mäh­lern. Schon zuvor war­ben die Hip­po­pha­gen (zu Deutsch: Pfer­de­fleisch­es­ser) für den Genuss der Deli­ka­tesse.
Spiegel-Online

Nach­rich­ten

Ei der Daus! Der Gaul ist durchs Medi­en­dorf galop­piert, nun ist der nächste Skan­dal an der Reihe: Mehr als hun­dert Betriebe sol­len Bio-Eier ver­kauft haben, die gar keine sind. Eine Über­sicht lesens­wer­ter Arti­kel dazu:

  • Wie blinde Hüh­ner: Fra­gen und Ant­wor­ten zum Bio-Eier-Skandal (Süd­deut­sche)
  • Mehr Hen­nen als erlaubt: Was bedeu­tet Bio, Frei­land und Co.? (test.de)
  • Erkennt man mit blo­ßem Auge ein Bio-Ei? (Apo­the­ken Umschau)
  • Sie­ben große Bio-Irrtümer (RP online)
  • BSE, Gam­mel­fleisch, Bio-Eier: Eine Skandal-Chronik (peta)

Wie Deutsch­land is(s)t: Eine Stu­die hat die Ess­ge­wohn­hei­ten der Deut­schen unter­sucht. Darin fin­det sich manch Erschre­cken­des: Für viele junge Men­schen ist Essen nur noch Neben­sa­che, bloß in jedem zwei­ten Haus­halt wird täg­lich selbst gekocht, und die Ernäh­rung hängt stark von Alter, Geschlecht, Ein­kom­men und Bil­dung ab.
Süd­deut­sche (Zusam­men­fas­sung)Spiegel-Online (mit Gra­fi­ken)Zeit (Essen im Job)

McFlaute: Die gute Nach­richt: Ver­gan­ge­nes Jahr haben weni­ger Deut­sche bei McDonald’s geges­sen. Die schlechte Nach­richt: Noch immer zieht es 2,7 Mil­lio­nen Men­schen zu den gol­de­nen Bögen — pro Tag! Nun will der Fast-Food-Riese seine Geschäfte in Deutsch­land mit der McCur­ry­wurst wie­der ankur­beln.
FocusHan­dels­blatt

Alles aus­beu­ten: 1,1 Mil­li­ar­den Euro Gewinn pro Tag — das erwirt­schaf­ten die zehn größ­ten Lebens­mit­tel­kon­zerne der Welt laut einer Oxfam-Studie. Die Umsätze von Nestle, Coca-Cola, Kellogg’s und Co. gehen jedoch zulas­ten von Umwelt, Land­ar­bei­tern und Frauen, kri­ti­siert die Hilfs­or­ga­ni­sa­tion.
Oxfam (Stu­die)Spiegel-OnlineVegan Gue­rilla (mit Video)

Lese­ge­schich­ten

Umstrit­te­ner Ver­zicht: Einen fleisch­freien Tag pro Woche — das for­dern Vegetarier-Initiativen und auch die Grü­nen. Theo­re­tisch ist der Vor­schlag sinn­voll, doch prak­tisch könnte die Idee nach hin­ten los­ge­hen, war­nen Ernäh­rungs­for­scher — auch weil Bevor­mun­dung oft auf Ableh­nung stößt.
Spiegel-Online

Marke Eigen­bau: Vom jüngs­ten Fleisch­skan­dal waren vor allem die Eigen­mar­ken der Lebens­mit­tel­ket­ten betrof­fen. Die „Welt“ nimmt das No-Name-System der Super­märkte nun genauer unter die Lupe und stellt fest: Die soge­nann­ten Han­dels­mar­ken boo­men — doch der Preis­druck dahin­ter ist gigan­tisch.
Welt

Viva la Revo­lu­ción: Was man isst, und wie man isst — diese Fra­gen spie­len für immer mehr Men­schen eine ent­schei­dende Rolle. Mit­tel­fris­tig könne die­ser Trend einer neuen „Food-Bewegung“ sogar unsere Ernäh­rungs­ge­wohn­hei­ten nach­hal­tig ver­än­dern, glaubt der Zukunfts­for­scher Eike Wen­zel.
Wiwo

Wut­rede: Ster­ne­koch Vin­cent Klink hält nichts von Lasa­gne: „Das ist ein infan­ti­les Gericht“, sagt er im Inter­view mit der „Zeit“. Im Zuge des Pfer­de­fleisch­skan­dals for­dert er mehr Miss­trauen beim Ver­brau­cher: „Dass der Satz neue Win­ter­rei­fen nicht für 10,50 Euro zu haben ist, kapiert jeder. Aber dass ein Mit­tags­menü nicht für 4,50 Euro zu kochen ist, geht offen­bar nicht in die Köpfe“.
Zeit

Blog­schau

Aus­ge­zeich­nete Kost: Einen Tag vor den Oscars sind in Paris die „Gour­mand World Cook­book Awards“ ver­lie­hen wor­den. Clau­dia von Fool for Food hat sich die Mühe macht, die 121 Preis­trä­ger — in den Kate­go­rien „Hall of Fame“ bis „Pastry Sweets“ — zu durch­fors­ten und einige Kochbuch-Leckerbissen her­aus­ge­pickt.
Fool for Food

Radika(h)lschlag: Wolf­ram Sie­beck nimmt sich die jüngs­ten Lebens­mit­tel­skan­dale vor — und die zustän­dige Minis­te­rin. So habe sich Frau Aigner nach dem Pfer­de­fleisch­fi­asko zwar „spon­tan eine dro­hende Fri­sur zuge­legt“ und Kon­se­quen­zen ange­kün­digt. Noch sei jedoch nach kei­nem der zahl­lo­sen Lebens­mit­tel­skan­dale je irgend­et­was pas­siert, ätzt der Gastro­kri­ti­ker.
wo-isst-siebeck

Foto­fi­nish: Bis Don­ners­tag konn­ten sich Food­blog­ger an der Aktion Food-o-grafie betei­li­gen, die zorra vom koch­topf vor eini­gen Wochen ins Leben geru­fen hat. In den letz­ten Tagen haben noch ein­mal etli­che Food­blog­ger ihre Kame­ra­aus­rüs­tung vor­ge­stellt, die sie zum Foto­gra­fie­ren von Gerich­ten nut­zen — dar­un­ter auch zorra selbst.
koch­topf (Food-o-grafie)koch­topf (Foto­aus­rüs­tung)koch­topf (Kom­men­tare)Manus Küchen­ge­flüs­terHei­kes BlogMoey’s Kit­chenFüt­te­rungs­zeitBar­ba­ras Spiel­wieseUmschweife.deCoco­nut & Vanilla

Fata­ler Fleisch­hun­ger: Jenny von „We love Food“ macht sich Gedan­ken über die glo­ba­len Fol­gen des Fleisch­kon­sums. Ihr Fazit: Steak, Bur­ger und Co. sind Kom­pli­zen von Welt­hun­ger und Kli­ma­wan­del.
We love Food

Buch der Woche

Viele Köche ver­der­ben das Buch: Null von drei Ster­nen ver­teilt FAZ-Kritiker Jür­gen Dol­lase für das Koch­buch „Where Chefs Eat“. Darin ver­ra­ten Chef­kö­che, in wel­che Restau­rants sie gerne gehen. Für Dol­lase bediene so etwas jedoch „bes­ten­falls den Voy­eu­ris­mus, über die Qua­li­tät der genann­ten Häu­ser ver­rät es wenig“.
Dol­la­ses FAZ-Kolumne

App der Woche

Meal­stream: Eine Foto-Community zum Thema Essen: Das ver­steckt sich hin­ter der App Meal­stream (iPhone, gra­tis). Hier kön­nen Nut­zer Bil­der von Gerich­ten tei­len, die sie selbst gekocht oder in einem Restau­rant geges­sen haben. Wie bei Face­book kön­nen die Fotos kom­men­tiert und favo­ri­siert wer­den. Nicki von Guten APPe­tit lobt die leichte Bedie­nung und die ori­gi­nelle Idee.
Guten APPe­tit (Rezension)

Blog der Woche

Nut­ri­Cu­li­nary: „Kochen, Essen und Genuss sind mir Beruf und Beru­fung“, sagt Ste­van Paul im Inter­view mit der Schmau­s­epost. Der gelernte Koch arbei­tet als Food­sty­list, Rezept­ent­wick­ler und Autor — und betreibt das Blog Nut­ri­Cu­li­nary. Dort beleuch­tet er die Kuli­na­rik in all ihren kul­tu­rel­len Facet­ten. „Ich habe nie Fei­er­abend“, sagt Ste­van wei­ter, „und das ist ganz groß­ar­tig“.
Nut­ri­Cu­li­narySchmau­s­epost (mit Interview)

Rezepte der Woche

Lamm­ein­topf mit Fei­gen und Zwie­beln: Vor fast 20 Jah­ren war Peter zum ers­ten und bis­lang ein­zi­gen Mal in der Tür­kei. Noch heute schwärmt er von jenem Gericht, das er damals in einer Gar­kü­che ser­viert bekam. In Erin­ne­rung daran kocht er nun ein Rezept aus einem tür­ki­schen Koch­buch nach: Lamm­ein­topf mit Fei­gen und Zwie­beln.
Aus mei­nem Kochtopf

Auber­gi­nen­schnit­zerl mit Honig­to­ma­ten an Cous­cous (vege­ta­risch): Anläss­lich einer Koch-Aktion zum Thema Kind­heits­er­in­ne­run­gen fal­len Cori­an­der & Basil spon­tan die Sel­le­rie­schnit­zel ihrer Jugend ein. Und die wie­derum inspi­rie­ren die Gewürz­fe­ti­schis­tin zu einem vege­ta­ri­schen Lecker­bis­sen: Schnit­zerl mit Toma­ten und Cous­cous.
Cori­an­der & Basil

Nach­schlag

Pein­li­che Pan­sche­rei Deut­sche USA-Urlauber haben es schon lange geahnt: Angeb­lich soll der welt­größte Braue­rei­kon­zern Anheuser-Busch sein Budweiser-Bier mit Was­ser ver­dünnt haben. Empörte Ver­brau­cher haben nun Klage ein­ge­reicht.
Han­dels­blatttaz

Blog der Woche: NutriCulinary

NutriCulinary

Nut­ri­Cu­li­nary ist die Spiel­wiese des Koch und Autors Ste­van Paul.

Am Anfang knarzte Jan Delay über die Kochbuch-Rezension, und die Jungs von Seeed fei­er­ten das Rezept für selbst­ge­machte Merguez-Bratwürste — im über­tra­ge­nen Sinne. Denn von 2005 bis 2008 bloggte der gelernte Koch Ste­van Paul auf „Dem Herrn Paulsen sein Kiosk“ mal über Kuli­na­rik, mal über Reg­ga­e­mu­sik und mal über Lite­ra­tur — „ein for­dern­der The­men­mix“, wie er selbst sagt.

Dann ent­schied Ste­van — Food­sty­list, Autor und Wahl-Hamburger — sei­nen Kiosk zu schlie­ßen und ein neues Blog zum Thema Essen aus der Taufe zu heben: Nut­ri­Cu­li­nary. Der Name ist dabei Pro­gramm: Im Gegen­satz zu den meis­ten Food­blogs tau­chen auf Ste­vans Web­seite nur spo­ra­disch Rezepte auf. Statt­des­sen beleuch­tet er die Kuli­na­rik in all ihren kul­tu­rel­len Facet­ten — seien es lesens­werte Koch­bü­cher, kuli­na­ri­sche Kunst, Kochen in Film und Fern­se­hen, Rei­se­be­richte, Restau­rant­kri­ti­ken oder neue Food­ma­ga­zine. Für diese schmack­hafte Mischung wurde Nut­ri­Cu­li­nary 2010 für den Adolf-Grimme-Online-Award nomi­niert.

Für Ste­van ist das Kochen und das Schrei­ben dar­über übri­gens nicht nur Beru­fung, son­dern auch Beruf: Nach Sta­tio­nen in der Küche des Restau­rants Wald­horn und der Redak­tion von Essen & Trin­ken arbei­tet er inzwi­schen seit 13 Jah­ren selbst­stän­dig als Food­sty­list, Rezept­ent­wick­ler und Koch­buch­au­tor (hier und hier). Dazu schreibt Ste­van Kolum­nen und Bei­träge für Tages­zei­tun­gen und Maga­zine und hat mitt­ler­weile zwei Bände mit kuli­na­ri­schen Kurz­ge­schich­ten ver­fasst — zuletzt eines mit dem fei­nen Titel „Schla­raf­fen­land — Ein Buch über die tröst­li­che Wir­kung von war­mem Milch­reis, die Kunst, ein Lin­sen­ge­richt zu kochen, und die Unwäg­bar­kei­ten der Liebe“.

Bei all den Akti­vi­tä­ten bleibt jedoch immer noch jene Liebe zu gutem Essen spür­bar, die Ste­van bereits als Herr Paulsen in sei­nem Kiosk unters Volk gebracht hat. Oder wie er es im Inter­view mit der Schmau­s­epost for­mu­liert: „Kochen, Essen und Genuss sind mir Beruf und Beru­fung. Ich habe nie Fei­er­abend — und das ist ganz großartig.“

INTERVIEW — 5 Fra­gen an… Ste­van von NutriCulinary

1) Was ist dein per­sön­li­ches Lieb­lings­ge­richt in dei­nem Blog?

Ste­van: Das ist meine Dekon­struk­tion von der Maul­ta­sche aus dem Jahr 2010. Ein iro­ni­scher Kom­men­tar zu den Dekon­struk­tio­nen der soge­nann­ten Mole­ku­lar­kü­che, aber eben auch ein schnel­les all­tags­taug­li­ches Maul­ta­schen­ge­richt, ohne auch nur eine Maul­ta­sche fal­ten zu müs­sen. Ich bin im Schwä­bi­schen, nahe des Boden­sees, auf­ge­wach­sen und liebe Maul­ta­schen. Wenn wenig Zeit ist, gibt’s diese Dekon­struk­tion

2) Wel­che Rolle spielt Essen in dei­nem Leben?

Ste­van: Kochen, Essen und Genuss sind mir Beruf und Beru­fung. Ich habe nie Fei­er­abend — und das ist ganz großartig.

3) Wor­auf soll­ten mehr Men­schen beim Essen achten?

Ste­van: Auf Qua­li­tät. Wenn irgend mög­lich und es der Geld­beu­tel zulässt, macht es Sinn, genau hin­zu­schauen: Was esse ich? Woher kom­men meine Lebens­mit­tel? Wie wer­den sie gemacht? Für den Anfang hilft die Faust­re­gel: „Esse nichts, was Deine Oma nicht erken­nen würde.“ Per­sön­lich mache ich einen gro­ßen Boden um die Mehrkomponenten-Produkte der Lebens­mit­tel­in­dus­trie, ver­su­che mög­lichst pur und von bes­ter Qua­li­tät und Her­kunft zu kaufen.

Ein Bei­spiel: Wozu eine Fruchtjoghurt-Zubereitung kau­fen, wenn es Natur­jo­ghurt aus der Region und fri­sches Obst gibt? Es macht auch gro­ßen Spaß, die Jah­res­zei­ten kuli­na­risch wie­der zu ent­de­cken. In einer Welt, in der Erd­bee­ren und Spar­gel rund ums Jahr zu bekom­men sind, macht es Spaß, auf hei­mi­sche Erd­bee­ren und Spar­gel zu war­ten – der Geschmack belohnt! Jetzt gerade genieße ich die Win­ter­kü­che, mit Grün­kohl, Rüben und Kraut.

4) Was war die schönste Erfah­rung mit dei­nem Blog?

Ste­van: Das kann ich so nicht sagen. Ich freue mich immer, wenn ein Thema beson­ders gut ankommt, wenn aus dem Blog-Monolog des Autors ein Dia­log mit den Besu­che­rin­nen und Besu­chern wird. Ich lerne viel und gerne von mei­nen Lesern.

5) Wel­che drei Web­sei­ten zum Thema Essen kannst du empfehlen?

Ste­van:

  • Valen­ti­nas Koch­buch kann ich sehr emp­feh­len. Katha­rina Höhnk und Ihr Team tes­ten Koch­buch­neu­er­schei­nun­gen auf sorg­fäl­tigste Weise.
  • Das Blog von mei­nem Freund Tors­ten Goffin. Er ist Vollblut-Kulinariker, kennt sich sehr gut mit Wei­nen aus und bloggt über bei­des. Immer mit Anspruch, immer lesenswert.
  • Als Inspi­ra­ti­ons­quelle für den nächs­ten ganz gro­ßen Restau­rant­be­such oder ein­fach nur zum Stau­nen und Träu­men, möchte ich die Stern­e­fres­ser nicht mehr mis­sen. Ich weiß nicht, wie die Jungs das machen, die sind jeden­falls dau­ernd in den bes­ten Restau­rants unter­wegs und tei­len das Erlebte in Wort und Bild.

Mehr über Ste­van, seine Rezepte und sein Blog erfahrt ihr auf Nut­ri­Cu­li­nary sowie auf sei­ner per­sön­li­chen Home­page stevan-paul.de.