Archiv für den Monat: April 2013

Schmausepost vom 26. April

Schman­kerl der Woche

Um die Wurst: „Beim Essen erkennst du die Leute“, sagt die kuli­na­ri­sche All­zweck­waffe Alfons Schuh­beck. Über die Erkennt­nisse von sei­nem Spezl, dem Hoeneß Uli, dis­ku­tiert der­zeit halb Deutsch­land. Also macht sich Uta von Le Schi­cken auf zu Aldi, kauft eine Hoeneß’sche Wurst und schreibt dar­über ein hinreißend-beißendes Gschich­terl. Frei nach dem Motto: Ana­to­mie einer Wurst, Ana­to­mie einer Bio­gra­phie.
Le Schi­cken

Zahl der Woche

60 Kilo Brot isst der Durch­schnitts­deut­sche pro Jahr — und hat dabei die Aus­wahl zwi­schen fast 3000 Sor­ten. Doch nur noch ein Drit­tel der Pro­duk­tion wird in tra­di­tio­nel­len Bäcke­reien geba­cken, Ten­denz seit Jah­ren fal­lend. Die „Welt“ meint jedoch eine Gegen­kul­tur zu erken­nen, die Wert legt auf ökolo­gi­sche Kri­te­rien.
Welt

Nach­rich­ten

Ver­wirr­ter Wut­bür­ger: Eine Welle der Empö­rung ist diese Woche durch die deut­schen Food­blogs geschwappt: Laut einem Bericht der DWN will die EU den Anbau von Einheits-Saatgut vor­schrie­ben — auch im hei­mi­schen Gar­ten. Doch dabei han­delt es sich um eine Falsch­mel­dung, warnt die taz. Und auch die EU stellt klar, dass die Rege­lung nur den pro­fes­sio­nel­len Han­del betrifft.
DWNtazEU (Klar­stel­lung)Süd­deut­schekoch­topfVegan Gue­rillaKüchen­tanz

Prä­gende Mut­ter­kü­che: Deut­sche Kin­der bevor­zu­gen natur­be­las­se­nen Apfel­saft, grei­fen im Gegen­satz zu ihren euro­päi­schen Alters­ge­nos­sen aber lie­ber zu fett­rei­chen Kek­sen. Das ist zeigt eine Stu­die, die nach­weist, dass sowohl Her­kunft als auch Alter einen gro­ßen Ein­fluss auf die kuli­na­ri­schen Vor­lie­ben eines Kin­des haben.
Wissenschaft-aktuellSüd­deut­sche20 Minu­ten

Fruch­tige Täu­schung: Obst? Ja — aber nur auf dem Eti­kett. Das ist das Ergeb­nis der Stif­tung Waren­test, die sich Was­ser­sor­ten mit Frucht­ge­schmack genauer ange­se­hen hat. Das ver­nich­tende Urteil: Die auf­ge­pepp­ten Was­ser sind irre­füh­rend — und den­noch erle­ben sie in Deutsch­land einen Boom.
Stif­tung Waren­testSüd­deut­scheFocus

Strah­lende Gefahr: Diese Woche vor 27 Jah­ren stieg nach dem Unglück im ukrai­ni­schen Kern­kraft­werk Tscher­no­byl eine gif­tige Wolke auf und brachte radio­ak­tive Par­ti­kel bis nach Bay­ern. Dort regis­triert man bis heute in eini­gen Lebens­mit­teln unge­wöhn­lich hohe Strah­lungs­werte. In wel­chen? Die­ser Frage ist der BR nach­ge­gan­gen.
BR

Lese­ge­schich­ten

Roh­vo­lu­tion: Erst Vege­ta­rier, dann Vega­ner — und jetzt Roh­köst­ler: Die FAZ meint einen neuen Sze­ne­trend aus­ge­macht zu haben, der sich auf dem Weg zur Mas­sen­taug­lich­keit befin­det. Dabei gibt es durch­aus unter­schied­li­che Strö­mun­gen in der Rohkost-Bewegung.
FAZ

Schlei­chen­der Tod: „Erst stirbt die Biene, vier Jahre spä­ter der Mensch.“ Laut der sehens­wer­ten Doku „More than Honey“ soll das Albert Ein­stein gesagt haben. Dem­nach sieht es für unsere Zukunft düs­ter aus, denn allein in Bay­ern hat sich die Zahl der Bie­nen­völ­ker hal­biert. Wer hat Schuld? Die Süd­deut­sche fragt nach beim Prä­si­den­ten der Euro­päi­schen Berufsim­ker.
Süd­deut­scheMore than Honey

Exo­ti­sche Nudeln: „Rund und bunt wie eine Torte. Man erwar­tet etwas Süßes. Da beißt man auf Pfef­fer“, so habe eine Schrift­stel­le­rin im Jahr 1944 ihre erste Pizza beschrie­ben, erzählt Julia Rosch im Bei­trag über Gast­ar­bei­ter­kü­che bei DRa­dio Wis­sen. Doch bereits zehn Jahre spä­ter seien Pasta und Pizza All­tag auf deut­schen Tel­lern gewe­sen.
DRa­dio Wis­sen (Audio)

Streit zum Geburts­tag: Lebensmittel-Tafeln fei­ern in Deutsch­land ihren 20. Geburts­tag — und sind doch so umstrit­ten wie nie. Nun for­dert ein neues Akti­ons­bünd­nis sogar die Abschaf­fung der Ein­rich­tung. Ihr Argu­ment: Die 990 Tafeln mit den rund 1,5 Mil­lio­nen Kun­den mani­fes­tiert die Armut anstatt sie zu bekämp­fen.
Süd­deut­schedomradio.deEnde-der-Maerchenstunden.de

Blog­schau

Töd­li­che Knolle: Knob­lauch muss gif­tig sein — zu die­sem Schluss kommt Jörn Kabisch beim Blick auf die Rei­ben, Pres­sen und Schä­ler, die ver­hin­dern sol­len, dass man mit der Knolle in Berüh­rung kommt. Ohne­hin sei Knob­lauch hier­zu­lande eine Wis­sen­schaft, an der man den Ama­teur erken­nen, schreibt der Koch und for­dert: Macht nicht so ein Gewese!
Tabldoot

Wei­ßes Gold: Eva von Food Vege­ta­risch setzt ihre lesen­werte Serie „10 Gedan­ken zu…“ fort und nimmt sich eines der wich­tigs­ten und eines der der umstrit­tens­ten Nah­rungs­mit­tel vor — das Salz. Wie immer gibt’s zehn inter­es­sante Fak­ten sowie ein Rezept, dies­mal für Knob­lauch­salz.
Food Vege­ta­risch

Tier­lose Kost: Was Vega­ner nicht essen ist inzwi­schen weit­ge­hend bekannt — näm­lich tie­ri­sche Pro­dukte. Doch was essen Vega­ner statt­des­sen? Clau­dia von „Totally Veg!“ öffnet ihre Vor­rats­schränke und ver­rät, was in eine gut sor­tierte, vegane Küche gehört — von Soja­gra­nu­lat bis Sei­tan.
Totally Veg!

Kon­ser­vier­tes Aroma: Früh­lings­zeit ist Bär­lauch­zeit: In die­sen Tagen strei­fen Hun­dert­schaf­ten durch Wald und Wie­sen, um das Wild­ge­müse zu sam­meln. Doch wie lässt sich das Bär­laucha­roma kon­ser­vie­ren? Joa­chim von Test­schme­cker zeigt drei Wege auf: Bär­lauchöl, Bär­lauch­but­ter und Bär­lauch­pesto.
Test­schme­cker (Bär­lauchöl)Test­schme­cker (Bär­lauch­but­ter)Test­schme­cker (Bärlauchpesto)

Buch der Woche

„Ser­vus Bay­ern“: Von Bre­zen­knö­del bis Kässpat­zen, von Schwei­ne­bra­ten bis Kraut­wi­ckerl: Die baye­ri­sche Küche hat es wie kaum eine andere deut­sche Regio­nal­kü­che geschafft, ihre Tra­di­tio­nen zu bewah­ren — und zu ver­mark­ten. Ein wah­res Schman­kerl in die­ser Hin­sicht ist das Buch „Ser­vus Bay­ern“, fin­det Simone von Valen­ti­nas Koch­buch und ver­gibt die Höchst­note an das Werk.
Valen­ti­nas Koch­buch (mit Rezepten)

App der Woche

Go Veg­gie! (Grü­ner) Dau­men hoch! So bewer­tet Nicki von Guten APPe­tit die App „Go Veg­gie!“ (Uni­ver­sal, 5,49 Euro). Sie bie­tet 120 vege­ta­ri­sche Rezepte — 40 davon vegan — mit Kochen-nach-Bildern-Anleitungen und viele Extras. „Eine rundum gelun­gene Koch-App für Freunde der vege­ta­ri­schen Küche“, lobt Nicki.
Guten APPe­tit (Rezension)

Blog der Woche

High Foo­da­lity: Geho­ben, krea­tiv, expe­ri­men­tell — diese drei Adjek­tive beschrei­ben viel­leicht am bes­ten, was Uwe in der Küche anstellt — und her­nach auf sei­nem Food­blog High Foo­da­lity prä­sen­tiert. „Ich habe eigent­lich so gut wie immer Hun­ger“, sagt Uwe im Inter­view der Schmau­s­epost. „Und wenn ich ein­mal kei­nen Hun­ger habe, dann denke ich über Essen nach.„
Schmau­s­epost (Por­trät mit Inter­view)High Foo­da­lity

Rezepte der Woche

Cho­rizo mit Boh­nen in Rahm­soße: Die Cho­rizo ist eine vor allem in Spa­nien und Por­tu­gal sehr beliebte Roh­wurst, die mit viel Paprika (daher die röt­li­che Farbe) und Knob­lauch gewürzt wird. Gebra­ten schmeckt sie aus­ge­zeich­net zu Boh­nen in Rahm­soße, rät Petra von „Der Mut ande­rer“ — und lie­fert dazu das pas­sende Rezept.
Der Mut anderer

Erbsen-Tarte mit Minze (vege­ta­risch): Eine Prin­zes­sin will Kevin von „The Ste­pford Hus­band“ nicht sein („mit bösen Feen Small­talk füh­ren etc.“) — und auf einer Erbse schla­fen noch viel weni­ger. Ohne­hin gehö­ren die grü­nen Kügel­chen in eine Tarte, fin­det Kevin, die er mit Minze und Feta kre­denzt.
The Ste­pford Husband

Nach­schlag

Traum oder Alp­traum? Der Food­blog­ger Wurst­sack schlägt eine Ein­la­dung zu „Das per­fekte Din­ner“ aus. Zwar rede er gerne über gutes Essen — auch vor Mikro­fon und Kamera. Doch die TV-Serie sei „wohl mehr eine Klatsch­ko­lum­nis­tin, die aus dem pri­va­ten Ess­zim­mer eine insze­nierte Dschun­gel­camp­ta­fel macht“, schreibt er in sei­ner höchst unter­halt­sa­men Absage an den Sen­der.
Wurst­sack

Blog der Woche: High Foodality

Kulinarische Höhenflüge: Uwe schreibt auf High Foodality für Besseresser.

Kuli­na­ri­sche Höhen­flüge: Uwe schreibt auf High Foo­da­lity für Besseresser.

Man stelle sich ein­mal Fol­gen­des vor: Da weht einem der Duft von gegrill­ten Aprikose-Serranoschinken-Spießen um die Nase, der eigene Magen grum­melt bereits lau­ter, als Ger­hard Schrö­der je bei Par­tei­ta­gen geröhrt hat — doch alles, was man aus der Küche hört, ist ein „Gleich, ich muss nur noch schnell ein paar Fotos machen“. Und so war­tet man. Und war­tet. Und war­tet. Und fragt sich leise, ob gegen diese Art der olfak­to­ri­schen Fol­ter nicht sogar das Water­boar­ding der CIA einer Well­ness­be­hand­lung gleicht.

So ähnlich dürfte es der Fami­lie von Uwe bis­wei­len erge­hen, wenn ihr ste­tig wach­sen­der Hun­ger das Mit­tag­es­sen her­bei­sehnt — und das Fami­li­en­ober­haupt „noch schnell“ ein paar Fotos für sei­nen Blog High Foo­da­lity schie­ßen will. „Doch damit lernt man zu leben“, sagt Uwe in einem Video auf sei­ner Web­seite. „Dafür hat die Fami­lie jeden Tag neue und leckere Sachen auf dem Tisch.“

Tat­säch­lich mag man es ange­sichts der ambi­tio­nier­ten Rezepte auf High Foo­da­lity kaum glau­ben, wenn Uwe sagt: „Ich habe das Kochen nie gelernt. Kochen ist mein Hobby, ich bin sozu­sa­gen ein ech­ter Ama­teur, ein Koch-Dilettant.“ Der sich jedoch auf sei­ner „kuli­na­ri­schen Spiel­wiese“ auch an geho­bene Spei­sen wie lackier­ter Enten­brust auf gedämpf­tem Spi­nat mit Rosinen-Tellycherry-Pfeffer-Sauce und gefüll­tem Weiß­brot oder Enten­ragoût mit Taglia­telle und kara­mel­li­sier­ten Nashi-Birnen herantraut. „Ich habe eigent­lich so gut wie immer Hun­ger“, sagt Uwe im Inter­view mit der Schmau­s­epost. „Und wenn ich ein­mal kei­nen Hun­ger habe, dann denke ich über Essen nach.“

Auch seine zweite gro­ßen Lei­den­schaft kann Uwe, der seit 2009 bloggt, auf High Foo­da­lity aus­le­ben: die Foto­gra­fie. „Eines Tages möchte ich die foto­gra­fi­sche Qua­li­tät der pro­fes­sio­nel­len Maga­zine errei­chen – das ist ein wei­ter und stei­ni­ger Weg“, schreibt der Pro­jekt­ma­na­ger. „Ich mache mich aber gerne auf die Socken und arbeite mit viel Freude daran, die­ses Ziel zu erreichen.“

Die Liebe zum Kochen liegt bei Uwe übri­gens in der Fami­lie: Von sei­ner Mut­ter hat er laut eige­ner Aus­sage das Inter­esse an gutem Essen, etli­che Koch­bü­cher und viel Wis­sen rund um Zube­rei­tung, Ernäh­rung und Koch­tech­ni­ken geerbt. Und seine Cou­sine Juliane betreibt mit „Schö­ner Tag noch!“ eben­falls einen äußerst belieb­ten deutsch­spra­chi­gen Foodblog.

Ohne­hin pflegt Uwe den regen Aus­tausch mit wei­te­ren Food­blog­gern und hat im ver­gan­ge­nen Jahr das Pro­jekt „Cook­book of Colors“ ins Leben geru­fen. Dabei han­delt es sich um eine lie­be­voll gestal­te­tes Koch­buch, das nach Far­ben geord­net und mit aus­ge­wähl­ten Rezep­ten von diver­sen Blog­gern (unter 894 Ein­rei­chun­gen) bestückt ist — von wei­ßen Gerich­ten im Januar (etwa Sellerie-Meerettich-Püree, Red Snap­per, Jakobs­mu­schel, frit­tier­ter Reis und Parmesan-Chip), über gelbe Rezepte im Juli (Mangold-Ziegenkäse-Ravioli) bis hin zu schwar­zen Krea­tio­nen im Dezem­ber (schwar­zes Sesam-Eis). Das gesamte „Cook­book of Colors“ gibt es übri­gens inzwi­schen kos­ten­los zum Down­load.

INTERVIEW — 5 Fra­gen an…Uwe von High Foodality

1. Was ist dein per­sön­li­ches Lieb­lings­ge­richt in dei­nem Blog?

Uwe: Ich liebe die Thai-Bolognese. Das Gericht ist echte Fusion-Kitchen und lebt von medi­ter­ra­nen und asia­ti­schen Ein­flüs­sen: Gute Pasta trifft auf asia­tisch inter­pre­tierte Bolognese-Sauce mit vie­len frisch-scharfen Aro­men aus Limet­ten, Chi­lis und guter Cur­ry­paste. Das Gericht koche ich mit­tags regel­mä­ßig für meine Kol­le­gen, über die Jahre hat sich eine regel­rechte kleine Fan­ge­meinde gebildet.

2. Wel­che Rolle spielt Essen in dei­nem Leben?

Uwe: Ich habe eigent­lich so gut wie immer Hun­ger. Und wenn ich ein­mal kei­nen Hun­ger habe, dann denke ich über Essen nach. Gutes Essen, gute Lebens­mit­tel, die gemein­same Zube­rei­tung und der gemein­same Genuss sind eine der Säu­len mei­nes Den­kens und Lebens.

3. Wor­auf soll­ten mehr Men­schen beim Essen achten?

Uwe: Bio-Qualität wird oft­mals über Sai­so­na­li­tät und Regio­na­li­tät gestellt. Was nützt es, einen Bio-Apfel gekauft zu haben, der aber im Dezem­ber aus Israel ein­ge­flo­gen wird? Die Men­schen soll­ten ver­mehrt dar­auf ach­ten, sai­so­nal ein­zu­kau­fen und Pro­dukte aus ihrer Region zu bezie­hen. Am bes­ten direkt vom Erzeu­ger oder einem Händ­ler, der genau weiß, woher die feil­ge­bo­te­nen Pro­dukte stammen.

4. Was war die schönste Erfah­rung mit dei­nem Blog?

Uwe: Die schöns­ten Erfah­run­gen pas­sie­ren immer dann, wenn sich Dinge aus dem Inter­net in das echte Leben über­tra­gen: Du lernst neue Leute ken­nen, triffst diese, es bil­den sich Freund­schaf­ten. Ich durfte über mei­nen Blog schon einige wun­der­bare Men­schen ken­nen ler­nen und hoffe, dass dies noch lange so bleibt.

5. Wel­che drei Web­sei­ten zum Thema Essen kannst du empfehlen?

Uwe: Drei Food­blogs aus der Viel­zahl aus­zu­wäh­len ist wirk­lich hart. Ich hole mir sehr gerne Inspi­ra­tion bei Arthurs Toch­ter, weil ich dort noch sehr viel ler­nen und abgu­cken kann. Bei Grain de Sel finde ich immer neue, tolle Rezepte, die ich so sel­ten schon ein­mal an einem ande­ren Ort gese­hen habe — zudem sind die Gerichte immer toll foto­gra­fiert. Als dritte Quelle kann ich noch Gour­met Gue­rilla emp­feh­len — schöne Texte, künst­le­ri­sche Fotos, gutes Essen.

Mehr über Uwe und sei­nen Food­blog steht auf www.highfoodality.com.

Schmausepost vom 19. April

Schman­kerl der Woche

Stan­gen­sla­lom: Die Spar­gel­sai­son hat begon­nen — auf den Wochen­märk­ten und auch in der Food­blo­go­sphäre. Hier eine Aus­wahl der inter­es­san­tes­ten Geschich­ten und Rezepte:

Zahl der Woche

60. Geburts­tag fei­ert Aro­mat, das laut der Ber­ner Zei­tung „zu unse­rer kuli­na­ri­schen Schwei­zer Volk­seele“ gehört. Anläss­lich des Geburts­tags blickt das Blatt auf die Geschichte der Streu­würze, deren Rezep­tur strengs­ter Geheim­hal­tung unter­liegt.
Ber­ner Zeitung

Nach­rich­ten

Gegen Mogel­pa­ckun­gen:  Eine „Wasser-Zucker-Aroma-Mixtur mit ein biss­chen Frucht­saft“ — so bezeich­net Food­watch die Capri-Sonne. Die Ver­brau­cher­or­ga­ni­sa­tion hat das Kin­der­ge­tränk für den Gol­de­nen Wind­beu­tel nomi­niert; nun kön­nen Inter­net­nut­zer über die „dreis­teste Wer­be­ma­sche“ bei Kinder-Lebensmitteln abstim­men. Einen infor­ma­ti­ven Bei­trag hierzu schreibt Mel bei Gour­met Gue­rilla.
Food­watchSüd­deut­scheSpiegel-OnlineGour­met Guerilla

Gegen Kochen: Immer mehr Koch­sen­dun­gen, immer mehr ver­kaufte Koch­bü­cher — doch immer weni­ger Köche am hei­mi­schen Herd. Bes­ter Beweis: Der Markt für Tief­kühl­pro­dukte in Deutsch­land wächst unauf­halt­sam. Allein TK-Pizzen kamen ver­gan­ge­nes Jahr 825 Mil­lio­nen auf den Tisch — im Schnitt elf Piz­zen pro Bun­des­bür­ger.
FocusWeltTellerrand-Blog (Kom­men­tar)

Gegen Aus­beu­tung: Fair­trade boomt: Im ver­gan­ge­nen Jahr lag der Umsatz von fair gehan­del­ten Waren in Deutsch­land erst­mals bei über 500 Mil­lio­nen Euro — ein Plus von 33 Pro­zent. Vor allem bei Blu­men, Kaf­fee und Bana­nen grei­fen immer mehr Men­schen zu fai­ren Pro­duk­ten. Noch nicht durch­set­zen kann sich hin­ge­gen Fairtrade-Schokolade.
Süd­deut­scheTages­spie­gel

Gegen Pudding-Romantik: Käse aus Deutsch­land, Toma­ten aus Ita­lien, Salami aus Däne­mark: Bei einer Tief­kühl­pizza von Dr. Oet­ker kom­men die Zuta­ten aus sie­ben Län­dern. Dass der Kon­zern dies so offen zugibt, ist Teil einer neuen Stra­te­gie. So will Dr. Oet­ker bei Ver­brau­chern um Ver­ständ­nis für die indus­tri­elle Pro­duk­tion von Lebens­mit­teln wer­ben und zu einer „Ent-Romantisierung“ bei­tra­gen.
Mana­ger Maga­zinWeltDie Presse

Lese­ge­schich­ten

Sisy­pho­sauf­gabe: Die For­de­rung nach mehr Kon­trol­len folgt nach jedem Lebens­mit­tel­skan­dal so zuver­läs­sig wie der Neu­jahrs­ka­ter auf die Sil­ves­ter­sause. Doch was genau tun die rund 2400 Prü­fer in Deutsch­land über­haupt? Die Süd­deut­sche ist die­ser Frage nach­ge­gan­gen und hat einen Lebens­mit­tel­kon­trol­leur in Nie­der­sach­sen auf sei­ner Tour beglei­tet.
Süd­deut­sche

Halb­wahr­hei­ten: Machen Light-Produkte schlank? Darf man Spi­nat noch ein­mal auf­wär­men? Braucht der Mensch Fleisch? Die Wirt­schafts­wo­che wid­met sich in einer Bil­der­ga­le­rie den belieb­tes­ten Ernäh­rungs­my­then.
Wirt­schafts­wo­che

Ster­nen­reise: In den ver­gan­ge­nen 18 Mona­ten haben die Auto­ren von Küchen­reise alle zehn Restau­rants in Deutsch­land besucht, die vom Guide Miche­lin mit drei Ster­nen aus­ge­zeich­net wurden. Nun picken sie ihre drei Lieb­linge her­aus — und stel­len noch ein­mal alle Berichte vor.
Küchen­reise

Wach­rüt­teln: Unecht, unge­sund, über­teu­ert: So über­schreibt die Süd­deut­sche eine infor­ma­tive Bil­der­ga­le­rie mit Pro­duk­ten aus dem Super­markt, die „bes­ten­falls ent­behr­lich“ sind. Mit dabei im Kreis der über­flüs­si­gen Lebens­mit­tel: Wasabi, lak­to­se­freier Hart­käse und Chips.
Süd­deut­sche

Blog­schau

Aus­ge­zeich­nete Wurst: Und der Sie­ger ist… (Trom­mel­wir­bel) … der Wurst­sack­blog! Geht es nach der Rang­liste bei „2 Grüne Toma­ten“ heißt so der beste Blog zum Thema Ernäh­rung — „mit span­nen­den Berich­ten und kri­ti­schen Arti­keln“. Doch auch auf den Fol­ge­rän­gen fin­det sich in den Top Ten so man­che Blog­perle.
2 Grüne Tomate, (Top 10)2 Grüne Toma­ten (Ankün­di­gung)Wurst­sack­blog

Grü­ner Dau­men: Mit den ers­ten Son­nen­strah­len im Früh­ling ent­de­cken viele Food­blog­ger ihr Klein­gärt­ner­herz — auch, wenn nur eine win­zige Bal­kon­flä­che zur Ver­fü­gung steht. Ste­van von Nut­ri­Cu­li­nary setzt heuer auf „Bal­kon­ge­müse to go“ und auf die Do-it-yourself-Variante in alten Obst­kis­ten.
Nut­ri­Cu­li­nary

Küchen­hel­din­nen: „Hier kocht die Frau. Von Kalt­mam­sel­len zu Küchen­che­fin­nen“ heißt das Buch der Münch­ner Ernäh­rungs­wis­sen­schaft­le­rin Ilona Zubrod. Darin beschreibt sie den lan­gen Kampf von Frauen um Aner­ken­nung in der Koch­welt. Katha­rina von Valen­ti­nas Koch­buch hat sich mit der Auto­rin unter­hal­ten.
Valen­ti­nas Kochbuch

Lange Liste: Die umfang­reichste Samm­lung deutsch­spra­chi­ger Food­blogs — das ist das Ziel der Aktion „Köst­lich & Kon­sor­ten“, die Steph vom Klei­nen Kurio­si­tä­ten­la­den ins Leben geru­fen hat. Stand Frei­tag­mit­tag (19.4.) zählt die Liste bereits rund 200 Ein­träge.
Klei­ner Kurio­si­tä­ten­la­denKöst­lich & Konsorten

Buch der Woche

Omas Rat­schläge: Zwei Rezen­sio­nen, zwei Mei­nun­gen: Bei Eva von Food Vege­ta­risch löst das Buch „Essen Sie nichts, was Ihre Groß­mut­ter nicht als Essen erkannt hätte“ von Michael Pol­lan Begeis­te­rung auf den ers­ten Blick aus. Petra von Food­freak hin­ge­gen ist von den „Gol­de­nen Regeln für gute Ernäh­rung“ weni­ger ange­tan.
Food Vege­ta­risch (Rezen­sion)Food­freak (Rezen­sion)n-tv (Infos zum Buch)

App der Woche

Rezep­te­fan: Kochen nach Bil­dern: Das ist das Prin­zip der App „Rezep­te­fan“ (iPhone, iPad, 2,69 Euro), die mit einer rie­si­gen Aus­wahl an Rezep­ten glänzt. Zu ins­ge­samt 480 Gerich­ten aus 31 Kate­go­rien gibt es Schritt-für-Schritt-Anleitungen in mehr als 3500 Fotos. Neben der Viel­zahl an Rezep­ten lobt Jana von Guten APPe­tit in ihrer Rezen­sion auch die Extras wie eine Ein­kaufs­liste und den Timer.
Guten APPe­tit

Blog der Woche

Schö­ner Tag noch!: Wie bist du auf den Namen gekom­men? Diese Frage hat Juliane vom Food­blog „Schö­ner Tag noch!“ wohl schon gefühlte vier­tau­send­mal beant­wor­tet. Ihre Rezepte indes las­sen kaum Fra­gen offen, schließ­lich kocht und backt die Wahl-Karlsruherin nahezu alles von der schnel­len Küche bis zum auf­wän­di­gen Menü. Im Inter­view mit der Schmau­s­epost sagt sie: „Ich liebe eigent­lich alles rund ums Essen“.
Schmau­s­epost (Por­trät mit Inter­view)Schö­ner Tag noch!

Rezepte der Woche

Los Can­ne­lochos: Ita­lien trifft Mexiko — unter die­sem Motto prä­sen­tiert Danja von den Fein­kost­punks ihr Rezept für Los Can­ne­lochos, einen Canneloni-Auflauf mit über­ba­cke­nem Chili con Carne. Das ganze ist recht leicht zuzu­be­rei­ten, klingt aber uner­hört schmack­haft — und ist ein ech­ter Hin­gu­cker.
Feinkostpunks.de

Zucchini-Paprika-Suppe mit Minze (vege­ta­risch): Eigent­lich ist die Sup­pen­zeit vor­bei. Oder genauer: Sie sollte vor­bei sein, weil es nun lang­sam Früh­ling wer­den darf. Ein leich­tes Süpp­chen, das sich jedoch auch bei wär­me­ren Tem­pe­ra­tu­ren her­vor­ra­gend löf­feln lässt, ist die Zucchini-Paprika-Minze-Kreation von Chris­tina, die sie auf ihrem Blog „Fei­nes Gemüse“ vor­stellt.
Fei­nes Gemüse

Nach­schlag

Galak­tisch gut Wie wär’s mit klin­go­ni­scher Bok-Rattenleber am Wochen­ende? Oder vul­ka­ni­scher Ploomek-Suppe? Das Blog „Food Rep­li­ca­tor“ hat sich der Star-Trek-Küche ver­schrie­ben und lie­fert jede Woche ein Rezept aus dem Trekkie-Universum zum Nach­ko­chen.
Food Rep­li­ca­torSpiegel-Online

Blog der Woche: Schöner Tag noch!

Beschriftung

Nach einer Abschieds­for­mel in ihrer Wahl­hei­mat Baden hat Juliane ihren Food­blog getauft.

Juliane hat den Sprung gewagt. Oder die Flucht — wie man’s nimmt. Nein, Juliane stammt nicht etwa aus dem Ost­block und auch nicht aus der DDR. Viel­mehr ist sie als gebo­rene Stutt­gar­te­rin eine Schwä­bin qua Her­kunft, lebt heute jedoch in Karls­ruhe, also in Baden. Für alle Men­schen nörd­lich des Brezel-Äquators sei ange­merkt: Schwa­ben und Bade­ner ver­tra­gen sich unge­fähr so gut wie Obe­lix und eine Legion Römer. Normalerweise.

Juliane hin­ge­gen scheint die tra­di­tio­nelle Riva­li­tät etwas locke­rer zu sehen. Schließ­lich fühlt sie sich laut eige­ner Aus­sage in Karls­ruhe „mitt­ler­weile sehr wohl“. Und sogar ihren Food­blog hat sie gram­ma­ti­ka­lisch falsch, aber der Bade­ner Mund­art getreu voll­kom­men rich­tig auf den Namen „Schö­ner Tag noch!“ getauft.

Dort schreibt Juliane, Anfang 30 und im Online-Marketing tätig, seit nun­mehr fünf Jah­ren über die Krea­tio­nen, die sie in ihrer Küche zau­bert. Und so wie sie im wah­ren Leben Gren­zen über­schrit­ten hat, so kennt sie auch auch auf dem kuli­na­ri­schen Ter­rain keine Restrik­tio­nen. Da gibt es all­tags­taug­li­che Rezepte auf die Schnelle wie Sup­pen, Risotto oder Salat, aber auch auf­wän­di­gere Menüs, „für Tage, an denen mehr Zeit zum Kochen ist“. Flei­schi­ges steht neben Fleisch­lo­sem, süße Klei­nig­kei­ten neben herz­haf­ten Schmor­ge­rich­ten und selbst­ge­ba­cke­nes Brot neben Kuchen im Glas.

Die Liebe zum Essen liegt bei Juliane übri­gens in der Fami­lie: Ihr Cou­sin Uwe betreibt mit High Foo­da­lity eben­falls einen Food­blog, sodass man sich kaum vor­stel­len mag, was bei Fami­li­en­fei­ern alles auf den Tisch kommt. Doch Juliane wird das kaum stö­ren, denn sie sagt im Inter­view mit der Schmau­s­epost: „Ich liebe eigent­lich alles rund ums Essen.“

INTERVIEW — 5 Fra­gen an… Juliane von „Schö­ner Tag noch!“

1. Was ist dein per­sön­li­ches Lieb­lings­ge­richt in dei­nem Blog?

Die Frage nach dem Lieb­lings­ge­richt ist schwie­rig, denn sobald ich über diese Frage nach­denke, fällt mir ein Gericht nach dem ande­ren ein. Gene­rell mag ich im Win­ter aber sehr gerne Schmor­ge­richte, und eines mei­ner Lieb­lings­re­zepte auf mei­nem Blog, das ich jeden Win­ter mehr­mals koche, ist das Boeuf Bour­gu­i­gnon nach Julia Child. Ich denke dabei immer an einen tol­len Paris-Urlaub mit mei­ner bes­ten Freun­din und an den Film „Julie & Julia“, der mir sehr gut gefal­len hat — und bekomme sofort gute Laune! Egal wie hart und kalt der Win­ter gerade ist…

2. Wel­che Rolle spielt Essen in dei­nem Leben?

Juliane: Essen spielt eine große Rolle in mei­nem Leben! Ich liebe eigent­lich alles rund ums Essen: Nach­den­ken, was ich kochen möchte. Koch­bü­cher und Food­zeit­schrif­ten durch­blät­tern. Nach Rezep­ten suchen. Lebens­mit­tel ein­kau­fen. Kochen. Anrich­ten. Gemein­sam mit der Fami­lie oder Freun­den essen, plau­dern und genie­ßen. Herrlich!

3. Wor­auf soll­ten mehr Men­schen beim Essen achten?

Juliane: Ich finde es schade, dass sich viele Men­schen so wenig Zeit fürs Kochen und Essen neh­men. Essen pas­siert oft­mals neben­her, vor dem Fern­se­her, im Ste­hen, im Gehen… das schmeckt doch nicht, da ist das Essen dann nur noch Nah­rungs­auf­nahme. Und dadurch ent­geht den Leu­ten so viel Genuss!

4. Was war die schönste Erfah­rung mit dei­nem Blog?

Juliane: Ich freue mich immer beson­ders, wenn Leser meine Rezepte nach­ko­chen und die Gerichte dann gut gelun­gen sind. Ers­tens, weil das Rezept funk­tio­niert hat, und zwei­tens, weil ich Leute zum selbst kochen bewe­gen konnte – toll!

5. Wel­che drei Web­sei­ten zum Thema Essen kannst du empfehlen?

Juliane: Es gibt so unglaub­lich viele lesens­werte Food­blogs und ich ver­su­che alle zu lesen – aktu­ell folge ich fast 200 Blogs.

Zu mei­nen Lieb­lin­gen zählt der Blog Schlamm­da­ckel von Verena, deren Geschmack mei­nem sehr stark ähnelt, und von der ich schon viele Rezepte nach­ge­kocht habe. Außer­dem gefällt mir momen­tan Julias Blog Chest­nut & Sage sehr gut, ihre Fotos finde ich ganz bezau­bernd! Und als drit­tes möchte ich euch noch Uwes Blog High­Foo­da­lity nahe­le­gen. Zum einen, weil Uwe mein Cou­sin ist und ich es klasse finde, dass wir beide das glei­che doch recht exo­ti­sche Hobby „Food­blog­gen“ haben und uns bei Fami­li­en­fei­ern dar­über aus­tau­schen kön­nen, zum ande­ren, weil er immer wie­der aus­ge­fal­lene Rezepte und exzel­lente Fotos zeigt.

Mehr über Juliane und ihren Blog „Schö­ner Tag noch!“ steht auf schoenertagnoch.blogspot.de.

Schmausepost vom 12. April

Schman­kerl der Woche

Geschmack­lo­ser Lieb­ling: Die Tomate ist unser liebs­tes Gemüse: 11,3 Kilo ver­drückt der Durch­schnitts­deut­sche im Jahr. Doch warum? Schließ­lich sind die roten Was­ser­bäll­chen, die es im Super­markt gibt, doch weit­ge­hend geschmack­los? Das SZ Maga­zin geht dem Mythos der Tomate nach und schreckt dabei auch nicht vor dem „Infor­ma­ti­ons­büro Tomate“ in Essen zurück.
SZ Maga­zin

Zahl der Woche

1.6 Kilo­gramm Spar­gel hat jeder Deut­sche im ver­gan­ge­nen Jahr durch­schnitt­lich geges­sen — den Groß­teil aus hei­mi­scher Pro­duk­tion. Nun beginnt die neue Sai­son, oder bes­ser: Sie sollte begin­nen. Denn auf­grund des lan­gen Win­ters wurde die Eröff­nung der Spar­gel­zeit ver­scho­ben.
food-monitor (Zah­len & Fak­ten)West­fä­li­sche Nach­rich­ten (Sai­son)BR (Sai­son)

Nach­rich­ten

Geran­gel: „Mons­anto vs Mut­ter Erde“ — unter die­sem Schlag­wort sam­melt das Kampagnen-Netzwerk Avaaz Unter­schrif­ten für eine Peti­tion. Sie setzt sich dafür ein, dass ein­zelne Pflan­zen­sor­ten in der EU nicht paten­tiert wer­den kön­nen. Laut dem Peti­ti­ons­text wol­len dies Biotech-Firmen wie Mons­anto mit­tels einer Geset­zes­lü­cke errei­chen.
Avaaz

Gepan­sche: Um ein Haar wäre die Schmau­s­epost ohne neuen Lebens­mit­tel­skan­dal geblie­ben. Doch dann sto­ßen For­scher auf Arsen im Bier, in der Elch-Lasagne von Ikea taucht Schwei­ne­fleisch auf, und schließ­lich müs­sen 50.000 Ton­nen (!) Fleisch wegen des Ver­dachts auf Pfer­de­fleisch zurück­ge­ru­fen wer­den. Der Focus gibt dabei der „Billig-Mentalität“ der Ver­brau­cher eine Mit­schuld.
Welt (Bier)Ber­li­ner Zei­tung (Ikea), FAZ (Fleisch)Focus (Billig-Mentalität)

Gewis­sen: Beim „Slow Fish“-Festival in Genua geht es nicht nur um den Geschmack, son­dern auch ums Gewis­sen. Unter dem Motto „Das Meer gehört allen!“ kön­nen sich die Gäste bei freiem Ein­tritt über nach­hal­ti­gen Fisch­fang infor­mie­ren — und natür­lich auch ver­kos­ten.
Spiegel-Online

Gebräu: Seit eini­gen Jah­ren gehö­ren Tee­nies, die bunte Getränke durch XXL-Strohhalme zie­hen, zum fes­ten Bild in deut­schen Fuß­gän­ger­zo­nen. Bub­ble Tea heißt das Mode­ge­tränk, das aus dem asia­ti­schen Raum nach Deutsch­land geschwappt ist. For­scher der RWTH Aachen haben nun unter­sucht, was genau im Bub­ble Tea steckt — und Über­ra­schen­des fest­ge­stellt.
Deutsch­land­funk (Sen­dung)Deutsch­land­funk (Manuskript)

Lese­ge­schich­ten

Denk­an­stoß: Star-Köchin Sarah Wie­ner übt im taz-Interview Kri­tik an der Lebens­mit­tel­in­dus­trie: „Es wur­den Lebens­mit­tel mit einem enor­men Auf­wand, mit einer enor­men Mar­ke­ting­ma­schine und Lob­by­is­mus auf den Markt gedrückt, die unsere Eltern gar nicht als Lebens­mit­tel erkannt hät­ten.“ Außer­dem stellt sie ihr neues Buch „Zukunfts­menü“ vor.
taz (Inter­view)Essen & Trin­ken (neues Buch)

Bäcker­ster­ben: 70 Pro­zent der Bäcke­reien in Deutsch­land sind immer noch kleine Fami­li­en­be­triebe — doch ihr Anteil am Gesamt­um­satz beträgt gerade ein­mal 11,6 Pro­zent. Und die Aus­sich­ten sind düs­ter: Jeden Tag stirbt hier­zu­lande eine Bäcke­rei. Die Ver­blei­ben­den ver­su­chen mit Tra­di­ti­ons­re­zep­ten und Hei­mat­ge­fühl in der Nische zu über­le­ben.
Green­peace Magazin

Geburts­tag: Vor 100 Jah­ren mel­dete Karl Albrecht sen. einen klei­nen Krä­mer­la­den als Gewerbe an — der Start­schuss für den heu­ti­gen Lebens­mit­tel­gi­gan­ten Aldi. Zum Geburts­tag sam­melt Süddeutsche.de „zehn Dinge, die Sie noch nicht über Aldi wuss­ten“. Zudem lie­fert Peer Scha­der in sei­nem Super­markt­blog eine inter­es­sante Ana­lyse des Sys­tems Aldi.
Süd­deut­sche, Super­markt­blogfood-monitor (Aldi-Geschichte)

Glau­bens­krieg: Die Natur hat den Men­schen als Fleisch­es­ser kon­zi­piert — und doch ent­schei­den sich in den west­li­chen Indus­trie­staa­ten immer mehr Men­schen für den Vege­ta­ris­mus. Doch wel­che Fol­gen hat das für uns? Und für unsere Kin­der? Der Focus stellt in sei­ner Titel­ge­schichte Fleisch­es­ser und Vege­ta­rier gegen­über und fragt: Wer isst bes­ser?
Focus

Blog­schau

Schwar­zes Gold: Der fran­zö­si­sche Dich­ter Vol­taire soll bis zu 50 Tas­sen Kaf­fee pro Tag getrun­ken haben — und wurde den­noch 83 Jahre alt. Diese und wei­tere Zah­len und Fak­ten zum Thema Kaf­fee zei­gen die kaffee-freun.de in einer gut gemach­ten Info­gra­fik.
kaffee-freun.de

Gol­dene Regeln: Isa­bel Bog­dan hat Jona­than Safran Foers „Tiere essen“ über­setzt, und das Buch hat bei ihr offene Türen ein­ge­rannt. In ihrem Blog erklärt die Auto­rin nun, warum sie trotz­dem noch Fleisch isst, wieso sie auf über­flüs­sige Eier ver­zich­tet, und was hin­ter dem „Kon­zept Sonn­tags­bra­ten“ steckt. In einem zwei­ten, ebenso lesens­wer­ten Arti­kel beschreibt sie ihr Ver­hält­nis zu Gemüse.
isabelbogdan.de (Fleisch)isabelbogdan.de (Gemüse)

Schwim­men­des Gold: Peggy von Multikulinarisch.es nimmt sich in die­sem Jahr Süß­was­ser­fi­sche vor — „denn sie sind mei­nes Erach­tens nach in Fisch­the­ken und auf Tel­lern unter­be­wer­tet“. Dazu stellt sie jeden Monat eine Fisch­art vor, wor­auf­hin Blog­ger die pas­sen­den Rezepte lie­fern. Im April ist die Maräne an der Reihe, zu der Peggy aller­lei Wis­sens­wer­tes schreibt.
Multikulinarisch.es (Maräne)Multikulinarisch.es (allg. Infos)

Gol­de­nes Händ­chen: Mün­chen ist Schuhbeck-Land: Restau­rants, Geschäfte, Koch­schule, Eis­diele — der Star-Koch ist in der Stadt so all­ge­gen­wär­tig wie der Glüh­wein­duft zur Weih­nachts­zeit. Uta von „Le Schi­cken“ blickt in ihrem Blog auf den „Schuhbeck-Tick“ und spart dabei nicht mit Kri­tik an der „kom­mer­zi­el­len Künst­lich­keit“ des Schuhbeck-Imperiums.
Le Schi­cken

Buch der Woche

Dop­pelt hält bes­ser: Zwei Blogs, eine Fami­lie, ein Buch: Juliane von „Schö­ner Tag noch!“ und ihr Cou­sin Uwe von High Foo­da­lity neh­men sich das Koch­buch „Win­ter. Home made“ vor. Gemein­sam kochen sie sechs Rezepte nach — und sind sehr ange­tan. Uwe lobt „ein sehr schö­nes Koch­buch, das in Auf­ma­chung, Design und Stil ein­zig­ar­tig ist“, und Juliane gibt vier von fünf Punk­ten.
Schö­ner Tag noch! (Rezen­sion)High Foo­da­lity (Rezension)

App der Woche

Obst für alle Fälle: Mehr als eine bloße Rezep­te­samm­lung ist die kos­ten­lose iPad-App „Obst für alle Fälle“: Hier wer­den zu den Gerich­ten  Geschich­ten erzählt, etwa von trau­ern­den Boygroup-Fans oder dem ver­lieb­ten Casa­nova. Bei den 35 Rezep­ten steht natür­lich Obst im Vor­der­grund — mal als Birnen-Limo, mal als Erdbeer-Lasagne. Nicki von Guten APPe­tit fin­det: „Eine Emp­feh­lung für alle Obst-Liebhaber“.
Guten APPe­tit (Rezension)

Blog der Woche

Fool for Food: „Eigent­lich denke ich fast den gan­zen Tag an Lebens­mit­tel und an Rezepte“, sagt Clau­dia im Inter­view mit der Schmau­s­epost. Kein Wun­der, schließ­lich arbei­tet die Ham­bur­ge­rin als Food-Autorin und Foto­gra­fin, hat drei Koch­bü­cher ver­öf­fent­licht, eine renom­mierte Koch­schule besucht und betreibt mit „Fool for Food“ einen der bekann­tes­ten Food­blogs in Deutsch­land. Vor­aus­set­zung für all das? „Ich habe Hun­ger. Immer.„
Schmau­s­epost (Por­trät mit Inter­view)Fool for Food

Rezepte der Woche

Lachs­fo­relle auf Kar­tof­fel­stampf mit Zitro­nen­creme und Gemüse: „Viele Hob­by­kö­che haben Respekt vor der Zube­rei­tung von Fisch“, schreibt Tho­mas von Topf & Deckel. Doch das sei „völ­lig unbe­grün­det“. Er lie­fert eine Anlei­tung, wie man das per­fekte Fisch­fi­let brät — und dazu ein Rezept für Lachs­fo­relle auf Kar­tof­fel­stampf mit Zitro­nen­creme.
Topf & Deckel

Ricott­ak­nö­del mit Bär­lauchsoße (vege­ta­risch): Der Win­ter hat sich ver­zo­gen, und pas­send dazu kocht Robert von Lamia­cu­cina ein Früh­lings­ge­richt sei­nes „Süd­ti­ro­ler Lieb­lings­kochs“ nach: Ricott­ak­nö­del in Bär­lauchsoße. Denn, so Robert, „ein, zwei­mal Bär­lauch darf, muss sein. Mehr nicht“.
Lamia­cu­cina

Nach­schlag

Welt­raum­paste Wovon ernährt sich Darth Vader? Um diese Kinder-Frage zu beant­wor­ten, wen­det sich das Eltern­ma­ga­zin Nido an einen Exper­ten vom offi­zi­el­len Star-Wars-Magazin. Dem­nach gibt es im Kra­gen des Böse­wichts Schläu­che, über die er eine „nicht son­der­lich appe­tit­li­che“ Vita­paste zu sich nimmt.
Nido