Archiv für den Monat: Mai 2013

Schmausepost vom 31. Mai

Schman­kerl der Woche

Leben oder Nicht-Leben? Wie ergeht es einem Schwein in Deutsch­land, bevor es zur Wurst wird? Die­ser Frage geht Jan Gross­arth für die FAZ nach und beglei­tet die Tiere „20 sorg­lose Wochen vor der Schlach­tung“. Ein Bericht über Kas­tra­tion und Kupie­ren, Plastik-Mütter, Fut­ter­kur­ven, Todes­rampe und die Frage: Ist das ein Leben?
FAZ


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Kuli­na­ri­sche Lesung: Patrik Stäbler ist drei Monate lang per Anhal­ter durch Deutsch­land gereist und hat sich auf die Suche gemacht nach lan­des­ty­pi­schen, regio­na­len Gerich­ten. Über seine kuli­na­ri­schen und kul­tu­rel­len Erleb­nisse hat der Jour­na­list ein Buch geschrie­ben: „Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten“. Nun lädt er am Sonn­tag, 2. Juni, zur öffent­li­chen Pre­mie­ren­le­sung nach Mün­chen ein. (Dis­clai­mer: Patrik Stäbler ist Her­aus­ge­ber der Schmau­s­epost)
Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten (Lesung)Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten (Buch)


Zahl der Woche

5,4 Liter Schnaps läuft pro Jahr durch die Kehle des Otto-Normal-Trinkers. Am belieb­tes­ten sind klare Schnäpse, die fast 40 Pro­zent des Absat­zes aus­ma­chen. Dahin­ter fol­gen Liköre (28%) sowie Wein­brände und Cognac (12%). Die Trink­freu­dig­keit der Deut­schen freut vor allem den Staat: Er nimmt 2,1 Mil­li­ar­den Euro Brannt­wein­steuer ein.
Han­dels­blattn-tv

Nach­rich­ten

Wet­ten dass?! Die Volks– und Raiff­ei­sen­ban­ken haben ange­kün­digt, nicht mehr auf die Preis­ent­wick­lung von Nah­rungs­mit­teln zu wet­ten. Die Deut­sche Bank hin­ge­gen will wei­ter spe­ku­lie­ren — und ern­tet dafür Kri­tik von Food­watch. Der­weil geht der Streit um die Fol­gen sol­cher Wet­ten unter Ökono­men wei­ter: So nimmt Hei­ner Flass­beck den Gast­bei­trag von Ingo Pies aus­ein­an­der.
Han­dels­blattSpiegel-Onlinedetektor.fm (Audio)Food­watchSZ (Pies)Flass­beck

Nur eine Blase: Eine Zeit­lang sah man sie über­all: Jugend­li­che, die bunte Getränke aus Bechern mit dau­men­di­cken Stroh­hal­men schlür­fen. Bub­ble Tea war das Trend-Getränk der Fuß­gän­ger­zone — und ist genauso schnell wie­der in der Ver­sen­kung ver­schwun­den. Jetzt erhe­ben die Anbie­ter schwere Vor­würfe: Haben übereif­rige For­scher die Bran­che rui­niert?
Zeit

Belas­te­tes Pack: Der gesunde Snack für die Mit­tags­pause — mit die­sem Image wer­ben die Her­stel­ler von abge­pack­ten Sala­ten. Doch nun warnt die Stif­tung Waren­test: Fast in jeder zwei­ten Tüte tum­meln sich gefähr­li­che Keime.
Süd­deut­scheSternFocustest.de

Obst für die Tonne: Mehr als jeder zehnte Apfel, der in Deutsch­land geern­tet wird, lan­det umge­hend im Müll — ins­ge­samt 98.000 Ton­nen pro Jahr. Grund hier­für sind das Wet­ter sowie Trans­port und Lage­rung. Auch bei ande­ren Nah­rungs­mit­teln wan­dert ein statt­li­cher Teil der Ernte direkt in die Tonne.
FAZFocusFood­watch unter Beschuss: Der Streit um die Ver­brau­cher­or­ga­ni­sa­tion Food­watch geht wei­ter: Deren Abstim­mung zum Gol­de­nen Wind­beu­tel kri­ti­siert Udo Poll­mer als Aktion für Heuch­ler und Nörg­ler. Foodwatch-Gründer Thilo Bode hält im Welt-Interview dage­gen: „Diese Kri­tik muss die Indus­trie aus­hal­ten kön­nen“.
DRa­dio (Poll­mer)Welt (Bode-Interview)Tel­ler­rand­blog (Kommentar)

Lese­ge­schich­ten

Gewis­sens­bisse: Fleisch­lose Küche ist so beliebt wie nie. Doch wenn Vege­ta­rier oder Vega­ner eine Koch­aus­bil­dung antre­ten, gibt ein Pro­blem: Zwangs­läu­fig kom­men sie mit tie­ri­schen Pro­duk­ten in Kon­takt, denn auf dem Lehr­plan ste­hen unter ande­rem zwölf Wochen Fleisch und Inne­reien oder vier Wochen Käse, Quark und Eier.
FAZ

Säbel­meis­ter: Spa­nien ist Schin­ken­land: Die Cor­ta­do­res de Jamon, also die Schin­ken­schnei­der, genie­ßen dort eine ähnlich hohe Aner­ken­nung wie Ster­ne­kö­che. Ihr Ziel: den edlen Jamon Ibe­rico in hauch­dün­nen Schei­ben absä­beln. Autor Karl Hofer hat für die NZZ einem der renom­mier­tes­ten Schin­ken­schnei­der einen Besuch abge­stat­tet.
NZZ

Dau­er­bren­ner: Seit 71 Jah­ren steht Rosa Ober­hol­zer im Schwei­zer Gast­haus Kan­tons­grenze hin­ter dem Herd. Neben Reh­rü­cken oder selbst geräu­cher­tem Speck ser­viert die rüs­tige Köchin ihren Gäs­ten auch die eine oder andere Anek­dote. Das Migros Maga­zin hat die 94-Jährige besucht, die betont: „Ich ver­ar­beite nur fri­sche, qua­li­ta­tiv hoch­wer­tige Zuta­ten“.
Migros Maga­zin

Geschmacks­ver­ir­rung: Glut­amat genießt bei Gour­mets unge­fähr so einen guten Ruf wie Sil­vio Ber­lus­coni unter Femi­nis­tin­nen. Doch was genau ver­birgt sich hin­ter dem Geschmacks­ver­stär­ker? Und ist er wirk­lich so gefähr­lich? BR-Autorin Julia Rich­ter hat sich das Glut­amat vor­ge­nom­men — und erklärt, wie man einen Bogen darum machen kann.
BR

Blog­schau

Ret­tet das Brot! Zwölf „Bäcke­reien“ kann Ste­van von Nut­ri­Cu­li­nary fuß­läu­fig errei­chen — doch die Gän­se­füß­chen setzt er nicht ohne Grund. Denn dort gibt es nur die „immer­glei­chen freud­lo­sen Back­mi­schun­gen“ der Filia­lis­ten, die viele echte Bäcke­reien ver­drängt haben. Nun pro­pa­giert Ste­van drei Brot-Rettungsmaßnahmen.
Nut­ri­Cu­li­nary

Nennt es Gelato! Einen Tag lang Eis­prin­zes­sin: Die­sen Traum erfüllt sich Anja von Tra­vel on Toast in Bolo­gna. Dort besucht sie die Gelato Uni­ver­sity und lernt in einem Kurz­se­mi­nar die Geheim­nisse des Gelato ken­nen — jenes ita­lie­ni­sche Spei­se­eis, das man kei­nes­falls mit schnö­der Eis­creme ver­wech­seln dürfe.
Tra­vel on Toast

Ver­stoßt die Karotte! Eine ein­zige Zutat treibt Jörn Kabisch die Zor­nes­röte ins Gesicht — oder genauer gesagt: die Zor­nes­or­ange. Denn die Rede ist von der Karotte, der „gescher­ten Ruab’n“. Mit ihr kann der blog­gende Koch ein­fach nichts anfan­gen. „Ich schiebe mir davon eine Gabel in den Mund und  schme­cke nichts ande­res als süße, süße, süße Karot­ten­schnit­zel“.
tabldoot.de

Kauft das Rich­tige! Sai­so­na­les Kochen liegt im Trend — doch sai­so­nal Ein­kau­fen will gelernt sein. Als Hil­fe­stel­lung ver­schickt Uwe von High Foo­da­lity ein­mal im Monat einen sai­so­na­len News­let­ter. Darin erklärt er nicht nur, wel­che Obst– und Gemü­se­sor­ten gerade geern­tet wer­den, son­dern lie­fert auch die pas­sen­den Rezepte dazu.
High Foo­da­lity

Buch der Woche

Europa kocht: Die tür­ki­sche Küche hat mehr zu bie­ten als Döner und Lah­ma­cun — und in Ita­lien kommt nicht jeden Tag Pasta und Pizza auf den Tisch: Den Beweis hier­für lie­fern zwei Kochbuch-Klassiker, die der Blog Asian Food Fusion in den höchs­ten Tönen lobt: „Pis­mek — Kochen auf Tür­kisch“ und „Die klas­si­sche ita­lie­ni­sche Küche“ von Mar­cella Hazan.
Asian Food Fusion (Tür­kei)Asian Food Fusion (Italien)

App der Woche

Rezepte satt: Zwei emp­feh­lens­werte Koch-Apps, die die­ser Tage ein Update erfah­ren haben, legt Jana von Guten APPe­tit ihren Lesern ans Herz. Zum einen „Dr. Oet­ker Rezep­tideen“ — mit mehr als 1000 Koch-, Back– und Des­sert­re­zep­ten. Zum ande­ren die App der Chefkoch-Community, mit der man gar in 220.000 User-Rezepten stö­bern kann. Das Beste daran: Beide Apps sind kos­ten­los.
Guten APPe­tit

Blog der Woche

The Ste­pford Hus­band: Als Stepford-Frau wird im Eng­li­schen eine per­fekte, immer gut gelaunte Haus­frau bezeich­net. Der Begriff ent­stammt dem Buch „The Ste­pford Wives“, das mehr­fach ver­filmt wurde. Doch wieso hat Kevin Ilse sei­nen Food­blog auf den Namen The Ste­pford Hus­band getauft? Und wel­che Gerichte kom­men dort vor die Linse? Die Schmau­s­epost stellt den Blog des Öster­rei­chers vor — inklu­sive Inter­view.
Schmau­s­epost (Por­trät & Inter­view)The Ste­pford Husband

Rezepte der Woche

Kari­bi­sches Jerk-Chicken: Anna von „Packt’s an“ beginnt ihren Arti­kel mit ein paar Wit­zen auf Kos­ten von Arjen Rob­ben — denn sie schreibt den Text par­al­lel zum Champions-League-Finale. Diese Scherze gehen frei­lich nach hin­ten los, als der Hol­län­der am Ende das ent­schei­dende Tor erzielt. Kein Rein­fall ist hin­ge­gen Annas Rezept für Jerk-Chicken — kari­bi­sche Hähn­chen­schen­kel in einer fruchtig-würzigen Mari­nade.
Anna packt’s an

Rote-Bete-Gratin mit Schafs­käse (vege­ta­risch): Rote Bete hat der­zeit Sai­son — doch was soll man damit anstel­len? Andrea von Ein­fach Guad lie­fert einen Vor­schlag, mit dem man sogar man­chen Rote-Bete-Hasser ködern könnte: ein Rote-Bete-Gratin mit Schafs­käse und Minze. Nur ein Pro­blem gibt es bei dem Gericht: das Foto…
Ein­fach Guad

Nach­schlag

Fast Food In einem Wies­ba­de­ner Café gibt es All-you-can-drink-Kaffee und All-you-can-eat-Kekse. Klingt ver­lo­ckend — doch die Sache hat einen Haken: Im Slow Time bezahlt der Gast nicht für Bestel­lun­gen, son­dern für die dort ver­brachte Zeit. Das Kon­zept soll in Russ­land der Ren­ner sein — setzt es sich jetzt auch in Deutsch­land durch? Die Schmau­s­epost hofft instän­dig: nicht!
Spiegel-Online

Blog der Woche: The Stepford Husband

Stepford

Kevin sagt über sei­nen Blog: „Die Gerichte schauen nach viel aus, sind aber ein­fach zuzubereiten.“

Der Name lässt viel Raum für Spe­ku­la­tio­nen: The Ste­pford Hus­band hat Kevin Ilse sei­nen Food­blog getauft — offen­bar nach dem Best­sel­ler Die Frauen von Ste­pford (The Ste­pford Wives), der 1972 von Ira Levin geschrie­ben und zuletzt 2004 mit Nicole Kid­man ver­filmt wurde. Kurz gesagt, geht es darin um eine Gruppe von benach­bar­ten Män­nern, die ihren Frauen Mikro­chips ins Gehirn ein­ge­pflanzt haben, sodass diese als will­fäh­rige Haus­frauen klag­los ihren Dienst in Heim und Küche tun. Der Begriff Stepford-Frau hat sich seit­dem im eng­li­schen Sprach­raum laut Wiki­pe­dia zum Syn­onym für die per­fekte, immer gut gelaunte Haus­frau entwickelt.

Food­blog­ger Kevin Ilse bezeich­net sich indes als Ste­pford Hus­band, also als Stepford-Mann. Weil seine Gerichte immer immer so per­fekt wie die Roboter-Frauen und beson­ders auf­wän­dig sind? Wohl eher nicht, wie er in einem Inter­view selbst sagt: „Meine Art zu kochen ist boden­stän­dig und ein­fach. Jeder soll meine Rezept nach­ko­chen kön­nen. Denn Essen soll zwar auch schön aus­se­hen, aber in ers­ter Linie ein­fach schme­cken und nicht vier Tage Vor­be­rei­tung brau­chen.“ Viel­mehr habe er im Jahr 2011 schlicht nach einem Namen für sei­nen Blog gesucht, der lus­tig ist — und da lan­dete er bei The Ste­pford Hus­band.

Dort fin­det man seit­dem jene Krea­tio­nen, die der Ober­ös­ter­rei­cher in sei­ner hei­mi­schen Küche kre­iert: boden­stän­dig, aber gewitzt; ein­fach, aber ohne Fer­tig­pro­dukte — und stets in einem unterhaltsam-augenzwinkernden Duk­tus und mit hoch­wer­ti­gen Fotos präsentiert. „Viele Men­schen set­zen bei Autos, Klei­dung und Urlau­ben auf Qua­li­tät und inves­tie­ren dabei viel Geld“, sagt Kevin, der im Beruf Mode­re­dak­teur bei einem öster­rei­chi­schen Maga­zin ist. „Geht es aber ums Essen, stop­fen sie billigst-produziertes Zeug in sich hin­ein. Dabei sollte man gerade hier auf Qua­li­tät achten.“

Die Band­breite der Gerichte auf The Ste­pford Hus­band ist dabei ganz und gar nicht ein­tö­nig à la Stepford-Frau: Von Süß­spei­sen (Polen­ta­schmar­ren) springt Kevin zu Sup­pen (Cre­mige Schwam­merl­suppe mit Sco­nes); Haus­manns­kost (Speck­knö­deln von Oma) steht neben Vege­ta­ri­schem (Spi­natsa­lat mit war­men Bir­nen); und von Fast Food (Kraut­fle­ckerln) geht es zu Tar­tes und Quiches (Erbsen-Tarte mit Minze). Oder wie es die Jury eines Food-Blog-Awards for­mu­liert hat:

Der Ste­pford Hus­band kocht mit einer Locker­heit Klei­nes und Gro­ßes, Süßes und Sau­res, Cle­ve­res und Schlaues, wie aus dem Ärmel geschüt­telt. Beim Lesen sei­nes Blogs fühlt man sich selbst wie ein Gast in sei­ner Küche.

INTERVIEW: 5 Fra­gen an… — Kevin von The Ste­pford Husband

1. Was ist dein per­sön­li­ches Lieb­lings­ge­richt in dei­nem Blog?

Kevin: Ganz ehr­lich? Eigent­lich immer genau das Neu­este! Da habe ich noch den Geschmack auf der Zunge und die Bil­der im Kopf.

2. Wel­che Rolle spielt Essen in dei­nem Leben?

Kevin: Mir war gutes Essen und auch das Zube­rei­ten von Essen immer schon sehr wich­tig. Denn ich bin nicht nur ein Genuss­mensch, son­dern für mich ist Essen auch eine Spra­che, die jeder ver­steht. Eine leckere Mahl­zeit bringt Men­schen an einen Tisch und bringt sie zum Reden und Schwär­men. Ich finde es gibt fast nichts Bes­se­res als ein paar Stun­den mit net­ten Men­schen ein lecke­res Essen zu genie­ßen und sich ange­regt zu unterhalten.

3. Wor­auf soll­ten mehr Men­schen beim Essen achten?

Kevin: Ich finde, gerade Fami­lien soll­ten das Essen wie­der mehr zum Ritual machen. Mit offe­nen Augen ein­kau­fen gehen, gemein­sam — gerade mit Kin­dern — kochen und zusam­men an einem Tisch essen. Und dabei auch immer wie­der gemein­sam Neues ausprobieren

4. Was war die schönste Erfah­rung mit dei­nem Blog?

Kevin: Mich freut es immer, wenn Leser auf mich zukom­men und mir erzäh­len, dass sie etwas nach­ge­kocht haben und es ihnen geschmeckt hat oder sie auch etwas abge­än­dert haben.

5. Wel­che drei Web­sei­ten zum Thema Essen kannst du empfehlen?

Kevin: Ich bin selbst eigent­lich ein recht schlech­ter Foodblog-Leser, wenn ich mal ehr­lich sein darf. Des­halb habe ich keine fixe Liste an Blogs, die ich ver­folge. Im Moment lese ich aber immer mal wie­der gern in diese rein:

  • mimithorisson.com — Ihre wun­der­schö­nen Bil­der erzäh­len von einer Lan­d­idylle von der ich immer träume.
  • www.whatkatieate.com — Von der erfolg­rei­chen US-Bloggerin habe ich mir vor kur­zem das Koch­buch gekauft und erkunde auch immer noch gerne ihren Blog. Tolle Bil­der, tolle Rezepte!
  • complimenttothechef.com — Leckere Rezepte, schöne Bilder, sympathische Blog­ge­rin. Mehr kann man sich von einem Food­blog nicht wünschen.

Mehr über Kevin und sei­nen Food­blog steht auf www.thestepfordhusband.blogspot.de.

Schmausepost vom 24. Mai

Schman­kerl der Woche

Lese­schmaus: Im Leip­zi­ger Haus der Geschichte ist eine neue Aus­stel­lung zum Thema „Is(s) was?! — Essen und Trin­ken in Deutsch­land“ eröff­net wor­den. Dazu gibt es ein äußerst lesens­wer­tes Muse­ums­ma­ga­zin mit etli­chen Bei­trä­gen zu dem Thema. Hier eine Auswahl:

Muse­ums­ma­ga­zin (Über­sicht aller Beiträge)


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Kuli­na­ri­sche Lesung: Patrik Stäbler ist drei Monate lang per Anhal­ter durch Deutsch­land gereist und hat sich auf die Suche gemacht nach lan­des­ty­pi­schen, regio­na­len Gerich­ten. Über seine kuli­na­ri­schen und kul­tu­rel­len Erleb­nisse hat der Jour­na­list ein Buch geschrie­ben: „Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten“. Nun lädt er am 2. Juni zur öffent­li­chen Pre­mie­ren­le­sung nach Mün­chen ein. (Dis­clai­mer: Patrik Stäbler ist Her­aus­ge­ber der Schmau­s­epost)
Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten (Lesung)Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten (Buch)


Zahl der Woche

300 Frei­wil­lige, 2 DJs und ein Hau­fen Gemüse — damit fing vor einem Jahr alles an, erin­nert sich Hen­drik vom Wurstsack-Blog an die erste Schnip­pel­disko in Ber­lin. Die Idee: Bei Elek­tro­mu­sik wurde aus 1,5 Ton­nen angeb­lich nicht mehr markt­fä­hi­gem Gemüse eine Suppe gekocht. Inzwi­schen fin­det die Schnip­pel­disko welt­weit Nach­ah­mer.
Wurstsack-Blog

Nach­rich­ten

Unter Druck: Kön­nen Piz­zadi­enste bald ein­pa­cken? Und in der Folge auch Super­märkte? Die US-Weltraumagentur Nasa hat bekannt­ge­ge­ben, dass sie an einem 3D-Drucker für Lebens­mit­tel forscht. Dem­nach kann ein Pro­to­typ bereits einen Keks mit Scho­ko­lade bedru­cken — der erste Schritt zum Pizza-Drucker für Zuhause?
Stan­dardBasic Thin­kingFuturezone.at (mit Video)

Über Streit­hähne: Inmit­ten des Medi­en­rum­mels rund um die Ver­lei­hung des Gol­de­nen Wind­beu­tels schießt die „Welt“ gegen die Ver­brau­cher­or­ga­ni­sa­tion Food­watch. Diese insze­niere sich als David im Kampf gegen eine mäch­tige Indus­trie — nutze dabei aber „umstrit­tene Metho­den“. Food­watch frei­lich wehrt sich gegen die Kri­tik.
WeltFood­watch (Stel­lung­nahme)Tellerrand-Blog (Kom­men­tar)

Unter Beschuss: Da mag die­ses Fracking uner­forscht sein und womög­lich die Umwelt zer­stö­ren — doch weil wir mit die­ser Methode noch mehr Erd­gas aus dem Boden bud­deln, ist uns das egal. Dachte man. Doch nun ist das Aller­hei­ligste bedroht: Braue­reien befürch­ten, dass Fracking das Rein­heits­ge­bot des Bie­res gefähr­den könnte — und die Medien schla­gen Alarm.
Spiegel-OnlineWelt

Über Erd­bee­ren: Wegen des mauen Früh­lings star­tet die Erd­beer­sai­son mit leich­ter Ver­spä­tung. Food-monitor erklärt, wie man fri­sche Erd­bee­ren erkennt und sie rich­tig lagert. Und bei Pro­planta gibt es einen inter­es­san­ten Über­blick zur Erd­beer­ernte in Deutsch­land — sowie eine Karte mit Erd­beer­fel­der zum Sel­ber­pflü­cken.
food-monitorPro­planta (Bericht)Pro­planta (Karte)

Lese­ge­schich­ten

Beweg­tes Essen: Von Okto­pus über Maden bis Fisch: Viele Tiere kom­men in ande­ren Regio­nen der Welt lebend auf den Tel­ler. Katja Heise erklärt in der „Welt“, wie das zap­pelnde und zuckende Essen schmeckt — und in wel­chen Fäl­len der Tier­schutz den Ver­zehr von leben­den Tie­ren ver­bie­tet.
Welt

Wert­vol­ler Müll: Kar­tof­fel­scha­len, Tei­gab­fälle, Press­rück­stände beim Wein: Bei der Her­stel­lung zahl­rei­cher Lebens­mit­tel fal­len große Men­gen orga­ni­scher Abfälle an. Bis­her wer­den sie für viel Geld ent­sorgt. Nun aber machen sich Wis­sen­schaft­ler daran, die­sen Müll zu nut­zen — etwa, um Lebens­mit­tel gesün­der zu machen.
Süd­deut­sche

Aus­ge­zeich­ne­ter Bäcker: Seit 1994 kürt Paris jedes Jahr den bes­ten Bäcker der Stadt. Gewin­ner in die­sem Jahr ist Ridha Khad­her, der nun den Prä­si­den­ten mit Baguettes belie­fern darf. Auto­rin Karin Fin­ken­zel­ler hat den Ausnahme-Bäcker besucht und unter ande­rem her­aus­ge­fun­den, warum der Präsidenten-Auftrag auch einen Haken hat.
Tages­spie­gel

Umstrit­te­nes Fleisch: Zwei Geschich­ten, zwei Mei­nun­gen zum Thema Fleisch: Auf der einen Seite beschwert sich Frau Fried in ihrer Cicero-Kolumne, dass sie heut­zu­tage kaum mehr die erfor­der­li­che Ver­drän­gungs­leis­tung auf­brin­gen könne, um ihr gelieb­tes Fleisch zu essen („Wäh­rend frü­her Vegetarier-Bashing Main­stream war“). Der Tages­spie­gel indes glaubt eine neue Lust auf Fleisch in der Bevöl­ke­rung zu erken­nen.
CiceroTages­spie­gel

Blog­schau

Alles Abfall: Der Film „Taste the Waste“ über die Ver­schwen­dung von Lebens­mit­teln hat vor zwei Jah­ren auf­ge­rüt­telt. Der Doku folgte ein Koch­buch, das Regis­seur Valen­tin von Thurn gemein­sam mit Gun­dula Oer­tel ver­fasst hat. Der Titel: „Rezepte und Ideen für Essens­ret­ter“. Katha­rina von Valen­ti­nas Koch­buch hat die Auto­rin inter­viewt und meh­rere Rezepte aus dem Buch nach­ge­kocht.
Valen­ti­nas Koch­buch (Inter­view), Rezepte: Apfel­t­arteSo gut wie Alba­trüf­felZer­sto­ßene Wiese

Char­man­tes China: Bohnen-Reisschleim-Suppe zum Früh­stück, Schimmel-Tofu als Mit­tags­snack und ein Peking-Enten-Bausatz abends im Restau­rant: Ulrike Pager berich­tet bei Tra­vel on Toast über ihre kuli­na­ri­schen Erleb­nisse in China. Ihr Fazit: „Bei all den Expe­ri­men­ten […] kann ich das Essen in China und vor allem das Street­food nur emp­feh­len“.
Tra­vel on Toast

Acht­bare Alter­na­ti­ven: Das gibt’s nur im Super­markt? Nein!, ruft die Web­seite Uto­pia und stellt zehn regio­nale Alter­na­ti­ven für gute Lebens­mit­tel in einer Bil­der­ga­le­rie vor — von Öko-Kiste über soli­da­ri­sche Land­wirt­schaft bis hin zum Con­tai­nern.
Uto­pia

Fri­sche Film­tipps: Der Früh­ling spielt wei­ter Win­ter — und pas­send dazu lis­tet Sarah von Vegan Gue­rilla eine Reihe von sehens­wer­ten Doku­men­ta­tio­nen auf, die sich um Ernäh­rung und Umwelt­schutz dre­hen. Die Filme sind auf Eng­lisch, teils äußerst sehens­wert und brin­gen einen durch so man­chen grau­tris­ten Möch­te­gern­früh­lings­tag.
Vegan Gue­rilla

Buch der Woche

„Das große Buch der Gewürze“: Neue Bücher über Gewürze gab es zuletzt häu­fi­ger als Trä­nen­aus­brü­che bei Germany’s Next Top­mo­del. „Und dann […] erscheint noch ein Buch dar­über“, seufzt Clau­dia von Din­ner um Acht zu Beginn ihrer Rezen­sion über Bet­tina Matt­ha­eis „Das große Buch der Gewürze“. Doch schon zwei Absätze spä­ter lobt sie das Werk in den höchs­ten Tönen — „weil es die Sinne anspricht wie kaum ein ande­res Buch. Weil es anders ist“.
Din­ner um Acht

App der Woche

Toca Kit­chen: Kin­der lie­ben kochen und backen — egal ob im Sand­kas­ten oder in der Kin­der­kü­che. Oder auf dem Bild­schirm. Das macht sich die „Toca Kit­chen“ (1,79 Euro/Universal) zu nutze: Hier kön­nen die Klei­nen mit­tels Schnei­de­brett, Topf und Pfanne Gerichte zube­rei­ten und ler­nen dabei den (digi­ta­len) Umgang mit Nah­rungs­mit­teln. Jana von Guten APPe­tit lobt die lie­be­volle Gra­fik und den Ver­zicht auf Wer­bung.
Guten APPe­tit

Blog der Woche

Fein­kost­punks: Food-Nerd — die­sen Spitz­na­men hat Danja bei ihren Freun­den, denn Essen spielt eine große Rolle im Leben der 31-Jährigen. Den­noch ist ihre Web­seite Fein­kost­punks kein gewöhn­li­cher Food­blog, son­dern rich­tet sich vor allem auch an Koch-Anfänger, wie die Köl­ne­rin im Inter­view mit der Schmau­s­epost erzählt.
Schmau­s­epost (Por­trät & Inter­view)Fein­kost­punks

Rezepte der Woche

Schwä­bi­sche Lasa­gne: Als Schmankerl-Königin ist Andrea Joas-Schwegler vom Baye­ri­schen Rund­funk aus­ge­zeich­net wor­den. Als bei ihr ein­mal Pfann­ku­chen und Hack­fleisch­soße vom letz­ten Essen übrig blie­ben, kre­ierte die Metz­ge­rin dar­aus eine Schwä­bi­sche Lasa­gne — und über­zeugte mit dem Rezept Spit­zen­koch Ste­fan Fors­ter.
BR

Rha­bar­ber satt (vege­ta­risch): Wenn das Wet­ter schon nicht mit­spielt, sollte wenigs­tens in der Küche Früh­lings­stim­mung herr­schen — mit Rha­bar­ber. Fool for Food lie­fert das Rezept für einen Streu­sel­ku­chen mit Rha­bar­ber und Mar­zi­pan. Und Wol­ken­fees Küchen­werk­statt erklärt, wie man Rha­bar­ber­si­rup, Rha­bar­be­r­eis und Rhabarber-Cupcakes macht. Außer­dem bei Chili & Scho­ko­lade: eine Rha­bar­bert­arte mit Eischnee­haube.
Fool for FoodWol­ken­fees Küchen­werk­stattChili & Schokolade

Nach­schlag

Bis(s) vor Gericht An einem Haribo-Colafläschchen hat sich ein 44-Jähriger aus Bie­le­feld zwei Zähne zer­split­tert. Der Grund: In dem Frucht­gummi befan­den sich harte Putz­par­ti­kel von einer Wand oder einer Decke. Dar­auf­hin ver­klagte der Mann Haribo und bekam nun Schmer­zens­geld und Scha­dens­er­satz zuge­spro­chen.
Spiegel-Online

Blog der Woche: Feinkostpunks

feinkost

Fein­kost für Punks: Dan­jas Food­blog schließt auch Koch-Anfänger nicht aus.

Typisch für einen Punk, das weiß Wiki­pe­dia, sind sein pro­vo­zie­ren­des Aus­se­hen, die rebel­li­sche Hal­tung und sein non­kon­for­mis­ti­sches Ver­hal­ten. Von den Ernäh­rungs­ge­wohn­hei­ten des gemei­nen Punks schreibt das Inter­net­le­xi­kon frei­lich nichts — und doch gilt als gesi­chert, dass Otto-Normal-Irokese eher auf die rich­ti­gen Sprin­ger­stie­fel Wert legt denn auf die rich­tige Spa­ghet­ti­soße, dass ihm das Nie­ten­hals­band näher ist als Nier­chen süß-sauer, und dass das er über das pas­sende Pier­cing leb­haf­ter dis­ku­tie­ren kann als über den pas­sen­den Pud­ding zum Dessert.

Umso mehr über­rascht es auf den ers­ten Blick, dass Danja ihren Food­blog auf den Namen Fein­kostpunks getauft hat — denn so recht mag das nicht zu den zucker­sü­ßen Cup­cakes, den Gemü­se­schät­zen und den vie­len fri­schen und gesun­den Gerich­ten pas­sen. Eigent­lich. Und doch steht Danja in man­cher­lei Hin­sicht den non­kon­for­mis­ti­schen Punks nahe, denn auch sie will mit ihrem Food­blog bis zu einem gewis­sen Grad anders sein als der Rest (der Food­blogs). „Ich möchte auf die­ser Seite gerne zei­gen, dass es weder unglaub­lich viel Zeit noch extra­teure Zuta­ten braucht, um etwas Fei­nes zu kre­ie­ren“, schreibt Danja. Und im Inter­view mit der Schmau­s­epost ver­weist sie in die­sem Zusam­men­hang auf die Kate­go­rie „fix ohne Fix“, die sie als eine der ers­ten auf ihrem Blog ein­ge­führt hat: „Hier kann jeder, der Lust hat, mir ver­ra­ten, was seine liebste Fix­tüte aus dem Super­markt ist, die er (bis­her) nicht erset­zen konnte oder wollte — und ich ver­su­che dann nach und nach, diese Lieb­lingstüt­chen frisch nachzukochen.“

Eine wei­tere eher unge­wöhn­li­che Kate­go­rie sind die Gemü­se­schätze. „Hier ver­su­che ich Gemü­se­sor­ten vor­zu­stel­len, mit denen viele noch nicht gekocht haben“, erklärt die 31-jährige Danja, die Bio­lo­gie stu­diert hat und inzwi­schen als Pro­jekt­ma­na­ge­rin arbei­tet. „Auch hier­für habe ich bei mei­nen Lesern und mei­nen Freun­den her­um­ge­fragt — und ganz tol­les Feed­back bekom­men. Das geht von eher aus­ge­fal­le­ne­ren Sachen wie Roma­nesco oder Wild­kräu­tern bis hin zu eher ver­brei­te­ten Sor­ten wie Auber­gi­nen und Rha­bar­ber.“ Schließ­lich seien viele ihrer Leser „eher Koch-Anfänger“, sagt Danja, und bis­lang an sol­chen Gemü­se­sor­ten im Super­markt oft vorbeigegangen.

Zum Thema Essen und Ernäh­rung hat Danja übri­gens eine spe­zi­elle Bezie­hung, wie sie im Gespräch mit der Schmau­s­epost erläu­tert. So sei sie als Kind und Jugend­li­che sehr dick gewe­sen, ehe sie — „lang­sam und ohne Stress“ — 40 Kilo abnahm. Den­noch betont sie bis heute: Das Wich­tigste beim Essen ist, dass es schmeckt!“   

Inter­view — 5 Fra­gen an… Danja von den Feinkostpunks

1. Was ist dein per­sön­li­ches Lieb­lings­ge­richt in dei­nem Blog?

Danja: Das ist gar nicht so ein­fach. Ich glaube für mich selbst ist die selbst­ge­machte Gemü­se­brü­hen­würze am wich­tigs­ten, weil ich damit so häu­fig koche. Für den Haus­frie­den ist aber wahr­schein­lich die Mairübchen-Suppe das tollste Rezept, das ist näm­lich das Lieb­lings­ge­richt von mei­nem Freund auf mei­nem Blog. Da er mich immer unter­stützt — egal ob beim Schnip­peln, Ein­kau­fen, ton­nen­weise Gemüse in den drit­ten Stock Schlep­pen oder als kuli­na­ri­sches Ver­suchs­ka­nin­chen — ist die­ses Rezept viel­leicht sogar noch wichtiger…

2. Wel­che Rolle spielt Essen in dei­nem Leben?

Danja: Man­che mei­ner Freunde bezeich­nen mich als Food-Geek oder Food-Nerd, wenn sie mich ärgern wol­len. Also wie ein Com­pu­ter­freak, nur eben mit Essen. Ich weiß aber, dass das lie­be­voll gemeint ist, und irgend­wie haben sie ja auch Recht: Ich beschäf­tige mich wirk­lich gerne damit. So ganz von selbst kam das übri­gens nicht. Ich war als Kind und Jugend­lich sehr dick (also wirk­lich sehr — nicht nur ein biss­chen Baby­speck). Als ich das mit Anfang 20 ändern wollte, habe ich begon­nen, mich wirk­lich inten­siv mit dem, was ich esse, zu beschäf­ti­gen. Das Ergeb­nis ist nun eine Küche, die viel Gesun­des ent­hält. Aber auch Genuss ist mir extrem wich­tig. Ich habe damals 40 Kilo abge­nom­men — lang­sam und ohne Stress — das hätte ich ohne Genuss nie­mals durch­ge­hal­ten. Jetzt ver­su­che ich immer die rich­tige Balance zu fin­den, des­halb gibt es zwi­schen viel Gemüse auf mei­nem Blog auch immer wie­der sün­dige Rezepte, bei denen man mit dem Kalo­ri­en­zäh­len nie­mals anfan­gen sollte.

3. Wor­auf soll­ten mehr Men­schen beim Essen achten?

Danja: In ers­ter Linie dar­auf, was Ihnen schmeckt. Das klingt viel­leicht blöd und ein­fach — das soll näm­lich kein Frei­fahrt­schein sein, alles belie­big in sich hin­ein­zu­schau­feln. Aber ich glaube ein­fach, dass Genuss sehr wich­tig ist. Nie­mand kann auf Dauer eine Ernäh­rung durch­hal­ten, bei der er stän­dig auf Dinge ver­zich­tet, die ihm eigent­lich super schme­cken und nach denen er dann einen rich­ti­gen Heiß­hun­ger entwickelt.

Was ich aber jedem wirk­lich nur ans Herz legen kann, ist mal über Wochen­märkte oder in kleine Lebens­mit­tel­ge­schäfte zu gehen. Klar gibt es vie­les im Super­markt, aber auf dem Wochen­markt hat man ein ganz ande­res Erleb­nis: Man kann rie­chen und anfas­sen, was man kau­fen möchte — im Super­markt ist hin­ge­gen vie­les ein­ge­schweißt. Und man kann den Ver­käu­fer fra­gen, wie man die Sachen zube­rei­tet, wie reif die ein­zel­nen Sor­ten sind, und man bekommt Ware sai­so­nal. Wie oft höre ich im Super­markt Leute stöh­nen, wie teuer Paprika oder Him­bee­ren gerade sind — dabei ist tiefs­ter Win­ter! Sai­so­nal ein­zu­kau­fen schont das Porte­mon­naie und ist ein ganz ande­res Geschmackserlebnis.

4. Was war die schönste Erfah­rung mit dei­nem Blog?

Danja: Als mir mal jemand geschrie­ben hat, dass er vor­her nie gekocht hat, und sich jetzt extra für eines mei­ner Rezepte einen Pürier­stab und eine Auf­lauf­form gekauft hat — das hat mich total glück­lich gemacht. Und wenn jemand schreibt, dass das Familien-Lieblings-Tütengericht nun nur noch frisch gekocht wird, ohne dass Mann oder Kin­der anfan­gen zu meckern, dann geht mir auch das Herz auf.

5. Wel­che drei Web­sei­ten zum Thema Essen kannst du empfehlen?

Danja: Ich stö­bere gerne auf der Web­seite Love from the Oven - etwas amerikanisch-überladen und manch­mal zu süß, aber super­schöne Ideen für Zucker­bä­cke­rin­nen wie mich. Außer­dem mag ich den Blog Ohhh Mhhh - aber da geht es nur zum Teil um Essen, aber auch um andere hüb­sche Dinge. Ich bin halt ein Mäd­chen… Gerne stö­bere ich aber auch mal auf Eat Smar­ter: Die Rezepte dort sind alle eher leich­ter, fett­arm und trotz­dem lecker.

Mehr über Danja und ihren Food­blog steht auf www.feinkostpunks.de.

Schmausepost vom 17. Mai

Schman­kerl der Woche

Feu­ern statt füt­tern: Sie sind Vege­ta­rier im Geiste, kau­fen regio­nal und bio, lesen Jona­than Safran Foer oder Michael Pol­lan — und sie jagen ihr eige­nes Fleisch, auch im New Yor­ker Cen­tral Park. NZZ-Autorin Carole Koch hat die „Jäger des ver­lo­re­nen Spat­zes“ auf ihrer Jagd nach Tau­ben, Enten und Eich­hörn­chen beglei­tet. Ihre Repor­tage ist ebenso lang wie lesens­wert (Lese­zeit ca. 10 Minu­ten).
NZZ

Zahl der Woche

9 Pro­zent aller in Deutsch­land gekauf­ter Eier sind bio, aber nur 0,5 Pro­zent des Geflü­gel­fleischs. In sei­ner Reihe „Statistik-Schnäppchen“ nimmt der Super­markt­blog die Bio-Liebe der Deut­schen unter die Lupe — und nennt erstaun­li­che Zah­len.
Super­markt­blog


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Kuli­na­ri­sche Lesung: Patrik Stäbler ist drei Monate lang per Anhal­ter durch Deutsch­land gereist und hat sich auf die Suche gemacht nach lan­des­ty­pi­schen, regio­na­len Gerich­ten. Über seine kuli­na­ri­schen und kul­tu­rel­len Erleb­nisse hat der Jour­na­list ein Buch geschrie­ben: „Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten“. Nun lädt er am 2. Juni zur öffent­li­chen Pre­mie­ren­le­sung nach Mün­chen ein. (Dis­clai­mer: Patrik Stäbler ist Her­aus­ge­ber der Schmau­s­epost)
Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten (Lesung)Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten (Buch)


Nach­rich­ten

Krab­bel­kost: Bis­her tau­gen sie in Europa nur für Mut­pro­ben oder als Snack im Dschun­gel­camp, doch das soll sich ändern: Die Ver­ein­ten Natio­nen emp­feh­len Insek­ten als Nah­rungs­mit­tel. Der Grund: Die Krab­bel­tiere ver­brau­chen weni­ger Fut­ter, scho­nen das Klima und lie­fern wert­volle Pro­te­ine und Mine­ral­stoffe.
Spiegel-OnlineBRSüd­deut­sche

Schum­mel­kost: Durch ille­gale Preis­ab­spra­chen sol­len Kartoffel-Großhändler die Ver­brau­cher um mehr als 100 Mil­lio­nen Euro geprellt haben. Das Wort vom Kartoffel-Kartell macht die Runde — und das erzürnt die Deut­schen nach­hal­tig, schließ­lich geht es um ihr liebs­tes Gemüse.
SZ (Hin­ter­grund)SZ (Video)taz (Kom­men­tar)Tel­ler­rand (Kom­men­tar)Pro­planta (Fak­ten zur Kartoffel)

Mogel­kost: And the win­ner is… die Capri-Sonne. Sie ist von Food­watch mit dem Gol­de­nen Wind­beu­tel aus­ge­zeich­net wor­den — für die „dreis­teste Wer­be­ma­sche bei einem Kin­der­pro­dukt“. Der Her­stel­ler frei­lich ver­zich­tet dar­auf, den Preis anzu­neh­men, und ver­weist auf die „natür­li­chen Zuta­ten“.
Food­watchtazSpiegel-OnlineSWR (Video)

Kühl­kost: Das Eis am Stiel fei­ert Geburts­tag: Vor 90. Jah­ren ließ ein US-Amerikaner ein an einem Stöck­chen fest­ge­fro­re­nes Vanil­le­eis mit Scho­ko­la­den­über­zug paten­tie­ren. Heute wer­den allein in Deutsch­land rund eine Mil­li­arde Eis am Stiel pro Jahr gelutscht — immer­hin zwölf pro Bun­des­bür­ger.
Welt

Lese­ge­schich­ten

Essen auf Rädern: Ein Jahr lang ist John T. Edge durch die USA gereist, um die Kul­tur der Food Trucks zu unter­su­chen, also der mobi­len Imbiss­wa­gen. Im Inter­view mit der FAZ lobt der Ame­ri­ka­ner die hohe Qua­li­tät des Stra­ßen­es­sens und ver­rät, wie viele Kilos er auf sei­ner Reise zuge­nom­men hat.
FAZ (Inter­view)FAZ (Bil­der­ga­le­rie Food Trucks)

Mana­ger unter Auf­sicht: Mana­ger müs­sen täg­lich zu Geschäfts­es­sen, stop­fen bei Kon­fe­ren­zen Kekse in sich hin­ein, ehe abends das üppige Buf­fet lockt. Damit sie sich trotz­dem gesund ernäh­ren, gibt es Men­schen wie Anna Fied­ler. Sie ist Ernäh­rungs­be­ra­te­rin für Füh­rungs­kräfte und streicht dafür knapp 500 Euro pro Monat und Mana­ger ein.
Spiegel-Online

Flei­scher auf Abwe­gen: Die Steaks sind aus Blät­tern und Stän­geln, der Döner aus Soja­schnit­zel: Paul Bom aus Den Haag ist laut eige­ner Aus­sage „der erste vege­ta­ri­sche Metz­ger der Welt“. Samira Küg­ler hat ihn für DRa­dio Wis­sen besucht — und einige Pro­bier­hap­pen mit ins Stu­dio gebracht.
DRa­dio Wis­sen (mit Audio)

Ersatz unter Lupe: Einst wurde sie als bil­li­ger Butter-Ersatz für fran­zö­si­sche Sol­da­ten erfun­den — heute gilt Mar­ga­rine vie­len Men­schen als leichte und gesunde Alter­na­tive zum fet­ti­gen Brot­auf­strich. Zu Recht? Die­ser Frage nähert sich die Süd­deut­sche und gibt außer­dem Tipps für den Ein­kauf.
Süd­deut­sche

Blog­schau

Stan­gen­sla­lom: Für Valentinas-Kochbuch gibt Patrick Zbin­den einen Ein­blick in sein Buch „298 cle­vere Küchen­tipps“ — und zwar zum Thema Spar­gel. So erklärt der Autor, wor­auf man beim Ein­kauf ach­ten sollte, wie man Spar­gel rich­tig auf­be­wahrt, und was für Tricks es bei der Zube­rei­tung gibt.
Valen­ti­nas Kochbuch

Saure Sache: Rha­bar­ber ist das erste Gemüse der Sai­son — auch wenn er oft irr­tüm­lich dem Obst zuge­ord­net wird, schreibt Clau­dia von Fool for Food. Pas­send dazu stellt sie ihre liebs­ten Rha­bar­ber­re­zepte vor: von Rha­bar­ber­chips bis zum Gugl­hupf mit Rha­bar­ber und wei­ßer Scho­ko­lade.
Fool for Food

Wieso liegt dort der Hase? Pfef­fer ist men­gen­mä­ßig das am meis­ten gebrauchte Gewürz der Welt, schreibt Eva von Food Vege­ta­risch in ihren zehn Fak­ten zum Thema Pfef­fer. Der Bei­trag ist wie immer zwei­spra­chig, und dazu gibt’s ein Rezept für Knob­lauch­but­ter mit Pfef­fer.
Food Vege­ta­risch

Gärt­ner und Samm­ler: Früh­lings­zeit ist Wild­kräu­ter­zeit: Sowohl Sandy von Con­fi­ture de vivre als auch Mela­nie & Sönke vom Vollwert-Blog strei­fen durch ihre Gär­ten und sam­meln aller­lei Ess­ba­res. Das Ergeb­nis in bei­den Fäl­len ist ein far­ben­fro­her Gar­ten­sa­lat. Dazu gibt’s viele Tipps für ange­hende Samm­ler.
Con­fi­ture de vivreVollwert-Blog

Buch der Woche

Gemischte Gefühle: „Coun­try Basics“ heißt ein neues Koch­buch im GU-Verlag, das sich um sai­so­nale und regio­nale Küche dreht. Julia von Ger­man Abend­brot hat sich das Werk ange­se­hen und Rezepte dar­aus nach­ge­kocht. Ihr Fazit: Für Ein­stei­ger und als Geschenk für junge Leute ist das Buch geeig­net; jedoch stellt sie auch einige Män­gel fest.
Ger­man Abendbrot

App der Woche

Vegan Kochen: Immer mehr Men­schen ver­zich­ten aus mora­li­schen oder gesund­heit­li­chen Grün­den auf tie­ri­sche Pro­dukte. An sie rich­tet sich die App „Vegan Kochen“ (0,89 Euro, Uni­ver­sal), die mit 65 Rezep­ten daher­kommt — von der pflanz­li­chen Suppe als Vor­speise bis zur vega­nen Tira­misu als Des­sert. Zwar bemän­gelt Jana von Guten APPe­tit die Optik der App — den­noch biete sie „alles, was man für Ein­stieg in die vegane Welt braucht“.
Guten APPe­tit

Blog der Woche

bush­cooks kit­chen: Ohne große Will­kom­mens­worte hat Doro­thée vor zwei Jah­ren ihren Food­blog bush­cooks kit­chen ins Leben geru­fen — und ist direkt mit einem exqui­si­ten, ara­bi­schen Menü gestar­tet. Bis heute liegt ihr Fokus vor allem auf Rezep­ten, Rezep­ten und Rezep­ten. „Mein Blog ist für mich auch ein Nach­schla­ge­werk“, sagt die Münch­ne­rin im Inter­view mit der Schmau­s­epost.
Schmau­s­epost (Por­trät & Inter­view)bush­cooks kitchen

Rezepte der Woche

Über­ba­cke­ner Leber­käse: Baye­ri­scher Leber­käse wird in der Regel mit Senf und Kar­tof­fel­sa­lat oder ange­bra­ten mit Spie­ge­lei ser­viert. Eine inter­es­sante Alter­na­tive zeigt nun Petra von Der Mut ande­rer auf: mit Emmen­ta­ler über­ba­cke­ner Leber­käse mit Tomate und Spie­ge­lei. Nicht nur ein opti­scher Hoch­ge­nuss.
Der Mut anderer

Zucchini-Rezepte (vege­ta­risch): Bald beginnt wie­der die Zucchini-Zeit, und hier­für lie­fern gleich zwei Blogs schmack­hafte Rezepte. Bei Genial-Lecker gibt es Zuc­chini mit Camem­bert als vege­ta­ri­sche Grill-Alternative, und Eat This rät zu gefüll­ten Zuc­chini mit Cous­cous und Bärlauch-Pesto.
Genial-Lecker (mit Camem­bert)Eat This (gefüllte Zucchini)

Nach­schlag

Gestört Food­blog­ger auf­ge­passt: Wer sein Essen foto­gra­fiert und im Netz mit ande­ren teilt, der ist anfäl­li­ger für Ess­stö­run­gen. Das behaup­tet zumin­dest eine kana­di­sche Psych­ia­te­rin. Nun ist eine Debatte um mög­li­che nega­tive Aus­wir­kun­gen von soge­nann­tem Food Porn ent­brannt.
Jetzt.deStan­dard