Archiv für den Monat: Juni 2013

Schmausepost vom 28. Juni

Schman­kerl der Woche

Schnäpp­chen oder Schwin­del? Lebens­mit­tel in Deutsch­land sind bil­lig. Sehr bil­lig. Doch warum? Und kom­men die Ver­brau­cher wirk­lich bil­li­ger weg? Die­sen Fra­gen nähert sich die sehens­werte Arte-Produktion „Preis­kampf — Was ist unser Essen wert?“ Die „Welt“ greift die Doku auf und warnt: Ver­brau­cher zah­len für Billig-Lebensmittel dop­pelt.
Arte (Doku)Welt

Zahl der Woche

1,19 Euro kos­tet eine Mango bei einem deut­schen Dis­coun­ter. Doch wie kann Obst vom ande­ren Ende der Welt so güns­tig bei uns im Laden lie­gen? Peer Scha­der vom Super­markt­blog geht die­ser Frage nach und stößt dabei auf eine Oxfam-Studie zur Situa­tion der Ern­te­hel­fer in Peru.
Super­markt­blogOxfam (Stu­die)

Nach­rich­ten

Erfolg für Müll­tau­cher: Das Aache­ner Land­ge­richt hat ein Ver­fah­ren gegen zwei junge Leute ein­ge­stellt, die Lebens­mit­tel aus Super­markt­con­tai­nern mit­ge­nom­men haben. In ers­ter Instanz war das Duo noch wegen Dieb­stahls und Haus­frie­dens­bruchs ver­ur­teilt wor­den. Die Ein­stel­lung sei jedoch nicht rich­tungs­wei­send für andere Fälle des soge­nann­ten Con­tai­nerns, betont das Gericht.
tazWeltderwesten.de

Optik für Gour­mets: Das Auge isst mit — und ent­schei­det offen­bar auch über den Genuss. So haben bri­ti­sche For­scher unter­sucht, wel­chen Ein­fluss Mate­rial, Größe und Farbe von Geschirr und Besteck auf unser Ess­ver­hal­ten haben. Bei­spiels­weise schmeckt Käse sal­zi­ger, wenn er auf einem Mes­ser gereicht wird. Und rote Tel­ler brem­sen den Appe­tit.
Süd­deut­scheBild der Wis­sen­schaftStern

Gesetz für Doping-Kühe: Nach mona­te­lan­gem Rin­gen haben Bund und Län­der ein Arz­nei­mit­tel­ge­setz auf den Weg gebracht, dass den Ein­satz von Anti­bio­tika in der Mast redu­zie­ren soll. Fast zeit­gleich kri­ti­siert eine Stu­die, dass Deutsch­land zu wenig gegen den Antibiotika-Missbrauch unter­nehme. Wie Hoch­leis­tungs­kühe heut­zu­tage gedopt wer­den, beleuch­tet die SZ.
Deutsch­land­funk (neues Gesetz)taz (Stu­die)SZ (gedopte Kühe)

Ver­steck für Tier­pro­dukte: Gela­tine im Saft oder Fisch in Kar­tof­fel­chips: In vie­len Pro­duk­ten ver­ste­cken sich tie­ri­sche Zuta­ten. Zwar hät­ten einige Her­stel­ler nach den jüngs­ten Pro­tes­ten rea­giert, berich­tet Food­watch. Doch noch immer fehle ein Gesetz, um die Kenn­zeich­nung durch­zu­set­zen. Was bleibt, ist die Unsi­cher­heit für Vege­ta­rier und Vega­ner.
Han­dels­blattZeitFood­watch

Lese­ge­schich­ten

Streit­ba­rer Experte: Man soll essen, wor­auf man Lust hat — denn die gesunde Ernäh­rung gibt es nicht. Getreu die­ser Devise wet­tert der Lebens­mit­tel­che­mi­ker und Jour­na­list Udo Poll­mer im Zeit-Interview gegen Diä­ten und die Vor­stel­lung von „Appe­tit als moderne Erb­sünde der Evo­lu­tion“. Sein Fazit: „Pau­schal erteilte Rat­schläge gehen immer ins Auge“.
Zeit

Kuli­na­ri­sche Pio­nie­rin: Clau­dia Roden ist eine Kochbuch-Legende: Mehr als 20 Werke hat die Exper­tin für ori­en­ta­li­sche und jüdi­sche Küche geschrie­ben — und damit auch den Koch­star Yotam Otto­lenghi beein­flusst. Auto­rin Susanne Kip­pen­ber­ger besucht die 77-jährige Kos­mo­po­li­tin in Lon­don und wird — natür­lich — fürst­lich bewir­tet.
Tages­spie­gelTartuf­fel (Rezen­sion von Rodans „Buch der jüdi­schen Küche“)

Fleisch­lose Gefahr: Immer mehr Men­schen ernäh­ren sich vege­ta­risch oder vegan — auch Kin­der und Jugend­li­che. Doch gerade in der Wachs­tums­phase müsse auf eine aus­rei­chende Ver­sor­gung mit Nähr­stof­fen und Vit­ami­nen geach­tet wer­den, mah­nen Ärzte. Vor allem Mäd­chen im Teen­ager­al­ter seien gefähr­det.
WeltMedi­cal Observer

Rent-a-cook: Er hat einst in einem Ham­bur­ger Ster­ne­re­stau­rant gear­bei­tet, doch dann sat­telte er um — auf Pri­vat­koch. Nun kommt er zu sei­nen Kun­den nach Hause und bekocht sie dort. Was er dabei erlebt — von Pro­mis über Preis­de­bat­ten bis zu Schnee im Som­mer — erzählt der Pri­vat­koch in einem lesens­wer­ten Bericht in der Effi­lee.
Effi­lee

Koch ohne Herd: Ein Rohkost-Koch scheint auf den ers­ten Blick ein Wider­spruch in sich. Doch Boris Lau­ser zau­bert ohne Herd ein vega­nes Gourmet-Essen. Wie? Das ver­rät der Ber­li­ner im Inter­view mit Achim Achil­les. Außer­dem ent­larvt Lau­ser gän­gige Irr­tü­mer beim Thema Roh­kost.
Spie­gel

Blog­schau

Vega­ner Selbst­ver­such: 30 Tage lang hat sich Marina Leu­nig von Eat Smar­ter vegan ernährt — nun zieht sie ihr Fazit: Zwar habe sie sich wäh­rend die­ser Zeit gesund und leicht gefühlt. Doch die vegane Ernäh­rung gehe einer­seits ins Geld und ande­rer­seits ver­steck­ten sich in den Ersatz­pro­duk­ten viele Geschmacks­ver­stär­ker und Aro­ma­stoffe.
Eat Smar­ter

Dem Ei auf der Spur: 13,3 Mil­li­ar­den Eier ver­drü­cken die Deut­schen im Jahr — oder 217 pro Per­son. Ent­schei­dend für die meis­ten Ver­brau­cher sei dabei immer noch der Preis, schreibt Joa­chim von Test­schme­cker. In einem zwei­ten Arti­kel berich­tet er in Text und Video über sei­nen Besuch bei einer Bio-Hühnerfarm im Schwarz­wald.
Test­schme­cker (Eier-Statistik)Test­schme­cker (Bio-Betrieb)

Rit­ter der Kokos­nuss: Jeanny von „Zucker, Zimt & Liebe“ sucht das „beson­der­ste, leckerste und schönste Kokos­nuss­re­zept“ — und belohnt des­sen Urhe­ber mit einem ein­wö­chi­gen Urlaub auf den Male­di­ven. Unter allen Ein­sen­dun­gen wählt der Chef­koch eines dor­ti­gen Res­sorts eine Vor­aus­wahl, ehe eine Jury aus Food­blog­gern den Sie­ger kürt.
Zucker, Zimt & Liebe

Kri­tik auf­ge­deckt: „Rach deckt auf“ heißt die neue Doku-Reihe des pro­mi­nen­ten Restau­rant­tes­ters. Doch nach der ers­ten Folge hagelt es Kri­tik: So bemän­gelt der Gas­tro­no­mie­guide, dass Rach auf die ewig glei­che Masche setze und RTL die Men­schen vor­führe. Und Hel­mut von „2 grüne Toma­ten“ urteilt: Nichts Neues, nichts Wis­sens­wer­tes; statt­des­sen eine voy­eu­ris­ti­sche Doku-Sendung, die zum Fremd­schä­men ein­lädt.
Gas­tro­no­mie­guide2 grüne Toma­tenRTL (Rach deckt auf)

Buch der Woche

Mein täg­lich Brot: Auf den ers­ten Blick sei das Buch ein Hin­gu­cker, urteilt Lutz vom Plötz­blog über „Mein täg­lich Brot“ von Alex­an­der Büh­ler. Bei genaue­rem Hin­se­hen bekomme das Bild und damit auch der Qua­li­täts­an­spruch des Frei­bur­ger Bäcker­meis­ters jedoch Krat­zer. So bemän­gelt Lutz Bil­der ohne Rezepte, zu knappe Beschrei­bun­gen und die Hefe­menge bei der Zube­rei­tung.
Plötz­blog

App der Woche

Foto-Kochbuch — Cock­tails: 100 flüs­sige Rezepte umfasst die neue App der Reihe „Foto-Kochbuch“ — denn dies­mal geht’s um Cock­tails in all ihren Varia­tio­nen (3,59 Euro, Uni­ver­sal). In Schritt-für-Schritt-Anleitungen wird erklärt, wie man die Getränke rich­tig mixt — von „Whisky & Rum“ bis „Pri­ckeln­des & Co“. Ein­zi­ger Kri­tik­punkt von Jana in ihrer Rezen­sion für Guten APPe­tit: Die alko­hol­freien Cock­tails sind nicht extra gekenn­zeich­net.
Guten APPe­tit

Blog der Woche

Din­ner um Acht: „Ich denke an Essen, wenn ich mor­gens zum wal­ken gehe, im Büro lese ich zwi­schen­durch die Feeds ande­rer Blogs, ich folge Köchen durchs Netz, Märkte üben eine magi­sche Anzie­hungs­kraft auf mich aus, ich habe neben dem Bett immer min­des­tens fünf Koch­bü­cher lie­gen“, zählt Food­blog­ge­rin Clau­dia von „Din­ner um Acht“ im Inter­view auf – und fügt dann augen­zwin­kernd hinzu: „Nein, Essen spielt eine völ­lig neben­säch­li­che Rolle in mei­nem Leben…„
Schmau­s­epost (Por­trät & Inter­view)Din­ner um Acht

Rezepte der Woche

Süß­kar­tof­fel­suppe mit Hack­fleisch: Wet­ter, die Erste: Nach dem kur­zen Stell­dich­ein des Som­mers ist inzwi­schen wie­der Herbst — zumin­dest, was die Tem­pe­ra­tu­ren betrifft. Ein Sup­pen­re­zept für kühle Tage lie­fert nun Frau Kut­tig von Mon­gout — und zwar mit Süß­kar­tof­feln und Hack­fleisch.
Mongout.de

Kalte Apfel-Tomaten-Suppe (vege­ta­risch): Wet­ter, die Zweite: Auch wenn es momen­tan nicht so aus­sieht — irgend­wann wird’s schon wie­der Som­mer. Ein Sup­pen­re­zept für heiße Tage lie­fert nun Ana­st­asias von „Ich als Lebens­mit­tel­punkt“ — und zwar mit Äpfeln und Toma­ten.
Ich als Lebensmittelpunkt

Nach­schlag

Der Wurst oder die Wurst? Wer nach dem rosa Ü-Ei für Mäd­chen dachte, es ginge nicht bescheu­er­ter, den belehrt Edeka eines Bes­se­ren: Dort gibt’s näm­lich sepa­rate Brat­würste für Män­ner und für Frauen. Susanne Enz hat einen offe­nen Brief an die Super­markt­kette geschrie­ben, den Antje Schrupp nun ver­öf­fent­licht. Immer­hin: Im Ant­wort­schrei­ben erklärt Edeka, warum die Frauen-Bratwurst teu­rer ist als die Vari­ante für Män­ner.
Antje Schrupp

Blog der Woche: Dinner um Acht

BU

Genuss­mensch Clau­dia berich­tet auf Din­ner um Acht von ihren kuli­na­ri­schen Abenteuern.

Man kann sich förm­lich vor­stel­len, wie Clau­dia an jenem Dezem­be­r­abend 2010 am Com­pu­ter saß und sich einen Ruck gab. „Irgend­wann drückte ich auf die Taste ‚Ver­öf­fent­li­chen‘ und wusste, jetzt kann es die ganze Welt lesen“, erin­nert sich die Food­blog­ge­rin an ihren ers­ten Ein­trag bei Din­ner um Acht. Vol­ler Span­nung war­tete Clau­dia, und es geschah — nichts. Denn: „Die Welt hat das erst mal gar nicht interessiert.“

Doch die gebür­tige Bade­ne­rin, die es nach Mün­chen ver­schla­gen hat, schrieb flei­ßig wei­ter, übte sich im Foto­gra­fie­ren und teilte ihre Küchen­aben­teuer im Web. „Dann plötz­lich ent­deck­ten immer mehr Leser mei­nen Blog und schick­ten mir Kom­men­tare und Nach­rich­ten“, erzählt Clau­dia im Inter­view mit der Schmau­s­epost. „Und auf ein­mal teilte ich meine Lei­den­schaft für Essen nicht mehr nur mit mei­nen Gäs­ten, son­dern auch mit immer mehr Menschen.“

Inzwi­schen hat Clau­dia eine treue Leser­schaft, die vor allem auch die Viel­sei­tig­keit ihres Blogs rei­zen dürfte. „Gene­rell gibt es (fast) nichts, was koch­bar ist, woran ich mich nicht ran­traue — sei es die fran­zö­si­sche, indi­sche, ori­en­ta­li­sche oder japa­ni­sche Küche“, schreibt sie auf ihrer „Über mich“-Seite. „Ich expe­ri­men­tiere viel mit ver­schie­de­nen Aro­men, bewege mich kuli­na­risch gerne in alle Him­mels­rich­tun­gen und möchte ver­mit­teln, dass man um ein hin­rei­ßen­des Essen auf Tisch zu krie­gen kein über­ra­gen­der Koch sein muss, son­dern in ers­ter Linie ein Genussmensch.“

Ein sol­cher Genuss­mensch ist Clau­dia zwei­fels­frei: Weit mehr als 100 Koch­bü­cher sta­peln sich  bei ihr im Küchen­schrank; in ihrer knapp bemes­se­nen Frei­zeit geht die gelernte Diplom-Ingenieurin für Beklei­dungs­tech­nik gerne auf Märk­ten ein­kau­fen, ratscht mit den Gewürz­händ­lern am Münch­ner Vik­tua­li­en­markt oder ent­wi­ckelt neue Rezepte.

Seid lei­den­schaft­lich und genießt!“, ruft Clau­dia den Lesern auf ihrem Blog zu. Denn, so betont sie im Gespräch mit der Schmau­s­epost: „Kochen macht glücklich.“

INTERVIEW: 5 Fra­gen an… Clau­dia von Din­ner um Acht

1. Was ist dein per­sön­li­ches Lieb­lings­ge­richt in dei­nem Blog?

Clau­dia: Unbe­dingt die­ses Huhn. Das hat jeden, wirk­lich jeden begeistert.

2. Wel­che Rolle spielt Essen in dei­nem Leben?

Clau­dia: Diese Frage einer Food­blog­ge­rin zu stel­len, ist lus­tig. Ich denke an Essen, wenn ich mor­gens zum Wal­ken gehe, im Büro lese ich zwi­schen­durch die abon­nier­ten Feeds ande­rer Blogs im In– und Aus­land, ich folge den Köchen durchs Netz, Märkte üben eine magi­sche Anzie­hungs­kraft auf mich aus, ich muss um mei­nen liebs­ten Küchen­la­den einen gro­ßen Bogen machen (was natür­lich nicht immer gelingt), da es ansons­ten rui­nös enden könnte, ich habe kein Pro­blem damit, auch mal alleine essen zu gehen, nur weil das Restau­rant mich reizt, ich habe neben dem Bett immer min­des­tens fünf Koch­bü­cher lie­gen, ich liebe es, mit Men­schen zum Essen an einem gro­ßen Tisch ver­eint zu sein – nein, Essen spielt eine völ­lig neben­säch­li­che Rolle in mei­nem Leben 😉

3. Wor­auf soll­ten mehr Men­schen beim Essen achten?

Clau­dia: Da gibt es so vie­les, wor­auf man ach­ten sollte, aber ich will nicht beleh­ren. Ich kann nur mit mei­nem Blog dazu anre­gen, mit fri­schen Zuta­ten, die keine Welt­reise hin­ter sich haben, zu kochen, Fleisch zu ach­ten und nichts aus Mas­sen­schlach­tung zu kaufen.

4. Was war die schönste Erfah­rung mit dei­nem Blog?

Clau­dia: Als eine Mut­ter mir geschrie­ben hat, dass sogar ihre Kin­der eines mei­ner Rezepte moch­ten. Ich meine, kochen für Kin­der ist nicht mein Fokus, viele mei­ner Gerichte beinhal­ten exo­ti­sche Gewürze und sind auch mal auf­wen­di­ger. Da fand ich es ganz groß­ar­tig, dass mir das wohl trotz­dem gelun­gen ist. Und ich freue mich, wenn ich merke, dass die Leser auch wirk­lich die Texte lesen und ihre Mei­nung dazu schrei­ben. Und ganz beson­ders auf­re­gend war es natür­lich, als ich abends in einem Café saß und eine Bekannte mir eine Nach­richt schickte, dass eine große deut­sches Boulevard-Zeitung mei­nen Blog als einen der schöns­ten benannt hatte. Und ich hatte mich den gan­zen Tag gewun­dert, warum die Besu­cher­zah­len so in die Höhe geschos­sen sind, und ver­mu­tete einen Hackerangriff.

5) Wel­che drei Web­sei­ten zum Thema Essen kannst du empfehlen?

Clau­dia: Ich lese unglaub­lich gerne die Bei­träge von Yotam Otto­lenghi im Guar­dian. Er kann ein­fach auf bosnders raf­fi­nierte Weise Zuta­ten kom­po­nie­ren. Ist aber eigent­lich nicht im wirk­li­chen Sinne ein Blog. Dann lese ich sehr gerne den Blog Nach­ge­würzt von Wolf­gang Fass­ben­der in der NZZ. Er ist viel­sei­tig, humor­voll und beleuch­tet auch mal andere Sei­ten des Essens. Und die Seite des Taste-Magazins in Süd­afrika, weil da die Fotos immer gran­dios sind.

Mehr über Clau­dia und ihr Food­blog steht auf www.dinnerumacht.de.

Schmausepost vom 21. Juni

Schman­kerl der Woche

Klops statt „Bear­lee­ner“: Deutsch­land erliegt der Oba­ma­nia — auch kuli­na­risch. So ver­rät Ster­ne­koch Tim Raue, was er für den US-Präsidenten bei des­sen Berlin-Besuch gekocht hat: unter ande­rem Spar­gel, Kabel­jau und Königs­ber­ger Klopse. Und der Münch­ner Mer­kur blickt zurück auf die Menüs, die Oba­mas Vor­gän­gern bei ihren Deutsch­land­vi­si­ten ser­viert wur­den.
Ber­li­ner Mor­gen­post (Tim Raues Obama-Menü — mit allen Rezep­ten)Münch­ner Merkur/dpa

Zahl der Woche

1.000 Lebens­mit­tel mit­samt ihrer Nähr­wer­t­in­for­ma­tio­nen hat Google neu in seine Daten­ban­ken auf­ge­nom­men. Sucht man auf google.com (bis­her nur Eng­lisch) bei­spiels­weise nach „banana“ oder „cup­cake“, spuckt die Such­ma­schine sofort eine Liste mit „Nut­ri­tion Facts“ aus — von Kalo­rien über Fett bis zu Vit­ami­nen.
mobilegeeks.deGoogle Blog

Nach­rich­ten

Fal­scher Rat­ge­ber: Was darf mein Baby essen? Wel­che Diät hilft wirk­lich? Bei sol­chen Fra­gen infor­mie­ren sich viele Men­schen im Inter­net — nicht sel­ten bei Ernäh­rung­spor­ta­len. Doch diese sind oft nicht objek­tiv und unab­hän­gig, mahnt nun die Ver­brau­cher­zen­trale. Viel­mehr ste­cken in vie­len Fäl­len Werbe– oder Ver­kauf­s­in­ter­es­sen von Lebens­mit­tel­kon­zer­nen dahin­ter.
Ver­brau­cher­zen­traleSpie­gelFocus

Düs­tere Aus­sich­ten: US-Wissenschaftler schla­gen Alarm: Die glo­ba­len Ern­te­er­träge stei­gen zu lang­sam für die wach­sende Welt­be­völ­ke­rung. Dazu werde der Kli­ma­wan­del die Lage dras­tisch ver­schär­fen, pro­phe­zeit die Welt­bank. Betrof­fen seien in ers­ter Linie Län­der in Afrika und Süd­ost­asien.
Welt (Ernte)Spie­gel (Klimawandel)

Täto­wierte Oran­gen: Droht den Kle­bee­ti­ket­ten auf Obst und Gemüse das Aus? Laut einer neuen EU-Verordnung dür­fen die Sti­cker zumin­dest bei Zitrus­früch­ten, Melo­nen und Gra­na­täp­feln ab dem 23. Juni durch Laser-Tattoos ersetzt wer­den. Die Tech­no­lo­gie könnte den Her­stel­lern zudem neue Wer­be­for­men ermög­li­chen.
Kronebbc (Eng­lisch) 

Tie­ri­sches Dau­er­do­ping: Die Ver­gabe von Anti­bio­tika in der Hüh­ner– und Schwei­ne­mast ist nicht die Aus­nahme, son­dern die Regel. Laut einer neuen Unter­su­chung bekom­men 83 Pro­zent aller Hüh­ner und 76 Pro­zent der Schweine Anti­bio­tika ver­ab­reicht. Dem­nach erhal­ten Mast­hüh­ner durch­schnitt­lich ein Vier­tel ihres Lebens Anti­bio­tika.
Ökotest

Lese­ge­schich­ten

Genuss mit Sti(e)l: Pünkt­lich zur ers­ten Hit­ze­welle kürt der Ver­band der ita­lie­ni­schen Eis­her­stel­ler in Deutsch­land sein Eis des Jah­res: Zitrone mit Basi­li­kum. n-tv stellt in einem Video wei­tere aus­ge­fal­lene Sor­ten vor. Und der SWR blickt in einer lie­be­voll gemach­ten und infor­ma­ti­ven Bil­der­ga­le­rie auf 90 Jahre Eis am Stiel zurück.
Augs­bur­ger Allgemeine/dpa (Eis des Jah­res)n-tv (Video)SWR (Eis am Stiel)

Weichei am Grill: Wo sind nur die Kohle-Feuer-Fleisch-Kerle hin?, fragt Kolum­nis­tin Silke Bur­mes­ter bei Spie­gel Online. Statt­des­sen beob­achte sie immer mehr „Weich­gril­ler“, die sich eine Schürze umbin­den, Grill­bü­cher stu­die­ren und mit Echt­haar­pin­sel die Mari­nade auf­strei­chen. Kaum gefal­len dürf­ten Bur­mes­ter da die Ant­wor­ten des Vize-Grillweltmeisters im SZ-Interview.
Spie­gel (Burmester-Kolumne)Süd­deut­sche (Inter­view mit Grillmeister)

Bio im Test: Wie gut ist Billig-Bio? Die FAZ macht den Test und kauft beim Dis­coun­ter elf Lebens­mit­tel — jeweils ein­mal kon­ven­tio­nell und ein­mal bio. Danach nimmt sich Ster­ne­koch Chris­toph Rai­ner die Pro­dukte vor. Sein Fazit: Bio heißt nicht auto­ma­tisch bes­ser.
FAZ (Bericht)FAZ (Bil­der­ga­le­rie der Produkte)

Zeit­geist in Bil­dern: „Ich helf dir kochen“ hieß 1955 das erste Koch­buch von Hed­wig Maria Stu­ber mit Rezep­ten für Hirn und Euter. Der­lei Gerichte sucht man heute — 3,5 Mil­lio­nen ver­kaufte Exem­plare spä­ter — in der 43. Auf­lage ver­ge­bens. Denn die 89-Jährige hat ihr Werk kon­ti­nu­ier­lich über­ar­bei­tet, sodass die ver­schie­de­nen Aus­ga­ben zugleich die Ent­wick­lung der deut­schen Geschmacks­mo­den nach­zeich­nen.
Spie­gel Online

Blog­schau

Jen­seits des Com­pu­ters: Ihre Ess­lei­den­schaft nicht nur am Com­pu­ter, son­dern auch am Ess­tisch mit ande­ren tei­len: Das wol­len zwei Food­blog­ger, die dazu neue Aktio­nen ins Leben rufen. Beim „Secret Din­ner Club“ lädt Anna von „Anna packt’s an“ Fremde, Freunde und Bekannte ein und bekocht sie. Ste­fa­nie von „Genuss Sucht“ sucht hin­ge­gen fremde Gast­ge­ber, mit denen sie gemein­sam kocht.
Anna packt’s anGenuss sucht

Jen­seits der Grenze: Susi von Prost­mahl­zeit hat beim koch­topf einen Blog-Event aus­ge­ru­fen — und die Reso­nanz ist über­wäl­ti­gend. Denn zum Thema „Öster­reich kuli­na­risch“ scheint jeder Food­blog­ger sein eige­nes Lieb­lings­re­zept zu haben. Mit dabei sind u.a. Blun­zen­gröstl, Fritat­ten­suppe, Sacher-Mousse, Germknö­del, Buch­teln, über­ba­ckene Para­dei­ser und vie­les mehr.
koch­topf (Auf­ruf), Prost­mahl­zeit (Auf­ruf)Män­ner unter sich (Blun­zen­gröstl)Katha kocht (Fritat­ten­suppe)S-Küche (Sacher-Mousse)Himm­li­sche Süßigk. (Germknö­del)Pim­pi­mella (Buch­teln)Bon­jour Alsace (Para­dei­ser)koch­topf (Zusam­men­fas­sung)

Jen­seits des Met­ti­gels: Was haben George W. Bush, der FC Bay­ern und Mett gemein­sam? Rich­tig, an allen spal­ten sich die Gemü­ter. Für Mett-Liebhaber hat Mel von Gour­met Gue­rilla nun einen Tipp: das Museum of modern Mett. Dort zei­gen Künst­ler wie Mett Gyver oder Cap­tain Mett­tal flei­schige Kunst­werke jen­seits des schnö­den Met­ti­gels.
Gour­met Gue­rillaMuseum of modern Mett

Jen­seits des Food­blogs: Die Stutt­gar­ter Zei­tung stat­tet Food­blog­gern aus ihrer Region einen Besuch ab. Mit dabei sind Chef Han­sen, Flowers on my Plate, Stutt­gart Coo­king und Coco­nut & Vanilla. In sehr per­sön­li­chen Geschich­ten wird erzählt, wie das Quar­tett zum Kochen gekom­men ist — und warum es dar­über im Web berich­tet.
Stutt­gar­ter Zei­tungChef Han­senFlowers on my PlateStutt­gart Coo­kingCoco­nut & Vanilla

Buch der Woche

Koch­buch von Land und Meer: Liebe auf den zwei­ten Blick ist für Wolf­gang von kaquu „Das Koch­buch von Land und Meer“ von Ster­ne­koch Johan­nes King gewe­sen. Erst nach und nach habe er das Werk für sich ent­deckt, schreibt er in sei­ner Rezen­sion, „und inzwi­schen bin ich begeis­tert“. Beson­ders ange­tan haben es ihm das Kanin­chen­ra­gout mit schwar­zen Cham­pi­gnons und ein Apfel­des­sert.
kaquus Haus­manns­kost

App der Woche

Vege­ta­risch für Anfän­ger: 50 vege­ta­ri­sche und vegane Rezepte beinhal­tet die App „Vege­ta­risch für Anfän­ger“ (iPhone, 1,79 Euro) — von Sala­ten über Pizza und Pasta bis hin „Brot mit was drauf“. Jana lobt in ihrer Rezen­sion bei Guten APPe­tit die All­tags­taug­lich­keit der Gerichte, das Design und die Extras wie eine Ein­kaufs­liste und die Ein­la­de­funk­tion.
Guten APPe­tit

Blog der Woche

Grain de Sel — Salz­korn: In fast schon inves­ti­ga­ti­ver Manier spürt die Schmau­s­epost dem Blog „Grain de Sel — Salz­korn“ nach. Denn dort fin­det man in der Rubrik „Über mich“ kei­ner­lei Anga­ben zum Autor — durch­aus unge­wöhn­lich für einen Food­blog. Warum das so ist, erklärt die Wahl­fran­zö­sin Michaela im Inter­view. Außer­dem blickt sie auf zwei Jahre Blog­gen mit fast 500 Bei­trä­gen zurück.
Schmau­s­epost (Por­trät & Inter­view)Grain de Sel — Salzkorn

Rezepte der Woche

Knusp­ri­ger Schwei­ne­bauch mit Mais und Erd­nus­screme: 508 Rezepte und Bei­träge hat Peter auf „Aus mei­nem Koch­topf“ ver­öf­fent­licht, und kein ein­zi­ges Mal stößt man dabei auf eine Zutat: Mais. Bis jetzt. Denn im Koch­buch eines Nürn­ber­ger Ster­ne­kochs ent­deckt er end­lich ein Gericht mit Mais, das ihm schmeckt: Knusp­ri­ger Schwei­ne­bauch mit Mai­spü­ree, Erd­nus­screme und Zitro­nen­ge­lee. Klingt auf­wän­dig — ist es aber nicht.
Aus mei­nem Kochtopf

Gur­ken­sa­lat & Erd­beer­sor­bet (vege­ta­risch): Zwei kin­der­leichte Rezepte für heiße Tage gibt es bei Genial-Lecker und der Salat­werk­statt — wobei das „kin­der­leicht“ wört­lich zu neh­men ist. Denn Rike berei­tet das Erd­beer­sor­bet (ohne Eis­ma­schine) mit ihren Töch­tern zu, und Marek beweist mit­tels einer net­ten Audios­li­de­show, dass Jonna (5) und Hedda (3) den Gur­ken­sa­lat mit Minze im Allein­gang zube­rei­ten.
Salat­werk­statt (Gur­ken­sa­lat mit Minze)Genial-Lecker (Erd­beer­sor­bet ohne Eismaschine)

Nach­schlag

Alles Wurst Pas­send zum Obama-Besuch inter­viewt die taz den Poli­to­lo­gen Con­stan­tin Alex­an­der. Er sam­melt Bil­der von Poli­ti­kern, die gerade eine Brat­wurst essen. Denn: „Von nahezu jedem deut­schen Volks­po­li­ti­ker gibt es ein Bild, wie er in eine Brat­wurst beißt.“ Nicht feh­len darf da natür­lich die zuge­hö­rige Bil­der­ga­le­rie.
taz (Inter­view)taz (Bil­der­ga­le­rie)

Blog der Woche: Grain de Sel — Salzkorn

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Ein Blick in die Küche von Michaela bei „Grain de Sel — Salzkorn“.

Aus­ge­rech­net die Rubrik, die Food­blog­ger für gewöhn­lich als Aller­ers­tes aus­fül­len, ist bei „Grain de Sel — Salz­korn“ noch weit­ge­hend ver­waist: Klickt der Besu­cher auf die Seite Über mich, emp­fängt ihn ein Bild von Michae­las Küche und sonst — nichts. Oder genauer gesagt: das Satz­frag­ment „… ist noch Baustelle…“

Dabei ist der Blog selbst alles andere als eine Bau­stelle: Seit fast genau zwei Jah­ren schreibt Michaela dort über die Aben­teuer in ihrer Küche. Anstoß war ihr Umzug nach Frank­reich. „In der Stadt lebend, habe ich bild­haue­risch gear­bei­tet — zuerst am Badi­schen Staats­thea­ter als Thea­ter­plas­ti­ke­rin, dann als Stu­den­tin der Aka­de­mie“, erzählt Michaela im Inter­view mit der Schmau­s­epost. „Bis die Liebe kam und mich nach Frank­reich in die wirk­lich wun­der­schöne Drôme ent­führte. Und tout un coup war die Natur stär­ker als die Kultur.“

Denn im Süd­os­ten von Frank­reich erwar­tete sie ein gro­ßer Gar­ten und eine statt­li­che Küche — „beides wurde zu mei­nem neuen Spiel­platz“, sagt Michaela. „Es hört nicht auf, mir Freude zu berei­ten. Kochen ist sinn­lich, Essen ist sinn­lich, alles geht wie frü­her in der Bild­haue­rei durch die Hände, aber nun genießt man am Tisch das Hier und Jetzt zu zweit. Und es riecht und duf­tet und schmeckt.“

Erst die­ser Tage hat Michaela den zwei­ten Geburts­tag ihres Food­blogs gefei­ert — und dabei eine beein­dru­ckende Bilanz gezo­gen: Fast 500 Gerichte habe sie in der Zeit vor­ge­stellt. Ihr Ziel: „euch Frank­reich ein wenig näher zu brin­gen — vor allem die male­ri­sche Drôme — und wie schön es ist, aus eige­nem Gar­ten  zu kochen.“ Auf die Kos­ten kom­men dabei laut den Tags ihrer Ein­träge allen voran  Vege­ta­rierEigen­bröt­ler, Pasta-ManiacsSalatstup­fer und Süß­schnä­bel sowie Toma­ten­lieb­ha­ber und Wert­schät­zer für Zie­gen­frisch­käse. Unter den Arti­keln mit den größ­ten Zugriffs­zah­len befin­den sich unter ande­rem ein Avocado-Pfirsich-Salat, kara­mel­li­sier­tes Ofen-Apfelmus und das schwä­bi­sche Kar­tof­fel­brot.

Ich bin der tie­fen Über­zeu­gung, dass man sich das Leben schö­ner kochen kann – und wenn es nur ein win­zig biss­chen ist: ca suf­fit“, sagt Michaela, die im Som­mer auch rustikal-romantische Feri­en­woh­nun­gen ver­mie­tet. „Da Essen exis­ten­ti­ell ist, darf man sich dar­über ruhig einen Gedan­ken mehr machen – aber diese Auf­gabe hat jeder für sich selbst.“

Bleibt eigent­lich nur eine Frage: Was ist denn nun mit der Rubrik Über mich? „Der Text ist bereits geschrie­ben, aber ich werde und werde mir dar­über nicht schlüs­sig, ob ich tat­säch­lich ein Bild von mir dazu­stel­len möchte“, erklärt Michaela. „Will ich das Phan­ta­sie­bild, das sich Leser gemacht haben, wirk­lich von der Rea­li­tät ablö­sen las­sen? Man denke an die Ver­fil­mung eines mei­ner Lieb­lings­bü­cher Die Unend­li­che Geschichte.  Mein And­reu sah ganz anders aus, völ­lig. Hey, oder das Pferd von And­reu,  geschweige denn das Mon­den­kind… Die Ver­fil­mung war ein Phantasie-Massaker. Na, ich brüte noch etwas darüber…“

INTERVIEW: 5 Fra­gen an… Michaela von „Grain de Sel — Salzkorn“ 

1. Was ist dein per­sön­li­ches Lieb­lings­ge­richt in dei­nem Blog?

Michaela: Beim Essen liebe ich die Viel­falt und die Abwechs­lung: Brot, Pasta, Gemüse…. à la „Wenn ich jetzt grad hier Treue schwöre, wird wie­der ein and­res ganz unglück­lich sein.“

2. Wel­che Rolle spielt Essen in dei­nem Leben?

Michaela: Essen ist existentiell.

3. Wor­auf soll­ten mehr Men­schen beim Essen achten?

Michaela: Dass sie beim Essen im Hier und Jetzt sind, ihre Sinne ein­schal­ten und sich dazu an einen Tisch set­zen – gerne in Gesell­schaft. Dann würde sich vie­les von selbst in eine gute Rich­tung bewegen…

4. Was war die schönste Erfah­rung mit dei­nem Blog?

Michaela: Da ich mit mei­nem Blog zum Kochen anspit­zen will, ist das schönste Feed­back, wenn jemand nach­ge­kocht oder nach­ge­ba­cken hat. Beson­ders freu­dig fand ich zuletzt den Aus­tausch mit Gün­ther Weber, des­sen Buch „Gut Brot will Weile haben“ ich rezen­siert habe. Ich fand/ finde es aber auch sehr span­nend, über den Blog Men­schen im „ech­ten Leben“ kennenzulernen.

5. Wel­che drei Web­sei­ten zum Thema Essen kannst du empfehlen?

Michaela: Petra von Chili und Cia­batta und Robert von Lamia­cu­cina sind für mich Säu­len­fi­gu­ren – ohne diese bei­den kann ich mir die deutsch­spra­chige Food­blog­szene nicht vorstellen. Christina von New Kitch on the Blog und Alex von foto e for­nelli finde ich total sym­pa­thisch, und die bei­den machen mir schlicht immer Appe­tit. Und von Valen­ti­nas Koch­buch lasse ich mich gerne inspi­rie­ren. Oder vom Profi Ralf von Only Food oder oder… Es gibt so viele deutsch­spra­chige und anre­gende Food­blogs, daher ist mein Blo­groll auch mit einer drei­stel­li­gen Liste bestückt. Prinzipiell habe ich einen Hang zu Food­blogs, in denen der Tel­ler wich­ti­ger als die Ser­vi­ette ist, also die Rezepte mehr Gewicht haben als die Deko.

Mehr über Michaela und ihr Food­blog „Grain de Sel — Salz­korn“ steht auf www.salzkorn.blogspot.de.

Schmausepost vom 14. Juni

Schman­kerl der Woche

Rauch­zei­chen: Nach Wochen des wider­li­chen Wüh­lings (=win­ter­li­cher Früh­ling) strahlt nun end­lich die Som­mer­sonne über Deutsch­land — und das lockt sogleich die Gril­la­fi­cio­na­dos ins Freie. Als Ein­stim­mung hier die bes­ten Grill-Geschichten die­ser Woche:

Zahl der Woche

–4 Grad kalt ist Spei­se­eis kurz vor dem Ver­zehr — und den­noch braucht sich der Eis­schle­cker keine Sor­gen um einen ver­kühl­ten Magen machen. Denn im Mund erwärmt sich das Eis bereits auf acht Grad, ehe es im Magen schnell eine Tem­pe­ra­tur von rund 20 Grad annimmt, berich­tet der Ver­band der Lebens­mit­tel­che­mi­ker.
Süd­deut­scheVer­band d. Lebens­mit­tel­che­mi­ker (Infos zu Speiseeis)

Nach­rich­ten

Eher unap­pe­tit­lich: „Rat­ten­gift bei Lidl!“, mel­det das ARD-Magazin Kon­traste — und meint damit nicht etwa das dor­tige Lebens­mit­tel­sor­ti­ment. Viel­mehr haben die Repor­ter her­aus­ge­fun­den, dass der Dis­coun­ter in ein­zel­nen Filia­len Rat­ten­gift aus­legt, ohne die Kun­den oder das Gesund­heits­amt zu infor­mie­ren. Lidl wehrt sich gegen die Vor­würfe.
Kon­traste (mit Video)Focus (Lidl wehrt sich)

Eher uncool: Tief­kühl­pizza, Fisch­stäb­chen, Früh­lings­rol­len aus dem Eis­schrank: So sieht der Spei­se­plan tau­sen­der Mäd­chen und Buben aus. Dachte man. Doch nun mel­det die FAZ, dass Jugend­li­che Tief­kühl­ge­richte ableh­nen, ja sogar pein­lich fin­den. Ent­spre­chend sorgt sich das Deut­sche Tief­küh­lin­sti­tut um das Image der Tief­kühl­kost.
FAZ

Dumme Sache: Lebens­mit­tel als Jung­brun­nen? Das ist bis­lang noch ein uner­reich­ter Traum. In einer umfang­rei­chen Feld­stu­die haben For­scher nun fast 200 Unter­su­chun­gen zum Thema Anti-Aging-Lebensmittel ana­ly­siert. Ihr Fazit: Nach­ge­wie­sen ist bis­lang ledig­lich, dass eine kon­trol­lierte Ener­gie­zu­fuhr offen­bar einen lebens­ver­län­ger­ten Effekt hat.
aid

Krumme Sache: Die wohl bekann­teste EU-Vorschrift fei­ert Geburts­tag: Vor 25 Jah­ren wurde die Ver­ord­nung 1677/88 ver­ab­schie­det, die unter ande­rem den Krüm­mungs­grad von Gur­ken fest­legte. Sie galt jah­re­lang als Syn­onym für Brüss­ler Büro­kra­tie­wahn — dabei ist der Ver­ord­nung viel Unrecht wider­fah­ren.
Süd­deut­sche

Lese­ge­schich­ten

Vive la revo­lu­tion: Immer häu­fi­ger kommt die Soße aus dem Eimer, die Crême Bru­lée aus dem Eis­schrank und der Salat aus der Tüte — auch im Restau­rant. Dage­gen weh­ren sich nun in Frank­reich einige Gas­tro­no­men der alten Schule. Sie wol­len den Begriff „Restau­rant“ schüt­zen las­sen.
Spie­gel

Viva la gorda: Das beste Fleisch der Welt stammt von 13 bis 18 Jahre alten Kühen, da ist sich Ima­nol Jaca sicher. Doch in Zei­ten der Mas­sen­hal­tung wer­den die meis­ten Tiere nach zwei bis drei Jah­ren Mast geschlach­tet. Daher sucht der Baske in ganz Europa nach alten, fet­ten Kühen. Effilee-Autor Vijay Sapre hat ihn besucht.
Effi­lee

Long live the Bak­ery:, Jeden Tag stirbt in Deutsch­land eine Bäcke­rei. Der Grund: Immer mehr Kun­den kau­fen ihre Bröt­chen bei Dis­coun­ter, Super­markt und Tank­stelle. Ihnen will der Bäcker­ver­band den Begriff „backen“ ver­bie­ten. Denn: „Wo Bröt­chen nur auf­ge­wärmt wer­den, muss das auch so benannt wer­den.„
Stern/dpa

Lang lebe die Lüge: Als Kind haben wir gelernt: Spi­nat ent­hält popey­mä­ßig viel Eisen. Und Karot­ten sind gut für die Augen. Doch stimmt das? Udo Poll­mer ent­larvt in sei­ner Deutschlandfunk-Kolumne „Mahl­zeit“ beliebte Ernäh­rungs­my­then und erläu­tert ihren Ursprung.
Deutsch­land­ra­dio (Text)Deutsch­land­ra­dio (Audio)Deutsch­land­ra­dio (Mahlzeit)

Blog­schau

Menüs im Dut­zend: Zwölf Food­blog­ger, zwölf Inter­views, zwölf Menüs mit 48 Gerich­ten: Das ist die Idee hin­ter „Kuli­na­ri­sche Moment­auf­nah­men — Die bunte Welt der Food­blogs“ von Ariane Bille. Nun ist die Caramelized-App erschie­nen; im Herbst folgt das Buch. Das hat Ariane bei einem Food­blog­ger­tref­fen mit den Prot­ago­nis­ten gefei­ert.
Kuli­na­ri­sche Moment­auf­nah­menVor­spei­sen­platte (Bericht)Hei­kes Blog (Bericht)Deichrunner’s Küche (Bericht)Küchen­tanz (Bericht)

Teure Ver­mitt­ler: Jeder fünfte Deut­sche lässt sich min­des­tens ein­mal im Monat Essen nach Hause lie­fern. Immer häu­fi­ger geschieht dies über Online-Vermittler wie Lie­fe­r­ando oder pizza[.]de. Doch wie finan­zie­ren sich diese Dienste? Und wieso weh­ren sich einige Lie­fe­ran­ten gegen sie? Auto­rin Nadja Schlü­ter hat für jetzt.de nach­ge­fragt.
jetzt.de

Ein­kaufs­rat­ge­ber: Mael­stream setzt seine Reihe „Das per­fekte Steak“ fort. Dies­mal geht es um die ver­schie­de­nen Optio­nen, wo man das Fleisch kau­fen kann — von Metz­ger über Online-Lieferdienst bis Wochen­markt.
Mael­streamMael­stream (Teil 1, Rasse & Cuts)

Alles Ansichts­sa­che: Der Google Rea­der stirbt — was nun? Arne von Vege­ta­rian Dia­ries stellt Alter­na­ti­ven vor, und bewer­tet sie spe­zi­ell aus der Sicht von Food­blog­gern.
Vege­ta­rian Diaries

Buch der Woche

Junk Food — aber rich­tig!: Junk Food bedeu­tet über­setzt „min­der­wer­ti­ges Essen“ — doch dage­gen wehrt sich Lise­lotte Fors­lin. In ihrem Buch beschreibt sie, wie man Ham­bur­ger, Cole Slow und Co. sel­ber machen kann — ohne über­mä­ßig Salz, Zucker und Fett. Peter von „Aus mei­nem Koch­topf“ lobt: „Obwohl ich gar nicht zu den rich­ti­gen Junk-Food-Fans gehöre, ist mir an vie­len Stel­len das Was­ser im Mund zusam­men­ge­lau­fen“.
Aus mei­nem Kochtopf

App der Woche

Bad Pig­gies Egg Reci­pes: Angry Birds ist eines der popu­lärs­ten Spiele für Handy und Tablets. Weni­ger bekannt sind hin­ge­gen die Eier­re­zepte der Angry-Birds-Gegenspieler, der Bad Pig­gies. Sie sind nun als iPad-App erschie­nen (2,69 Euro), und trotz der unge­wöhn­li­chen Optik und Rezept­na­men („Kill the cook“, „Survivor’s Choice“) lobt Nicki von Guten APPe­tit die App vor allem wegen der Schritt-für-Schritt-Kochanleitungen.
Guten APPe­tit

Blog der Woche

Chili und Cia­batta: Im Jahre 2004 heißt der Kanz­ler Ger­hard Schrö­der, der Papst Johan­nes Paul II, und Grie­chen­land fei­ert Otto Reh­ha­gel und seine EM-Helden. Und noch etwas geschieht in die­sem Jahr: Petra hebt ihren Food­blog „Chili und Cia­batta“ aus der Taufe — als eines der ers­ten deutsch­spra­chi­gen Food­blogs über­haupt. Bis heute stellt sie dort ihre Rezepte vor. Warum? Das erklärt Petra im Inter­view mit der Schmau­s­epost.
Schmau­s­epost (Por­trät & Inter­view)Chili und Ciabatta

Rezepte der Woche

The Sici­lian Bur­ger: Ver­gesst McDonald’s und Co.: Uwe hat auf sei­nem Blog High Foo­da­lity die Burger-Wochen ein­ge­läu­tet. Nach Gau­cho Bur­ger, Brioche-Burgerbrötchen und Reu­ben Bur­ger folgt nun der Sici­lian Bur­ger — mit Moz­za­rella, Oli­ven­soße und im Pinienkern-Patty.
High Foo­da­lity

Aller­lei mit Rha­bar­ber (vege­ta­risch): Im Laufe der Sai­son wird Rha­bar­ber immer sau­rer — und offen­bar auch immer belieb­ter bei Food­blog­gern. Allein in der ver­gan­ge­nen Woche gab’s in der Schmausepost-Leseliste Rha­bar­ber Chut­ney, R.-Ziweback-Ramequin mit Erd­bee­ren, R.sorbet, R.crumble und sogar ein herz­haf­tes R.curry.
bush­cooks kit­chen (Rha­bar­ber Chut­ney)lamia­cu­cina (Rhabarber-Ramequin)You are hungry (Rha­bar­ber­sor­bet)Bar­ba­ras Spiel­wiese (Rha­bar­ber­crum­ble)Vollwert-Blog (Rha­bar­ber­curry)

Nach­schlag

Wurst-Dilemma Was tun Vege­ta­rier, deren Haus­tier der Flei­scheshun­ger über­kommt? Die­ser Frage ist ein US-Forscher nach­ge­gan­gen und hat fest­ge­stellt: Viele Vege­ta­rier lei­den unter Schuld­ge­füh­len, wenn Waldi an der Wurst knab­bert; man­che füh­len sich gar als Heuch­ler. Die Lösung naht in Form wei­te­rer Stu­dien: So gibt es wis­sen­schaft­li­che Hin­weise dar­auf, dass eine vege­ta­ri­sche Ernäh­rung von Hund und Katze mög­lich ist.
FAZ