Archiv für den Monat: Juli 2013

Schmausepost macht Sommerpause

Die Bun­des­liga, „Wet­ten, dass..?“ und der Bun­des­tag: Alles, was in Deutsch­land für nim­mer­ver­sie­ge­den Gesprächs­fluss sorgt, legt in den hei­ßen Mona­ten des Jah­res eine Som­mer­pause ein. Und so gönnt sich nun auch die Schmau­s­epost eine Aus­zeit — wenn­gleich ich diese (lei­der) nicht dazu nut­zen wer­den, um die Seele sowie die Füße im Frei­bad­be­cken bau­meln zu las­sen. Viel­mehr ste­hen bei mir beruf­lich wie pri­vat gerade gefühlt mehr Pro­jekte an als Kalo­rien in einem Big Mac ste­cken. Und auch, wenn mir das Zusam­men­stel­len und Ver­schi­cken der Schmau­s­epost Woche für Woche große Freude berei­tet — es ist halt immer noch ein Hobby, das bis­lang auch (noch) kein Geld abwirft.

Unab­hän­gig davon ist es jedoch meine feste Absicht, die Som­mer­pause nicht bis in den Win­ter hin­ein aus­zu­deh­nen, son­dern euch als­bald wie­der mit Lese­stoff aus der kuli­na­ri­schen Welt zu ver­sor­gen. Als zusätz­li­che Moti­va­tion dient mir dabei nicht zuletzt das fast durch­weg posi­tive Feed­back, das ich in den ver­gan­ge­nen Mona­ten von den Schmausepost-Abonnenten erhal­ten habe.

Vor­erst aber gibt’s nun eine Ver­schnauf­pause. Ich halte euch natür­lich via News­let­ter oder Twit­ter auf dem Lau­fen­den, sobald die Schmau­s­epost sich vom Som­mer verabschiedet.

Herzlichst, Eure Schmau­s­epost

Schmausepost vom 19. Juli

Schman­kerl der Woche

Eis­trei­be­rei: Eine Kugel Eis für 20 Pfen­nig — das was ein­mal. Inzwi­schen kos­tet die kühle Kugel in vie­len Städ­ten ein Euro oder mehr. Bei kaum einem ande­ren Nah­rungs­mit­tel spürt der Ver­brau­cher den Preis­an­stieg so stark wie beim Spei­se­eis. Warum? Die­ser Frage geht die Deut­sche Hand­werks Zei­tung in einem lesens­wer­ten Bericht nach. Außer­dem gibt’s Zah­len, Fak­ten und eine nette Info­gra­fik zum Thema Eis.
Deut­sche Hand­werks Zeitun

Zahl der Woche

320 Zusatz­stoffe für Lebens­mit­tel sind inzwi­schen in der EU zuge­las­sen. Fast die Hälfte stu­fen Ver­brau­cher­schüt­zer als bedenk­lich ein und raten vom Ver­zehr ab. Um die Zusatz­stoffe zu umge­hen, raten sie, auf Fer­tig­pro­dukte zu ver­zich­ten oder Bio-Lebensmittel zu wäh­len.
Spie­gel

Nach­rich­ten

Unschuld ver­lo­ren: Er ist die Harm­lo­sig­keit in Beu­tel­form: Kräu­ter­tee gilt als sanft und ver­träg­lich. Doch nun warnt das Bun­des­amt für Risi­ko­be­wer­tung, dass gerade Kin­der, Schwan­gere und Stil­lende lie­ber die Fin­ger davon las­sen soll­ten. Denn bei einer Unter­su­chung von Kräu­ter­tees fan­den die For­scher uner­war­tet hohe Gehalte an Gift­stof­fen in den Pro­ben.
Süd­deut­scheSpie­gelDRa­dio Wis­sen (Audio)

Essen in Gelb: Tags­über Pakete, abends Essen: Die Deut­sche Post will ab 2015 flä­chen­de­ckend Lebens­mit­tel aus­lie­fern und damit den Online­ver­sand von Nah­rung ankur­beln. Die Kun­den kön­nen dabei zwi­schen zwei Lie­fer­zei­ten nach Fei­er­abend wäh­len; die Lie­fe­rung soll noch am Tag der Bestel­lung erfol­gen.
Süd­deut­scheWeltWAZ (Inter­view)

Gegen Gift: Im Kampf gegen das Bie­nen­ster­ben hat die EU-Kommission den Ein­satz eines wei­te­ren Pes­ti­zids ein­ge­schränkt. Ab 2014 darf Fipro­nil nicht mehr auf Mais– und Son­nen­blu­men­sa­men ein­ge­setzt wer­den. Kri­tik gibt es dafür von Chemie-Konzern BASF.
Tages­schau

Schlacht­feld ver­las­sen: Neue Wende im Fall Mons­anto: Der US-Agrarkonzern hat alle Anträge auf gen­tech­nisch ver­än­derte Pflan­zen in Europa zurück­ge­zo­gen. Ob die umstrit­tene Firma ihren Kampf damit end­gül­tig auf­gibt, ist indes unklar. Im Inter­view sagt die Geschäfts­füh­re­rin von Monsanto-Deutschland: „Wir ste­hen welt­weit voll hin­ter Gen­tech­nik“.
Süd­deut­scheFormat.at (Inter­view)

Lese­ge­schich­ten

Knappe Kost: In den Paläs­ti­nen­ser­ge­bie­ten hat selbst das Essen eine poli­ti­sche Dimen­sion. Denn was dort auf den Tisch kommt, bestim­men Israel, die UN-Hilfslieferungen — oder Schmugg­ler. Hans-Christian Röss­ler hat für die FAZ den Gaza­strei­fen besucht und berich­tet, was und wie die Ein­woh­ner dort essen.
FAZ

Fleisch-Fan: Warum wird ein jun­ger Mann heute noch Metz­ger?, fragt die taz in ihrer Sommer-Serie „Geschmacks­sa­che“. Die Ant­wort lie­fert ein Flei­scher aus Aachen, der einen Betrieb in vier­ter Gene­ra­tion führt. Ein span­nen­des Por­trät eines vom Aus­ster­ben bedroh­ten Men­schen­schlags.
taz

Legale Lügen: Die Anga­ben auf Lebens­mit­tel­ver­pa­ckun­gen sind oft so kryp­tisch wie die Bedie­nungs­an­lei­tun­gen aus Fern­ost. Ent­spre­chend miss­trauen 70 Pro­zent der Deut­schen dem Klein­ge­druck­ten. Doch vie­les, was Ver­brau­cher als Irre­füh­rung emp­fin­den, ist völ­lig legal — etwa Kalbswie­ner, die nur zu 15 Pro­zent aus Kalb­fleisch beste­hen, oder Schwarz­wäl­der Schin­ken, der nicht aus dem Schwarz­wald stammt.
Welt (legale Ver­brau­cher­täu­schung)WN/dpa (typi­sche Verklausulierungen)

Herr­li­che Hei­mat: Essen aus der Region liegt im Trend: Zwei von drei Deut­schen ach­ten einer Stu­die zufolge beim Ein­kauf auf die Her­kunft. Dabei ist das Image der regio­na­len Pro­dukte oft bes­ser als die Wirk­lich­keit — vor allen in Sachen Ökobi­lanz, schreibt Kath­rin Bur­ger in ihrer umfas­sen­den Ana­lyse. Doch für viele Ver­fech­ter gehe es ohne­hin nicht nur um die Umwelt, son­dern auch um Geschmack und Gesund­heit.
Süd­deut­sche

Blog­schau

Bücher im Netz: 139 Rezen­sio­nen von 55 Blog­gern in 7 Tagen: Das ist die beein­dru­ckende Bilanz der Aktion „Jeden Tag ein Buch“, über die die Schmau­s­epost schon ver­gan­gene Woche berich­tet hat. Initia­to­rin Astrid von „Arthurs Toch­ter Kocht“ lis­tet noch ein­mal alle Bei­träge auf und kün­digt bereits jetzt eine Neu­auf­lage an.
Arthurs Toch­ter Kocht (Zusam­men­fas­sung)Jeden Tag ein Buch bei Facebook

Bio im Netz: Gute Nach­rich­ten für Bau­ern und Bio­märkte, aber auch für Food­blog­ger: Ab sofort kann man sich für Web-Adressen mit der Endung .bio bewer­ben. Weil mit einer hohen Nach­frage gerech­net wird, soll­ten Inter­es­sen­ten als­bald ihren Wunsch­na­men vor­mer­ken las­sen.
LEAD digi­tal

Müsli-Mischerin: In den ver­gan­ge­nen zwölf Mona­ten hat Regine von Pinch of Spice immer am 15. eines Monats ein neues, haus­ge­mach­tes Müsli vor­ge­stellt. Nun gehen ihr jedoch lang­sam die Ideen aus, räumt sie offen ein. Zum Abschluss blickt sie noch ein­mal zurück — ein Müs­li­jahr in Bil­dern (mit Rezep­ten).
Pinch of Spice

Burger-Bibel: Ham­bur­ger sollte man erst wäh­rend des Bra­tens an der Ober­flä­che sal­zen — und sie am bes­ten nur ein­mal wen­den. Das sind zwei der zehn „Tipps für den Spitzen-Hamburger“, die Wolf­gang Fass­ben­der vom NZZ-Blog Nach­ge­würzt recht­zei­tig zur Grill­sai­son gibt.
Nach­ge­würzt

Buch der Woche

Pla­net Bar­be­que: Mit der Grill­ga­bel um die Erde: Das ver­spricht Ste­ven Raich­len mit sei­nem Buch „Pla­net Bar­be­cue. Meine Grill-Weltreise — Rezepte aus 50 Län­dern“. Der US-Grill-Guru stellt darin auf mehr als 500 Sei­ten vor, wie und was rund um den Glo­bus gegrillt wird. Lasse von der Män­ner­koch­runde lobt in sei­ner Rezen­sion Umfang, Infor­ma­ti­ons­fülle und Unter­hal­tungs­wert. Sein Fazit: „abso­lut emp­feh­lens­wert“.
Män­ner­koch­runde

App der Woche

GU vegan: 50 vegane Rezepte — von Kichererbsen-Curry mit Toma­ten über Pilz­sa­lat mit gerös­te­ten Bre­zeln bis zu Tofu­päck­chen im Zuc­chi­ni­man­tel — umfasst die App „Vegan Kochen — Die bes­ten Rezepte von GU“ (2,69 Euro, iPhone). Zu jedem Gericht gibt’s eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, dazu kommt eine durch­dachte Such­funk­tion, lobt Jana in ihrer Rezen­sion für Guten APPe­tit.
Guten APPe­tit

Blog der Woche

kaquu’s Haus­manns­kost: Was seine Koch­künste angeht, nennt sich Wolf­gang selbst „einen Dilet­tan­ten“ — und das, obwohl der Rechts­an­walt mit kaquu’s Haus­manns­kost einen der belieb­tes­ten und krea­tivs­ten deutsch­spra­chi­gen Food­blogs betreibt. Doch Wolf­gang meint „Dilet­tant“ in sei­nem ursprüng­li­chen Wort­sinn. Wel­cher das ist, und warum er sich nicht als typi­scher Food­blog­ger sieht — das ver­rät Wolf­gang im Inter­view mit der Schmau­s­epost.
Schmau­s­epost (Por­trät & Inter­view)kaquu’s Haus­manns­kost

Rezepte der Woche

Ori­en­ta­li­scher Lamm-Eintopf: Mit Kür­bis und Pflau­men zau­bert „Cori­an­der is the new Basil“ einen ori­en­ta­lisch gewürz­ten Lamm-Eintopf, der mit Cous­cous ser­viert wird.
Cori­an­der is the new Basil

Zucchini-Zitronen-Suppe (vege­ta­risch): Nur fünf Minu­ten bedarf die Zube­rei­tung der kal­ten Zucchini-Zitronen-Suppe, die Mel von Gour­met Gue­rilla in der Zeit­schrift Slowly Veg­gie ent­deckt hat. Gerade für heiße Som­mer­tage eine leckere Erfri­schung.
Gour­met Guerilla

Nach­schlag

Krank im Kopf Wer kennt ihn nicht, den tücki­schen Eis­ku­gel­kopf­schmerz? Vor diese Heim­su­chung warnt nun die Tech­ni­ker Kran­ken­kasse anläss­lich des bevor­ste­hen­den inter­na­tio­na­len Vanil­le­eis­ta­ges am 23. Juli. Die beson­ders für­sorg­li­che TKK ermahnt nun beson­ders Migrä­ne­pa­ti­en­ten, sich von Eis­die­len im Som­mer fern­zu­hal­ten.
Focus

Blog der Woche: kaquu’s Hausmannskost

 

Beschreibung

Essen ist Hei­mat“, zitiert Wolf­gang aus der ZEIT. „Für mich stimmt das!“

Das Wort Dilet­tant wird im heu­ti­gen Sprach­ge­brauch meist abwer­tend ver­wen­det — im Sinne von Laie oder Ama­teur; also jemand, der eine Sache unfach­män­nisch oder stüm­per­haft aus­führt. Dabei übt der Dilet­tant laut Wiki­pe­dia eigent­lich eine Sache um ihrer selbst wil­len aus — aus Inter­esse, Ver­gnü­gen oder Lei­den­schaft. Schließ­lich ent­stammt das Wort Dilet­tant dem Latei­ni­schen delec­tare, was über­setzt „sich erfreuen“ bedeutet.

Diese ety­mo­lo­gi­schen Hin­ter­gründe sind uner­läss­lich, wenn man sich mit Wolf­gang über das Thema Kochen unter­hält. Denn der Rechts­an­walt aus Duis­burg sagt im Inter­view mit der Schmau­s­epost Fol­gen­des über sei­nen Food­blog kaquu’s Haus­manns­kost.

Ich bin Dilet­tant, habe den Beruf Koch nicht gelernt und koche weil es mir Spaß macht. Ich ver­su­che das, was ich koche, schmack­haft zuzu­be­rei­ten und appe­tit­lich anzu­rich­ten. Wenn mir das gelingt, und ich es auf den Fotos rüber­brin­gen kann, habe ich alles erreicht. Ab und an bespre­che ich auch mal ein Koch­buch, das mir gefällt, viel mehr gibt es auf mei­nem Blog nicht zu finden.

Letz­te­res frei­lich ist gar­niert mit einer Prise Under­state­ment. Denn kaquu’s Haus­manns­kost gehört zu den bekann­te­ren und renom­mier­te­ren Sei­ten in der deut­schen Food­blo­go­sphäre. Dabei ist Wolf­gang, Jahr­gang 1954, eigent­lich eher ein unty­pi­scher Food­blog­ger, wie er selbst zugibt — „denn die sind ja meist weib­lich und jung, ich bin männ­lich und alt“. Den­noch ist Wolf­gang ein lei­den­schaft­li­cher Koch, eine Pas­sion, die er von sei­nem Vater geerbt hat. „Zu einem guten Essen gehört für uns, Frau K und mich, auch ein schö­nes Glas Wein“, ver­rät Wolf­gang. „Essen und Trin­ken gehö­ren zusammen.“

INTERVIEW — 5 Fra­gen an… Wolf­gang von kaquu’s Hausmannskost

1. Was ist dein  Lieb­lings­ge­richt in dei­nem Blog? 

Wolf­gang: Mein Lieb­ling­stel­ler ist gerade Spar­gel | Quel­ler | Jakobs­mu­schel. Über diese Vor­speise habe ich mir viele Gedan­ken gemacht und hatte einen bestimm­ten Geschmack und auch ein Bild von dem Gericht im Kopf, und es ist mir ganz gut gelun­gen diese Vor­stel­lun­gen zu ver­wirk­li­chen. Außer­dem hat die­ses Gericht für mich alles, was eine schöne Vor­speise haben sollte.

2. Wel­che Rolle spielt Essen in dei­nem Leben?

Wolf­gang: Essen und auch Trin­ken sind exis­ten­zi­ell und somit wich­tig, da gehe ich nicht gedan­ken­los dar­über hinweg.

3. Wor­auf soll­ten mehr Men­schen beim Essen achten?

Wolf­gang: Dass sie viel­fäl­tig essen und sich gute Zuta­ten kaufen.

4. Wel­che kuli­na­ri­sche Kom­bi­na­tion geht bei dir immer? Wel­che gar nicht?

Wolf­gang: Bei mir geht immer Pasta mit Toma­ten; was nicht geht, sind Aus­tern und Schnecken.

5. Welche drei Web­sei­ten zum Thema Essen kannst du empfehlen?

Wolf­gang: Die Ber­li­ner Spei­se­meis­terei kann ich nur emp­feh­len, Stef­fen Sin­zin­ger ist Koch und zeigt, wie es geht, für mich immer lesenswert. Dann Din­ner um Acht aus Mün­chen, sehr gute Bil­der und Rezepte, immer eine Anregung. Dazu Köst­lich und Kon­sor­ten - die Genuss­blog­über­sicht mit der Face­book­seite dazu.

Mehr über Wolf­gang und sei­nen Food­blog steht auf www.kaquushausmannskost.blogspot.de.

Schmausepost vom 12. Juli

Schman­kerl der Woche

Unend­li­cher Lese­schmaus: Unter dem Motto „Jeden Tag ein Buch“ hat Astrid von Arthurs Toch­ter Kocht die Food­blo­go­sphäre auf­ge­ru­fen, ihre liebs­ten Genuss­bü­cher zu prä­sen­tie­ren — und die Reso­nanz ist gewal­tig. Stand Frei­tag­nach­mit­tag wur­den in diver­sen Blogs nahezu 100 Werke vor­ge­stellt. Hier eine Aus­wahl der Rezensionen:

Arthurs Toch­ter Kocht: (Auf­ruf)(Zusam­men­fas­sung Tage 1–3)(Face­book­seite)

Zahl der Woche

27 Liter Tee trinkt der Durch­schnitts­deut­sche pro Jahr — wenn er nicht gerade aus Ost­fries­land kommt. Dort bringt es Otto-Normal-Friese auf stolze 300 Liter und nimmt damit welt­weit den Spit­zen­platz ein.
aid-Infodienst

Nach­rich­ten

Fette Leis­tung: Die Liste der dicks­ten Indus­trie­na­tio­nen hat einen neuen Spit­zen­rei­ter: Nicht mehr in den USA, son­dern in Mexiko leben laut einer UN-Studie die meis­ten über­ge­wich­ti­gen Ein­woh­ner. Die Gründe sind laut Focus die Ver­brei­tung von Fer­ti­ges­sen, irre­füh­rende Wer­bung und Fast Food als Sta­tus­sym­bol. Deutsch­land liegt in der Dicken-Liste übri­gens im vor­de­ren Mit­tel­feld.
Focus (Mexiko löst USA ab)Focus (Hin­ter­grund: Ernäh­rung in Mexiko)Focus (welt­weite Karte)

Süßer Trug­schluss: Süß­stoffe wie Aspar­tam oder Sac­cha­rin gal­ten lange Zeit als ein­fa­che Lösung, um den Dick­ma­cher Zucker zu ver­mei­den. Doch eine Reihe von Stu­dien legt nun die Ver­mu­tung nahe, dass künst­li­che Süß­stoffe Über­ge­wicht und die damit ver­bun­de­nen Krank­hei­ten för­dern — obwohl sie prak­tisch keine Kalo­rien ent­hal­ten.
Süd­deut­sche

Ver­lo­cken­des Heim­spiel: Regio­nale Pro­dukte sind im Trend. Doch was genau ver­ste­hen Ver­brau­cher unter Region? Die Stif­tung Waren­test hat das in einer Umfrage unter­sucht und fest­ge­stellt: Vor allem bei Obst und Gemüse legen die Käu­fer wert auf Regio­na­li­tät. Und für die meis­ten bedeu­tet das einen begrenz­ten Natur­raum — etwa das All­gäu oder die Rhön.
Stif­tung Warentest

Super Sams­tag: Immer mehr Ver­brau­cher kau­fen sams­tags ein — trotz vol­ler Park­plätze und lan­ger Schlan­gen an der Kasse. Laut GfK nimmt der Umsatz bei Waren des täg­li­chen Bedarfs am Diens­tag, Mitt­woch und Don­ners­tag ste­tig ab, vor allem zu Guns­ten des Wochen­en­des. Als Gründe füh­ren die For­scher die stei­gende Berufs­tä­tig­keit von Frauen sowie Son­der­an­ge­bote der Händ­ler an.
n-tv/dpa

Lese­ge­schich­ten

Linke Tour: Die per­fekte Tem­pe­ra­tur, extra­große Ein­kaufs­wa­gen, Mar­ken­pro­dukte in Sicht­höhe, Quen­gel­ware und alles immer links­herum: In einem moder­nen Super­markt wird nichts dem Zufall über­las­sen. Ste­fan Weber stellt für die Süd­deut­sche die hohe Kunst der Ein­kaufs­ver­füh­rung vor und ver­rät die belieb­tes­ten Tricks der Super­märkte.
Süd­deut­sche

Fiese Täu­schung: Frei von Farb­stof­fen, frei von Geschmacks­ver­stär­kern, frei von Aro­men: Mit sol­chen Anga­ben ver­su­chen die Lebens­mit­tel­her­stel­ler zu punk­ten. Doch was genau bedeu­ten die Slo­gans? Auto­rin Julia Mer­lot forscht nach und stellt fest: Oft sind diese Anga­ben für den Ver­brau­cher irre­füh­rend.
Spie­gel

Scharfe Num­mer: Das US-Dorf Hatch ist die Chili-Hauptstadt der Welt: Hier kom­men selbst Pop­corn oder Brow­nies mit einer feu­ri­gen Schärfe daher. Ein­mal im Jahr gibt es ein Chili-Festival, zu dem zehn­tau­sende Besu­cher strö­men, um an Pro­bier­stän­den ihre Schär­fe­emp­find­lich­keit auf die Probe zu stel­len.
Spie­gel

Große Reise: Ein Drit­tel aller welt­weit pro­du­zier­ten Lebens­mit­tel wird laut der UN ver­schwen­det. Doch wo und wie pas­siert das? Die FAZ stellt in einer klu­gen Bil­der­ga­le­rie den Weg eines Apfels aus Süd­afrika bis zum Kun­den nach Deutsch­land vor — und weist auf poten­zi­elle Aus­fall­punkte hin.
FAZ

Blog­schau

Schlauer shop­pen: Einen Blick in die Zukunft des Super­mark­tes wer­fen gleich zwei Blogs: Im Super­markt­blog stellt Peer Scha­der dabei Kon­zepte aus dem Aus­land vor — von Fresh-Filialen bis Discounter-Fast-Food-Kooperationen. Hel­mut von „2 Grüne Toma­ten“ hin­ge­gen for­dert neue Ideen für Super­märkte, etwa eine Sor­tie­rung nach Inhalts­stof­fen.
Super­markt­blog2 Grüne Tomaten

Bio und Bio: „Bio ist über­all.“ Mit die­sem Satz beginnt ein lesens­wer­ter Text von Ste­pha­nie Grahl bei Lebens­mit­tel­fo­kus. Darin stellt sie die Frage, ob die Kon­ven­tio­na­li­sie­rung der bio­lo­gi­schen Land­wirt­schaft Fluch oder Segen ist. Ihr Fazit fällt zwei­schnei­dig aus: Es gebe sowohl wer­te­ba­sierte Bio-Produkte im ursprüng­li­chen Sinn als auch „Supermarkt-Bio“.
lebensmittelfokus.at

Fri­scher Fang: In ihrer Süßwasserfisch-Serie wid­met sich Peggy von Mul­ti­ku­li­na­ri­sches der Äsche. Wie stets lie­fert sie aller­lei Wis­sens­wer­tes über das Tier sowie zwei Rezepte: Äsche aus dem Back­ofen und gedämpfte Äsche auf Zuc­chini und Toma­ten in Grü­nem Velt­li­ner.
Multikulinarisch.es

Tier­freie Torte: „In der vega­nen Back­stube“ heißt der dritte Teil einer Gemein­schafts­se­rie ver­schie­de­ner Blog­ger zum Thema vega­nes Leben. Darin ver­rät Katha­rina von „Ab jetzt vegan“ Tipps und Tricks, wie man ohne tie­ri­sche Pro­dukte Tor­ten, Kuchen und Cup­cakes zau­bern kann. Zudem stellt sie Ersatz­mög­lich­kei­ten für Eier, Milch, Quark und Co. vor.
Ab jetzt vegan (Teil 3 — Backen)A very vegan life (Teil 1 — Kochen), Ein biss­chen vegan (Teil 2 — Nähr­stoffe), Bis­sen fürs Gewis­sen (Teil 4 — Bücher)

Gra­fik der Woche

So is(s)t die Welt: Eine groß­ar­tige Welt­karte zum Thema Essen gibt es bei Mar­ket­place. Dort erfährt man bei­spiels­weise, wie viel Kalo­rien der Durch­schnitts­bür­ger eines Lan­des täg­lich zu sich nimmt, oder wie viel sei­nes Ein­kom­mens er für Lebens­mit­tel aus­gibt.
Marketplace.org

App der Woche

Grill Chef: Som­mer­zeit ist Grill­zeit — und die pas­sende App dazu heißt „Grill Chef“ (0,79 Euro). Sie umfasst nicht nur 56 Rezepte von „Fleisch & Geflü­gel“ bis zu „Gemüse, Snacks & Dips“, son­dern auch Tipps und Tricks für Grill-Fetischisten. Nicki von Guten APPe­tit lobt in ihrer Rezen­sion die tolle Gra­fik, hätte sich jedoch etwas mehr Über­sicht­lich­keit gewünscht.
Guten APPe­tit

Blog der Woche

Ein­fach Essen: Der Name ist bei Ursu­las Food­blog Pro­gramm: „Ein­fach Essen“ heißt die Seite, die sie im Novem­ber 2012 aus der Taufe geho­ben hat — und das Wört­chen „ein­fach“ trifft es dabei in dop­pel­ter Hin­sicht. Denn auf ihrem Food­blog geht es ein­fach nur um Essen — und um ein­fa­ches Essen. Oder wie Ursula im Inter­view mit der Schmau­s­epost sagt: „Meine Leser fin­den Rezepte, die sich mit durch­schnitt­li­cher Übung auch nach einem lan­gen Arbeits­tag zube­rei­ten und auf­ti­schen las­sen“.
Schmau­s­epost (Por­trät & Inter­view)Ein­fach Essen

Rezepte der Woche

Nasi Goreng, Bami Goreng: Den bei­den berühm­ten Gorengs nimmt sich Jür­gen von Gold­schwarz vor: Wäh­rend in sein Bami Goreng (gebra­tene Nudeln) Hack­fleisch hin­ein­kommt, ersetzt er beim Nasi Goreng (gebra­te­ner Reis) das Fleisch durch Ome­let­te­strei­fen.
Gold­schwarz (Nasi Goreng)Gold­schwarz (Bami Goreng)

Pizza mal anders (vege­ta­risch): Zwei unge­wöhn­li­che Pizza-Rezepte tischen zwei Blogs auf: Nach sei­ner vega­nen Hotdog-Pizza stellt Arne von „The Vege­ta­rian Dia­ries“ dies­mal eine BBQ-Pizza mit Ente und Rot­kraut vor (eben­falls vegan). Und bei Cook­ma­nia gibt es eine süße Früch­tepizza mit Bee­ren, Mar­me­lade und Vanil­le­soße.
The Vege­ta­rian Dia­ries (Hotdog-Pizza)The Vege­ta­rian Dia­ries (BBQ-Pizza)Cook­ma­nia (Früchte-Pizza)

Nach­schlag

Heil Hühn­chen Ein Imbiss in Thai­land hat ganz unver­blümt das Logo des Fast-Food-Riesen Ken­tu­cky Fried Chi­cken geklaut — mit einer klei­nen Ände­rung: So wurde der Kopf von KFC-Gründer Colo­nel San­ders durch Adolf Hit­ler ersetzt. Pas­send dazu heißt der Imbiss schlicht „Hit­ler“. Nun droht der US-Hühner-Multi mit recht­li­chen Schrit­ten.
Süd­deut­scheMee­dia

Blog der Woche: Einfach Essen

Uschrif

Ein­fach Essen — das trifft auf den Blog von Ursula gleich in meh­rer­lei Hin­sicht zu.

40 Wör­ter. Oder 235 Buch­sta­ben. Das reicht Ursula Lüthi, um zu erklä­ren, was den Besu­cher auf ihrem Food­blog Ein­fach Essen erwartet.

Schnell geges­sen ist ein­fach. Und kochen sollte es auch sein. Die­ser Blog wid­met sich der unkom­pli­zier­ten Küche, die auch neben zwei Klein­kin­dern und Berufs­tä­tig­keit zum Znacht noch auf­ge­tischt wer­den kann. Die Rezepte sind fami­li­en­be­dingt für zwei bis drei Esser berechnet.“

Die Beschrei­bung ist zugleich ein Fin­ger­zeig, wie Ursula seit Novem­ber 2012 auf Ein­fach Essen bloggt: schnör­kel­los, ver­ständ­lich, ohne viel Tam­tam. „Meine Leser fin­den Rezepte für Mahl­zei­ten, die sich mit durch­schnitt­li­cher Übung auch nach einem lan­gen Arbeits­tag zube­rei­ten und auf­ti­schen las­sen“, sagt die 41-Jährige im Inter­view mit der Schmausepost. „Also keine auf­wen­di­gen, ela­bo­rier­ten Glanz­stü­cke der Kochkunst.“

Wer nun jedoch schnöde und ein­falls­lose Rezepte erwar­tet, der liegt damit unge­fähr so dane­ben wie RTL2 mit sei­nem Nach­mit­tags­pro­gramm. Denn bei Ein­fach Essen folgt ein Chorizo-Tomatensalat auf gerös­te­tes Harissa-Gemüse mit Zie­gen­käse und Cous­couss­a­lat; zum Nach­tisch gibt’s Erd­bee­ren mit Minz­rahm und für die hei­ßen Tagen coole Limo­na­den. Wer’s def­tig mag, kommt bei Lamm­ra­gout mit Sel­le­rie und Äpfeln auf seine Kos­ten, und Fisch­lieb­ha­ber kön­nen sich an Lachs­ra­gout mit Kohl­rabi und Schnitt­lauchsauce versuchen.

Über allen Gerich­ten prangt dabei stets ein qua­dra­ti­sches Foto; und unter den Rezep­ten fin­den sich häu­fig soge­nannte Supp­le­ments, also Zusatz­in­for­ma­tio­nen. Dort erfährt der Leser etwa, woher der Begriff Espuma kommt, was eine Pasta-Systematik ist, oder wel­ches Land einen Erdbeeren-mit-Rahm-Tag fei­ert. Ein Geheim­tipp ist übri­gens auch der Twitter-Account von Ein­fach Essen. Dort fin­den Kuli­na­ri­ker prak­tisch täg­lich Ver­weise zu lesens­wer­ten Arti­keln, tol­len Foto­stre­cken und beein­dru­cken­den Videos.

Doch egal ob im Blog oder bei Twit­ter: Im Zen­trum von Ursu­las Essens­ge­schich­ten steht immer das Credo der Ein­fach­heit - und das gleich in zwei­er­lei Hin­sicht: So geht es auf Ein­fach Essen einer­seits ein­fach nur um Essen und ande­rer­seits um ein­fa­ches Essen. Und diese Kom­bi­na­tion ist — um mal wie­der Wowi zu zitie­ren — auch gut so. Oder genauer gesagt: ein­fach gut.

INTERVIEW: 5 Fra­gen an… Ursula von Ein­fach Essen

1. Was ist dein per­sön­li­ches Lieb­lings­ge­richt in dei­nem Blog?

Ursula: Die letz­ten Gerichte sind mir meist die liebs­ten: Momen­tan sind das die Limo­na­de­re­zepte. Auf dass der Som­mer zumin­dest im Glas Ein­zug hält!

2. Wel­che Rolle spielt Essen in dei­nem Leben?

Ursula: Essen ist mal müs­sen, mal wol­len und dann wie­derum nicht anders können.

3. Wor­auf soll­ten mehr Men­schen beim Essen achten?

Ursula: Auf regio­nale und sai­so­nale Nah­rungs­mit­tel ach­ten. Mög­lichst aus­ge­wo­gen essen, sich dabei aber nicht durch allzu gesund Gemein­tes die Lust am Essen neh­men lassen.

4. Was war die schönste Erfah­rung mit dei­nem Blog?

Ursula: Zual­ler­erst ist mein Blog für mich eine tolle Erfah­rung: Seit ich blogge, koche ich viel abwechs­lungs­rei­cher und krea­ti­ver. Und selbst­ver­ständ­lich freue ich mich über jeden Kom­men­tar, sei’s ein ein­fa­ches „Gefällt mir“, eine eigene Rezeptva­ria­tion oder ein Bild des selbst Nachgekochten.

5. Wel­che drei Web­sei­ten zum Thema Essen kannst du empfehlen?

Ursula:

Mehr über Ursula und ihren Food­blog steht auf www.einfachessen.ch.