Schmausepost vom 15. Februar 2013

Schman­kerl der Woche

Buletten-Boom: Wie ver­kauft man ein Pro­dukt, auf das die Welt nicht gewar­tet hat? Die­ser Frage geht Mischa Täub­ner nach und erzählt, wie die Firma Rügen­wal­der Mühle die Ein­füh­rung einer neuen Fer­tig­fri­ka­delle mit einer auf­wän­di­gen Kam­pa­gne beglei­tet. Eine Geschichte über Wer­be­psy­cho­lo­gie, Face­book, Jörg Pilawa und einen Buletten-Boom.
brand eins

Zahl der Woche

50 Euro kos­tet die 30-Gramm-Dose Matcha-Tee aus Japan — und den­noch erfreut sich das leuch­tend grüne Gebräu auch in Deutsch­land immer grö­ße­rer Beliebt­heit. Für die Her­stel­lung wer­den Tee­blät­ter zu einem Pul­ver gemah­len, das mit Was­ser auf­ge­gos­sen und dann schau­mig geschla­gen wird.
Spiegel-Online

Nach­rich­ten

Pferdefleisch-Lasagne: Nun hat der Skan­dal auch Deutsch­land erreicht: Edeka und Real haben Pfer­de­fleisch in Fer­tig­pro­duk­ten ent­deckt, die eigent­lich nur Rind­fleisch ent­hal­ten soll­ten. Die Süd­deut­sche zeich­net den Skan­dal in einer Info­gra­fik nach und kom­men­tiert, das Han­dels­blatt glänzt mit einem Dos­sier, Focus sam­melt Pferdefleisch-Witze, die FAZ erklärt die Hin­ter­gründe der Empö­rung und Spiegel-Online fragt: Wie schmeckt eigent­lich Pfer­de­fleisch?
SZ (Gra­fik)SZ (Kom­men­tar)Han­dels­blatt (Dos­sier)Focus (Witze)FAZ (Empö­rung)Spiegel-Online (Pfer­de­fleisch)

Bio boomt: Mehr als sie­ben Mil­li­ar­den Euro hat der Bio­markt 2012 umge­setzt — so viel wie nie. Und den­noch gibt es Kla­gen am Rande der Bio­f­ach, der welt­größ­ten Bio­messe. Denn hei­mi­sche Bau­ern kön­nen den Bedarf nicht decken; viele von ihnen zögern, auf Bio-Landwirtschaft umzu­stel­len. Dazu sin­ken die Preise für Bio, und das ZDF lässt Fern­seh­koch Nel­son Mül­ler fra­gen: Wie gut ist Billig-Bio?
Süd­deut­sche (Bio-Boom)FR (Bau­ern zögern)Welt (sin­kende Bio­preise)ZDF (Billig-Bio)Test­schme­cker (Kri­tik an Bilig-Bio)Bio­F­ach

Töd­li­ches Kof­fein: In Neu­see­land ist eine 30-jährige Mut­ter gestor­ben, unter ande­rem, weil sie bis zu zehn Liter Cola getrun­ken hat — pro Tag. Nun for­dert ein Rich­ter Warn­hin­weise auf den Fla­schen, doch davon will Coca Cola nichts wis­sen. Spiegel-Online rech­net nach: Die töd­li­che Dosis Kof­fein für einen gesun­den Mann steckt in 119 Tas­sen Kaf­fee oder 112 Litern Cola.
Spiegel-OnlineWeltSpiegel-Online (gefähr­li­che Cola)

Schäd­li­che Stoffe: Fast Food und Light unter Beschuss: Eine Stu­die zeigt, dass der Kon­sum von Bur­gern und Co. das kör­per­ei­gene Abwehr­sys­tem irri­tiert und bei Kin­dern Asthma und All­er­gien begüns­tigt. Schlimm wird’s, wenn man die Pom­mes mit Cola-Light run­ter­spült. Denn eine zweite Unter­su­chung legt nahe, dass süß­stoff­hal­tige Light-Getränke das Risiko auf Dia­be­tes erhö­hen.
Welt (Fast Food)Deutsch­land­funk (Fast Food)Deutsch­land­funk (Kri­tik an Stu­die)Focus (Light-Produkte)

Lese­ge­schich­ten

Leckere Stink­bombe: Die Durian-Frucht ken­nen viele Thailand-Reisende aus dem Urlaub: Sie hat einen ein­zig­ar­ti­gen Geschmack — und vor allem einen unver­gess­li­chen Geruch. Nun haben sich deut­sche Wis­sen­schaft­ler die Stink­frucht vor­ge­nom­men, um ihren pene­tran­ten Gestank zu erfor­schen.
Deutsch­land­funk (Audio)Deutsch­land­funk (Manuskript)

Süßes Ver­lan­gen: Am Ascher­mitt­woch hat die Fas­ten­zeit begon­nen: Viele Chris­ten ver­zich­ten 40 Tage lang auf Alko­hol, Fleisch — und Süßig­kei­ten. Letz­te­res fällt oft schwer, denn die Vor­liebe für Zucker wurde uns in die Wiege gelegt. Der Tages­spie­gel wid­met sich dem süßen Stoff und bilan­ziert: „Zucker ist keine Droge“. Jörg Albrecht von der FAZ besucht im Selbst­ver­such eine luxu­riöse Fas­ten­kli­nik.
Tages­spie­gel (Zucker)FAZ (Fas­ten­kli­nik)

Ferne Hei­mat: Die „hei­mi­schen Früchte“ für Hohes C kom­men aus Mit­tel­ame­rika und das Fleisch für den baye­ri­schen Leber­käse aus Hol­land: Regio­nale Pro­dukte sind im Trend — doch oft kom­men sie gar nicht „von hier“, warnt das Han­del­blatt. Neben einem aus­führ­li­chen Arti­kel gibt es Bil­der­ga­le­rien zu Mogel-Produkten, Siegel-Wirrwarr und den Big Play­ern im Lebens­mit­tel­markt.
Han­dels­blatt

Große Schwei­ne­rei: Seit Jah­res­be­ginn gibt es ein neues EU-Gesetz, das den Tier­schutz für Mast­schweine mini­mal ver­bes­sert. Das Pro­blem: Viele Züch­ter hal­ten sich nicht daran. Das zei­gen Auf­nah­men von Akti­vis­ten, die sich in die Betriebe schlei­chen, um auf Miss­stände in der Mas­sen­tier­hal­tung hin­zu­wei­sen. Spiegel-Online hat sie beglei­tet.
Spiegel-Online

Blog­schau

Menü aus Müll: Mit Lebens­mit­tel­ver­schwen­dung setzt sich die kon­sum­kri­ti­sche Koch­show „Was­te­coo­king“ aus­ein­an­der. Die Macher con­tai­nern, d.h. sie holen sich ihre Zuta­ten aus dem Abfall, und kochen dar­aus köst­li­che Rezepte. Sarah von Vegan Gue­rilla hat sich mit David von „Was­te­coo­king“ unter­hal­ten.
Vegan Gue­rillawastecooking.com

Happy Birth­day: Der Voll­wert­blog fei­ert Geburts­tag: Seit einem Jahr schrei­ben Mela­nie und Sönke über ihre Küchen­ex­pe­ri­mente — und vie­les mehr. Zum Jubi­läum blickt das Duo zurück auf die belieb­tes­ten Arti­kel, ihre Aus­bil­dung zum Gesund­heits­be­ra­ter, den Gemü­se­an­bau im eige­nen Gar­ten und ihre Erfah­run­gen in punkto Food-Fotografie.
Vollwert-Blog

Hef­ti­ges Heft: Die Zeit­schrift sei eine Zumu­tung, urteilt Ste­van von Nut­ri­cu­li­nary über das neue Dummy-Heft „Essen & Trin­ken“. Aber: eine Zumu­tung „der inter­es­san­te­ren Art“. Denn in der Februar-Ausgabe des mono­the­ma­ti­schen Maga­zins geht es um „die dunkle Seite der Kuli­na­rik“. Heißt kon­kret: Kan­ni­ba­lis­mus, japa­ni­sche Komas­äu­fer, Mager­sucht und Vielfraß-Wettkämpfe in den USA.
Nut­ri­cu­li­naryDummy-Magazin

Kuli­na­ri­sches Wis­sen: In einer neuen Aus­gabe von Food Sci­ence gehen die Vege­ta­rian Dia­ries der Frage nach: Warum beschlägt das Küchen­fens­ter im Win­ter schnel­ler als im Som­mer?
Vege­ta­rian Dia­ries (Küchen­fens­ter)Vege­ta­rian Dia­ries (wei­tere Food-Science-Folgen)

Buch der Woche

Für Pief­kes: Von Powidl bis Para­dei­ser, von Erd­äp­fel bis Eier­schwam­merl: Aus Unwis­sen­heit ob der unbe­kann­ten Begriffe machen viele Deut­sche einen Bogen um öster­rei­chi­sche Koch­bü­cher. Zu Unrecht, fin­det Peter Wag­ner, denn jen­seits der Alpen werde sehr gut gekocht. Zum Beweis stellt er meh­rere Koch­bü­cher vor — und ein Rezept für Wie­ner Back­hendl.
Spiegel-Online

App der Woche

Egg Timer: Damit beim täg­li­chen Früh­stücksei keine Lan­ge­weile auf­kommt, gibt es den „Egg Timer“ (gra­tis). Die App bie­tet zahl­lose Eier­re­zepte — von herz­haft bis süß — und ersetzt die Küchen­uhr: Ein­fach Zube­rei­tungs­art, gewünschte Kon­sis­tenz und Größe des Eis ein­ge­ben, und schon ver­rät der Timer, wie lange das Ei kochen oder brut­zeln muss. Jana von Guten APPe­tit fin­det bloß ein Manko: Noch gibt’s die App nur auf Eng­lisch.
Guten APPe­tit (Rezension)

Blog der Woche

Ninas klei­ner Food-Blog: Seit August 2010 kocht, backt und bloggt Nina über alles, was ihr schmeckt — egal ob herz­haft, süß, flei­schig oder vege­ta­risch. Dabei fällt die 31-Jährige immer wie­der mit tol­len Aktio­nen auf — etwa den „Unglei­chen Duet­ten“ oder aktu­ell den Foodblogger-Charts. Im Inter­view mit der Schmau­s­epost sagt Nina: „Ich bin ich weder Gour­met, noch Ster­ne­kö­chin oder Kon­di­to­rin — nur jemand, der sei­nem Hobby ein­fach mit Lei­den­schaft und Herz­blut nach­geht“.
Ninas klei­nes Food-Blog, Schmau­s­epost (mit Interview)

Rezepte der Woche

Geba­ckene Hah­nen­kämme: Schwei­nepfo­ten, Pfer­de­schin­ken, Milz­wurst: Petra von „Der Mut ande­rer“ treibt sich gerne in Metz­ge­reien herum und schreckt dort vor nichts zurück. Nun hat sie sich Hah­nen­kämme vor­ge­nom­men und ser­viert sie paniert und geba­cken in ihrem Blog.
Der Mut Ande­rer (Hah­nen­kämme vor­be­rei­ten)Der Mut ande­rer (Hah­nen­kämme gebacken)

Cheese­cake mit Oreo Coo­kies und Mar­shmal­lows (vege­ta­risch): Den Zucker­freund zum Valen­tins­tag über­ra­schen? Oder vor der Saha­ra­durch­que­rung das Kalo­ri­en­la­ger auf­fül­len? Für bei­des eig­net sich der Cheesecake-Oreo-Marshmallow-Kuchen des Keks­tes­ters. Dazu müsse man jedoch, warnt er, „alles Wis­sen über gutes und gesun­des Essen kurz­zei­tig über Bord wer­fen“.
Keks­tes­ter

Nach­schlag

Schwere Kost Der „Heart Attack Grill“ in Las Vegas wirbt mit XXL-Burgern und dem Slo­gan „Geschmack… für den es sich zu ster­ben lohnt“. Etwas zu wört­lich genom­men hat das nun John Alle­man, Stamm­gast und Wer­be­trä­ger des Restau­rants. Der 52-Jährige brach vor dem Lokal zusam­men und starb — infolge eines Herz­in­farkts.
Süd­deut­scheLas Vegas SunHeart Attack Grill

 

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