Blog der Woche: Gourmet Guerilla

UNetrschrift

Ein Ham­bur­ger Küchen­mäd­chen mit Geschmack: Mel von Gour­met Guerilla.

Gue­rilla, das ver­rät uns die Wiki­pe­dia, ist wört­lich genom­men die Ver­nied­li­chung des Spa­ni­schen guerra und heißt über­setzt: klei­ner Kampf. Inso­fern ist der Titel von Mels Blog auf den ers­ten Blick etwas irre­füh­rend, denn bei Gour­met Gue­rilla steht sie kei­nes­wegs auf Kriegs­fuß mit der Kuli­na­rik — im Gegen­teil: Dort beschäf­tigt sich die Ham­bur­ge­rin mit den schö­nen Sei­ten des Essens.

Oder wie sie es kürz­lich im Radio­in­ter­view beim NDR for­mu­liert hat: „Mein Motto heißt: Ein­fach bes­ser essen — wobei das ‚ein­fach‘ eine wich­tige Kom­po­nente ist, die man nicht ver­ges­sen darf. Bes­ser essen bedeu­tet für mich, dass das Essen schmeckt, dass es rela­tiv leicht zuzu­be­rei­ten ist, dass es aus fri­schen Zuta­ten her­ge­stellt wird, und dass man viel­leicht sogar noch etwas Spaß hat beim Kochen.“ Klingt nicht wirk­lich kriegs­lüs­tern, oder?

Abseits der Küche führt Mel übri­gens laut eige­ner Aus­sage „ein (halb­wegs) seriö­ses Leben“ als Bera­te­rin in einer Wer­be­agen­tur. Die Abende und Wochen­en­den ver­bringt sie dann vor­zugs­weise mit Mann, Kind und Freun­den — und in ihrer win­zi­gen Küche. Dort kre­denzt sie jene Krea­tio­nen, deren Zube­rei­tung sie seit 2011 bild– und wort­ge­wal­tig auf Gour­met Gue­rilla doku­men­tiert — nie im tro­cke­nen Koch­buch­duk­tus, son­dern gerne mit einem Augenzwinkern.

Wel­che Gerichte bei Mel auf dem Tisch und im Blog lan­den? Das lässt sich unge­fähr so leicht vor­her­sa­gen wie das Wet­ter in Eng­land — im Som­mer 2021. Denn als Gour­met Gue­rilla kämpft sie sich von Ayur­ve­di­scher Zitronen-Reis-Suppe über die 90-Sekunden Scho­ko­creme „Death by Cho­co­late” und ofen­ge­rös­te­ten Würst­chen mit Herbst­ge­müse bis hin zu Zitro­nen­pasta mit Lachs, Zuc­chi­ni­soße und Tan­doo­riz­wie­beln. Mel: „Bei uns ste­hen leckere Rezepte im Mit­tel­punkt, die auch Koch­an­fän­ger zu Hause unkom­pli­ziert und mit Spaß umset­zen kön­nen. Wenig indus­tri­ell ver­än­derte, fri­sche Zuta­ten sind dabei immer die Grund­lage. Wir ver­mei­den zu viele ein­fa­che, leere Koh­len­hy­drate, essen hin und wie­der Fleisch, lie­ben vege­ta­ri­sche oder vegane Gerichte und pro­bie­ren sehr gern neue Zuta­ten aus. Natür­lich muss dann und wann mal etwas Süßes auf den Tisch.“

Oder, wie Mel es im Inter­view mit der Schmau­s­epost zusam­men­fasst: „Es muss Spaß machen — beim Kochen, beim Essen und danach.“

INTERVIEW — 5 Fra­gen an… Mel von Gour­met Guerilla

1. Was ist dein Lieb­lings­ge­richt in dei­nem Blog?

Mel: Diese Frage finde ich immer ganz beson­ders schwie­rig. Ehr­lich. Ich finde so viele Gerichte aus den unter­schied­lichs­ten Grün­den toll und nach­ko­chens­wert. Daher habe ich ganz, ganz viele Lieb­linge, die auch immer wie­der bei uns zu Hause auf den Tisch kom­men. Es gibt natür­lich auch Gerichte, die mir aus einem ganz bestimm­ten Grund sehr posi­tiv in Erin­ne­rung geblie­ben sind. Zum Bei­spiel die­ses Paksoi mit Schalotten-Erdnuss-Crunch und Sesam-Kokos-Tofu. An die­sem Tag hatte ich näm­lich tat­säch­lich einen gan­zen Tag für mich (das kommt nicht so häu­fig vor) und konnte ganz ent­spannt ein­fach drauf­los kochen. Das Kochen selbst und das Ergeb­nis haben mich sehr glück­lich gemacht – die Erin­ne­rung daran macht mir immer sofort gut Laune.

2. Wel­che Rolle spielt Essen in dei­nem Leben?

Mel: Essen spielt eine große Rolle in mei­nem Leben. Das ist so, seit ich den­ken kann. Ganz viele Erin­ne­run­gen von frü­her sind fest mit bestimm­ten Spei­sen und Düf­ten ver­bun­den. Essen ist eine groß­ar­tige Genuss– und Inspi­ra­ti­ons­quelle, Kochen ent­spannt mich und ist zu mei­nem liebs­ten Hobby gewor­den. Wenn ich mich nicht ange­mes­sen um meine Ernäh­rung küm­mere (oder nicht küm­mern kann), geht es mit nicht beson­ders gut. Meine Begeis­te­rung für Essen und den Spaß daran möchte ich auch so gerne an andere Men­schen weitergeben.

3. Wor­auf soll­ten mehr Men­schen beim Essen achten?

Mel: Ganz ein­fach auf drei Dinge:

  • dass es Spaß macht – beim Kochen, Essen und danach
  • dass es gut schmeckt – und nicht nur so tut, als ob
  • und dass es gut tut – dem eige­nen Kör­per, der Region, der Welt

4. Was war die schönste Erfah­rung mit dei­nem Blog?

Mel: Ich freue mich jedes Mal sehr, wenn wild­fremde Men­schen sich die Zeit neh­men, mir ein­fach nur mal so zu mai­len um mir zu sagen, dass sich über meine Rezepte und Fotos freuen. Das finde ich groß­ar­tig und da geht mir ein­fach immer das Herz auf. Das moti­viert auch unglaub­lich, wenn es mit dem Blog­gen pha­sen­weise mal etwas inspi­ra­ti­ons­los und stau­big läuft. An die­ser Stelle: Danke Leute, das bedeu­tet mit wirk­lich viel!

5. Wel­che Web­sei­ten zum Thema Essen kannst du empfehlen?

Mel: 

  • Die Home­page von Food­watch, weil wir alle eine erwach­sene Sicht auf die Dinge (und Nah­rungs­mit­tel) brau­chen. Unbedingt!
  • Hungry Ghost — food & tra­vel: tolle, redu­zierte und sehr eigen­stän­dige Bild­spra­che gepaart mit schö­nen Rezepte. Ich wollte ich könnte sol­che Fotos machen. Seltenheitswert!
  • Den Roost­blog – ein impo­san­ter, bild­ge­wal­ti­ger Blog, der sich in Bild und Ton mit getreide– und zucker­freier Ernäh­rung beschäf­tigt. Und das im ame­ri­ka­ni­schen Nir­gendwo. Bewundernswert!

Mehr über Mel und ihren Blog steht bei der Gour­met Gue­rilla.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *