Schmausepost vom 22. März

Schman­kerl der Woche

Im Hun­ger­streik: Für Rob Rhi­ne­hart ist Essen eine Ver­schwen­dung von Zeit, Geld und Ener­gie. Des­halb hat der 24-Jährige ein Pul­ver­ge­misch ent­wi­ckelt, das alle nöti­gen Nähr­stoffe ent­hält. Inzwi­schen isst Rob nur noch zwei­mal die Woche feste Nah­rung. Im Inter­view mit dem vice-Magazin sagt er: „Ich ver­misse das nor­male Essen nicht, genauso wenig wie ich den Schwarz-Weiß-Fernseher ver­misse“.
vice (mit Inter­view)Spiegel-OnlineRobs Blog, Zusam­men­set­zung des Pulvers

Zahl der Woche

42 Liter Cola trinkt der Durch­schnitts­deut­sche pro Jahr. Zum 127. Geburts­tag des Getränks beant­wor­tet die Stif­tung Waren­test alle Fra­gen rund um die braune Brause — dar­un­ter auch den Klas­si­ker: Zer­setzt Cola wirk­lich Fleisch?
test.de

Nach­rich­ten

Und täg­lich grüßt…: Um die Chro­nis­ten­pflicht zu erfül­len, hier die Skan­dale der Woche: Anti­bio­tika im Puten­fleisch, ver­wäs­serte Fische und ver­bo­te­nes Schafs­fleisch. Lesens­wert in dem Zusam­men­hang: In der Wirt­schafts­wo­che erklärt ein Pres­se­spre­cher, der anonym blei­ben will, warum die Lebens­mit­tel­bran­che so beharr­lich zu allen Skan­da­len schweigt.
Wiwo (anony­mer Spre­cher)taz (Puten­fleisch)NDR (Wasser-Fische)taz (Schafs­fleisch)

Obers­ter Tes­ter: Allen Skan­da­len zum Trotz: „Lebens­mit­tel waren noch nie so sicher wie heute“, behaup­tet Huber­tus Pri­mus, Vor­stand der Stif­tung Waren­test. Im Inter­view anläss­lich des Welt­ver­brau­cher­tags ver­rät er, wor­auf Kun­den beim Lebens­mit­tel­kauf ach­ten soll­ten. Und er betont: „Bio­fleisch schmeckt nicht bes­ser“.
Stif­tung Warentest

Um die Wurst: Zwi­schen Aal­rauch­mett­wurst im Nor­den und Münch­ner Weiß­wurst im Süden gibt es mehr als 1500 Wurst­sor­ten in Deutsch­land — und sie könn­ten bald ein Fall für das Unesco-Kulturerbe wer­den. Denn die deut­sche Wurst­viel­falt steht weit oben auf der Liste der lan­des­ty­pi­schen Bräu­che, die unter beson­de­ren Schutz gestellt wer­den sol­len.
Welt

Trink­feste Mon­ar­chin: Sie­ben fesche Frauen strei­ten sich um den Titel der Baye­ri­schen Bier­kö­ni­gin. Bis zum 8. April kann man im Web abstim­men, ob eher Maria („Hob­bys: Bier-Degustation, Bay­ern“) oder doch Cla­rissa („Hob­bys: Frei­wil­lige Feu­er­wehr, baye­ri­sche Thea­ter­büh­nen“) diese Ehre gebührt.
Baye­ri­sche Bier­kö­ni­gin (Infos)Baye­ri­sche Bier­kö­ni­gin (Vor­stel­lung Kandidatinnen)

Lese­ge­schich­ten

Der Müll­schlu­cker: Seit drei Jah­ren lebt Raphael Fell­mer ohne Geld. Sein Essen holt er sich aus dem Abfall der Super­märkte — „Lebens­mit­tel ret­ten“, nennt er das. Inzwi­schen berät der 30-Jährige Bio­lä­den in Nach­hal­tig­keits­fra­gen und hat ein Tausch­netz­werk für Nah­rung gegrün­det. Im 40-minütigen Radio­in­ter­view erzählt Fell­mer, warum er sich dem Kon­sum ver­wei­gert.
Bay­ern 2 (Arti­kel)Bay­ern 2 (Interview)

Luft­los lecker: Sous-vide heißt über­setzt „unter Vakuum“ und meint das Garen von Fleisch, Fisch und Gemüse in Vaku­um­beu­teln bei nied­ri­gen Tem­pe­ra­tu­ren. Nach Mei­nung von Tagesspiegel-Autor Bernd Matthies ist diese Gar­me­thode nicht weni­ger als eine Revo­lu­tion. Bushcook’s Kit­chen nimmt sich in ihrem Blog das Stan­dard­werk zu Sous-vide vor und unter­nimmt erste Geh­ver­su­che.
Tages­spie­gelBushcook’s Kit­chen

Auf Diät: Wenn der Mensch schon nicht aufs Tiere essen ver­zich­tet, dann sol­len es eben die Tiere tun: Um die Aus­beu­tung der Meere zu brem­sen, erzie­hen nor­we­gi­sche For­scher Fische zu Vege­ta­ri­ern. Lachse und Bar­sche sol­len künf­tig Raps und Soja essen. Oder noch bes­ser: Fich­ten­holz und Methan­gas. Doch die Umstel­lung birgt auch Gefah­ren.
Süd­deut­sche

Wider der Täu­schung: Wurst mit auf­ge­sprüh­tem Raucha­roma, Auf­back­bröt­chen ohne Geschmack und fri­sche Milch, die drei Wochen lang hält: Nun macht sich sogar die ehr­wür­dige FAZ Sor­gen um unsere Ernäh­rung. In ihrem „Auf­ruf zum Wider­stand“ rät sie: „Wer­be­be­griffe der Nah­rungs­mit­tel­bran­che hin­ter­fra­gen und selbst schme­cken“.
FAZ

Blog­schau

Nah­rung im Netz: Wenn der Rewe-Mann zwei­mal klin­gelt: Im Super­markt­blog berich­tet Peer Scha­der über seine Erfah­run­gen mit dem Lebensmittel-Lieferdienst von Rewe Online. In den Kom­men­ta­ren erzäh­len Nut­zer von wei­te­ren Ein­kaufs­mög­lich­kei­ten im Web.
Super­markt­blog (Text)Super­markt­blog (Kommentare)

Grüne Liste: Von Zara­thus­tra bis Dr. Spock — Chris­tof vom Blog „Ein­fach Bewusst“ hat eine Liste mit 100 pro­mi­nen­ten Vege­ta­ri­ern zusam­men­ge­stellt. Darin fin­den sich erwart­bare Figu­ren wie Hans Söll­ner und Cem Özde­mir — aber auch Über­ra­schun­gen à la Boris Becker oder der Jesus-Jünger Mat­thäus.
Ein­fach Bewusst

Stern­gu­cker: „Entre les Bras — 3 Sterne, 2 Gene­ra­tio­nen, 1 Küche“ heißt ein neuer Doku­men­tar­film über den legen­dä­ren Koch Michel Bras und sei­nen Sohn. Ste­van Paul von Nut­ri­Cu­li­nary hat sich das Werk ange­se­hen und fin­det: „ein sehr nahes Por­trait zweier Män­ner, die eine Küchen­phi­lo­so­phie tei­len, in einer Küche, die zu groß gewor­den ist für zwei Meis­ter“.
Nut­ri­Cu­li­nary (Rezen­sion)Entre les Bars (Film)

Beste Reste: Fräu­lein Moonstruck macht sich Gedan­ken über Lebens­mit­tel­ver­schwen­dung und stellt Pro­jekte vor, die sich mit dem Thema beschäf­ti­gen — von Food­sha­ring über den Film „We love Food“ bis zur Web­seite Was­te­coo­king. Außer­dem gibt die Blog­ge­rin Tipps, was man in der eige­nen Küche mit Lebens­mit­tel­res­ten anstel­len kann.
Fräu­lein Moonstruck

Buch der Woche

Runde Sache: Ein Koch­buch nur mit Piz­za­re­zep­ten? Das erscheint Ela von „trans­glo­bal pan party“ zunächst über­trie­ben — doch spä­tes­tens bei der Frühstücks-Pizza (mit Ei, Avo­cado, Chi­lis und Crème fraîche) ist sie über­zeugt: „Pizza“ von Pete Evans „könnte sogar mein Lieb­lings­koch­buch 2013 wer­den“. Die Palette reicht von Pizza mit Brat­pfir­sich, Ricotta und Honig bis süßer Schwarz­wald­pizza mit Scho­ko­lade, Kir­schen und Sahne.
trans­glo­bal pan party

App der Woche

Metro­Le­cker: Die Apps der gro­ßen Lebens­mit­tel­ket­ten sind meist Ein­kaufs­hel­fer mit Kata­lo­gen, Gut­schei­nen und eini­gen Rezep­ten. Nicht so Metro­Le­cker der Metro-Gruppe: Bei dem kos­ten­lo­sen Pro­gramm han­delt es sich um eine klas­si­sche Koch-App (iPhone). Zwar bemän­gelt Nicki von Guten APPe­tit das „sehr ver­hal­tene“ Design, doch mit den Bild-für-Bild-Kochanleitungen und den Erklär­vi­deos für Anfän­ger sam­melt Metro­Le­cker Punkte.
Guten APPe­tit (Rezension)

Blog der Woche

Die Küchen­schabe: Ein trau­ri­ger Anlass, ein irri­tie­ren­der Name — aber ein wun­der­vol­ler Food­blog: Die Küchen­schabe star­tete einst ihre Web­seite, weil Rücken­schmer­zen sie plag­ten. Heute gibt’s dort öster­rei­chi­sche Schman­kerl sowie inter­na­tio­nale Spe­zia­li­tä­ten. Im Inter­view mit der Schmau­s­epost sagt die Blog­ge­rin: „Natür­lich spielt Essen eine wich­tige Rolle in mei­nem Leben. Vor allem aber die Beschäf­ti­gung mit Lebens­mit­teln und ihrer Her­kunft“.
Die Küchen­schabeSchmau­s­epost (mit Interview)

Rezepte der Woche

Rin­der­bein­schei­ben mit Lin­sen und Polenta: Pas­send zum Blick aus dem Fens­ter hat Juliane von „Schö­ner Tag noch!“ in das Koch­buch „Win­ter. Home made“ geblickt und ein beein­dru­cken­des Gericht her­vor­ge­zau­bert: Geschmorte Rind­bein­schei­ben mit Belugalin­sen und cre­mi­ger Polenta. Ihr Tipp: Schnell nach­ko­chen, bevor’s vor­bei ist mit dem Win­ter.
Schö­ner Tag noch!

Vanille-Schoko-Ostereier (vege­ta­risch): Oster­ku­chen mal anders: Dine & Fine stellt ein Rezept für Vanille-Schoko-Küchlein vor, die in Eier­scha­len geba­cken und ser­viert wer­den. Ideal als Oster­ge­schenk oder Mit­bring­sel.
Dine & Fine

Nach­schlag

Frisch geschlüpft Jahr­zehn­te­lang machte das Überraschungs-Ei sei­nem Namen bei USA-Reisen alle Ehre. Denn die Ein­fuhr der Süßig­keit in das Land der unbe­grenz­ten Regeln war ver­bo­ten; nicht sel­ten ver­hängte der Zoll hun­derte Dol­lar Strafe. Der Grund: In den USA gibt es ein Gesetz, das die Ver­bin­dung von Spiel­zeug und Nah­rung ver­bie­tet. Nun hat eine Firma ein amerika-taugliches Ü-Ei ent­wi­ckelt, und die taz jubelt: „Die Pro­hi­bi­tion hat ein Ende“.
taz (Ei-Freiheit)Wiki­pe­dia (Verbot)

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