Schmausepost vom 26. April

Schman­kerl der Woche

Um die Wurst: „Beim Essen erkennst du die Leute“, sagt die kuli­na­ri­sche All­zweck­waffe Alfons Schuh­beck. Über die Erkennt­nisse von sei­nem Spezl, dem Hoeneß Uli, dis­ku­tiert der­zeit halb Deutsch­land. Also macht sich Uta von Le Schi­cken auf zu Aldi, kauft eine Hoeneß’sche Wurst und schreibt dar­über ein hinreißend-beißendes Gschich­terl. Frei nach dem Motto: Ana­to­mie einer Wurst, Ana­to­mie einer Bio­gra­phie.
Le Schi­cken

Zahl der Woche

60 Kilo Brot isst der Durch­schnitts­deut­sche pro Jahr — und hat dabei die Aus­wahl zwi­schen fast 3000 Sor­ten. Doch nur noch ein Drit­tel der Pro­duk­tion wird in tra­di­tio­nel­len Bäcke­reien geba­cken, Ten­denz seit Jah­ren fal­lend. Die „Welt“ meint jedoch eine Gegen­kul­tur zu erken­nen, die Wert legt auf ökolo­gi­sche Kri­te­rien.
Welt

Nach­rich­ten

Ver­wirr­ter Wut­bür­ger: Eine Welle der Empö­rung ist diese Woche durch die deut­schen Food­blogs geschwappt: Laut einem Bericht der DWN will die EU den Anbau von Einheits-Saatgut vor­schrie­ben — auch im hei­mi­schen Gar­ten. Doch dabei han­delt es sich um eine Falsch­mel­dung, warnt die taz. Und auch die EU stellt klar, dass die Rege­lung nur den pro­fes­sio­nel­len Han­del betrifft.
DWNtazEU (Klar­stel­lung)Süd­deut­schekoch­topfVegan Gue­rillaKüchen­tanz

Prä­gende Mut­ter­kü­che: Deut­sche Kin­der bevor­zu­gen natur­be­las­se­nen Apfel­saft, grei­fen im Gegen­satz zu ihren euro­päi­schen Alters­ge­nos­sen aber lie­ber zu fett­rei­chen Kek­sen. Das ist zeigt eine Stu­die, die nach­weist, dass sowohl Her­kunft als auch Alter einen gro­ßen Ein­fluss auf die kuli­na­ri­schen Vor­lie­ben eines Kin­des haben.
Wissenschaft-aktuellSüd­deut­sche20 Minu­ten

Fruch­tige Täu­schung: Obst? Ja — aber nur auf dem Eti­kett. Das ist das Ergeb­nis der Stif­tung Waren­test, die sich Was­ser­sor­ten mit Frucht­ge­schmack genauer ange­se­hen hat. Das ver­nich­tende Urteil: Die auf­ge­pepp­ten Was­ser sind irre­füh­rend — und den­noch erle­ben sie in Deutsch­land einen Boom.
Stif­tung Waren­testSüd­deut­scheFocus

Strah­lende Gefahr: Diese Woche vor 27 Jah­ren stieg nach dem Unglück im ukrai­ni­schen Kern­kraft­werk Tscher­no­byl eine gif­tige Wolke auf und brachte radio­ak­tive Par­ti­kel bis nach Bay­ern. Dort regis­triert man bis heute in eini­gen Lebens­mit­teln unge­wöhn­lich hohe Strah­lungs­werte. In wel­chen? Die­ser Frage ist der BR nach­ge­gan­gen.
BR

Lese­ge­schich­ten

Roh­vo­lu­tion: Erst Vege­ta­rier, dann Vega­ner — und jetzt Roh­köst­ler: Die FAZ meint einen neuen Sze­ne­trend aus­ge­macht zu haben, der sich auf dem Weg zur Mas­sen­taug­lich­keit befin­det. Dabei gibt es durch­aus unter­schied­li­che Strö­mun­gen in der Rohkost-Bewegung.
FAZ

Schlei­chen­der Tod: „Erst stirbt die Biene, vier Jahre spä­ter der Mensch.“ Laut der sehens­wer­ten Doku „More than Honey“ soll das Albert Ein­stein gesagt haben. Dem­nach sieht es für unsere Zukunft düs­ter aus, denn allein in Bay­ern hat sich die Zahl der Bie­nen­völ­ker hal­biert. Wer hat Schuld? Die Süd­deut­sche fragt nach beim Prä­si­den­ten der Euro­päi­schen Berufsim­ker.
Süd­deut­scheMore than Honey

Exo­ti­sche Nudeln: „Rund und bunt wie eine Torte. Man erwar­tet etwas Süßes. Da beißt man auf Pfef­fer“, so habe eine Schrift­stel­le­rin im Jahr 1944 ihre erste Pizza beschrie­ben, erzählt Julia Rosch im Bei­trag über Gast­ar­bei­ter­kü­che bei DRa­dio Wis­sen. Doch bereits zehn Jahre spä­ter seien Pasta und Pizza All­tag auf deut­schen Tel­lern gewe­sen.
DRa­dio Wis­sen (Audio)

Streit zum Geburts­tag: Lebensmittel-Tafeln fei­ern in Deutsch­land ihren 20. Geburts­tag — und sind doch so umstrit­ten wie nie. Nun for­dert ein neues Akti­ons­bünd­nis sogar die Abschaf­fung der Ein­rich­tung. Ihr Argu­ment: Die 990 Tafeln mit den rund 1,5 Mil­lio­nen Kun­den mani­fes­tiert die Armut anstatt sie zu bekämp­fen.
Süd­deut­schedomradio.deEnde-der-Maerchenstunden.de

Blog­schau

Töd­li­che Knolle: Knob­lauch muss gif­tig sein — zu die­sem Schluss kommt Jörn Kabisch beim Blick auf die Rei­ben, Pres­sen und Schä­ler, die ver­hin­dern sol­len, dass man mit der Knolle in Berüh­rung kommt. Ohne­hin sei Knob­lauch hier­zu­lande eine Wis­sen­schaft, an der man den Ama­teur erken­nen, schreibt der Koch und for­dert: Macht nicht so ein Gewese!
Tabldoot

Wei­ßes Gold: Eva von Food Vege­ta­risch setzt ihre lesen­werte Serie „10 Gedan­ken zu…“ fort und nimmt sich eines der wich­tigs­ten und eines der der umstrit­tens­ten Nah­rungs­mit­tel vor — das Salz. Wie immer gibt’s zehn inter­es­sante Fak­ten sowie ein Rezept, dies­mal für Knob­lauch­salz.
Food Vege­ta­risch

Tier­lose Kost: Was Vega­ner nicht essen ist inzwi­schen weit­ge­hend bekannt — näm­lich tie­ri­sche Pro­dukte. Doch was essen Vega­ner statt­des­sen? Clau­dia von „Totally Veg!“ öffnet ihre Vor­rats­schränke und ver­rät, was in eine gut sor­tierte, vegane Küche gehört — von Soja­gra­nu­lat bis Sei­tan.
Totally Veg!

Kon­ser­vier­tes Aroma: Früh­lings­zeit ist Bär­lauch­zeit: In die­sen Tagen strei­fen Hun­dert­schaf­ten durch Wald und Wie­sen, um das Wild­ge­müse zu sam­meln. Doch wie lässt sich das Bär­laucha­roma kon­ser­vie­ren? Joa­chim von Test­schme­cker zeigt drei Wege auf: Bär­lauchöl, Bär­lauch­but­ter und Bär­lauch­pesto.
Test­schme­cker (Bär­lauchöl)Test­schme­cker (Bär­lauch­but­ter)Test­schme­cker (Bärlauchpesto)

Buch der Woche

„Ser­vus Bay­ern“: Von Bre­zen­knö­del bis Kässpat­zen, von Schwei­ne­bra­ten bis Kraut­wi­ckerl: Die baye­ri­sche Küche hat es wie kaum eine andere deut­sche Regio­nal­kü­che geschafft, ihre Tra­di­tio­nen zu bewah­ren — und zu ver­mark­ten. Ein wah­res Schman­kerl in die­ser Hin­sicht ist das Buch „Ser­vus Bay­ern“, fin­det Simone von Valen­ti­nas Koch­buch und ver­gibt die Höchst­note an das Werk.
Valen­ti­nas Koch­buch (mit Rezepten)

App der Woche

Go Veg­gie! (Grü­ner) Dau­men hoch! So bewer­tet Nicki von Guten APPe­tit die App „Go Veg­gie!“ (Uni­ver­sal, 5,49 Euro). Sie bie­tet 120 vege­ta­ri­sche Rezepte — 40 davon vegan — mit Kochen-nach-Bildern-Anleitungen und viele Extras. „Eine rundum gelun­gene Koch-App für Freunde der vege­ta­ri­schen Küche“, lobt Nicki.
Guten APPe­tit (Rezension)

Blog der Woche

High Foo­da­lity: Geho­ben, krea­tiv, expe­ri­men­tell — diese drei Adjek­tive beschrei­ben viel­leicht am bes­ten, was Uwe in der Küche anstellt — und her­nach auf sei­nem Food­blog High Foo­da­lity prä­sen­tiert. „Ich habe eigent­lich so gut wie immer Hun­ger“, sagt Uwe im Inter­view der Schmau­s­epost. „Und wenn ich ein­mal kei­nen Hun­ger habe, dann denke ich über Essen nach.„
Schmau­s­epost (Por­trät mit Inter­view)High Foo­da­lity

Rezepte der Woche

Cho­rizo mit Boh­nen in Rahm­soße: Die Cho­rizo ist eine vor allem in Spa­nien und Por­tu­gal sehr beliebte Roh­wurst, die mit viel Paprika (daher die röt­li­che Farbe) und Knob­lauch gewürzt wird. Gebra­ten schmeckt sie aus­ge­zeich­net zu Boh­nen in Rahm­soße, rät Petra von „Der Mut ande­rer“ — und lie­fert dazu das pas­sende Rezept.
Der Mut anderer

Erbsen-Tarte mit Minze (vege­ta­risch): Eine Prin­zes­sin will Kevin von „The Ste­pford Hus­band“ nicht sein („mit bösen Feen Small­talk füh­ren etc.“) — und auf einer Erbse schla­fen noch viel weni­ger. Ohne­hin gehö­ren die grü­nen Kügel­chen in eine Tarte, fin­det Kevin, die er mit Minze und Feta kre­denzt.
The Ste­pford Husband

Nach­schlag

Traum oder Alp­traum? Der Food­blog­ger Wurst­sack schlägt eine Ein­la­dung zu „Das per­fekte Din­ner“ aus. Zwar rede er gerne über gutes Essen — auch vor Mikro­fon und Kamera. Doch die TV-Serie sei „wohl mehr eine Klatsch­ko­lum­nis­tin, die aus dem pri­va­ten Ess­zim­mer eine insze­nierte Dschun­gel­camp­ta­fel macht“, schreibt er in sei­ner höchst unter­halt­sa­men Absage an den Sen­der.
Wurst­sack

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