Blog der Woche: bushcooks kitchen

Bushcook

Food­blog eines Münch­ner Kindls: bush­cooks kitchen.

 Über mich? Na ja, ich koche halt sehr gerne.

Mit die­sem Satz beginnt Doro­thée die Rubrik Über mich auf bush­cooks kit­chen. Wo andere Food­blog­ger oft sei­ten­lang über ihre Lebens­ge­schichte, ihre Fami­li­en­si­tua­tion, ihre Küche, ihre kuli­na­ri­schen Vor­lie­ben, ihre gusta­to­ri­schen Abnei­gun­gen, ihre Aus­zeich­nun­gen und die Farbe ihrer Wohn­zim­mer­gar­di­nen schwa­dro­nie­ren, beschränkt sich die Münch­ne­rin auf einen knap­pen Absatz. In gewis­ser Weise ist das auch typisch für ihren Food­blog. Denn bei bush­cooks kit­chen steht nicht die Per­son, son­dern es ste­hen die Rezepte im Vor­der­punkt. Danach fol­gen die Rezepte, gefolgt von den Rezep­ten – gerne auch als kom­plette Menüs oder im Zuge von Kochbuch-Rezensionen.

Pas­send dazu hat Doro­thée vor zwei Jah­ren ihren Blog auch nicht mit gro­ßen Ankün­di­gun­gen oder einem lang­at­mi­gen Will­kom­mens­gruß eröff­net — son­dern ist direkt mit einem exqui­si­ten ara­bi­schen Menü durch­ge­star­tet, unter ande­rem aus Jakobs­mu­schel auf Bul­gur­sa­lat, Kanin­chen in Kar­da­mom­soße und Man­da­ri­nen­sor­bet. „Mein Blog ist für mich auch ein Nach­schla­ge­werk“, sagt Doro­thée im Inter­view mit der Schmau­s­epost. „Des­halb gibt es bei mir eine bunte Mischung rund um das Thema Kochen und Essen.“ Wobei ihr eines wich­tig ist: „Ich lege gro­ßen Wert auf Qua­li­tät, dies gilt für die Lebens­mit­tel und das hand­werk­li­che Arbei­ten in der Küche.“

Gele­gent­lich lässt Doro­thée dann aber doch mal einen Blick über den Koch­topf­rand zu — so etwa in einem Gespräch mit Valen­ti­nas Koch­buch. Da berich­tet die „begeis­terte Hob­by­kö­chin“ (Doro­thée über sich selbst) von nicht weni­ger als 2000 Koch­bü­chern, die stolze 32 Meter Regal­länge fül­len. Ein beson­dere Vor­liebe hat sie dabei für die regio­nale Küche, und hier hat es ihr vor allem ihr Hei­mat­land Bay­ern ange­tan. So sagt sie in dem Interview:

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich jetzt unbe­liebt mache. Ich habe wirk­lich sehr viele unter­schied­li­che Bücher aus Deutsch­land, aus den Bun­des­län­dern, sogar von ein­zel­nen Städ­ten. Die Viel­falt der Baye­ri­schen Küche beein­druckt mich am meis­ten. In die­ser Aus­prä­gung kann ich das bei ande­ren Bun­des­län­dern nicht so feststellen.

Ent­spre­chend fin­det der Frei­staat auch bei einem Schman­kerl auf bush­cooks kit­chen beson­dere Berück­sich­ti­gung — näm­lich bei Doro­thées Genuss­re­gio­nen. Hier­für hat die Münch­ne­rin auf Google-Maps Emp­feh­lun­gen für ver­schie­dene Gegen­den ver­öf­fent­licht: Fran­ken, Mün­chen oder das All­gäu, aber auch Baden-Württemberg, die Pfalz oder Österreich.

Inter­view — 5 Fra­gen an… Doro­thée von bush­cooks kitchen:

1. Was ist dein per­sön­li­ches Lieb­lings­ge­richt in dei­nem Blog?

Doro­thée: Mein Lieb­lings­ge­richt ist ein Lieb­lings­menü. Das habe ich vor zwei Jah­ren für meine Freun­din gekocht und damit mei­nen Blog gestar­tet. Ich liebe die ara­bi­sche Küche sehr, und es hat mir damals sehr große Freude gemacht ein gan­zes Menü mit die­sen wun­der­ba­ren Aro­men zu zau­bern. Die Rezepte sind immer noch aktu­ell und nach­koch­wür­dig. Anhand der Fotos sieht man die Ent­wick­lung mei­nes Blogs und das freut mich.

2. Wel­che Rolle spielt Essen in dei­nem Leben?

Doro­thée: Essen spielt eine sehr große Rolle in mei­nem Leben. Essen ist die Lebens­grund­lage und die kann jeder selbst gestal­ten. Für mich bedeu­tet es, neben der gesun­den Ernäh­rung, auch Spaß, Krea­ti­vi­tät, Selb­stän­dig­keit und Geselligkeit.

3. Wor­auf soll­ten mehr Men­schen beim Essen achten?

Doro­thée: Auf das Essen. Jetzt könnte ich die gan­zen Schlag­wör­ter auf­zäh­len: bio, regio­nal, sai­so­nal, mehr Gemüse – weni­ger Fleisch, selbst­ge­kocht, keine indus­tri­el­len Lebens­mit­tel, fair gehandelt… Ich beob­achte schon län­ger das Kauf­ver­hal­ten von jun­gen Men­schen im Super­markt zur Mit­tags­zeit. Das erschreckt mich. Da ste­hen lange Schlan­gen an der Kasse und jeder hat ein Plas­tik­ge­tränk und ein Plas­tik­ge­richt in der Hand. Und das machen sie jeden Tag. So lang­wei­lige Dinge wie Pla­nung, Vor­rats­hal­tung, Kochen, Hin­set­zen, gemein­sam Essen zu fes­ten Zei­ten, ken­nen sie ver­mut­lich nicht. Das ist sehr schade, denn es gäbe Halt und för­dert mei­ner Mei­nung nach auch das Miteinander.

4. Was war die schönste Erfah­rung mit dei­nem Blog?

Doro­thée: Vor kur­zem hatte mein Blog den zwei­ten Jah­res­tag. Zu die­sem Anlass konnte ich einen tol­len Blog-Event durch­füh­ren. Zuerst war ich total über­rascht, dass sich so viele Freunde und nette Kon­takte mit gestif­te­ten Prei­sen betei­ligt haben, und dann hat mich die Viel­zahl der oft sehr per­sön­li­chen und lie­be­vol­len Teilnahme-Beiträge total umgehauen.

5. Wel­che drei Web­sei­ten zum Thema Essen kannst du empfehlen?

Doro­thée: Drei Food­blogs zu emp­feh­len, ist unmög­lich für mich. Des­halb möchte ich auf die tolle Samm­lung der deutsch­spra­chi­gen Food­blogs bei Köst­lich und Kon­sor­ten hinweisen. Viele inter­es­sante Infor­ma­tio­nen finde ich regel­mä­ßig bei Slow Food.

Mehr über Doro­thée und ihr Food­blog steht auf bushcooks-kitchen.blogspot.de.

2 Gedanken zu „Blog der Woche: bushcooks kitchen

  1. Schmausepost

    Hej Ingrid,

    Danke für dei­nen Kom­men­tar. Tat­säch­lich sind die Rezepte bei Doro­thée ein­fach klasse — kein Wun­der, wenn man sich durch 32 Meter Koch­bü­cher gear­bei­tet hat…

    Liebe Grüße,
    Patrik

    Antworten

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *