Blog der Woche: Chili und Ciabatta

Chili und Ciabatta

Ein Urge­stein der deut­schen Food­blo­go­sphäre: Chili und Ciabatta

Petra Holz­ap­fel ist die Mut­ter der deut­schen Food­blo­go­sphäre — und das in dop­pel­ter Hin­sicht. Denn zum einen ist sie Vor­bild gewe­sen für ihre Toch­ter Kathi, die seit 2006 das Food­blog Koch­frosch betreibt. Und zum ande­ren dürfte Petra noch zig wei­tere Essens­lieb­ha­ber dazu ermun­tert haben, ihre Rezepte über das Inter­net zu tei­len. Denn ihr Blog Chili & Cia­batta war eines der ers­ten deutsch­spra­chi­gen Food­blogs über­haupt. Der erste Ein­trag im April 2004 lautete:

Durch Zufall bin ich letzte Woche auf einen wirk­lich inter­es­san­ten Food-Blog gesto­ßen - Il Forno. Von da aus dann immer mehr Blogs gele­sen und immer mehr und neue Anre­gun­gen erhal­ten, fas­zi­nie­rend. Nun pro­bier ich das selbst auch mal :-)

Als ers­tes Rezept folgte kurz dar­auf eine scharf-saure Gemüse-Nudelsuppe — und doch waren diese anfäng­li­chen Geh­ver­su­che weder Petras erste Erfah­run­gen in Sachen Kochen noch in Sachen Inter­net. Denn bereits im Jahr 1996 las die Nie­der­baye­rin in einem Buch über die Exis­tenz von News­grup­pen, und bald stand für sie fest: „Ein Modem musste her.“ Mit ihm erkun­dete sie die Wei­ten der digi­ta­len Welt, nahm an Dis­kus­si­ons­run­den teil und tauschte Rezepte aus, denn Kochen und Essen sind seit jeher Petras große Lei­den­schaft. „Alles, was mit gutem Essen und Trin­ken zu tun hat, fas­zi­niert mich“, sagt sie im Inter­view mit der Schmau­s­epost. „Kochen, Backen, das Stö­bern in Koch­bü­chern, die Küchen­kul­tur frem­der Län­der, fei­nes Essen in net­ter Gesell­schaft, gute Restaurants.“

Zwi­schen 1997 und 2004 stellt Petra für den Gar­ten­bau­ver­ein ihrer Hei­mat­ge­meinde Gei­ers­thal jeden Monat ein neues Menü zusam­men — noch heute kann man diese beein­dru­ckende Rezep­te­samm­lung in ihrem Archiv durch­stö­bern. Ab 2004 ver­la­gert Petra ihre Küchen­ex­pe­ri­mente dann auf das Blog Chili und Cia­batta. „Der Name des Blogs ver­rät zwei mei­ner Vor­lie­ben: schar­fes Essen und gutes Brot“, ver­rät sie und betont: „Das gesamte Brot im Hause Chili und Cia­batta kommt aus dem eige­nen Backofen.“

Dar­über hin­aus pro­biert sich die stu­dierte Lebens­mit­tel­che­mi­ke­rin an Rezep­ten aus aller Her­ren Län­der, wobei die pas­sen­den Zuta­ten in der nie­der­baye­ri­schen Pro­vinz nicht immer ganz ein­fach zu fin­den seien, sagt Petra, die auf zwei Dinge beson­de­ren Wert legt: „Wich­tig ist mir, dass die Rezepte im Blog gelingsi­cher sind und aus­führ­lich beschrie­ben werden.“

Und so will Petra auch noch die kom­men­den Jahre flei­ßig wei­ter blog­gen — ganz im Gegen­satz zu ihrer Inspi­ra­ti­ons­quelle. Denn jener Food­blog Il Forno, der sie damals zu Chili und Cia­batta inspi­riert hat, bewies deut­lich weni­ger Durch­hal­te­ver­mö­gen: Der letzte Ein­trag der Seite stammt vom 8. Okto­ber 2006.

INTERVIEW: 5 Fra­gen an… Petra von Chili und Ciabatta

1. Was ist dein per­sön­li­ches Lieb­lings­ge­richt in deinem Blog?

Petra: Ein Lieb­lings­ge­richt aus dem Blog kann ich beim bes­ten Wil­len nicht benen­nen — das schwankt je nach Jah­res­zeit, Lust und Laune.

2. Wel­che Rolle spielt Essen in deinem Leben?

Petra: Essen hat schon immer eine wich­tige Rolle in mei­nem Leben gespielt. Meine Eltern haben gerne gut geges­sen, schon als Kin­der haben wir auch so Exo­ti­sches wie Schne­cken oder See­spinne vor­ge­setzt bekom­men. Die Liebe zu Nah­rungs­mit­teln hat mich übri­gens auch bei der Berufs­wahl beein­flusst: Ich habe Lebens­mit­tel­che­mie studiert.

3. Wor­auf soll­ten mehr Men­schen beim Essen achten?

Petra: Ich würde mich freuen, wenn die Leute beim Ein­kauf wie­der auf qua­li­ta­tiv gute Grund­nah­rungs­mit­tel set­zen und die gan­zen Fer­tig– und Halb­fer­tig­pro­dukte links lie­gen las­sen. Fürs Kochen und Essen sollte man sich Zeit neh­men, es mit allen Sin­nen genießen.

4. Was war die schönste Erfah­rung mit deinem Blog?

Petra: Ich freue mich über jeden Kom­men­tar, beson­ders natür­lich über Erfolgs­mel­dun­gen zu nach­ge­koch­ten Gerich­ten. Kürz­lich hat mir eine Blog­le­se­rin als Dank ein lie­be­voll zusam­men­ge­stell­tes Paket mit lau­ter beson­de­ren Zuta­ten geschickt, das war natür­lich eine ganz beson­dere Beloh­nung! Dar­un­ter waren auch korea­ni­sche Zuta­ten, was gleich Anlass gab, etwas Korea­ni­sches zu kochen.  Beson­ders nett finde ich aber auch, dass ich durchs Blog­gen eine ganze Reihe Leute per­sön­lich ken­nen­ler­nen durfte, dar­aus sind echte Freund­schaf­ten entstanden.

5. Wel­che drei Web­sei­ten zum Thema Essen kannst du empfehlen?

Petra: Inzwi­schen ist die Anzahl der Food­blogs fast unüber­schau­bar groß gewor­den, um hier auf dem Lau­fen­den sein, müsste man den gan­zen Tag lesend am PC ver­brin­gen. Ein Blick in die Food­blog­liste unter Köst­lich und Kon­sor­ten lohnt sich aber immer!

Her­aus­grei­fen möchte ich den­noch zwei Blogs:

Mehr über Petra und ihren Food­blog steht bei Chili & Cia­batta.

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