Schmausepost vom 28. Juni

Schman­kerl der Woche

Schnäpp­chen oder Schwin­del? Lebens­mit­tel in Deutsch­land sind bil­lig. Sehr bil­lig. Doch warum? Und kom­men die Ver­brau­cher wirk­lich bil­li­ger weg? Die­sen Fra­gen nähert sich die sehens­werte Arte-Produktion „Preis­kampf — Was ist unser Essen wert?“ Die „Welt“ greift die Doku auf und warnt: Ver­brau­cher zah­len für Billig-Lebensmittel dop­pelt.
Arte (Doku)Welt

Zahl der Woche

1,19 Euro kos­tet eine Mango bei einem deut­schen Dis­coun­ter. Doch wie kann Obst vom ande­ren Ende der Welt so güns­tig bei uns im Laden lie­gen? Peer Scha­der vom Super­markt­blog geht die­ser Frage nach und stößt dabei auf eine Oxfam-Studie zur Situa­tion der Ern­te­hel­fer in Peru.
Super­markt­blogOxfam (Stu­die)

Nach­rich­ten

Erfolg für Müll­tau­cher: Das Aache­ner Land­ge­richt hat ein Ver­fah­ren gegen zwei junge Leute ein­ge­stellt, die Lebens­mit­tel aus Super­markt­con­tai­nern mit­ge­nom­men haben. In ers­ter Instanz war das Duo noch wegen Dieb­stahls und Haus­frie­dens­bruchs ver­ur­teilt wor­den. Die Ein­stel­lung sei jedoch nicht rich­tungs­wei­send für andere Fälle des soge­nann­ten Con­tai­nerns, betont das Gericht.
tazWeltderwesten.de

Optik für Gour­mets: Das Auge isst mit — und ent­schei­det offen­bar auch über den Genuss. So haben bri­ti­sche For­scher unter­sucht, wel­chen Ein­fluss Mate­rial, Größe und Farbe von Geschirr und Besteck auf unser Ess­ver­hal­ten haben. Bei­spiels­weise schmeckt Käse sal­zi­ger, wenn er auf einem Mes­ser gereicht wird. Und rote Tel­ler brem­sen den Appe­tit.
Süd­deut­scheBild der Wis­sen­schaftStern

Gesetz für Doping-Kühe: Nach mona­te­lan­gem Rin­gen haben Bund und Län­der ein Arz­nei­mit­tel­ge­setz auf den Weg gebracht, dass den Ein­satz von Anti­bio­tika in der Mast redu­zie­ren soll. Fast zeit­gleich kri­ti­siert eine Stu­die, dass Deutsch­land zu wenig gegen den Antibiotika-Missbrauch unter­nehme. Wie Hoch­leis­tungs­kühe heut­zu­tage gedopt wer­den, beleuch­tet die SZ.
Deutsch­land­funk (neues Gesetz)taz (Stu­die)SZ (gedopte Kühe)

Ver­steck für Tier­pro­dukte: Gela­tine im Saft oder Fisch in Kar­tof­fel­chips: In vie­len Pro­duk­ten ver­ste­cken sich tie­ri­sche Zuta­ten. Zwar hät­ten einige Her­stel­ler nach den jüngs­ten Pro­tes­ten rea­giert, berich­tet Food­watch. Doch noch immer fehle ein Gesetz, um die Kenn­zeich­nung durch­zu­set­zen. Was bleibt, ist die Unsi­cher­heit für Vege­ta­rier und Vega­ner.
Han­dels­blattZeitFood­watch

Lese­ge­schich­ten

Streit­ba­rer Experte: Man soll essen, wor­auf man Lust hat — denn die gesunde Ernäh­rung gibt es nicht. Getreu die­ser Devise wet­tert der Lebens­mit­tel­che­mi­ker und Jour­na­list Udo Poll­mer im Zeit-Interview gegen Diä­ten und die Vor­stel­lung von „Appe­tit als moderne Erb­sünde der Evo­lu­tion“. Sein Fazit: „Pau­schal erteilte Rat­schläge gehen immer ins Auge“.
Zeit

Kuli­na­ri­sche Pio­nie­rin: Clau­dia Roden ist eine Kochbuch-Legende: Mehr als 20 Werke hat die Exper­tin für ori­en­ta­li­sche und jüdi­sche Küche geschrie­ben — und damit auch den Koch­star Yotam Otto­lenghi beein­flusst. Auto­rin Susanne Kip­pen­ber­ger besucht die 77-jährige Kos­mo­po­li­tin in Lon­don und wird — natür­lich — fürst­lich bewir­tet.
Tages­spie­gelTartuf­fel (Rezen­sion von Rodans „Buch der jüdi­schen Küche“)

Fleisch­lose Gefahr: Immer mehr Men­schen ernäh­ren sich vege­ta­risch oder vegan — auch Kin­der und Jugend­li­che. Doch gerade in der Wachs­tums­phase müsse auf eine aus­rei­chende Ver­sor­gung mit Nähr­stof­fen und Vit­ami­nen geach­tet wer­den, mah­nen Ärzte. Vor allem Mäd­chen im Teen­ager­al­ter seien gefähr­det.
WeltMedi­cal Observer

Rent-a-cook: Er hat einst in einem Ham­bur­ger Ster­ne­re­stau­rant gear­bei­tet, doch dann sat­telte er um — auf Pri­vat­koch. Nun kommt er zu sei­nen Kun­den nach Hause und bekocht sie dort. Was er dabei erlebt — von Pro­mis über Preis­de­bat­ten bis zu Schnee im Som­mer — erzählt der Pri­vat­koch in einem lesens­wer­ten Bericht in der Effi­lee.
Effi­lee

Koch ohne Herd: Ein Rohkost-Koch scheint auf den ers­ten Blick ein Wider­spruch in sich. Doch Boris Lau­ser zau­bert ohne Herd ein vega­nes Gourmet-Essen. Wie? Das ver­rät der Ber­li­ner im Inter­view mit Achim Achil­les. Außer­dem ent­larvt Lau­ser gän­gige Irr­tü­mer beim Thema Roh­kost.
Spie­gel

Blog­schau

Vega­ner Selbst­ver­such: 30 Tage lang hat sich Marina Leu­nig von Eat Smar­ter vegan ernährt — nun zieht sie ihr Fazit: Zwar habe sie sich wäh­rend die­ser Zeit gesund und leicht gefühlt. Doch die vegane Ernäh­rung gehe einer­seits ins Geld und ande­rer­seits ver­steck­ten sich in den Ersatz­pro­duk­ten viele Geschmacks­ver­stär­ker und Aro­ma­stoffe.
Eat Smar­ter

Dem Ei auf der Spur: 13,3 Mil­li­ar­den Eier ver­drü­cken die Deut­schen im Jahr — oder 217 pro Per­son. Ent­schei­dend für die meis­ten Ver­brau­cher sei dabei immer noch der Preis, schreibt Joa­chim von Test­schme­cker. In einem zwei­ten Arti­kel berich­tet er in Text und Video über sei­nen Besuch bei einer Bio-Hühnerfarm im Schwarz­wald.
Test­schme­cker (Eier-Statistik)Test­schme­cker (Bio-Betrieb)

Rit­ter der Kokos­nuss: Jeanny von „Zucker, Zimt & Liebe“ sucht das „beson­der­ste, leckerste und schönste Kokos­nuss­re­zept“ — und belohnt des­sen Urhe­ber mit einem ein­wö­chi­gen Urlaub auf den Male­di­ven. Unter allen Ein­sen­dun­gen wählt der Chef­koch eines dor­ti­gen Res­sorts eine Vor­aus­wahl, ehe eine Jury aus Food­blog­gern den Sie­ger kürt.
Zucker, Zimt & Liebe

Kri­tik auf­ge­deckt: „Rach deckt auf“ heißt die neue Doku-Reihe des pro­mi­nen­ten Restau­rant­tes­ters. Doch nach der ers­ten Folge hagelt es Kri­tik: So bemän­gelt der Gas­tro­no­mie­guide, dass Rach auf die ewig glei­che Masche setze und RTL die Men­schen vor­führe. Und Hel­mut von „2 grüne Toma­ten“ urteilt: Nichts Neues, nichts Wis­sens­wer­tes; statt­des­sen eine voy­eu­ris­ti­sche Doku-Sendung, die zum Fremd­schä­men ein­lädt.
Gas­tro­no­mie­guide2 grüne Toma­tenRTL (Rach deckt auf)

Buch der Woche

Mein täg­lich Brot: Auf den ers­ten Blick sei das Buch ein Hin­gu­cker, urteilt Lutz vom Plötz­blog über „Mein täg­lich Brot“ von Alex­an­der Büh­ler. Bei genaue­rem Hin­se­hen bekomme das Bild und damit auch der Qua­li­täts­an­spruch des Frei­bur­ger Bäcker­meis­ters jedoch Krat­zer. So bemän­gelt Lutz Bil­der ohne Rezepte, zu knappe Beschrei­bun­gen und die Hefe­menge bei der Zube­rei­tung.
Plötz­blog

App der Woche

Foto-Kochbuch — Cock­tails: 100 flüs­sige Rezepte umfasst die neue App der Reihe „Foto-Kochbuch“ — denn dies­mal geht’s um Cock­tails in all ihren Varia­tio­nen (3,59 Euro, Uni­ver­sal). In Schritt-für-Schritt-Anleitungen wird erklärt, wie man die Getränke rich­tig mixt — von „Whisky & Rum“ bis „Pri­ckeln­des & Co“. Ein­zi­ger Kri­tik­punkt von Jana in ihrer Rezen­sion für Guten APPe­tit: Die alko­hol­freien Cock­tails sind nicht extra gekenn­zeich­net.
Guten APPe­tit

Blog der Woche

Din­ner um Acht: „Ich denke an Essen, wenn ich mor­gens zum wal­ken gehe, im Büro lese ich zwi­schen­durch die Feeds ande­rer Blogs, ich folge Köchen durchs Netz, Märkte üben eine magi­sche Anzie­hungs­kraft auf mich aus, ich habe neben dem Bett immer min­des­tens fünf Koch­bü­cher lie­gen“, zählt Food­blog­ge­rin Clau­dia von „Din­ner um Acht“ im Inter­view auf – und fügt dann augen­zwin­kernd hinzu: „Nein, Essen spielt eine völ­lig neben­säch­li­che Rolle in mei­nem Leben…„
Schmau­s­epost (Por­trät & Inter­view)Din­ner um Acht

Rezepte der Woche

Süß­kar­tof­fel­suppe mit Hack­fleisch: Wet­ter, die Erste: Nach dem kur­zen Stell­dich­ein des Som­mers ist inzwi­schen wie­der Herbst — zumin­dest, was die Tem­pe­ra­tu­ren betrifft. Ein Sup­pen­re­zept für kühle Tage lie­fert nun Frau Kut­tig von Mon­gout — und zwar mit Süß­kar­tof­feln und Hack­fleisch.
Mongout.de

Kalte Apfel-Tomaten-Suppe (vege­ta­risch): Wet­ter, die Zweite: Auch wenn es momen­tan nicht so aus­sieht — irgend­wann wird’s schon wie­der Som­mer. Ein Sup­pen­re­zept für heiße Tage lie­fert nun Ana­st­asias von „Ich als Lebens­mit­tel­punkt“ — und zwar mit Äpfeln und Toma­ten.
Ich als Lebensmittelpunkt

Nach­schlag

Der Wurst oder die Wurst? Wer nach dem rosa Ü-Ei für Mäd­chen dachte, es ginge nicht bescheu­er­ter, den belehrt Edeka eines Bes­se­ren: Dort gibt’s näm­lich sepa­rate Brat­würste für Män­ner und für Frauen. Susanne Enz hat einen offe­nen Brief an die Super­markt­kette geschrie­ben, den Antje Schrupp nun ver­öf­fent­licht. Immer­hin: Im Ant­wort­schrei­ben erklärt Edeka, warum die Frauen-Bratwurst teu­rer ist als die Vari­ante für Män­ner.
Antje Schrupp

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