Schmausepost vom 25. Oktober

Schman­kerl der Woche

Dem Hun­ger auf der Spur: Auf der Erde wach­sen mehr Nah­rungs­mit­tel, als die Mensch­heit essen kann. Den­noch lei­den Mil­lio­nen an Hun­ger; alle sechs Sekun­den stirbt ein Kind an Unter­er­näh­rung. Wieso? Die­ser Frage geht das Zeit-Dossier „Warum muss Joy hun­gern?“ nach und stößt dabei auf bra­si­lia­ni­sche Mais­bau­ern, Bör­sen­händ­ler in der Schweiz und einem Wis­sen­schaft­ler in Rom. (Lese­zeit ca. 10 Min.)
Zeit

 

Anzeige

Auf den Acker, Genos­sen! Gemü­se­kis­ten gibt es inzwi­schen in jeder grö­ße­ren Stadt — hin­ter dem Kar­tof­fel­kom­bi­nat in Mün­chen steckt jedoch mehr als das. Ziel der Genos­sen­schaft ist es, eine eigene Bio-Gemüsegärtnerei zu über­neh­men, um die Mit­glie­der mit regio­na­len Lebens­mit­teln zu ver­sor­gen. Anfang 2012 gegrün­det, zählt das Kar­tof­fel­kom­bi­nat bereits knapp 300 Mit­glie­der; nun kön­nen wie­der neue Genos­sen auf­ge­nom­men wer­den.
Kar­tof­fel­kom­bi­natARD-Beitrag über das KK

 

Zahl der Woche

100 „gute und sehr gute Lebens­mit­tel“ stellt die Zeit­schrift Öko-Test vor. Sie sind alle­samt bio und ent­hal­ten weder Schad­stoffe noch Zuta­ten, die nicht hin­ein­ge­hö­ren. Die Palette reicht von Tee bis Fala­fel und von Fisch bis Tro­cken­obst.
Öko-Test

 

Nach­rich­ten

Lukra­tive Fleisch­bäll­chen: Einst war es nur die Sorge, dass Kun­den mit lee­rem Magen schnel­ler durch die IKEA-Märkte eilen, die Grün­der Ing­var Kam­prad vor 30 Jah­ren ver­an­lasste, eine Lebens­mit­tel­ab­tei­lung auf­zu­bauen. Heute macht die Sparte welt­weit einen Umsatz von 1,5 Mil­li­ar­den Euro; allein 150 Mil­lio­nen Kött­bullar hat Ikea ver­gan­ge­nes Jahr ver­kauft — trotz Pfer­de­fleisch­skan­dal.
Wall Street Journal

Umstrit­te­nes Label: Der Kampf um die Kenn­zeich­nung von Gen­tech­nik im Essen geht in eine neue Runde: In den USA steht ein Volks­ent­scheid an — und im Vor­feld geben Chemie-Riesen wie Mons­anto, Bayer und BASF Mil­lio­nen für eine Medi­en­kam­pa­gne aus. Der­weil kämpft Food­watch für eine kla­rere Kenn­zeich­nung in Europa.
Süd­deut­sche (USA)Food­watch

Krumme Tour: Non­kon­for­mes Gemüse bleibt im Gespräch. Laut einer neuen Stu­die wür­den mehr als 80 Pro­zent der Deut­schen im Super­markt auch zu Toma­ten, Karot­ten und Co. mit Schön­heits­feh­lern grei­fen. Aber was bringt der Hype um „häss­li­ches Gemüse“ wirk­lich? Jörn Kabisch macht sich dazu in der taz Gedan­ken.
Focus (Stu­die)taz (Kom­men­tar)Focus (Bericht)

Miese Kap­seln: Über die immen­sen Müll­berge infolge des Kap­sel­kaf­fee­booms haben wir schon berich­tet. Nun steigt der Dis­coun­triese Aldi in das lukra­tive Geschäft mit den por­tio­nier­ten Plas­tik­pa­ke­ten ein. Das sei zwar gut für die Ver­brau­cher, schreibt die Süd­deut­sche Zei­tung, aber schlecht für die Umwelt.
Süd­deut­scheÖkotest (Hin­ter­grund über Kapselkaffee)

 

Lese­ge­schich­ten

Zeit sorgt für Gesprächs­stoff: Ab Mon­tag (28.10.) wid­met sich die Zeit eine Woche lang dem Thema „Vega­nis­mus — Ethik oder Dogma?“. In der Dis­kus­sion kom­men nicht nur Befür­wor­ter und Kri­ti­ker zu Wort, son­dern auch Leser sol­len sich betei­li­gen — mit Bei­trä­gen, in Live-Debatten bei Twit­ter und in Google-Hangouts.
Zeit

Wer­bung sorgt für Irr­glau­ben: Eine Bäcke­rin drückt die Hanuta-Waffel sorg­fäl­tig auf die Scho­ko­creme, Piz­zen wer­den von Hand belegt: Die­ses Bild ver­mit­telt die Wer­bung — auch wenn es mit der Rea­li­tät so viel zu hat wie Obe­lix mit Mager­sucht. Ver­brau­cher­schüt­zer haben nun errech­net, dass bei einer sol­chen Her­stel­lung ein Ferrero-Mitarbeiter nur 130 Hanuta pro Tag pro­du­zie­ren könnte — und ein Dr. Oet­ker ledig­lich 17 Piz­zen.
Ver­brau­cher­zen­traleMee­diaStern

Video sorgt für Auf­klä­rung: 80 Pro­zent des Schweins sind ess­bar und lan­den auf unse­ren Tel­lern. Was mit dem Rest pas­siert, erklärt ein schick ani­mier­tes Spiegel-Video. Dabei erfährt man Details, die man lie­ber nicht wis­sen möchte — etwa, dass Schwein auch in Zahn­pasta, Brot und Ziga­ret­ten steckt.
Spie­gel

Ver­we­sung sorgt für Geschmack: Auf den schma­len Grat zwi­schen Hoch­ge­nuss und Lebens­mit­tel­ver­gif­tung begibt sich DRa­dio Wis­sen mit einer Bei­trags­se­rie zum Thema „Rich­tig aus­ge­go­ren“. Darin geht es um Lebens­mit­tel, die auf Fer­men­tie­rung ange­wie­sen sind — von korea­ni­schen Kim­chi über schwe­di­schen Gam­mel­fisch bis zu sau­ren Fla­den aus Äthio­pien.
DRa­dio Wis­sen (alle Bei­träge) - (Kim­chi), (Sur­ström­ming), (Saure Fla­den)

 

Blog­schau

Aus­ge­zeich­net: And the win­ner is… lau­ter alte Bekannte — zumin­dest für die Leser der Schmau­s­epost. Denn bei den AMA Food­blog Awards haben eine Reihe von Web­sei­ten Preise abge­räumt, die bei uns bereits als „Blog der Woche“ vor­ge­stellt wur­den. Mit dabei sind The Ste­pford Hus­band (Koch-Blogs), der Plötz­blog (Süßes & Backen) und Because You Are Hungry (New­co­mer).
AMA AwardThe Ste­pford Hus­bandPlötz­blogBecause You Are HungrySchmau­s­epost (Blogs der Woche)

Her­aus­ge­putzt: Food­sty­lis­ten prä­pa­rie­ren Nah­rungs­mit­tel, um sie für Fotos und Videos ins rechte Licht zu set­zen. Mit Rasier­schaum, Pin­sel und Haar­lack, so das gän­gige Vor­ur­teil — das jedoch wenig mit der Wirk­lich­keit zu tun hat, schreibt Mag­da­lena Ulrich bei coo­kio­nista. Sie hat den Food­sty­lis­ten Ste­van Paul einen Tag lang beglei­tet.
coo­kio­nista

Ernüch­ternd: Lutz vom Plötz­blog stellt sein Brot­back­buch auf der Messe „Süd­back“ in Stutt­gart vor. Dort kommt er mit vie­len Bäckern ins Gespräch und stellt ernüch­tert fest: „Bis ges­tern hatte ich die Hoff­nung, dass die Mehr­heit der Hand­werks­bä­cker ohne „Tüte“ bäckt. Nun nicht mehr.“ Außer­dem wird Lutz Zeuge eines Protest-Flashmobs.
Plötz­blog

Angriffs­lus­tig: Wolf­gang Fass­ben­der nimmt die Frank­fur­ter Buch­messe zum Anlass, um sich Gedan­ken über die Zukunft des Koch­buchs zu machen —  und die sehe „nicht durch­weg rosig aus“. In sei­nem Rund­um­schlag teilt der Food-Journalist der NZZ gegen Fern­seh­kö­che aus, die mit ihrem Show­fak­tor punk­ten, und gegen Blog­ger, die sich ermu­tigt füh­len, „ihre Pri­vat­ko­cher­fah­run­gen in gedruckte Form zu gie­ßen“.
NZZ-Nachgewürzt

 

Anzeige

Hier könnte Ihre Wer­bung ste­hen: Sie wol­len Ihr Pro­dukt, Ihre Web­seite, Ihr Buch oder Ihr Foo­devent in der Schmau­s­epost bewer­ben? Schrei­ben Sie uns!
Schmau­s­epost (Media-Daten)

 

Rezepte der Woche

Zwiebel-Sahne-Schnitzel: In ihrer Rubrik „fix ohne Fix“ stellt Danja von den Fein­kost­punks frisch zube­rei­tete Alter­na­ti­ven für beliebte Fix­tü­ten aus dem Super­markt vor — „mög­lichst nicht viel teu­rer und nicht viel auf­wän­di­ger als das Tüten­o­ri­gi­nal“. Dies­mal gibt’s Zwiebel-Sahne-Schnitzel.
Fein­kost­punks

Mohn-Marzipan-Mousse (vege­ta­risch): M&M’s waren ges­tern — M&M&M heißt der neue Nach­tisch. Pas­cal vom Trüf­fel­schwein nimmt Mohn, Mar­zi­pan und Mas­car­pone und mischt es zu einem unver­schämt lecke­ren Mousse zusam­men. Dazu gibt’s im But­ter kara­mel­li­sierte Kür­bis­schei­ben.
Trüffelschwein.ch

 

Meist­ge­klickte Links der Vorwoche

1. Guten Hun­ger? Viele Fra­gen und drei Vor­sätze zum Welt­er­näh­rungs­tag (Schmeckt nach mehr)

2. Blog der Woche: Bar­ba­ras Spiel­wiese (Schmau­s­epost)

3. Rest­los glück­lich — Ess­müll ver­mei­den (wie-einfach)

 

Nach­schlag

Fla­sche leer Um Geld zu spa­ren und die Umwelt zu scho­nen, hat die Stadt Bern ange­ord­net, bei Sit­zun­gen nicht län­ger Fla­schen– son­dern Lei­tungs­was­ser anzu­bie­ten. Auch bei städ­ti­schen Anläs­sen sol­len fortan Karaf­fen mit Lei­tungs­was­ser auf­ge­stellt wer­den. Das frei­lich erzürnt die Mine­ral­was­ser­lobby, die sich als „Opfer einer unsin­ni­gen Kam­pa­gne“ sieht.
Der Bund

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *