Schmausepost vom 8. November

Schman­kerl der Woche

All­jähr­li­che Stern­stunde: „Das ist ein Olym­pia­sieg, Cham­pi­ons Lea­gue, Welt­meis­ter und das ent­schei­dende Tor geschos­sen haben zusam­men.“ Mit die­sen ortho­gra­fisch wack­li­gen Wor­ten soll Chris­tian Jür­gens auf die Nach­richt rea­giert haben, dass sein „Über­fahrt“ am Tegern­see im neuen Michelin-Führer zu den nun­mehr elf deut­schen Drei-Sterne-Restaurants gehört. Dar­über hin­aus gibt es drei neue Zwei-Sterne-Köche und 39 neue Lokale mit ein­fa­cher Wer­tung. Inmit­ten diver­ser Lobes­hym­nen konnte die Schmau­s­epost lei­der (noch) kei­nen aktu­el­len Text ent­de­cken, der sich mit der Sinn­haf­tig­keit des Sterne-Brimboriums beschäftigt.

 

Zahl der Woche

37 Euro kos­tet im Luxus-Hotel „Emi­ra­tes Palace“ in Abu Dhabi ein Kamel-Burger auf Blatt­gold­brot mit Zwie­bel­mar­me­lade und geräu­cher­tem Halloumi-Käse. Die Wüs­ten­schiffe sind der neu­este Trend in den Golf­staa­ten — ob als Kamel-Carpaccio oder als Scho­ko­lade mit Kamel­milch.
Spiegel-Online (Kamel­fleisch)Vis­tano (Kamelmilch)

 

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Schmau­s­epost (Media-Daten)

 

Nach­rich­ten

Fett­steuer auch in Deutsch­land? Mexiko, Däne­mark und Ungarn haben sie ein­ge­führt — nun könnte auch in Deutsch­land eine Son­der­steuer auf beson­ders fett­rei­che und zucker­rei­che Lebens­mit­tel kom­men. Angeb­lich dis­ku­tie­ren Gesund­heits­po­li­ti­ker bei den Koali­ti­ons­ver­hand­lun­gen mög­li­che Modelle.
Han­dels­blattSüd­deut­sche

Neue Lebens­mit­tel­skan­dale: Nach einer ver­däch­tig lan­gen Ruhe­phase sind ver­gan­gene Woche gleich zwei neue Lebens­mit­tel­skan­dale ans Licht gekom­men. Zum einen ruft Deutsch­lands größte Mol­ke­rei Rei­be­käse aus zig Super­märk­ten zurück, der mit Lis­te­rien ver­seucht sein könnte. Zum ande­ren geht es mal wie­der um Gam­mel­fleisch, das ton­nen­weise zu Wurst ver­ar­bei­tet wurde.
Spiegel-Online (Rei­be­käse)FR (Gam­mel­fleisch)Focus (Chro­no­lo­gie der Lebens­mit­tel­skan­dale)Süd­deut­sche (Über­all der glei­che Käse)

EU warnt vor teu­rem Fleisch: Pas­send zu obi­ger Mel­dung — Ach­tung, Iro­nie! — warnt die EU vor einer ver­bind­li­chen Her­kunfts­kenn­zeich­nung bei Fleisch. Denn diese, so lau­tet das alt­be­kannte Argu­ment, würde die Preise trei­ben. Genau das jedoch bezwei­felt im SZ-Kommentar Sil­via Liebrich, die darin ein „Horror-Szenario ohne Grund­la­gen“ sieht.
Welt (EU warnt)Süd­deut­sche (Kommentar)

Stei­gen­der Welt­hun­ger: Der Kli­ma­wan­del könnte Nah­rungs­mit­tel knapp wer­den las­sen. Das geht laut New York Times aus dem Bericht des Inter­na­tio­na­len Kli­ma­rats her­vor, der im März ver­öf­fent­licht wird. Dem­nach droht die glo­bale Agrar­pro­duk­tion pro Jahr­zehnt um zwei Pro­zent zu schrump­fen, wäh­rend die Mensch­heit im glei­chen Zeit­raum bis 2050 um 14 Pro­zent wächst.
Süd­deut­scheNew York Times

 

Lese­ge­schich­ten

„Gault Mil­lau ist eine Krank­heit!“ Zehn Jahre lang hat Roland Trettl im Salz­bur­ger Red-Bull-Restaurant Ika­rus Spit­zen­kö­che aus aller Welt zu Gast gehabt und ihre Menüs nach­ge­kocht. Nun hört der Süd­ti­ro­ler auf und erläu­tert im Standard-Interview nicht nur die Gründe dafür, son­dern macht sich auch Gedan­ken über den Stel­len­wert der öster­rei­chi­schen Küche.
Stan­dard

Che­mie zum Kauen: Da mögen die Minz­blät­ter noch so grün von der Ver­pa­ckung leuch­ten — im End­ef­fekt steckt in fast jedem Kau­gummi ein Gemisch che­mi­scher Zuta­ten, zumeist auf Erdöl-Basis. Den­noch kann das Kauen die Gesund­heit för­dern, schreibt die Süd­deut­sche in ihrer Einkaufstipps-Serie. Außer­dem geht es um die Frage: Ver­klebt ver­schluck­ter Kau­gummi wirk­lich den Magen?
Süd­deut­sche

Krank­haft gesund: Orthor­exia ner­vosa bezeich­net den Zwang, sich gesund ernäh­ren zu müs­sen. Doch gibt es diese Ess­stö­rung wirk­lich oder han­delt es sich nur um eine medi­zi­ni­sche Mode­er­schei­nung? Der BR geht die­sem Phä­no­men nach und stellt fest: „Nach heu­ti­gem Wis­sen­stand nei­gen rund 1 bis 1,6 Pro­zent der Bevöl­ke­rung zur Orthor­exia“.
BR

Trend ohne Tiere: Ist Vega­nis­mus inzwi­schen Main­stream? Der Ver­dacht liegt nahe, wenn sich sogar das Mana­ger Maga­zin dem Thema annimmt und über „Die neue Lust am Ver­zicht“ berich­tet. Mit dabei sind übli­che Ver­däch­tige wie Björn Mosch­in­ski, Attila Hild­mann und Jan Bre­dack — und doch ist der Arti­kel unter­halt­sam und lohnt die Lek­türe.
Mana­ger Magazin

Meer als Acker: 18 der 21 welt­größ­ten Städte lie­gen am Ozean — und viel­leicht fin­det sich genau dort eine Lösung für deren stei­gen­den Nah­rungs­mit­tel­be­darf. Bri­ti­sche Stu­den­ten haben nun ein Sys­tem namens „Sea­leaf“. Dabei han­delt es sich um schwim­mende Gewächs­häu­ser, die an der Küste ins Was­ser gelas­sen wer­den und Regen­was­ser auf­fan­gen sowie die Son­nen­en­er­gie nut­zen.
Wiwo Green

 

Blog­schau

Lukul­li­sche Lobes­hymne: „Ein Glücks­fall für die deut­sche Koch-, Blog-, und Ver­lags­land­schaft“ sei Adriane Bil­les neues Buch „Kuli­na­ri­sche Moment­auf­nah­men — Food­blogs und ihre bes­ten Rezepte“, schreibt ein sicht­lich ange­ta­ner Lutz vom Plötz­blog in sei­ner Rezen­sion. In dem Werk, das zwölf bekannte Food­blog­ger und ihre Gerichte vor­stellt, erkennt er „ein Käst­chen vol­ler Lust, Begeis­te­rung und Liebe für das Ess­bare“.
Plötz­blog (Rezen­sion)Kuli­na­ri­sche Moment­auf­nah­men (Buch)

Retour­kut­sche: Wie in der Schmau­s­epost berich­tet, hält NZZ-Journalist Wolf­gang Fass­ben­der wenig von Food­blog­gern, „die ihre Pri­vat­ko­cher­fah­run­gen in gedruckte Form gie­ßen“. Nun folgt die Replik von Robert von lamia­cu­cina. Er wider­spricht Fass­ben­der und legt ihm als Beweis eine Reihe von Foodblogger-Büchern ans Herz.
lamia­cu­cinaNZZ (Fass­ben­der)

Feine Film­chen: „Ich kann Koch­sen­dun­gen im TV nicht aus­ste­hen.“ Mit die­sen Wor­ten beginnt Jan-Peter Wulf im nomy­blog sein Lob­lied auf „Mun­chies“, das etwas andere kuli­na­ri­schen Video­for­mat des Vice-Magazins. Denn trotz schlech­ter Ton­qua­li­tät und schwa­cher Beleuch­tung gin­gen die vier­tel­stün­di­gen Clips „dort­hin, wo Essen wirk­lich pas­siert“.
nomy­blog

„Lebensmittel-Lügen - Wie die Food-Branche trickst und tarnt“ heißt ein Rat­ge­ber der Ver­brau­cher­zen­trale, der im Sep­tem­ber erschie­nen ist. Eva von Food Vege­ta­risch erlebt bei der Lek­türe eine Reihe von Aha-Momenten und spart in ihrer Rezen­sion nicht mir Lob für das Buch.
Food Vege­ta­risch

 

Rezepte der Woche

Pome­losa­lat mit Räu­cher­sai­b­ling: Zwar ist die Zube­rei­tungs­zeit etwas geschönt — die ange­ge­be­nen 30 Minu­ten habe sie allein mit dem Schä­len der Pomelo zuge­bracht, schreibt Susi von Prost­mahl­zeit. Dafür könne sich das Rezepte für den Pome­losa­lat mit Räu­cher­sai­b­ling aus dem Koch­buch „Citrus“ durch­aus sehen las­sen.
Prost­mahl­zeit

Top­fen­knö­del mit Scho­ko­la­den­fül­lung und Apfel-Ofen-Kompott (vege­ta­risch): Ideal für kalte Herbst­abende und zum Ver­wer­ten rest­li­cher Äpfel. Kers­tin von „my coo­king love affair“, ver­passt ihren Top­fen­knö­deln einen Nou­gat­kern und ser­viert sie mit einem Apfel­kom­pott aus dem Back­ofen.
my coo­king love affair

 

Meist­ge­klickte Links der Vorwoche

1. Info­gra­fik — So viele Tiere ver­brau­chen wir (Zeit)

2. Yam nua makua: Thai­län­di­scher Rind­fleisch­sa­lat (Ger­man Abend­brot)

3. Und Pom­mes sind Gemüse (Koch­zei­len)

 

Nach­schlag

Bacon­gate Ein Ent­hül­lungs­coup son­der­glei­chen ist der renom­mier­ten Tages­zei­tung Augs­bur­ger All­ge­mei­nen gelun­gen: Auf ihrer Web­seite berich­tet sie von zwei Män­nern, die in einem Neu-Ulmer Super­markt Schin­ken essen — ohne ihn zu kau­fen! Wel­che dra­ko­ni­sche Strafe dem Die­bes­duo nun droht, steht in dem durch­weg span­nen­den und lesens­wer­ten Arti­kel.
Augs­bur­ger Allgemeine

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