Schmausepost vom 13. Dezember

Schman­kerl der Woche

Süßes Ver­der­ben: Wir mögen Salz. Wir mögen Fett. Und wir mögen vor allem Zucker. Was wir nicht mögen: bit­ter, sauer und herb. Also haben Bau­ern über Gene­ra­tio­nen hin­weg durch Selek­tion beson­ders bit­tere Pflan­zen aus­sor­tiert. Die Folge: Unser Gemüse wurde süßer — aber in vie­len Fäl­len auch wert­lo­ser. „Wir züch­ten den Nähr­wert aus dem Essen“, zitiert das SZ-Magazin die Buch­au­to­rin Jo Robin­son. Jedoch gibt es auch erste Ansätze einer Gegen­be­we­gung.
SZ-Magazin

 

Zahl der Woche

1843, genauer gesagt vom 11. Dezem­ber 1843 stammt eines der ältes­ten Glüh­wein­re­zepte Deutsch­lands. Es sah für eine Kanne Wein (ca. 1 Liter) vier Loth (ein Loth ent­spricht ca. 60 Gramm) Zimt, zwei Loth Ing­wer, ein Loth Anis, ein Loth Gra­nat­ap­fel, ein Loth Mus­kat­nüsse, ein Loth Kar­da­mom sowie ein Gran (ca. 60 Mil­li­gramm) Safran vor. Dazu kamen Zucker oder Honig zum Süßen. Ein moder­ne­res — und weit­aus bekömm­li­che­res — Rezept lie­fert Uwe bei High Foo­da­lity.
Focus (Glühwein-Historie)High Foo­da­lity (Glühwein-Rezept)

 

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Weih­nachts­ak­tion: Ver­schen­ken Sie ein signier­tes Exem­plar von Patrik Stäblers kuli­na­ri­schem Rei­se­be­richt „Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten“ — ver­sand­kos­ten­frei in ganz Deutsch­land.
(Hin­weis: Der Autor ist Her­aus­ge­ber der Schmau­s­epost)

Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten (Weihnachtsaktion)

 

Nach­rich­ten

Gesund ist teuer: Ist unge­sun­des Essen bil­li­ger? Die­sem Vor­ur­teil sind For­scher der Harvard-Universität in einer Meta­ana­lyse von 27 Stu­dien nach­ge­gan­gen. Ihr Ergeb­nis: Wer statt zu Tief­kühl­piz­zen und Fer­tig­pro­duk­ten zu fri­schem Obst, Gemüse und Fisch greift, der zahlt mehr — rund einen Euro pro Tag. Pas­send dazu fragt die MDR-Umschau: Wie (un)gesund ist Fast Food?
Süd­deut­sche (Stu­die)wissenschaft.de (Stu­die)MDR (Fast Food)

Gesund ist chic: Nun also auch Al Gore: Der Klima-Papst und Ex-Politiker hat ver­ra­ten, dass er sich seit eini­gen Mona­ten vegan ernährt — ebenso wie der eins­tige Junk-Food-Fan Bill Clin­ton. Auch die Oba­mas zele­brie­ren gutes Essen, unter ande­rem in ihrem eige­nen Food­blog, und Mil­li­ar­där Bill Gates inves­tiert kräf­tig in das Thema „Beyond Meat“, also die Frage, wie Fleisch durch andere Pro­dukte ersetzt wer­den kann.
heise.de

Gesund ist anders: Welt­weit steigt der Fleisch­kon­sum — das mel­den fran­zö­si­sche For­scher. Wäh­rend in vie­len euro­päi­schen Län­dern der Ver­brauch zurück­geht, legt die Nach­frage vor allem in China und Indien rasant zu. Inter­es­sant: Die For­scher erar­bei­ten zudem eine glo­ba­len Nah­rungs­kette, und hier ran­giert der Mensch auf einer Stufe mit dem Schwein — und mit Ancho­vis.
Wiwo Green

Gesund ist strit­tig: Neues von Food­watch: Die Orga­ni­sa­tion wirft Lebens­mit­tel­her­stel­lern vor, „Gesund­heits­schwin­del“ auf ihren Ver­pa­ckun­gen zu betrei­ben, weil diese „Ener­gie für den Tag“ oder „für Ihr Wohl­be­fin­den“ ver­spre­chen. Im Blog Filet­spit­zen kon­tert die Bun­des­ver­ei­ni­gung der Deut­schen Ernäh­rungs­in­dus­trie unter dem Titel: „Wir bas­teln uns eine Angstindustrie-Phrasenmaschine“.
Food­watchSpiegel-OnlineFilet­spit­zen

 

Lese­ge­schich­ten

In China veri­tas: China macht in Wein — und will den welt­wei­ten Markt für Reben­saft erobern. Autor Man­fred Kli­mek hat sich für „brand eins“ den Wein der Wei­sen aus Fern­ost vor­ge­nom­men — und trinkt auf ex. Eine höchst unter­halt­same Geschichte über Eska­pis­mus mit­tels Alko­hol, Gesichts­ver­lust und Trink­sprü­chen.
brand eins

Früh übt sich: Fast Food und Zucker­ge­tränke sind nichts für Kin­der — doch glei­ches gilt auch für eine strikt vegane Ernäh­rung, sagt der Kin­der­arzt Bert­hold Koletzko im Inter­view. Außer­dem geht er auf den Zusam­men­hang von Essen und Bil­dung ein und kon­sta­tiert: „Aka­de­mi­ker sind oft Über­zeu­gungs­tä­ter.„
Süd­deut­sche

Gemein­sam isst man stark: Der Macht des gemein­sa­men Mahls geht die „Zeit“ in einem lesens­wer­ten Bei­trag nach. Dem­nach habe das Essen in trau­ter Runde die Welt­ge­schichte beein­flusst — vom kuli­na­ri­schen Ren­dez­vous Papst Gre­gors VII. mit König Hein­rich IV. bis zum Seezungen-Schmaus mit Ade­nauer und de Gaulle. Zudem bestimmt die Frage, mit wem wir am Tisch sit­zen, was wir essen, und wie viel.
Zeit

Öko-Kehrtwende: Hans Hin­rich Hatje war einer der Ökopio­niere in Deutsch­land. 21 Jahre lang hat er seine 170 Hektar in Schleswig-Holstein nach stren­gen Bioland-Richtlinien beackert — bis zum Herbst 2012. Da kehrte er Bio den Rücken und zurück zur kon­ven­tio­nel­len Land­wirt­schaft, so wie mehr als 600 deut­sche Bau­ern pro Jahr. Warum? Ein Erklä­rungs­ver­such in sie­ben Punk­ten.
brand eins

 

Blog­schau

Hel­fer­lein in der Küche: Guido von „Kochen mit But­ter“ setzt seine beliebte Rat­ge­ber­se­rie fort und wid­met sich dies­mal alter­na­ti­ven Ret­tern, wenn man mit­ten beim Backen merkt, dass etwas fehlt. So kann Eischnee mit­un­ter das Back­pul­ver erset­zen — oder ein Gefrier­beu­tel die Spritz­tüte.
Kochen mit Butter

Lese­schmaus zum Fest: Kurz vor Weih­nach­ten blickt Valentinas-Kochbuch zurück — und über den übli­chen Kochbuch-Tellerrand hin­aus. Zum einen geht es um die bes­ten Bücher für Kin­der, „zum Backen, Lesen und Bas­teln“. Zum ande­ren stellt Katha­rina Höhnk ihre Lieb­linge des Jah­res 2013 in Sachen „kuli­na­ri­sche Bel­le­tris­tik, Comics und mehr“ vor.
Valen­ti­nas (Kin­der)Valen­ti­nas (Belletristik)

Amore mio: Ita­lie­ni­sche Koch­bü­cher las­sen Chris­tian Sei­ler kalt. Eigent­lich. Doch dann bekommt er das 1876 Gramm schwere „La Cucina. Die ori­gi­nale Küche Ita­li­ens“ in die Hände und ist begeis­tert. Das 950-Seiten-Werk, das von der Acca­de­mia Ita­liana della Cucina her­aus­ge­ge­ben wird, ent­halte „eine Lawine an Infor­ma­tio­nen, von der man sich gerne begra­ben lässt“.
Das Maga­zin

Gut gekaut ist halb ver­daut: Dem Wort­sinn von Slow Food nimmt sich Chris­tof auf sei­nem Blog „Ein­fach bewusst“ an. Er zählt sechs Gründe auf, warum man lang­sam essen sollte — und ein Dut­zend Tipps, wie man lernt, lang­sam zu essen.
Ein­fach bewusst

 

Rezepte der Woche

Chili con Carne 2.0: „Scharf, wür­zig und def­tig — aber nicht so über­trie­ben, dass man es nicht genie­ßen kann“ — so beschreibt Maja von „Moey’s Kit­chen“ ihr rund­er­neu­er­tes Rezept für Chili con Carne. Lange habe sie daran getüf­telt und sich schließ­lich für eine Kom­bi­na­tion von Ancho-Chilis, einer getrock­ne­ten Pepe­ron­cino und reich­lich gemah­le­nem Kreuz­küm­mel ent­schie­den — sowie 25 Gramm Zart­bit­ter­scho­ko­lade.
Moey’s Kit­chen

Panier­ter Emmen­ta­ler mit Birnen-Salat (vege­ta­risch): Statt zum all­ge­gen­wär­ti­gen Camem­bert greift Johan­nes von „Stutt­gart Coo­king“ zum All­gäuer Emmen­ta­ler und ser­viert ihn paniert — mit Acker-Birnen-Salat und Prei­sel­bee­ren.
Stutt­gart Cooking

 

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Meist­ge­klickte Links der Vorwoche

1. Tipps zum Plätz­chen backen (Kochen mit But­ter)

2. Jedem Tier sei­nen Namen (NZZ)

3. Güns­tige Bur­ger aus dem Dis­coun­ter? Ein Selbst­ver­such (Feuer, Glut und Herz­blut)

 

Nach­schlag

Im Schla­raf­fen­dorf Das Dorf zählt 160 Häu­ser, hat einen Bahn­hof, ein Hotel, eine Feu­er­wehr — und ist kom­plett aus Leb­ku­chen. In New York hat ein Koch das welt­größte Leb­ku­chen­dorf gebaut mit einem Gesamt­ge­wicht von rund 1,5 Ton­nen. Nun lockt die süße Sied­lung täg­lich rund 1.000 Besu­cher an.
Süd­deut­sche

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