Schmausepost vom 31. Januar

Schman­kerl der Woche

Kuli­na­ri­scher #Auf­schrei: Die Bekeh­rungs­ver­su­che von ernäh­rungs­be­wuss­ten Food­blog­gern gehen Suse der­art auf den Keks, dass sie bei hun­der­tacht­ziggrad° zum Rund­um­schlag ansetzt. Bewuss­tes Essen habe sich für viele zur Ersatz­re­li­gion ent­wi­ckelt, deren größ­ter Feh­ler es sei, „dass sie wie alle Reli­gio­nen die eigene Maxime als allei­nig rich­tige und ret­tende ansieht“. Wer wolle, „dass die ganze Mensch­heit ernährt wird, aber kein Tier dabei ster­ben muss, kein Ökosys­tem zer­stört wird, kei­nem Lebe­we­sen seine Nah­rungs– und Lebens­grund­lage genom­men wird, und die Natur intakt und unbe­rührt bleibt“, dem rät sie: „Träumt wei­ter.„
hun­der­tacht­ziggrad°

 

Zahl der Woche

25 mal mehr Lebe­we­sen ster­ben beim Anbau von Getreide als bei ver­nünf­ti­ger Tier­hal­tung. Diese Behaup­tung hat dem Blog­ger Felix zig wütende Kom­men­tare ein­ge­bracht. Nun gibt ihm Jan vom Jetzt-Magazin Recht und sti­chelt: „Vege­ta­rier sind auch Mör­der“. Die aber­ma­lige Retour­kut­sche kommt von Kath­rin, die der­lei Argu­mente als „Spitzen-Schmarrn“ abtut.
Urgeschmack.de (Felix)Jetzt.deEnde der Mär­chen­stunde (Kathrin)

 

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Nach­rich­ten

Pro­mi­nen­ter Plei­tier: Mit sei­nen Union-Jack-Pubs wollte Jamie Oli­ver die Bri­ten auf den Geschmack von tra­di­tio­nel­ler eng­li­scher Haus­manns­kost brin­gen. Nun aber muss der Promi-Koch meh­rere der Nostalgie-Restaurants schlie­ßen. Die Gerichte kamen beim Publi­kum nicht gut an und waren ver­gleichs­weise teuer.
Der Bund

Per­ver­ser Preis­kampf: Auch wenn es in der Ernäh­rungs­de­batte oft um Bio und Regio­na­li­tät geht — die meis­ten Deut­schen kau­fen wei­ter bevor­zugt bei Dis­coun­tern. Sie stei­ger­ten ihren Markt­an­teil 2013 auf den Rekord­wert von 44 Pro­zent. Zu kämp­fen hat dabei der eins­tige Platz­hirsch Aldi, der nun mit Preis­sen­kun­gen zum Angriff bläst. Für viele Bau­ern könne das fatale Fol­gen haben, warnt Jost Mau­rin im taz-Kommentar.
Tages­spie­geltaz (Kom­men­tar)

Süßer Schwin­del: Ver­schie­dene Zucker­ar­ten, Süß­stoffe, Zucker­aus­tausch­stoffe — beim Thema Süß­ma­cher blickt kaum mehr ein Ver­brau­cher durch. Aus die­sem Grund hat die Ver­brau­cher­zen­trale Bay­ern eine neue App vor­ge­stellt. Mit ihr soll sich der Kunde im Super­markt über Inhalts­stoffe und ver­steckte Zucker­quel­len infor­mie­ren.
food-monitorVer­brau­cher­zen­trale

Ver­un­si­cherte Ver­brau­cher: Fri­sche (88%) vor Qua­li­tät (66%) und Preis (55%) — dar­auf ach­ten die Deut­schen bei Lebens­mit­teln. Laut einer Stu­die des Waren­prüf­kon­zerns SGS regiert im Super­markt jedoch die Skep­sis: Drei Vier­tel der Befrag­ten geben an, dass sie sich beim Ein­kauf unsi­cher füh­len.
aid

Düm­peln­der Durst: Deutsch­land einig Bier­trin­ker­land? Die­ses Vor­ur­teil hat lang­sam aber sicher aus­ge­dient. So ist der Bier­ab­satz 2013 im sieb­ten Jahr in Folge zurück­ge­gan­gen. Ein Grund sei das maue Wet­ter gewe­sen, heißt es von­sei­ten der Indus­trie. Jörn Kabisch hin­ge­gen macht in der taz vor allem die alternde Gesell­schaft sowie ver­än­derte Kon­sum­ge­wohn­hei­ten für den feh­len­den Bier­durst ver­ant­wort­lich.
Süd­deut­schetaz

 

Lese­ge­schich­ten

Essen wie gedruckt: Soge­nannte 3D-Fooddrucker geis­tern seit Mona­ten durch die Medien. Ob Scho­ko­lade oder Spa­ghetti — in naher Zukunft sol­len sol­che Geräte das Lieb­lings­es­sen bequem zu Hause aus­dru­cken. Wie das aus­sieht, zeigt nun ein schi­cker Bei­trag der neuen Nach­rich­ten­seite Wat­son. Zudem stellt die Wirt­schafts­wo­che 3D-Fooddrucker in einer Bil­der­ga­le­rie vor.
Wat­sonWirt­schafts­wo­che

Essen wie geschmiert: Ein Lob­lied auf die But­ter singt Ursula Hein­zel­mann. Es gebe nur ein Pro­blem: „Neun­zig Pro­zent des­sen, was hier­zu­lande unter der Bezeich­nung But­ter im Regal liegt, […] zieht mein Mes­ser kei­nes­falls wie magisch immer wie­der zu sich hin.“ Warum das so ist, beschreibt Hein­zel­mann im Effilee-Magazin.
Effi­lee

Bohne statt Kuh: Der Ruf der Milch hat zuletzt gelit­ten; immer mehr Men­schen machen sie und ihre Fol­ge­pro­dukte für kör­per­li­che Beschwer­den ver­ant­wort­lich. Ent­spre­chend boomt der Markt mit Sojadrinks und Soja­pro­duk­ten. Doch dabei werde oft über­se­hen, dass die Soja­bohne eben­falls hef­tige Neben­wir­kun­gen haben kann, schreibt Berit Uhl­mann in ihrer Ein­kaufs­rat­ge­ber­se­rie.
Süd­deut­sche

Gelbe Welt: Tafel­senf mit­tel­scharf oder scharf, süßer Senf in Bay­ern und ab und zu ein Gläs­chen Dijon-Senf — so sah der Senf­ver­brauch der Deut­schen jahr­zehn­te­lang aus. Nun aber folgt die gelbe Paste ande­ren Pro­duk­ten wie Ölen oder Sal­zen und kommt in aller­lei Mischun­gen und Geschmä­ckern als Gourmet-Senf schwer in Mode. Zu Recht, fin­det Lars Reichardt in sei­nem Arti­kel „Gelb regiert die Welt“.
SZ-Magazin

Begehrte Boxen: Bio­kis­ten lie­gen im Trend — und das genau ist das Pro­blem vie­ler Öko-Lieferdienste. Denn einem FAZ-Artikel zufolge ste­hen viele Anbie­ter vor dem schwie­ri­gen Spa­gat zwi­schen Idea­lis­mus und Kun­den­wün­schen. Aus etli­chen Ein­mann­be­trie­ben seien inzwi­schen Ver­sand­händ­ler mit einer aus­ge­klü­gel­ten Logis­tik und einer brei­ten Pro­dukt­pa­lette gewor­den.
FAZ

Kein Wel­t­en­ret­ter: Das Ver­trauen der Men­schen in die Lebens­mit­tel­in­dus­trie wie­der her­stel­len — mit die­sem Ziel ist Chris­toph Min­hoff vor gut einem Jahr als Geschäfts­füh­rer der Spit­zen­ver­bände der deut­schen Ernäh­rungs­wirt­schaft ange­tre­ten. Im Inter­view erklärt der Ex-Journalist nun, wie weit er auf sei­nem Weg gekom­men ist und warum er auf dem Blog Filet­spit­zen gegen Ver­brau­cher­or­ga­ni­sa­tio­nen aus­teilt. Außer­dem wehrt er sich gegen Kri­ti­ker, denn: „Wir kön­nen nicht die Welt ret­ten.„
Spiegel-Online (Inter­view), Filet­spit­zen

 

Blog­schau

Essen im Netz: Die Ernäh­rungs­platt­form EatS­mar­ter setzt auf Blogs. Unter ande­rem nimmt TV-Koch Chris­tian Rach Lebens­mit­tel aus dem Super­markt unter die Lupe, Isa­belle Phil­ippi gibt Küchen­tipps, Katha­rina Bor­ger­ding wid­met sich dem Vege­ta­ris­mus, und Lea Lüde­mann stellt ihre kuli­na­ri­schen Ent­de­ckun­gen in Food­blogs vor.
EatS­mar­ter - Rach-BlogKüchentipps-BlogVegetarier-BlogFoodblogs-Blog

Herr der Pres­sen: Blutente ist ein ebenso legen­dä­res wie umstrit­te­nes Gericht. Das Tier wird dabei erstickt und unmit­tel­bar danach ser­viert. Für die Soße braucht es eine soge­nannte Enten­presse, ein ebenso fili­gra­nes wie teu­res Küchen­ge­rät. Die meis­ten die­ser Enten­pres­sen besitzt Albert Meil­haus, dem Sabine Ruh­land für die Food­hun­ter einen Besuch abstat­tet.
Food­hun­terWiki­pe­dia (Blutente)

Künf­tig im Rohr: „Hilfe! Der S’monut kommt!“ So beti­telt Sabrina von „Zimt­zau­ber & Zucker­ne­bel“ ihren Bei­trag über die Back­trends 2014. Darin ver­rät sie, was sich hin­ter dem Apostroph-Wort ver­birgt, und auf was sich Hobby-Bäcker in die­sem Jahr sonst noch freuen kön­nen.
Zimt­zau­ber & Zucker­ne­bel

Süße Aus­sich­ten: Nach­hal­tige Scho­ko­lade, Func­tio­nal Food, Pra­li­nen mit Bier und Pop­corn in ver­schie­de­nen Geschmacks­rich­tun­gen — das sind einige Trends, die der Metro-Blog auf der Süß­wa­ren­messe in Köln ent­deckt.
Metro-Blog

Den Magen umdre­hen: Cath­rin von Ber­lin Tid­bits bekommt Besuch vom Haus­schlach­ter, der ihre zwei Schafe tötet und zer­legt. Aus deren Magen macht sie Hag­gis — die schot­ti­sche Vari­ante des Pfäl­zer Sau­ma­gens. Wie sie das anstellt, und wie das Ergeb­nis schmeckt, ver­rät sie in ihrem lesens­wer­ten Blog­ein­trag.
Ber­lin Tidbits

 

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TRY FOODS

 

Rezepte der Woche

Selch­fleisch­knö­del mit Apfel­sauer­kraut: Auf dem Weg in Deutsch­lands Süden wird irgendwo hin­ter dem Weiß­wurst­äqua­tor das Rauch­fleisch zum Selch­fleisch — und heißt so bis nach Öster­reich. Dort mischt es Jür­gen vom Wie­ner Food­blog Gold­schwarz mit Sem­mel­wür­feln und zau­bert dar­aus Selch­fleisch­knö­del, die er mit Apfel­sauer­kraut ser­viert.
Gold­schwarz

Qui­noa mit Rote Bete in Bana­nen­soße (vege­ta­risch): Nach den ers­ten Bis­sen habe er noch über­le­gen müs­sen, ob der Geschmack nun gut oder nur selt­sam sei, schreibt Arne von „The Vege­ta­rian Dia­ries“ über die Kom­bi­na­tion von Qui­noa mit Rote Bete in einer fruchtig-süßen Bana­nen­soße. Im Ver­lauf des Essens ten­diert er dann aber zu Ers­te­rem und gibt daher eine klare Emp­feh­lung zum Nach­ko­chen.
The Vege­ta­rian Diaries

 

Meist­ge­klickte Links der Vorwoche

1. Food­fo­to­gra­fie heute — ein Bild­be­trach­tungs­ge­motze (Vor­spei­sen­platte)

2. Beruf Food­sty­list — Bitte recht appe­tit­lich! (Spiegel-Online)

3. 20 Euro — eine Woche — wie viel Bio & Nach­hal­tig­keit sind mög­lich (Wo geht’s zum Gemü­se­re­gal)

 

Nach­schlag

Kuli­na­ri­scher Voy­eu­ris­mus: Essen und dabei Geld ver­die­nen — die­sen Traum lebt Park Sun-young. Die Süd­ko­rea­ne­rin betreibt Online-Dining, d.h. sie filmt sich bei Mahl­zei­ten, stre­amt die Videos im Netz und kas­siert dafür bis zu 7.000 Euro im Monat. Angeb­lich gibt es in Süd­ko­rea inzwi­schen meh­rere tau­send Men­schen, die eine Online-Dining-Seite betrei­ben.
20 Minu­ten (mit Video)

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