Schmausepost vom 27. Juni 2014

Schman­kerl der Woche

Welt­meis­ter­li­cher Mas­hup: Zum drit­ten WM-Gruppenspiel Deutsch­land gegen USA gibt’s einen Hot­dog mit Frank­fur­ter Würst­chen, zum Duell Ita­lien vs. Uru­guay ein Tira­misu mit Dulce de Leche, und zum Spiel der Grie­chen gegen Japan grie­chi­sche Sushi: Der Food­blog Riva­len­schmaus lässt die jewei­li­gen Kon­tra­hen­ten bei der Fußball-WM kuli­na­risch ver­schmel­zen — lesens­wert, sehens­wert, nach­ko­chens­wert.
Riva­len­schmaus

 

Zahl der Woche

100 Tage lang dau­ert die Man­go­sai­son in Indien — und ins die­sen 14 Wochen setzt dort ein ähnli­cher Hype ein wie bei uns wäh­rend der Spar­gel­zeit. Eif­rig dis­ku­tie­ren die Inder, wel­che der 50 Sor­ten die schmack­haf­teste ist und wie man die Früchte am bes­ten ver­ar­bei­tet.
Spie­gel

 

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Abschal­ten, Ent­schleu­ni­gen, Genie­ßen: Schal­ten Sie ab vom All­tag und ver­brin­gen Sie ein relax­tes Wochen­ende auf dem Ross­ba­cher Hof — einem wah­ren Kleinod im Lun­gau auf 1270 Metern. Mit der bekann­ten Brot­back­ex­per­tin Eva Maria Lipp wer­den Sie Brot und Klein­ge­bä­cke im Holz­back­ofen zube­rei­ten, gemein­sam genie­ßen, über Brot und die Welt plau­dern und ein paar ruhige, unver­gess­li­che Tage ver­brin­gen. Früh­bu­cher­bo­nus bis 4. Juli um 24 Uhr!
Edi­tion Esspapier

 

Nach­rich­ten

Warum rie­chen Lebens­mit­tel? Die­ser Frage sind For­scher der TU Mün­chen nach­ge­gan­gen. Ihr über­ra­schen­des Ergeb­nis: Von den mehr als 10.000 flüch­ti­gen Stof­fen prä­gen gerade mal 230 das Aroma der häu­figs­ten Lebens­mit­tel. Mehr noch: Für den indi­vi­du­el­len Geruchs­code sind jeweils nur drei bis 40 die­ser Schlüs­selaro­men ver­ant­wort­lich.
Pro­cess

Gereift oder geschwärzt? Natür­lich gereifte Oli­ven sind oft aro­ma­ti­scher als ihre geschwärzte Kol­le­gen. Zu die­sem Schluss kommt die Stif­tung Waren­test, die beide Vari­an­ten unter­sucht. Dem­nach haben unreif geern­tete und dann geschwärzte Oli­ven nicht unbe­dingt eine schlech­tere Qua­li­tät als natür­lich am Baum gereifte. Doch in puncto Aroma und Härte stel­len die Tes­ter Unter­schiede fest.
FocusWN/dpa

Gourmet-Treffen: Zürich gilt als Ban­ken­me­tro­pole — doch dabei wird die kuli­na­ri­sche Seite der Stadt gerne über­se­hen. Dabei hat der Guide Miche­lin dort ein Restau­rant mit zwei Ster­nen und sechs Lokale mit einem Stern deko­riert. Diese Edel-Etablissements sowie die Luxus­ho­tels ste­hen im Zen­trum des fünf­tä­gi­gen Il-Tavolo-Festivals, das bis zum 29. Juni Gour­mets aus aller Welt nach Zürich lockt.
Spie­gel

Echte Ein­bli­cke: Das Leben auf dem Bau­ern­hof hat wenig von Landlust-Romantik. Das zei­gen zwei Doku­men­tar­filme, die nun in die Kinos kom­men. Matti Bau­ers „Still“ und Tobias Mül­lers „Sau­acker“ por­trä­tie­ren zwei Bau­ern­fa­mi­lien in der baye­ri­schen und schwä­bi­schen Pro­vinz.
ZeitSpie­gel (Sau­acker)StillSau­acker

 

Lese­ge­schich­ten

Kuli­na­ri­sche Deutsch­land­reise: Das Maga­zin Fal­staff schickt seine Schrei­ber­linge durchs Land, um sie­ben ein­hei­mi­sche Restau­rants zu besu­chen. Her­aus­ge­kom­men ist ein lesens­wer­ter Gour­met­guide mit Sta­tio­nen unter ande­rem in Frank­furt (Emma Metz­ler), Ham­burg (Sabai) und Mün­chen (Klein­schme­cker).
Fal­staff

Süßer Ver­such: Wer von Nuss-Nougat-Creme spricht, meint in der Regel Nutella — dabei ste­hen im Super­markt­re­gal zig wei­tere Pro­dukte. Die FAZ macht nun den gro­ßen Test und ver­kos­tet 20 Nutella-Alternativen, Kilo­preis drei bis 50 Euro. Der­weil expe­ri­men­tiert die Her­zens­kö­chin, wel­che haus­ge­machte Rezep­tur dem Nutella-Geschmack am nächs­ten kommt.
FAZHer­zens­kö­chin

Essen auf Rädern: Food Trucks erobern Deutsch­land, schreibt EatS­mar­ter und stellt bei­spiel­haft „The Big Balmy“ aus Ham­burg vor. Und Jan vom Nomy­blog ver­weist auf den „Nürn­ber­ger Food Truck Roun­dup“ am Sams­tag, wo sich 19 Wagen aus der Region ange­kün­digt haben.
EatS­mar­ter (Ham­burg)Nomy­blog (Nürn­berg)Face­book (Food Trucks Deutschland)

Sau­mä­ßig im Trend: Was pas­siert mit unse­rem Fleisch, wenn Schlach­ten nicht mehr cool ist? Diese Frage stellt sich Cara, selbst Köchin und Enke­lin eines Metz­gers. Sie kon­sta­tiert, dass (in den USA) Flei­scher wie Rock­stars behan­delt wer­den und der „Coolness-Faktor des Schlach­tens“ ins Uner­mess­li­che gestie­gen ist.
Vice-Munchies

 

Blog­schau

Tod durch Billig-Brot: Die Netz­frauen stei­gen hinab in die Untie­fen von Aus­zugs­mehl, 200 zuge­las­se­nen Zusatz­stof­fen und 9-Cent-Brötchen bei Aldi und Co. Ihre Sorge: „Billig-Brote fres­sen Bäcker auf.“ Immer­hin erken­nen sie inmit­ten des Bäcke­reis­ter­bens einen Sil­ber­strei­fen am Hori­zont: die auf­kei­mende Slow-Baker-Bewegung.
Netz­frauenNetzfrauen-Facebook (Dis­kus­sion)

Som­mer, Sonne, Kak­tus: Som­mer­zeit ist Pick­nick­zeit, Grill­zeit, Bal­kon­zeit — und die pas­sende Rezepte fin­det man der­zeit gleich an drei Stel­len. Julia sam­melt bei Ger­man Abend­brot „Kar­tof­fel­sa­late aus allen Him­mels­rich­tun­gen“, Sabine von „Schmeckt nach mehr“ macht fürs erste Strand­pick­nick Köfte mit Erbsen-Bohnen-Salat, und Ste­van saust bei Nut­ri­cu­li­nary durch den Som­mer mit Grill-Tipps und Balkonien-Rezepten.
Ger­man Abend­brot (Kar­tof­fel­sa­late)Schmeckt nach mehr (Strand­pick­nick), Nut­ri­cu­li­nary (Angril­len & Bal­ko­nien)

Weis­heit der Wurst: „Haupt­sa­che Bio und dann wird das schon irgend­wie gut sein“ — diese Ein­stel­lung greife zu kurz, sagt Slow-Food-Aktivist Hen­drik Haase alias Wurst­sack im Inter­view. „Es muss auch gut schme­cken und gut ver­ar­bei­tet sein.“ Zudem spricht er über seine beson­dere Bezie­hung zur Ahlen Wurscht und über die Agrar­in­dus­trie.
Chefkoch.de

Food­sty­ling 2.0: Im Netz tum­meln immer mehr Food­blog­ger und immer mehr Rezepte. Nur einen Haken gibt es, schreibt Daniela bei Sie­ben­ki­lo­pa­ket: „Diese Rezepte fin­det man zu sel­ten.“ Des­halb rät sie zu SEO, also Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung. Anhand einer prima Prä­sen­ta­tion erklärt die Exper­tin, wie Food­blog­ger ihre Rezepte für Google & Co. auf­be­rei­ten soll­ten.
Sie­ben­ki­lo­pa­ket

 

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Pro­bie­ren und stu­die­ren -  nach die­ser Devise stellt Jörn Gutow­ski die Pro­bier­sets von TRY FOODS zusam­men. Sie zei­gen auf, wie groß die Geschmacks­viel­falt bei Oli­ven­ölen, Scho­ko­lade oder Kaf­fee ist — und lie­fern umfas­sende Infor­ma­tio­nen zu dem jewei­li­gen Lebens­mit­tel. Die Idee zu TRY FOODS sei ihm bei der Geschenk­su­che gekom­men, ver­rät Gutow­ski im Schmausepost-Interview. Und: „Schuld war der Whisky.„
Schmau­s­epost (Inter­view)TRY FOODS

 

Rezepte der Woche

Erb­sen­suppe mit Speck­knö­deln: Rha­bar­ber, Spar­gel, Erd­bee­ren — mit Start­schuss der jewei­li­gen Sai­son schie­ßen in der Food­blo­go­sphäre mehr Rezepte aus dem Boden als der­zeit sinn­freie WM-Fanartikel im Super­markt­re­gal ste­hen. Über­se­hen wer­den dabei andere Gemü­se­sor­ten — etwa Erb­sen. Pas­send zu deren Sai­son­start lie­fert „Anna packt’s an“ viel Hin­ter­grund­wis­sen und ein Rezept für Erb­sen­suppe mit Speck­knö­deln.
Anna packt’s an

Erdbeer-Holunderblüten-Tiramisu (vege­ta­risch): Eine neue Vari­ante des wohl belieb­tes­ten italo-deutschen Des­serts stellt Fräu­lein Ella vor: ein Erdbeer-Holunderblüten-Tiramisu. Neben den namens­ge­ben­den Zuta­ten kom­men Mas­car­pone, Sahne, Frisch­käse und Löf­fel­bis­cuits mit hin­ein.
Fräu­lein Ella

 

Meist­ge­klickte Links der Vorwoche

1. Wir wol­len alles light und ver­süßt (Cicero)

2. Som­mer im Bier­gar­ten — Selbst­ver­pfle­gung erlaubt (Fein­schme­cker)

3. DFB-Koch: „Welt­meis­tern schme­cken auch Dosen-Ravioli“ (FAZ)

 

Nach­schlag

Ball schlägt Bewusst­sein: In Zei­ten der Fußball-WM haben Pizza, Chips und Bier Hoch­kon­junk­tur, bemerkt Jörn Kabisch im Super­markt. „Und das nicht nur, weil sich noch eine Mut­ter mit einem gan­zen Sta­pel Mar­ghe­ri­tas vor der Brust wie Pepe vor mich grätschte, als ich meine Ein­käufe aufs Band legte.“ Auch er selbst greift der­zeit zu Junk­food — und nutzt die WM-Chance, um Über­bleib­sel aus der Vor­rats­kam­mer zu ver­nich­ten.
Frei­tag

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