Schlagwort-Archiv: bushcooks kitchen

Schmausepost vom 17. Mai

Schman­kerl der Woche

Feu­ern statt füt­tern: Sie sind Vege­ta­rier im Geiste, kau­fen regio­nal und bio, lesen Jona­than Safran Foer oder Michael Pol­lan — und sie jagen ihr eige­nes Fleisch, auch im New Yor­ker Cen­tral Park. NZZ-Autorin Carole Koch hat die „Jäger des ver­lo­re­nen Spat­zes“ auf ihrer Jagd nach Tau­ben, Enten und Eich­hörn­chen beglei­tet. Ihre Repor­tage ist ebenso lang wie lesens­wert (Lese­zeit ca. 10 Minu­ten).
NZZ

Zahl der Woche

9 Pro­zent aller in Deutsch­land gekauf­ter Eier sind bio, aber nur 0,5 Pro­zent des Geflü­gel­fleischs. In sei­ner Reihe „Statistik-Schnäppchen“ nimmt der Super­markt­blog die Bio-Liebe der Deut­schen unter die Lupe — und nennt erstaun­li­che Zah­len.
Super­markt­blog


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Kuli­na­ri­sche Lesung: Patrik Stäbler ist drei Monate lang per Anhal­ter durch Deutsch­land gereist und hat sich auf die Suche gemacht nach lan­des­ty­pi­schen, regio­na­len Gerich­ten. Über seine kuli­na­ri­schen und kul­tu­rel­len Erleb­nisse hat der Jour­na­list ein Buch geschrie­ben: „Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten“. Nun lädt er am 2. Juni zur öffent­li­chen Pre­mie­ren­le­sung nach Mün­chen ein. (Dis­clai­mer: Patrik Stäbler ist Her­aus­ge­ber der Schmau­s­epost)
Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten (Lesung)Spei­sende soll man nicht auf­hal­ten (Buch)


Nach­rich­ten

Krab­bel­kost: Bis­her tau­gen sie in Europa nur für Mut­pro­ben oder als Snack im Dschun­gel­camp, doch das soll sich ändern: Die Ver­ein­ten Natio­nen emp­feh­len Insek­ten als Nah­rungs­mit­tel. Der Grund: Die Krab­bel­tiere ver­brau­chen weni­ger Fut­ter, scho­nen das Klima und lie­fern wert­volle Pro­te­ine und Mine­ral­stoffe.
Spiegel-OnlineBRSüd­deut­sche

Schum­mel­kost: Durch ille­gale Preis­ab­spra­chen sol­len Kartoffel-Großhändler die Ver­brau­cher um mehr als 100 Mil­lio­nen Euro geprellt haben. Das Wort vom Kartoffel-Kartell macht die Runde — und das erzürnt die Deut­schen nach­hal­tig, schließ­lich geht es um ihr liebs­tes Gemüse.
SZ (Hin­ter­grund)SZ (Video)taz (Kom­men­tar)Tel­ler­rand (Kom­men­tar)Pro­planta (Fak­ten zur Kartoffel)

Mogel­kost: And the win­ner is… die Capri-Sonne. Sie ist von Food­watch mit dem Gol­de­nen Wind­beu­tel aus­ge­zeich­net wor­den — für die „dreis­teste Wer­be­ma­sche bei einem Kin­der­pro­dukt“. Der Her­stel­ler frei­lich ver­zich­tet dar­auf, den Preis anzu­neh­men, und ver­weist auf die „natür­li­chen Zuta­ten“.
Food­watchtazSpiegel-OnlineSWR (Video)

Kühl­kost: Das Eis am Stiel fei­ert Geburts­tag: Vor 90. Jah­ren ließ ein US-Amerikaner ein an einem Stöck­chen fest­ge­fro­re­nes Vanil­le­eis mit Scho­ko­la­den­über­zug paten­tie­ren. Heute wer­den allein in Deutsch­land rund eine Mil­li­arde Eis am Stiel pro Jahr gelutscht — immer­hin zwölf pro Bun­des­bür­ger.
Welt

Lese­ge­schich­ten

Essen auf Rädern: Ein Jahr lang ist John T. Edge durch die USA gereist, um die Kul­tur der Food Trucks zu unter­su­chen, also der mobi­len Imbiss­wa­gen. Im Inter­view mit der FAZ lobt der Ame­ri­ka­ner die hohe Qua­li­tät des Stra­ßen­es­sens und ver­rät, wie viele Kilos er auf sei­ner Reise zuge­nom­men hat.
FAZ (Inter­view)FAZ (Bil­der­ga­le­rie Food Trucks)

Mana­ger unter Auf­sicht: Mana­ger müs­sen täg­lich zu Geschäfts­es­sen, stop­fen bei Kon­fe­ren­zen Kekse in sich hin­ein, ehe abends das üppige Buf­fet lockt. Damit sie sich trotz­dem gesund ernäh­ren, gibt es Men­schen wie Anna Fied­ler. Sie ist Ernäh­rungs­be­ra­te­rin für Füh­rungs­kräfte und streicht dafür knapp 500 Euro pro Monat und Mana­ger ein.
Spiegel-Online

Flei­scher auf Abwe­gen: Die Steaks sind aus Blät­tern und Stän­geln, der Döner aus Soja­schnit­zel: Paul Bom aus Den Haag ist laut eige­ner Aus­sage „der erste vege­ta­ri­sche Metz­ger der Welt“. Samira Küg­ler hat ihn für DRa­dio Wis­sen besucht — und einige Pro­bier­hap­pen mit ins Stu­dio gebracht.
DRa­dio Wis­sen (mit Audio)

Ersatz unter Lupe: Einst wurde sie als bil­li­ger Butter-Ersatz für fran­zö­si­sche Sol­da­ten erfun­den — heute gilt Mar­ga­rine vie­len Men­schen als leichte und gesunde Alter­na­tive zum fet­ti­gen Brot­auf­strich. Zu Recht? Die­ser Frage nähert sich die Süd­deut­sche und gibt außer­dem Tipps für den Ein­kauf.
Süd­deut­sche

Blog­schau

Stan­gen­sla­lom: Für Valentinas-Kochbuch gibt Patrick Zbin­den einen Ein­blick in sein Buch „298 cle­vere Küchen­tipps“ — und zwar zum Thema Spar­gel. So erklärt der Autor, wor­auf man beim Ein­kauf ach­ten sollte, wie man Spar­gel rich­tig auf­be­wahrt, und was für Tricks es bei der Zube­rei­tung gibt.
Valen­ti­nas Kochbuch

Saure Sache: Rha­bar­ber ist das erste Gemüse der Sai­son — auch wenn er oft irr­tüm­lich dem Obst zuge­ord­net wird, schreibt Clau­dia von Fool for Food. Pas­send dazu stellt sie ihre liebs­ten Rha­bar­ber­re­zepte vor: von Rha­bar­ber­chips bis zum Gugl­hupf mit Rha­bar­ber und wei­ßer Scho­ko­lade.
Fool for Food

Wieso liegt dort der Hase? Pfef­fer ist men­gen­mä­ßig das am meis­ten gebrauchte Gewürz der Welt, schreibt Eva von Food Vege­ta­risch in ihren zehn Fak­ten zum Thema Pfef­fer. Der Bei­trag ist wie immer zwei­spra­chig, und dazu gibt’s ein Rezept für Knob­lauch­but­ter mit Pfef­fer.
Food Vege­ta­risch

Gärt­ner und Samm­ler: Früh­lings­zeit ist Wild­kräu­ter­zeit: Sowohl Sandy von Con­fi­ture de vivre als auch Mela­nie & Sönke vom Vollwert-Blog strei­fen durch ihre Gär­ten und sam­meln aller­lei Ess­ba­res. Das Ergeb­nis in bei­den Fäl­len ist ein far­ben­fro­her Gar­ten­sa­lat. Dazu gibt’s viele Tipps für ange­hende Samm­ler.
Con­fi­ture de vivreVollwert-Blog

Buch der Woche

Gemischte Gefühle: „Coun­try Basics“ heißt ein neues Koch­buch im GU-Verlag, das sich um sai­so­nale und regio­nale Küche dreht. Julia von Ger­man Abend­brot hat sich das Werk ange­se­hen und Rezepte dar­aus nach­ge­kocht. Ihr Fazit: Für Ein­stei­ger und als Geschenk für junge Leute ist das Buch geeig­net; jedoch stellt sie auch einige Män­gel fest.
Ger­man Abendbrot

App der Woche

Vegan Kochen: Immer mehr Men­schen ver­zich­ten aus mora­li­schen oder gesund­heit­li­chen Grün­den auf tie­ri­sche Pro­dukte. An sie rich­tet sich die App „Vegan Kochen“ (0,89 Euro, Uni­ver­sal), die mit 65 Rezep­ten daher­kommt — von der pflanz­li­chen Suppe als Vor­speise bis zur vega­nen Tira­misu als Des­sert. Zwar bemän­gelt Jana von Guten APPe­tit die Optik der App — den­noch biete sie „alles, was man für Ein­stieg in die vegane Welt braucht“.
Guten APPe­tit

Blog der Woche

bush­cooks kit­chen: Ohne große Will­kom­mens­worte hat Doro­thée vor zwei Jah­ren ihren Food­blog bush­cooks kit­chen ins Leben geru­fen — und ist direkt mit einem exqui­si­ten, ara­bi­schen Menü gestar­tet. Bis heute liegt ihr Fokus vor allem auf Rezep­ten, Rezep­ten und Rezep­ten. „Mein Blog ist für mich auch ein Nach­schla­ge­werk“, sagt die Münch­ne­rin im Inter­view mit der Schmau­s­epost.
Schmau­s­epost (Por­trät & Inter­view)bush­cooks kitchen

Rezepte der Woche

Über­ba­cke­ner Leber­käse: Baye­ri­scher Leber­käse wird in der Regel mit Senf und Kar­tof­fel­sa­lat oder ange­bra­ten mit Spie­ge­lei ser­viert. Eine inter­es­sante Alter­na­tive zeigt nun Petra von Der Mut ande­rer auf: mit Emmen­ta­ler über­ba­cke­ner Leber­käse mit Tomate und Spie­ge­lei. Nicht nur ein opti­scher Hoch­ge­nuss.
Der Mut anderer

Zucchini-Rezepte (vege­ta­risch): Bald beginnt wie­der die Zucchini-Zeit, und hier­für lie­fern gleich zwei Blogs schmack­hafte Rezepte. Bei Genial-Lecker gibt es Zuc­chini mit Camem­bert als vege­ta­ri­sche Grill-Alternative, und Eat This rät zu gefüll­ten Zuc­chini mit Cous­cous und Bärlauch-Pesto.
Genial-Lecker (mit Camem­bert)Eat This (gefüllte Zucchini)

Nach­schlag

Gestört Food­blog­ger auf­ge­passt: Wer sein Essen foto­gra­fiert und im Netz mit ande­ren teilt, der ist anfäl­li­ger für Ess­stö­run­gen. Das behaup­tet zumin­dest eine kana­di­sche Psych­ia­te­rin. Nun ist eine Debatte um mög­li­che nega­tive Aus­wir­kun­gen von soge­nann­tem Food Porn ent­brannt.
Jetzt.deStan­dard

Blog der Woche: bushcooks kitchen

Bushcook

Food­blog eines Münch­ner Kindls: bush­cooks kitchen.

 Über mich? Na ja, ich koche halt sehr gerne.

Mit die­sem Satz beginnt Doro­thée die Rubrik Über mich auf bush­cooks kit­chen. Wo andere Food­blog­ger oft sei­ten­lang über ihre Lebens­ge­schichte, ihre Fami­li­en­si­tua­tion, ihre Küche, ihre kuli­na­ri­schen Vor­lie­ben, ihre gusta­to­ri­schen Abnei­gun­gen, ihre Aus­zeich­nun­gen und die Farbe ihrer Wohn­zim­mer­gar­di­nen schwa­dro­nie­ren, beschränkt sich die Münch­ne­rin auf einen knap­pen Absatz. In gewis­ser Weise ist das auch typisch für ihren Food­blog. Denn bei bush­cooks kit­chen steht nicht die Per­son, son­dern es ste­hen die Rezepte im Vor­der­punkt. Danach fol­gen die Rezepte, gefolgt von den Rezep­ten – gerne auch als kom­plette Menüs oder im Zuge von Kochbuch-Rezensionen.

Pas­send dazu hat Doro­thée vor zwei Jah­ren ihren Blog auch nicht mit gro­ßen Ankün­di­gun­gen oder einem lang­at­mi­gen Will­kom­mens­gruß eröff­net — son­dern ist direkt mit einem exqui­si­ten ara­bi­schen Menü durch­ge­star­tet, unter ande­rem aus Jakobs­mu­schel auf Bul­gur­sa­lat, Kanin­chen in Kar­da­mom­soße und Man­da­ri­nen­sor­bet. „Mein Blog ist für mich auch ein Nach­schla­ge­werk“, sagt Doro­thée im Inter­view mit der Schmau­s­epost. „Des­halb gibt es bei mir eine bunte Mischung rund um das Thema Kochen und Essen.“ Wobei ihr eines wich­tig ist: „Ich lege gro­ßen Wert auf Qua­li­tät, dies gilt für die Lebens­mit­tel und das hand­werk­li­che Arbei­ten in der Küche.“

Gele­gent­lich lässt Doro­thée dann aber doch mal einen Blick über den Koch­topf­rand zu — so etwa in einem Gespräch mit Valen­ti­nas Koch­buch. Da berich­tet die „begeis­terte Hob­by­kö­chin“ (Doro­thée über sich selbst) von nicht weni­ger als 2000 Koch­bü­chern, die stolze 32 Meter Regal­länge fül­len. Ein beson­dere Vor­liebe hat sie dabei für die regio­nale Küche, und hier hat es ihr vor allem ihr Hei­mat­land Bay­ern ange­tan. So sagt sie in dem Interview:

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich jetzt unbe­liebt mache. Ich habe wirk­lich sehr viele unter­schied­li­che Bücher aus Deutsch­land, aus den Bun­des­län­dern, sogar von ein­zel­nen Städ­ten. Die Viel­falt der Baye­ri­schen Küche beein­druckt mich am meis­ten. In die­ser Aus­prä­gung kann ich das bei ande­ren Bun­des­län­dern nicht so feststellen.

Ent­spre­chend fin­det der Frei­staat auch bei einem Schman­kerl auf bush­cooks kit­chen beson­dere Berück­sich­ti­gung — näm­lich bei Doro­thées Genuss­re­gio­nen. Hier­für hat die Münch­ne­rin auf Google-Maps Emp­feh­lun­gen für ver­schie­dene Gegen­den ver­öf­fent­licht: Fran­ken, Mün­chen oder das All­gäu, aber auch Baden-Württemberg, die Pfalz oder Österreich.

Inter­view — 5 Fra­gen an… Doro­thée von bush­cooks kitchen:

1. Was ist dein per­sön­li­ches Lieb­lings­ge­richt in dei­nem Blog?

Doro­thée: Mein Lieb­lings­ge­richt ist ein Lieb­lings­menü. Das habe ich vor zwei Jah­ren für meine Freun­din gekocht und damit mei­nen Blog gestar­tet. Ich liebe die ara­bi­sche Küche sehr, und es hat mir damals sehr große Freude gemacht ein gan­zes Menü mit die­sen wun­der­ba­ren Aro­men zu zau­bern. Die Rezepte sind immer noch aktu­ell und nach­koch­wür­dig. Anhand der Fotos sieht man die Ent­wick­lung mei­nes Blogs und das freut mich.

2. Wel­che Rolle spielt Essen in dei­nem Leben?

Doro­thée: Essen spielt eine sehr große Rolle in mei­nem Leben. Essen ist die Lebens­grund­lage und die kann jeder selbst gestal­ten. Für mich bedeu­tet es, neben der gesun­den Ernäh­rung, auch Spaß, Krea­ti­vi­tät, Selb­stän­dig­keit und Geselligkeit.

3. Wor­auf soll­ten mehr Men­schen beim Essen achten?

Doro­thée: Auf das Essen. Jetzt könnte ich die gan­zen Schlag­wör­ter auf­zäh­len: bio, regio­nal, sai­so­nal, mehr Gemüse – weni­ger Fleisch, selbst­ge­kocht, keine indus­tri­el­len Lebens­mit­tel, fair gehandelt… Ich beob­achte schon län­ger das Kauf­ver­hal­ten von jun­gen Men­schen im Super­markt zur Mit­tags­zeit. Das erschreckt mich. Da ste­hen lange Schlan­gen an der Kasse und jeder hat ein Plas­tik­ge­tränk und ein Plas­tik­ge­richt in der Hand. Und das machen sie jeden Tag. So lang­wei­lige Dinge wie Pla­nung, Vor­rats­hal­tung, Kochen, Hin­set­zen, gemein­sam Essen zu fes­ten Zei­ten, ken­nen sie ver­mut­lich nicht. Das ist sehr schade, denn es gäbe Halt und för­dert mei­ner Mei­nung nach auch das Miteinander.

4. Was war die schönste Erfah­rung mit dei­nem Blog?

Doro­thée: Vor kur­zem hatte mein Blog den zwei­ten Jah­res­tag. Zu die­sem Anlass konnte ich einen tol­len Blog-Event durch­füh­ren. Zuerst war ich total über­rascht, dass sich so viele Freunde und nette Kon­takte mit gestif­te­ten Prei­sen betei­ligt haben, und dann hat mich die Viel­zahl der oft sehr per­sön­li­chen und lie­be­vol­len Teilnahme-Beiträge total umgehauen.

5. Wel­che drei Web­sei­ten zum Thema Essen kannst du empfehlen?

Doro­thée: Drei Food­blogs zu emp­feh­len, ist unmög­lich für mich. Des­halb möchte ich auf die tolle Samm­lung der deutsch­spra­chi­gen Food­blogs bei Köst­lich und Kon­sor­ten hinweisen. Viele inter­es­sante Infor­ma­tio­nen finde ich regel­mä­ßig bei Slow Food.

Mehr über Doro­thée und ihr Food­blog steht auf bushcooks-kitchen.blogspot.de.