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Blog der Woche: Dinner um Acht

BU

Genuss­mensch Clau­dia berich­tet auf Din­ner um Acht von ihren kuli­na­ri­schen Abenteuern.

Man kann sich förm­lich vor­stel­len, wie Clau­dia an jenem Dezem­be­r­abend 2010 am Com­pu­ter saß und sich einen Ruck gab. „Irgend­wann drückte ich auf die Taste ‚Ver­öf­fent­li­chen‘ und wusste, jetzt kann es die ganze Welt lesen“, erin­nert sich die Food­blog­ge­rin an ihren ers­ten Ein­trag bei Din­ner um Acht. Vol­ler Span­nung war­tete Clau­dia, und es geschah — nichts. Denn: „Die Welt hat das erst mal gar nicht interessiert.“

Doch die gebür­tige Bade­ne­rin, die es nach Mün­chen ver­schla­gen hat, schrieb flei­ßig wei­ter, übte sich im Foto­gra­fie­ren und teilte ihre Küchen­aben­teuer im Web. „Dann plötz­lich ent­deck­ten immer mehr Leser mei­nen Blog und schick­ten mir Kom­men­tare und Nach­rich­ten“, erzählt Clau­dia im Inter­view mit der Schmau­s­epost. „Und auf ein­mal teilte ich meine Lei­den­schaft für Essen nicht mehr nur mit mei­nen Gäs­ten, son­dern auch mit immer mehr Menschen.“

Inzwi­schen hat Clau­dia eine treue Leser­schaft, die vor allem auch die Viel­sei­tig­keit ihres Blogs rei­zen dürfte. „Gene­rell gibt es (fast) nichts, was koch­bar ist, woran ich mich nicht ran­traue — sei es die fran­zö­si­sche, indi­sche, ori­en­ta­li­sche oder japa­ni­sche Küche“, schreibt sie auf ihrer „Über mich“-Seite. „Ich expe­ri­men­tiere viel mit ver­schie­de­nen Aro­men, bewege mich kuli­na­risch gerne in alle Him­mels­rich­tun­gen und möchte ver­mit­teln, dass man um ein hin­rei­ßen­des Essen auf Tisch zu krie­gen kein über­ra­gen­der Koch sein muss, son­dern in ers­ter Linie ein Genussmensch.“

Ein sol­cher Genuss­mensch ist Clau­dia zwei­fels­frei: Weit mehr als 100 Koch­bü­cher sta­peln sich  bei ihr im Küchen­schrank; in ihrer knapp bemes­se­nen Frei­zeit geht die gelernte Diplom-Ingenieurin für Beklei­dungs­tech­nik gerne auf Märk­ten ein­kau­fen, ratscht mit den Gewürz­händ­lern am Münch­ner Vik­tua­li­en­markt oder ent­wi­ckelt neue Rezepte.

Seid lei­den­schaft­lich und genießt!“, ruft Clau­dia den Lesern auf ihrem Blog zu. Denn, so betont sie im Gespräch mit der Schmau­s­epost: „Kochen macht glücklich.“

INTERVIEW: 5 Fra­gen an… Clau­dia von Din­ner um Acht

1. Was ist dein per­sön­li­ches Lieb­lings­ge­richt in dei­nem Blog?

Clau­dia: Unbe­dingt die­ses Huhn. Das hat jeden, wirk­lich jeden begeistert.

2. Wel­che Rolle spielt Essen in dei­nem Leben?

Clau­dia: Diese Frage einer Food­blog­ge­rin zu stel­len, ist lus­tig. Ich denke an Essen, wenn ich mor­gens zum Wal­ken gehe, im Büro lese ich zwi­schen­durch die abon­nier­ten Feeds ande­rer Blogs im In– und Aus­land, ich folge den Köchen durchs Netz, Märkte üben eine magi­sche Anzie­hungs­kraft auf mich aus, ich muss um mei­nen liebs­ten Küchen­la­den einen gro­ßen Bogen machen (was natür­lich nicht immer gelingt), da es ansons­ten rui­nös enden könnte, ich habe kein Pro­blem damit, auch mal alleine essen zu gehen, nur weil das Restau­rant mich reizt, ich habe neben dem Bett immer min­des­tens fünf Koch­bü­cher lie­gen, ich liebe es, mit Men­schen zum Essen an einem gro­ßen Tisch ver­eint zu sein – nein, Essen spielt eine völ­lig neben­säch­li­che Rolle in mei­nem Leben 😉

3. Wor­auf soll­ten mehr Men­schen beim Essen achten?

Clau­dia: Da gibt es so vie­les, wor­auf man ach­ten sollte, aber ich will nicht beleh­ren. Ich kann nur mit mei­nem Blog dazu anre­gen, mit fri­schen Zuta­ten, die keine Welt­reise hin­ter sich haben, zu kochen, Fleisch zu ach­ten und nichts aus Mas­sen­schlach­tung zu kaufen.

4. Was war die schönste Erfah­rung mit dei­nem Blog?

Clau­dia: Als eine Mut­ter mir geschrie­ben hat, dass sogar ihre Kin­der eines mei­ner Rezepte moch­ten. Ich meine, kochen für Kin­der ist nicht mein Fokus, viele mei­ner Gerichte beinhal­ten exo­ti­sche Gewürze und sind auch mal auf­wen­di­ger. Da fand ich es ganz groß­ar­tig, dass mir das wohl trotz­dem gelun­gen ist. Und ich freue mich, wenn ich merke, dass die Leser auch wirk­lich die Texte lesen und ihre Mei­nung dazu schrei­ben. Und ganz beson­ders auf­re­gend war es natür­lich, als ich abends in einem Café saß und eine Bekannte mir eine Nach­richt schickte, dass eine große deut­sches Boulevard-Zeitung mei­nen Blog als einen der schöns­ten benannt hatte. Und ich hatte mich den gan­zen Tag gewun­dert, warum die Besu­cher­zah­len so in die Höhe geschos­sen sind, und ver­mu­tete einen Hackerangriff.

5) Wel­che drei Web­sei­ten zum Thema Essen kannst du empfehlen?

Clau­dia: Ich lese unglaub­lich gerne die Bei­träge von Yotam Otto­lenghi im Guar­dian. Er kann ein­fach auf bosnders raf­fi­nierte Weise Zuta­ten kom­po­nie­ren. Ist aber eigent­lich nicht im wirk­li­chen Sinne ein Blog. Dann lese ich sehr gerne den Blog Nach­ge­würzt von Wolf­gang Fass­ben­der in der NZZ. Er ist viel­sei­tig, humor­voll und beleuch­tet auch mal andere Sei­ten des Essens. Und die Seite des Taste-Magazins in Süd­afrika, weil da die Fotos immer gran­dios sind.

Mehr über Clau­dia und ihr Food­blog steht auf www.dinnerumacht.de.