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Blog der Woche: Barbaras Spielwiese

Barabras Souek

Seit 2007 bloggt Bar­bara auf ihrer kuli­na­ri­schen Spielwiese.

Echte Begeis­te­rung klingt anders als jene drei Sätze, mit denen Bar­bara im April 2007 ihre Spiel­wiese eröffnet:

Hallo aller­seits!

Dies ist mein ers­ter Ver­such, einen Blog zu erstel­len…
Naja, schau’n wir mal, was da alles dahin­ter­steht und was da alles auf mich zukommt! 😉

Was in den seit­he­ri­gen sechs­ein­halb Jah­ren alles auf Bar­bara zuge­kom­men ist, würde wahr­schein­lich den Rah­men die­ses Bei­trags spren­gen — doch was auf ihre Leser zuge­kom­men ist, lässt sich recht genau bezif­fern: 774 Blog-Post und 701 Rezepte — von A wie Aar­gauer Rüb­li­torte bis Z wie Zwie­bel­si­rup mit Honig (gegen Hus­ten).

Ange­fan­gen habe sie, „weil ich wis­sen wollte, wie das mit Blogs so funk­tio­niert“, sagt Bar­bara im Inter­view mit der Schmau­s­epost. Und irgend­wie habe ihr das ganze Spaß gemacht, „und ich bin dabei geblie­ben, mal akti­ver, mal weni­ger. Wie das Leben es halt gerade zulässt oder wie ich Lust habe. Mein Blog ist also Hobby und ich will kei­nen Stress damit.“ Oder in einem Wort aus­ge­drückt: ihr Blog eine Spiel­wiese, „ein Expe­ri­men­tier­feld, um Neues aus­zu­pro­bie­ren“, wie Bar­bara schreibt.

Kuli­na­risch gese­hen liegt der Schwer­punkt ihres Blogs auf sim­plen, aber raf­fi­nier­ten Rezep­ten, die keine aus­ge­fal­le­nen Zuta­ten und keine stun­den­lange Zube­rei­tung benö­ti­gen. Dazu kom­men Cock­tails, Tor­ten und Süßes, denn: „Ich bin ein klei­ner Genie­ßer.“ Im Gegen­satz zu vie­len ande­ren Food­blogs spie­len die Fotos der Gerichte bei Bar­bara eine unter­ge­ord­nete Rolle: „Wenn es dun­kel ist, sind sie halt schlech­ter, oder wenn ich mit mei­ner ein­fa­chen Kamera nicht so zurecht­komme, wie es gut wäre. Mir ist es wich­ti­ger, dass mein Essen noch warm ist; wie das Foto aus­sieht, ist mir ziem­lich egal.“

Neben Rezep­ten fin­den sich auf der Spiel­wiese gele­gent­lich auch Bar­ba­ras Berichte aus ihrem Gar­ten, von ihren Kat­zen oder ihren Rei­sen — wobei sie die län­ge­ren Geschich­ten eher in ihrem Rei­se­b­log Bar­ba­ras Rei­sen unter­bringt. Denn in ers­ter Linie ist die Spiel­wiese eine kuli­na­ri­sche Ange­le­gen­heit: „Ich schmö­kere gerne in Koch­bü­chern und Zeit­schrif­ten, ich koche selbst gerne (backen tue ich noch lie­ber!) und gehe auch gerne und oft essen“, erzählt Bar­bara. „Ich kann auch papp­satt noch über Gerichte, Rezepte und Zube­rei­tungs­ar­ten reden, wenn ande­ren schon beim Gedan­ken daran schlecht wird.“

INTERVIEW — 5 Fra­gen an… Bar­bara von Bar­ba­ras Spielwiese

1. Was ist dein per­sön­li­ches Lieb­lings­ge­richt in dei­nem Blog?

Bar­bara: Schwie­rige Frage. In sechs­ein­halb Jah­ren sind über 700 Rezepte zusam­men­ge­kom­men. Das weiß ich so genau, weil ich sie alle in ein soge­nann­tes Koch­buch in mei­ner Rezeptver­wal­tung kopiere. Ein beson­de­res Gericht ist sicher die Schwarz­wäl­der Kirsch­torte mei­ner Oma, weil ich ihr beim Backen über die Schul­tern schauen durfte und vie­les gelernt habe. Das ist schon ewig her, und ich ver­knüpfe schöne Erin­ne­run­gen daran. Meine Torte schmeckt fast genauso gut wie ihre. Nur an der Optik muss ich noch etwas feilen.

2. Wel­che Rolle spielt Essen in dei­nem Leben?

Bar­bara: Hm, ich denke, eine recht große, wobei das schwankt, manch­mal habe ich so viel ande­res im Kopf, dass ich kaum an Essen denke. Aber das ist ganz sel­ten der Fall! Sonst dreht sich schon viel um Essen und Genie­ßen, ich schmö­kere gerne in Koch­bü­chern und Zeit­schrif­ten, ich koche selbst gerne (backen tue ich noch lie­ber!) und gehe auch gerne und oft essen. Ich kann auch papp­satt noch über Gerichte, Rezepte und Zube­rei­tungs­ar­ten reden, wenn ande­ren schon beim Gedan­ken daran schlecht wird. Inzwi­schen habe ich schon sehr viele Food­blog­ger getrof­fen und fest­ge­stellt, dass das allen so geht.

3. Wor­auf soll­ten mehr Men­schen beim Essen achten?

Bar­bara: Jeder sollte tun und las­sen kön­nen, was er mag — erho­bene Zei­ge­fin­ger mag ich nicht. Auf der ande­ren Seite finde ich es hef­tig, dass sich so viele Men­schen in unse­rer auf­ge­klär­ten Zeit, in der alle Infor­ma­tio­nen leicht ver­füg­bar sind, von Mar­ke­ting­tricks der Lebens­mit­tel­in­dus­trie blen­den las­sen. Mein Tipp an alle ist daher, die Zuta­ten­liste zu lesen und alles lie­gen zu las­sen, was eine lange Liste hat und was irgend­et­was ent­hält, was man nicht ver­steht oder nicht gut findet. Möglichst natur­be­las­sene Lebens­mit­tel sind das Zau­ber­wort, wenig Fleisch und Wurst, und das mög­lichst aus art­ge­rech­ter Hal­tung, und sai­so­nale Gemüse und Obst.
Ich per­sön­lich habe vor einem Jahr dank Food­blogs fest­ge­stellt, dass ich das Car­ra­geen, das in den meis­ten Sah­ne­be­chern ent­hal­ten ist, nicht ver­trage, das grum­melt der­ma­ßen im Bauch und setzt mich einen Tag lang fast außer Gefecht. Inzwi­schen kaufe ich nur Sahne, die die­sen sinn­lo­sen und gesund­heit­lich bedenk­li­chen Zusatz­stoff nicht ent­hält. Viele wis­sen dar­über nichts, dabei geht man davon aus, dass es 15 bis 20 Pro­zent der Bevöl­ke­rung geht wie mir.

4. Wel­che kuli­na­ri­sche Kom­bi­na­tion geht bei dir immer — wel­che über­haupt nicht?

Bar­bara: Gut gehen Knob­lauch, Ing­wer und Früh­lings­zwie­beln — damit kann man super Chi­ne­sisch kochen. Schokolade, Traube und Rum hin­ge­gen mag ich als Kom­bi­na­tion nicht, auch wenn das für viele ein Klas­si­ker ist. Warum, weiß ich nicht.

5. Wel­che drei Web­sei­ten zum Thema Essen kannst du empfehlen?

Bar­bara: Die Frage ist  wie­der schwie­rig — und Beschrän­kun­gen sind nicht so meins! Immer wie­der gerne lese ich die fol­gen­den Seiten:

  • Chili und Cia­batta: Petra kannte ich vir­tu­ell schon seit den 1990ern von Rezepte-Newsgroups her — per­sön­lich ken­nen­ge­lernt haben wir uns erst 2008. Irgend­wann hatte sie ein soge­nann­tes Blog, was mir damals gar nichts sagte. Und irgend­wann las ich das dann. Tja, und irgend­wann musste ich das auch mal aus­pro­bie­ren, auf meine Art. Ihres lese ich immer noch sehr gerne. Und ich freue mich schon dar­auf, Petra bald wie­der per­sön­lich zu treffen.
  • Sam­mel­hams­ter: Bei Noémi ist nichts geschönt, sie foto­gra­fiert, was es zu essen gibt, viel Vege­ta­ri­sches, Exo­ti­sches, auch oft Pizza mit vie­len Varia­tio­nen. Ehr­li­che Küche, authen­tisch, lecker. Wir haben uns auch schon ein paar Mal getrof­fen und sind nicht nur von den Blogs, son­dern auch so auf einer Wel­len­länge. Irgend­wann ist mir dann auf­ge­fal­len, dass wir fast zeit­gleich mit dem Blog­gen ange­fan­gen haben.
  • Schnupp­sch­nüss ihr Manz­fred: Jutta bloggt so sym­pa­thisch und ehr­lich und wit­zig wie sie selbst auch als Per­son ist. Selbst an einem kal­ten neb­li­gen Tag, an dem nichts vor­an­geht, fängt man sofort an, fröh­lich zu wer­den, wenn man ihre Ein­träge liest. Blogs mit viel Text lese ich sonst nicht gerne, aber bei Jutta lese ich von Anfang bis Ende. Und kugle mich vor Lachen. Und koche oder backe nach, das funktioniert.

Mehr über Bar­bara und ihren Food­blog steht auf barbaras-spielwiese.blogspot.de.

Blog der Woche: kaquu’s Hausmannskost

 

Beschreibung

Essen ist Hei­mat“, zitiert Wolf­gang aus der ZEIT. „Für mich stimmt das!“

Das Wort Dilet­tant wird im heu­ti­gen Sprach­ge­brauch meist abwer­tend ver­wen­det — im Sinne von Laie oder Ama­teur; also jemand, der eine Sache unfach­män­nisch oder stüm­per­haft aus­führt. Dabei übt der Dilet­tant laut Wiki­pe­dia eigent­lich eine Sache um ihrer selbst wil­len aus — aus Inter­esse, Ver­gnü­gen oder Lei­den­schaft. Schließ­lich ent­stammt das Wort Dilet­tant dem Latei­ni­schen delec­tare, was über­setzt „sich erfreuen“ bedeutet.

Diese ety­mo­lo­gi­schen Hin­ter­gründe sind uner­läss­lich, wenn man sich mit Wolf­gang über das Thema Kochen unter­hält. Denn der Rechts­an­walt aus Duis­burg sagt im Inter­view mit der Schmau­s­epost Fol­gen­des über sei­nen Food­blog kaquu’s Haus­manns­kost.

Ich bin Dilet­tant, habe den Beruf Koch nicht gelernt und koche weil es mir Spaß macht. Ich ver­su­che das, was ich koche, schmack­haft zuzu­be­rei­ten und appe­tit­lich anzu­rich­ten. Wenn mir das gelingt, und ich es auf den Fotos rüber­brin­gen kann, habe ich alles erreicht. Ab und an bespre­che ich auch mal ein Koch­buch, das mir gefällt, viel mehr gibt es auf mei­nem Blog nicht zu finden.

Letz­te­res frei­lich ist gar­niert mit einer Prise Under­state­ment. Denn kaquu’s Haus­manns­kost gehört zu den bekann­te­ren und renom­mier­te­ren Sei­ten in der deut­schen Food­blo­go­sphäre. Dabei ist Wolf­gang, Jahr­gang 1954, eigent­lich eher ein unty­pi­scher Food­blog­ger, wie er selbst zugibt — „denn die sind ja meist weib­lich und jung, ich bin männ­lich und alt“. Den­noch ist Wolf­gang ein lei­den­schaft­li­cher Koch, eine Pas­sion, die er von sei­nem Vater geerbt hat. „Zu einem guten Essen gehört für uns, Frau K und mich, auch ein schö­nes Glas Wein“, ver­rät Wolf­gang. „Essen und Trin­ken gehö­ren zusammen.“

INTERVIEW — 5 Fra­gen an… Wolf­gang von kaquu’s Hausmannskost

1. Was ist dein  Lieb­lings­ge­richt in dei­nem Blog? 

Wolf­gang: Mein Lieb­ling­stel­ler ist gerade Spar­gel | Quel­ler | Jakobs­mu­schel. Über diese Vor­speise habe ich mir viele Gedan­ken gemacht und hatte einen bestimm­ten Geschmack und auch ein Bild von dem Gericht im Kopf, und es ist mir ganz gut gelun­gen diese Vor­stel­lun­gen zu ver­wirk­li­chen. Außer­dem hat die­ses Gericht für mich alles, was eine schöne Vor­speise haben sollte.

2. Wel­che Rolle spielt Essen in dei­nem Leben?

Wolf­gang: Essen und auch Trin­ken sind exis­ten­zi­ell und somit wich­tig, da gehe ich nicht gedan­ken­los dar­über hinweg.

3. Wor­auf soll­ten mehr Men­schen beim Essen achten?

Wolf­gang: Dass sie viel­fäl­tig essen und sich gute Zuta­ten kaufen.

4. Wel­che kuli­na­ri­sche Kom­bi­na­tion geht bei dir immer? Wel­che gar nicht?

Wolf­gang: Bei mir geht immer Pasta mit Toma­ten; was nicht geht, sind Aus­tern und Schnecken.

5. Welche drei Web­sei­ten zum Thema Essen kannst du empfehlen?

Wolf­gang: Die Ber­li­ner Spei­se­meis­terei kann ich nur emp­feh­len, Stef­fen Sin­zin­ger ist Koch und zeigt, wie es geht, für mich immer lesenswert. Dann Din­ner um Acht aus Mün­chen, sehr gute Bil­der und Rezepte, immer eine Anregung. Dazu Köst­lich und Kon­sor­ten - die Genuss­blog­über­sicht mit der Face­book­seite dazu.

Mehr über Wolf­gang und sei­nen Food­blog steht auf www.kaquushausmannskost.blogspot.de.

Blog der Woche: Einfach Essen

Uschrif

Ein­fach Essen — das trifft auf den Blog von Ursula gleich in meh­rer­lei Hin­sicht zu.

40 Wör­ter. Oder 235 Buch­sta­ben. Das reicht Ursula Lüthi, um zu erklä­ren, was den Besu­cher auf ihrem Food­blog Ein­fach Essen erwartet.

Schnell geges­sen ist ein­fach. Und kochen sollte es auch sein. Die­ser Blog wid­met sich der unkom­pli­zier­ten Küche, die auch neben zwei Klein­kin­dern und Berufs­tä­tig­keit zum Znacht noch auf­ge­tischt wer­den kann. Die Rezepte sind fami­li­en­be­dingt für zwei bis drei Esser berechnet.“

Die Beschrei­bung ist zugleich ein Fin­ger­zeig, wie Ursula seit Novem­ber 2012 auf Ein­fach Essen bloggt: schnör­kel­los, ver­ständ­lich, ohne viel Tam­tam. „Meine Leser fin­den Rezepte für Mahl­zei­ten, die sich mit durch­schnitt­li­cher Übung auch nach einem lan­gen Arbeits­tag zube­rei­ten und auf­ti­schen las­sen“, sagt die 41-Jährige im Inter­view mit der Schmausepost. „Also keine auf­wen­di­gen, ela­bo­rier­ten Glanz­stü­cke der Kochkunst.“

Wer nun jedoch schnöde und ein­falls­lose Rezepte erwar­tet, der liegt damit unge­fähr so dane­ben wie RTL2 mit sei­nem Nach­mit­tags­pro­gramm. Denn bei Ein­fach Essen folgt ein Chorizo-Tomatensalat auf gerös­te­tes Harissa-Gemüse mit Zie­gen­käse und Cous­couss­a­lat; zum Nach­tisch gibt’s Erd­bee­ren mit Minz­rahm und für die hei­ßen Tagen coole Limo­na­den. Wer’s def­tig mag, kommt bei Lamm­ra­gout mit Sel­le­rie und Äpfeln auf seine Kos­ten, und Fisch­lieb­ha­ber kön­nen sich an Lachs­ra­gout mit Kohl­rabi und Schnitt­lauchsauce versuchen.

Über allen Gerich­ten prangt dabei stets ein qua­dra­ti­sches Foto; und unter den Rezep­ten fin­den sich häu­fig soge­nannte Supp­le­ments, also Zusatz­in­for­ma­tio­nen. Dort erfährt der Leser etwa, woher der Begriff Espuma kommt, was eine Pasta-Systematik ist, oder wel­ches Land einen Erdbeeren-mit-Rahm-Tag fei­ert. Ein Geheim­tipp ist übri­gens auch der Twitter-Account von Ein­fach Essen. Dort fin­den Kuli­na­ri­ker prak­tisch täg­lich Ver­weise zu lesens­wer­ten Arti­keln, tol­len Foto­stre­cken und beein­dru­cken­den Videos.

Doch egal ob im Blog oder bei Twit­ter: Im Zen­trum von Ursu­las Essens­ge­schich­ten steht immer das Credo der Ein­fach­heit - und das gleich in zwei­er­lei Hin­sicht: So geht es auf Ein­fach Essen einer­seits ein­fach nur um Essen und ande­rer­seits um ein­fa­ches Essen. Und diese Kom­bi­na­tion ist — um mal wie­der Wowi zu zitie­ren — auch gut so. Oder genauer gesagt: ein­fach gut.

INTERVIEW: 5 Fra­gen an… Ursula von Ein­fach Essen

1. Was ist dein per­sön­li­ches Lieb­lings­ge­richt in dei­nem Blog?

Ursula: Die letz­ten Gerichte sind mir meist die liebs­ten: Momen­tan sind das die Limo­na­de­re­zepte. Auf dass der Som­mer zumin­dest im Glas Ein­zug hält!

2. Wel­che Rolle spielt Essen in dei­nem Leben?

Ursula: Essen ist mal müs­sen, mal wol­len und dann wie­derum nicht anders können.

3. Wor­auf soll­ten mehr Men­schen beim Essen achten?

Ursula: Auf regio­nale und sai­so­nale Nah­rungs­mit­tel ach­ten. Mög­lichst aus­ge­wo­gen essen, sich dabei aber nicht durch allzu gesund Gemein­tes die Lust am Essen neh­men lassen.

4. Was war die schönste Erfah­rung mit dei­nem Blog?

Ursula: Zual­ler­erst ist mein Blog für mich eine tolle Erfah­rung: Seit ich blogge, koche ich viel abwechs­lungs­rei­cher und krea­ti­ver. Und selbst­ver­ständ­lich freue ich mich über jeden Kom­men­tar, sei’s ein ein­fa­ches „Gefällt mir“, eine eigene Rezeptva­ria­tion oder ein Bild des selbst Nachgekochten.

5. Wel­che drei Web­sei­ten zum Thema Essen kannst du empfehlen?

Ursula:

Mehr über Ursula und ihren Food­blog steht auf www.einfachessen.ch.

Blog der Woche: Aus meinem Kochtopf

Beschriebung

Einen Blick in sei­nen Koch­topf erlaubt Peter auf dem gleich­na­mi­gen Foodblog.

Das Wort lecker hat Feinde. Viele Feinde. So muss man im welt­wei­ten Inter­web nicht lange suchen, um wahre Hass­ti­ra­den gegen die­sen Begriff zu fin­den (hier und hier); und sogar die nie um eine Auf­re­ger­dis­kus­sion ver­le­gene Gesell­schaft für deut­sche Spra­che hat den lecker–Streit bereits detail­liert auf­ge­ar­bei­tet.

Des­sen unge­ach­tet hält Peter vom Food­blog Aus mei­nem Koch­topf an dem Wort fest. Zig­fach fin­det es sich etwa in sei­ner umfang­rei­chen Rezep­te­samm­lung, die aus meh­re­ren Akten­ord­nern besteht. „Ich schreibe auf jedes Rezept als Qua­li­täts­merk­mal zumin­dest lecker“, hat Peter ein­mal in einem Inter­view ver­ra­ten. „Rezepte, auf denen das nicht steht, sind noch nicht gekocht. Rezepte, die nicht lecker waren, flie­gen sofort aus den Ord­nern.“ Dar­über hin­aus ver­wen­det Peter den Begriff lecker, der übri­gens aus dem Mit­tel­hoch­deut­schen kommt und ursprüng­lich „was gut zu lecken ist“ bedeu­tete, auch regel­mä­ßig in sei­nen Blog­ein­trä­gen: Immer­hin 245 Tref­fer spuckt die Suche nach dem Wort aus. Und nicht zuletzt unter­schreibt der Food­blog­ger alle seine Kom­men­tare nicht etwa mit einem freund­li­chen, son­dern „mit lecke­rem Gruß“.

Nun könnte man dies als Spleen abtun — doch in gewis­ser Weise ist es auch typisch für Peter. Denn der Nürn­ber­ger gehört zwar schon seit Jah­ren zur Food­blo­go­sphäre, pflegt mit Aus mei­nem Koch­topf eine der belieb­tes­ten deutsch­spra­chi­gen Rezep­te­sei­ten und ist bei Face­book wie bei Twit­ter sehr aktiv. Und doch pflegt Peter zugleich eine gewisse Dis­tanz zur schil­lern­den Food­blog­welt. „Ich bin voll berufs­tä­tig, und mein Blog ist mein Hobby“, sagt er im Inter­view mit der Schmau­s­epost. „Meis­tens beschränkt sich die­ses Hobby aber dar­auf, den eige­nen Blog mit Inhal­ten zu fül­len, wes­halb ich das, was andere Blog­ger tun, meis­tens nur am Rande mitbekomme. So ist die schwie­rigste Frage für mich die nach den drei ande­ren Blogs…“ (siehe Inter­view unten).

Ohne­hin geht es Peter bei allem Blog­face­booktwit­tern in ers­ter Linie um eines — ums Essen. Oder wie er es aus­drückt: „Mein Motto: Kochen. Essen. Über­le­ben.“ Dabei begann der Vater dreier Kin­der erst in den 80er-Jahren das Kochen für sich zu ent­de­cken — und das, obwohl er selbst mit einer Köchin und Kuchen­bä­cke­rin ver­hei­ra­tet ist. Anfangs beschränkte er sich auf seine Spe­zia­li­tät Pfann­ku­chen, doch in der Folge sam­melte er immer mehr Rezepte für spä­ter, denn er wusste: „Irgend­wann ist auch der letzte Nach­wuchs aus dem Haus. Und dann koche ich mich durch meine Samm­lung, und es gibt (fast) jeden Tag etwas ande­res zu essen.“ Genau so kam es dann auch. Genauer gesagt: An den ers­ten 365 Tagen nach dem Aus­zug der Kin­der habe er immer­hin rund 250 Rezepte gekocht, schreibt Peter – „die Kin­der kom­men ja wei­ter­hin zu Besuch!“

Damals hat Peter noch nicht geb­loggt — damit begann er 2007, zunächst passwort-geschützt und ver­bor­gen von der Öffent­lich­keit. „Irgend­wann kris­tal­li­sierte sich die Ein­sicht her­aus, dass das ja viel­leicht auch andere Leute inter­es­sie­ren könnte, die ohne­hin dau­ernd mein Pass­wort ver­ges­sen haben, das ich ihnen schon meh­rere Male gege­ben hatte.“

Seit­dem ver­öf­fent­licht Peter auf Aus mei­nem Koch­topf allen voran Buch­re­zen­sio­nen und seine Rezepte — von Fisch bis Fleisch, von Frän­kisch bis Fran­zö­sisch. Und natür­lich Des­serts, denn in sei­ner Zeit als kochen­der Fami­li­en­va­ter hat er sich laut eige­ner Aus­sage „Aner­ken­nung als Des­sert­kö­nig“ geholt. So gehö­ren zu den belieb­tes­ten Arti­keln auf sei­nem Blog unter ande­rem die Scho­ko­tört­chen mit flüs­si­gem Kern (15.600 Auf­rufe), ein Fan­ta­ku­chen mit Schmand (15.000) und das Spe­ku­la­ti­us­mousse am Oran­gen­see (12.000).

Wie diese drei Gerichte klin­gen? Genau! — ziem­lich lecker.

INTERVIEW: 5 Fra­gen an… Peter von Aus mei­nem Kochtopf

1 Was ist dein per­sön­li­ches Lieb­lings­ge­richt in dei­nem Blog?

Peter: Pasta mit gebra­te­nem Spar­gel, Radic­chio und PestoWarum das so ist? Ich bin ein gro­ßer Spar­gel– und Nudel­fan — ziehe also Nudeln (auch als Bei­lage) immer vor. Wir essen zum Bei­spiel — seit wir ver­hei­ra­tet sind (36 Jahre) — an jedem Frei­tag Spa­ghetti (Aus­nah­men bestä­ti­gen nur die Regel). Reis und Kar­tof­feln gera­ten bei uns schnell ins Hintertreffen. Als ech­ter Franke mag ich Kar­tof­feln am liebs­ten in der Form von Kartoffelklößen. Die Kom­bi­na­tion von leicht kara­mel­li­sier­tem Spar­gel mit der Pasta, der bit­te­ren Note des Radic­chios und die Würze des Pestos mag ich ein­fach wahn­sin­nig gerne.

2. Wel­che Rolle spielt Essen in dei­nem Leben?

Peter: Essen spielt in mei­nem Leben schon immer eine sehr große Rolle; ich war schon als Kind ein Topf­gu­cker als Kind. Ich bin gelern­ter Schrift­set­zer, und wenn ich im Jahr 1972 keine Lehr­stelle in die­sem Beruf bekom­men hätte, wäre ich Koch gewor­den. Auch dafür hatte ich schon eine Lehrstelle. Ich finde es sehr wich­tig, sich abwechs­lungs­reich zu ernäh­ren, und was kann es Schö­ne­res geben als Mahl­zei­ten als Sam­mel­punkt für Fami­lie und Freunde. Dazu passt auch mein Lieb­lings­zi­tat: „One can­not think well, love well, sleep well, if one has not dined well.“

3. Wor­auf soll­ten mehr Men­schen beim Essen achten?

Peter: Defi­ni­tiv auf die Qua­li­tät der Pro­dukte. Und: In unse­rer Gesell­schaft wird viel zu viel Fleisch geges­sen. Die Men­schen machen sich zu wenig Gedan­ken dar­über, was in Ihrem Essen ent­hal­ten ist, und ganz schreck­lich finde ich es, dass die Leute nicht mehr auf die Jah­res­zei­ten ach­ten. Erd­bee­ren sind z.B. fast ganz­jäh­rig zu haben. Wie sol­len meine vier Enkel(innen) jemals ler­nen, wie eine gute Erd­beere schmeckt, wenn sie diese im Novem­ber aus Israel vor­ge­setzt bekom­men und diese im Geschmack dafür starke Ähnlich­keit mit einer Salat­gurke hat?

4. Was war die schönste Erfah­rung mit dei­nem Blog?

Peter: Das war die rege Betei­li­gung an den bei­den Blog-Events die ich ver­an­stal­tet habe. Wobei mir der unter dem Motto „Lamm, ganz ohne Wolle“ fast noch bes­ser gefal­len hat, als der zum „Duell der Köpfe“.

5. Wel­che drei Web­sei­ten zum Thema Essen kannst du empfehlen?

Peter: Das ist eine ganz, ganz schwie­rige Frage. Denn es gibt ja meh­rere hun­dert Koch– und Food­blogs wie wir seit einer Brigitte-Wahl im Jahr 2012 wissen. Ich will bewusst nicht die aller­größ­ten und bekann­tes­ten nennen. Das Haupt­pro­blem ist, dass die aller­meis­ten Food­blogs von Frauen stam­men. Des­halb unter­stütze ich gerne mal die Män­ner an der Foodblogger-Front und nenne des­halb gleich fünf:

In die­ser Rei­hen­folge steckt keine Wertung!

Mehr über Peter und sei­nen Food­blog steht auf www.aus-meinem-kochtopf.de.

Blog der Woche: Dinner um Acht

BU

Genuss­mensch Clau­dia berich­tet auf Din­ner um Acht von ihren kuli­na­ri­schen Abenteuern.

Man kann sich förm­lich vor­stel­len, wie Clau­dia an jenem Dezem­be­r­abend 2010 am Com­pu­ter saß und sich einen Ruck gab. „Irgend­wann drückte ich auf die Taste ‚Ver­öf­fent­li­chen‘ und wusste, jetzt kann es die ganze Welt lesen“, erin­nert sich die Food­blog­ge­rin an ihren ers­ten Ein­trag bei Din­ner um Acht. Vol­ler Span­nung war­tete Clau­dia, und es geschah — nichts. Denn: „Die Welt hat das erst mal gar nicht interessiert.“

Doch die gebür­tige Bade­ne­rin, die es nach Mün­chen ver­schla­gen hat, schrieb flei­ßig wei­ter, übte sich im Foto­gra­fie­ren und teilte ihre Küchen­aben­teuer im Web. „Dann plötz­lich ent­deck­ten immer mehr Leser mei­nen Blog und schick­ten mir Kom­men­tare und Nach­rich­ten“, erzählt Clau­dia im Inter­view mit der Schmau­s­epost. „Und auf ein­mal teilte ich meine Lei­den­schaft für Essen nicht mehr nur mit mei­nen Gäs­ten, son­dern auch mit immer mehr Menschen.“

Inzwi­schen hat Clau­dia eine treue Leser­schaft, die vor allem auch die Viel­sei­tig­keit ihres Blogs rei­zen dürfte. „Gene­rell gibt es (fast) nichts, was koch­bar ist, woran ich mich nicht ran­traue — sei es die fran­zö­si­sche, indi­sche, ori­en­ta­li­sche oder japa­ni­sche Küche“, schreibt sie auf ihrer „Über mich“-Seite. „Ich expe­ri­men­tiere viel mit ver­schie­de­nen Aro­men, bewege mich kuli­na­risch gerne in alle Him­mels­rich­tun­gen und möchte ver­mit­teln, dass man um ein hin­rei­ßen­des Essen auf Tisch zu krie­gen kein über­ra­gen­der Koch sein muss, son­dern in ers­ter Linie ein Genussmensch.“

Ein sol­cher Genuss­mensch ist Clau­dia zwei­fels­frei: Weit mehr als 100 Koch­bü­cher sta­peln sich  bei ihr im Küchen­schrank; in ihrer knapp bemes­se­nen Frei­zeit geht die gelernte Diplom-Ingenieurin für Beklei­dungs­tech­nik gerne auf Märk­ten ein­kau­fen, ratscht mit den Gewürz­händ­lern am Münch­ner Vik­tua­li­en­markt oder ent­wi­ckelt neue Rezepte.

Seid lei­den­schaft­lich und genießt!“, ruft Clau­dia den Lesern auf ihrem Blog zu. Denn, so betont sie im Gespräch mit der Schmau­s­epost: „Kochen macht glücklich.“

INTERVIEW: 5 Fra­gen an… Clau­dia von Din­ner um Acht

1. Was ist dein per­sön­li­ches Lieb­lings­ge­richt in dei­nem Blog?

Clau­dia: Unbe­dingt die­ses Huhn. Das hat jeden, wirk­lich jeden begeistert.

2. Wel­che Rolle spielt Essen in dei­nem Leben?

Clau­dia: Diese Frage einer Food­blog­ge­rin zu stel­len, ist lus­tig. Ich denke an Essen, wenn ich mor­gens zum Wal­ken gehe, im Büro lese ich zwi­schen­durch die abon­nier­ten Feeds ande­rer Blogs im In– und Aus­land, ich folge den Köchen durchs Netz, Märkte üben eine magi­sche Anzie­hungs­kraft auf mich aus, ich muss um mei­nen liebs­ten Küchen­la­den einen gro­ßen Bogen machen (was natür­lich nicht immer gelingt), da es ansons­ten rui­nös enden könnte, ich habe kein Pro­blem damit, auch mal alleine essen zu gehen, nur weil das Restau­rant mich reizt, ich habe neben dem Bett immer min­des­tens fünf Koch­bü­cher lie­gen, ich liebe es, mit Men­schen zum Essen an einem gro­ßen Tisch ver­eint zu sein – nein, Essen spielt eine völ­lig neben­säch­li­che Rolle in mei­nem Leben 😉

3. Wor­auf soll­ten mehr Men­schen beim Essen achten?

Clau­dia: Da gibt es so vie­les, wor­auf man ach­ten sollte, aber ich will nicht beleh­ren. Ich kann nur mit mei­nem Blog dazu anre­gen, mit fri­schen Zuta­ten, die keine Welt­reise hin­ter sich haben, zu kochen, Fleisch zu ach­ten und nichts aus Mas­sen­schlach­tung zu kaufen.

4. Was war die schönste Erfah­rung mit dei­nem Blog?

Clau­dia: Als eine Mut­ter mir geschrie­ben hat, dass sogar ihre Kin­der eines mei­ner Rezepte moch­ten. Ich meine, kochen für Kin­der ist nicht mein Fokus, viele mei­ner Gerichte beinhal­ten exo­ti­sche Gewürze und sind auch mal auf­wen­di­ger. Da fand ich es ganz groß­ar­tig, dass mir das wohl trotz­dem gelun­gen ist. Und ich freue mich, wenn ich merke, dass die Leser auch wirk­lich die Texte lesen und ihre Mei­nung dazu schrei­ben. Und ganz beson­ders auf­re­gend war es natür­lich, als ich abends in einem Café saß und eine Bekannte mir eine Nach­richt schickte, dass eine große deut­sches Boulevard-Zeitung mei­nen Blog als einen der schöns­ten benannt hatte. Und ich hatte mich den gan­zen Tag gewun­dert, warum die Besu­cher­zah­len so in die Höhe geschos­sen sind, und ver­mu­tete einen Hackerangriff.

5) Wel­che drei Web­sei­ten zum Thema Essen kannst du empfehlen?

Clau­dia: Ich lese unglaub­lich gerne die Bei­träge von Yotam Otto­lenghi im Guar­dian. Er kann ein­fach auf bosnders raf­fi­nierte Weise Zuta­ten kom­po­nie­ren. Ist aber eigent­lich nicht im wirk­li­chen Sinne ein Blog. Dann lese ich sehr gerne den Blog Nach­ge­würzt von Wolf­gang Fass­ben­der in der NZZ. Er ist viel­sei­tig, humor­voll und beleuch­tet auch mal andere Sei­ten des Essens. Und die Seite des Taste-Magazins in Süd­afrika, weil da die Fotos immer gran­dios sind.

Mehr über Clau­dia und ihr Food­blog steht auf www.dinnerumacht.de.