Schlagwort-Archiv: Sommerpause

Schmausepost vom 4. Oktober

Schman­kerl der Woche

Abge­fah­re­nes Essen: Arthur Boyt isst Dachs. Und Iltis. Und Fuchs, Maus, Katze oder Labra­dor. Denn der Eng­län­der ist ein soge­nann­ter Roadkill-Eater, das heißt er ver­zehrt Tiere, die von Autos über­fah­ren wer­den und am Stra­ßen­rand ver­en­den. Seit eini­gen Jah­ren ver­mark­tet Boyt seine Vor­liebe und hat bereits ein Buch mit Roadkill-Rezepten ver­öf­fent­licht.
Spiegel-Online

 

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Auf den Acker, Genos­sen! Gemü­se­kis­ten gibt es inzwi­schen in jeder grö­ße­ren Stadt — hin­ter dem Kar­tof­fel­kom­bi­nat in Mün­chen steckt jedoch mehr als das. Ziel der Genos­sen­schaft ist es, eine eigene Bio-Gemüsegärtnerei zu über­neh­men, um die Mit­glie­der mit regio­na­len Lebens­mit­teln zu ver­sor­gen. Anfang 2012 gegrün­det, zählt das Kar­tof­fel­kom­bi­nat bereits knapp 300 Mit­glie­der; nun kön­nen wie­der neue Genos­sen auf­ge­nom­men wer­den.
Kar­tof­fel­kom­bi­nat, ARD-Beitrag über das KK

 

Zahl der Woche

5 Toma­ten rei­chen dem Blog­ger Lind­say Wil­son, um die welt­weite Nah­rungs­mit­tel­ver­schwen­dung anschau­lich zu erklä­ren. In sei­nem zwei­ein­halb­mi­nü­ti­gen Video erläu­tert er, warum nur die Hälfte der pro­du­zier­ten und geern­te­ten Lebens­mit­tel letzt­lich kon­su­miert wer­den — und was mit dem Rest pas­siert.
Wirt­schafts­wo­che, Glo­bal Blog

 

Nach­rich­ten

Ent­täu­schende Ernte: Erst Kälte und Nässe, dann Dürre und Hitze: Die jüngs­ten Wet­ter­ka­prio­len haben den Obst­bau­ern zuge­setzt. Laut Sta­tis­ti­schem Bun­des­amt rech­nen sie mit der schlech­tes­ten Apfel­ernte seit zehn Jah­ren. Der­weil berich­tet die Süd­deut­sche, dass sich immer mehr Frei­wil­lige als Ern­te­hel­fer mel­den — dar­un­ter auch gestresste Mana­ger. Und Michael vom Blog „extra prima good“ hat Rosis Obst­gar­ten besucht.
Süd­deut­sche (Ernte), Focus (Ernte), Süd­deut­sche (Ern­te­hel­fer), extra prima good

Fleisch­lo­ses Fest: Schweins­bra­ten, Och­sen und natür­lich Hendl: Das Okto­ber­fest ist gemein­hin eine fleisch­las­tige Ange­le­gen­heit. In die­sem Jahr jedoch bie­ten zwei Wiesn-Wirte erst­mals vegane Gerichte an. Die Hin­ter­gründe beleuch­tet heute.de in einem lesens­wer­ten Bericht; dazu gibt es eine „Wer isst was?“-Übersicht von Ovo-Vegetarier bis Free­ga­ner.
heute.de

Bedrü­ckende Bilanz: 842 Mil­lio­nen Men­schen lei­den unter mas­si­ver Unter­er­näh­rung — das ist rund ein Ach­tel der Welt­be­völ­ke­rung. Das geht aus dem jüngs­ten UN-Bericht her­vor. Dem­nach hat sich die Situa­tion in Ost– und Süd­ost­asien sowie in Latein­ame­rika ver­bes­sert, wäh­rend man im sub­sa­ha­ri­schen Afrika und wei­ten Tei­len Asi­ens kaum vor­an­ge­kom­men ist.
taz, faz

Modi­sche Müll­ma­cher: Das Geschäft mit Kaf­fee­kap­seln boomt — und mit ihm wach­sen die Müll­berge. Nun kri­ti­siert Öko-Test den Por­ti­ons­kaf­fee und nennt erschre­ckende Zah­len: Allein in Deutsch­land wer­den pro Jahr zwei Mil­li­ar­den Kap­seln ver­braucht — hin­ter­ein­an­der­ge­legt ergibt das einen Kap­sel­gür­tel, der ein­ein­halb­mal um die Erde reicht.
Öko-Test, Daily Green

 

Lese­ge­schich­ten

Karot­ten aus dem Käfig: In Japan gibt es neu­ar­tige Treib­häu­ser, wo Gemüse in Käfi­gen auf meh­re­ren Eta­gen ange­baut wird. Die Erträge die­ser Pflan­zen­fa­bri­ken lie­gen um bis zu 100-mal höher als im Frei­land. Diese Methode könnte auch bei uns die Land­wirt­schaft revo­lu­tio­nie­ren, mut­maßt Udo Poll­mer im Deutsch­land­ra­dio.
Deutsch­land­ra­dio

Genuss mit Gemach: Zurück zu alten Esstra­di­tio­nen und Pro­duk­ten aus der Region: Das ist der Gedanke hin­ter Slow Food. Ein neuer Restau­rant­füh­rer weist nun den Weg zu Loka­len, die sich die­sem Prin­zip ver­schrie­ben haben. Im Inter­view mit der Zeit spricht der Initia­tor des Buches über die Beweg­gründe des Pro­jekts.
HAZ/dpa (Bericht), Zeit (Inter­view)

Rote Was­ser­bälle: Warum haben Toma­ten ihren Geschmack ver­lo­ren? Woher kommt ihr wäss­ri­ges Image? Und stammt die mie­seste Ware wirk­lich aus Hol­land? In ihrer Lebens­mit­tel­se­rie wid­met sich die Süd­deut­sche dies­mal der Tomate. Unter ande­rem wird ver­ra­ten, wie man gutes Gemüse erkennt — und warum Dosen­so­ßen keine schlechte Alter­na­tive sind.
Süd­deut­sche

Im Osten was Altes: Das Ende der DDR bedeu­tete vor 23 Jah­ren zugleich das Ende für eine Reihe von Spei­sen und Geschmä­ckern. Der Tages­spie­gel schwelgt in Kost­al­gie und ver­öf­fent­licht fünf kuli­na­ri­schen Nach­rufe — von Gri­letta bis zur Roten Grütze.
Tages­spie­gel

 

Blog­schau

Letz­tes Geleit: Har­ley ist eine Hochland-Kuh, elf Jahre alt und wird heute ster­ben — unter Beob­ach­tung. Das Maga­zin Bio­rama lädt seine Leser auf die Juhu-Ranch bei Salz­burg ein, um der Schlach­tung eines Rinds bei­zu­woh­nen. Ange­fan­gen von der Betäu­bung mit dem Bol­zen­schuss­ge­rät bis zum Ver­spei­sen der Rinds­brat­wurst lässt der Bericht kein Detail aus.
Bio­rama

Fros­tige Aus­sich­ten: Wie kommt der Spi­nat vom Feld ins Tief­kühl­fach? Die­ser Frage geht Marek vom Blog „Salat­werk­statt“ in einer mehr­tei­li­gen Repor­ta­ge­se­rie nach. Nach­dem er im ers­ten Teil berich­tet hat, wie Spi­nat auf dem Feld wächst und geern­tet wird, besucht er nun eine Fros­te­rei, wo das Gemüse bei minus 30 Grad ein­ge­fro­ren wird.
Salat­werk­statt (Fros­te­rei), Salat­werk­statt (Teil 1 –Feldarbeit)

Wurst­lo­ses Wis­sen: Anläss­lich des Welt­ve­ge­ta­rier­tags am 1. Okto­ber sieht sich Hel­mut bei „2 Grüne Toma­ten“ die Welt der Vege­ta­rier ein­mal genauer an. Mit dabei sind Zah­len vom Vege­ta­rier­bund, der Veg­gie Day und der Streit über die Kenn­zeich­nung von vege­ta­ri­schen Pro­duk­ten.
2 Grüne Tomaten

Kuli­na­ri­sche Spu­ren­su­che: Warum heißt die Birne Helene? War Salat Cäsars Leib­speise? Und wer steckt hin­ter Egg’s Bene­dict? James Win­ter begibt sich in sei­nem neuen Buch „Wie die Helene zur Birne kam“ auf die Spu­ren von 50 Klas­si­kern und erzählt deren Geschichte. Die Bio­kü­che und der Buch­gour­met spa­ren nicht mit Lob für das Werk.
Die Bio­kü­che, Buch­gour­met

 

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Schmau­s­epost (Media-Daten)

 

Rezepte der Woche

Cur­ry­schweins­bra­ten in Fei­gen­soße: Jür­gen von Gold­schwarz mari­niert den baye­ri­schen Klas­si­ker in einer roten Cur­ry­paste, brät das Fleisch in einer Birnen-Feigen-Soße und ser­viert es mit Cous­cous und Minz­jo­ghurt.
Gold­schwarz

Zwetschgen-Dreierlei (vege­ta­risch): 99,9% aller Zwetsch­gen hüp­fen auf Kuchen und nen­nen sich Dat­schi — so weit, so bekannt. Dabei kann man viel mehr mit den Früch­ten anstel­len: Wolf­gang Fass­ben­der stellt drei Zwetschgen-Rezepte in den Geschmacks­rich­tun­gen sauer, süß und pikant vor.
NZZ

 

Meist­ge­klickte Links der Vorwoche

1. Die Lieb­lings­speise — Apfel­crum­ble (Das Maga­zin)

2. Sarah Wie­ners Tipps für eine bes­sere Ernäh­rung (Arte)

3. Am Sonn­tag sind Köpfe gerollt (Anonyme Köche)

 

Nach­schlag

Back to the roots: Pizza und Cola waren ges­tern: Inzwi­schen ernäh­ren sich viele Com­pu­ter­nerds im Sili­con Val­ley nach der Steinzeit-Diät, wie der Tages­an­zei­ger schreibt. Statt Acker­früch­ten und Getreide ste­hen bei ihnen Fleisch, Fett und Gemüse auf dem Spei­se­plan.
Tages­an­zei­ger

Schmausepost macht Sommerpause

Die Bun­des­liga, „Wet­ten, dass..?“ und der Bun­des­tag: Alles, was in Deutsch­land für nim­mer­ver­sie­ge­den Gesprächs­fluss sorgt, legt in den hei­ßen Mona­ten des Jah­res eine Som­mer­pause ein. Und so gönnt sich nun auch die Schmau­s­epost eine Aus­zeit — wenn­gleich ich diese (lei­der) nicht dazu nut­zen wer­den, um die Seele sowie die Füße im Frei­bad­be­cken bau­meln zu las­sen. Viel­mehr ste­hen bei mir beruf­lich wie pri­vat gerade gefühlt mehr Pro­jekte an als Kalo­rien in einem Big Mac ste­cken. Und auch, wenn mir das Zusam­men­stel­len und Ver­schi­cken der Schmau­s­epost Woche für Woche große Freude berei­tet — es ist halt immer noch ein Hobby, das bis­lang auch (noch) kein Geld abwirft.

Unab­hän­gig davon ist es jedoch meine feste Absicht, die Som­mer­pause nicht bis in den Win­ter hin­ein aus­zu­deh­nen, son­dern euch als­bald wie­der mit Lese­stoff aus der kuli­na­ri­schen Welt zu ver­sor­gen. Als zusätz­li­che Moti­va­tion dient mir dabei nicht zuletzt das fast durch­weg posi­tive Feed­back, das ich in den ver­gan­ge­nen Mona­ten von den Schmausepost-Abonnenten erhal­ten habe.

Vor­erst aber gibt’s nun eine Ver­schnauf­pause. Ich halte euch natür­lich via News­let­ter oder Twit­ter auf dem Lau­fen­den, sobald die Schmau­s­epost sich vom Som­mer verabschiedet.

Herzlichst, Eure Schmau­s­epost